Beiträge von Hundundmehr

Wir führen derzeit umfassende Wartungsarbeiten durch. Es kann bis zum Abschluss zu Verzögerungen beim Ladevorgang kommen.

    Oft wird mehr oder weniger unbewusst doch geguckt, was der Hund macht, die Bewegung verlangsamt oder angepasst, dem Hund nachgegeben und ausgewichen.

    Genau so haben meine Hunde von Welpe an gelernt, dass

    - die Leine nichts schlimmes ist
    - berücksichtigt werden muss, wenn Hund und Mensch durch die Leine gekoppelt sind.

    Ich erinnere mich noch gut (vermutlich, weil ich es bisher drei Mal mitgemacht habe :D ) wie ich äußerst sorgsam immer hinter dem Welpen hergeflitzt bin, wenn der irgendwas Interessantes entdeckt hat, um die Leine bloß nicht mit einem Ruck einwirken zu lassen.

    Ich hatte es mal bei der Mali-DSH-Hündin eines Bekannten, dass dieser nirgendwo mehr mit ihr gehen konnte, weil sie wie blöd äußerst gestresst an der Leine zog.
    Umgestellt auf Geschirr und Leine mit größerem Radius (so 5-6m) hat sie sehr schnell umgesetzt, dass sie an der Leine schnüffelnder Weise die Welt erkunden kann, ohne wie blöd zu ziehen.
    Hat etwas Überzeugungskraft gekostet, ihrem Halter den Fokus begreiflich zu machen, dass ER bitte den Bewegungen der Hündin folgen soll, DAMIT sie auch an der Leine die Gelegenheit hat, ihren olfaktorischen Bedürfnissen nachzukommen.

    Natürlich war das nicht vom ersten Moment an perfekt - sowohl Hund als auch Mensch brauchten eine Zeit, um sich an diese neue Handhabung zu gewöhnen.
    Parallel dazu wurde direkt auch das freundliche Ansprechen: "Mach mal langsam/nicht so schnell/warte mal" eingeübt.

    mein Hund darf durchaus auch mal pieseln an der Leine, aber nicht, wenn ich grad irgendwo hin will...

    Das liest sich für mein Empfinden (Achtung: MEIN Kopfkino!) seltsam; mir scheint, bei uns ist es genau umgekehrt: Ich gehe auch mal straight irgendwohin, so dass meine Jungs ihren Bedürfnissen mal nicht an der Leine nachkommen können. Wenn ich das mal will (weil ich es brauche), dann sage ich das meinen Jungs.
    Ansonsten hatte ich ja schon geschrieben: Leine heißt nicht, dass die Bedürfniserfüllung meiner Hunde eingeschränkt wird - sie müssen halt nur Rücksicht darauf nehmen, dass ich am anderen Ende der Leine dran bin :smile:

    "Was dürfen eure Hunde an der Leine?"

    Alles was sie ansonsten auch im Freilauf dürfen, nur eben mit Rücksicht darauf, dass ich am anderen Ende der Leine hänge und sie deshalb ihre Aktionen meiner Bewegungsfähigkeit anpassen sollen.

    Dazu gehört auch ein Kontakt mit Leine, wenn es möglich ist.
    Das Prinzip: "Nicht jeder Hund wird kontaktiert." gilt sowohl im Freilauf als auch an der Leine.

    Brauche ich meine Hunde mal nah bei mir, können sie also ihren Bedürfnissen auch angeleint nicht wie gewohnt nachgehen, dann sage ich ihnen das.

    Eine kürzer gefasste Leine in Verbindung mit einem "Bleib(t) mal bitte bei mir!" reicht da meistens.
    Sehr selten bekommen sie die Mitteilung "Fuß", weil das in unserem Alltagsleben oft gar nicht nötig ist.
    (Deshalb führen sie das auch nur wirklich gut aus, wenn wir gerade "Arbeiten" = Apportiertraining machen ... :ugly: ).

    Macht aber nix - unser übliches Handling reicht völlig aus für unser Leben :lol:

    Vielleicht kennt Tröti allgemein Schleppleine nur in Verbindung mit "Arbeit" und regt sich darüber auf, wie dilettantisch das dann von anderen Hund-Mensch-Gespannen ausgeführt wird?

    (Die in Wahrheit gerade keine "Arbeit" machen, sondern einfach nur mit Schleppleine gesichert sind)

    :D

    Amigo kriegt auf dem Hundeplatz auch fast die Krise, wenn er sieht wie ein Hund völlig planlos durch die Gegend läuft und das Dummy einfach nicht findet - würde ich es ihm erlauben, würde er am Liebsten hinrennen, das Dummy nehmen und mit einem: "DA IST ES, DU TROTTEL!!" wieder abzischen... :lol:

    Wir hatten hier jahrelang keine Cocktailkissen auf dem Sofa, weil jeder meiner Jungs die immer auf deren Innenleben inspizieren musste, sobald sie die Gelegenheit dazu bekamen.

    Kuschelspielzeug?

    Wurde sofort getötet und auf die Innereien hin untersucht ...

    Mein Leid einer Verkäuferin in einem speziellen Hundeladen klagend, empfahl diese mir ein garantiert haltbares Stoffschweinchen, hatte sie selber erprobt und als "unkaputtbar" festgestellt ...

    Hm, tja, also ... das Teil war tatsächlich unglaublich stabil ...

    .... mein Amigo hat tatächlich einen halben Tag benötigt, um die Schwachstelle zu finden, über die er dann ans Innenleben gelangen konnte ... xD

    Dummy ist bei uns auch Arbeitsgerät, und Amigo macht nichts lieber als Arbeiten.

    Deshalb hatte ich von Beginn an massiv darauf geachtet, dass er nach einer Arbeitssequenz - egal wie kurz oder lang - möglichst schnell wieder "Hund" wird, und sich anderen interessanten Sachen zuwendet.
    War für ihn und für mich ein zäher, aber überaus interessanter Prozess um festzustellen, dass die Welt draußen nicht nur aus Jagd besteht ... :ugly:

    Das habe ICH vorgestern nicht wirklich gemacht :shocked: :

    Manchmal bin ich ja ein echter "Wurfkünstler", dass meine Hunde noch nicht von den von mir geworfenen Dummies erschlagen wurden, ist mehr eine glückliche Schicksalsfügung und weniger Können ... :hust:

    So mitten im Wald, rechts und links des Weges dichtes Unterholz, mit hohem Farn und niedrigem Dornengewächs versehen.
    Ich merke Amigo an, dass es doch einige interessante Gerüche in diesem Bereich gibt.
    Eine Möglichkeit, ihn dann von einem Reinsteigern in diese reizende Geruchswelt abzuhalten ist: Ihn beschäftigen!

    Ich also ein Dummy gepackt, Amigo neben mir sitzen lassen, um dann einen einfachen Apport auf dem Weg zu machen, hole mit Schwung aus, werfe das Dummy ... ihr dürft ein Mal raten, wo es gelandet ist ...

    Klar, ungefähr 3m seitlich des Weges mitten im Farn... :headbash:
    Amigo und ich hören es landen ... und dann noch so ca. 1,5-2m weiterrollen :???:
    Ich noch gedacht: Huch - ist da eine so steile Senke, die ich durch das dichte Grünzeugs nicht sehen kann????

    :ka:

    Keine Ahnung - ich also den wartenden Amigo mit einem "Apport" losgeschickt.
    Der rannte auch sofort zur Landestelle des Dummies - also NICHT dahin, wohin wir das Dummy haben "rollen" hören ... um dann abzuschwenken und dem weghoppelndem Etwas hinterherzuwetzen, welches ich zuvor mit dem Dummy aufgeschreckt hatte :shocked:

    Ich nur noch völlig fassungslos meinen Superschlachtruf "Jepjep!!!" hinterhergeschickt - und der Kerl wendet sich sofort zu mir und setzt an auf mich zuzurennen ... als ihm einfällt: "Moment - da war doch ein DUMMY!!!" und nach rechts (das hoppelnde Etwas ist nach links abgezischt) abwendete, weil: Ein Dummy lässt hund ja nicht liegen :cuinlove:

    Ich habe ihn dann mit einem verzückten "Apport :cuinlove: " noch mal weiter motiviert - und er kam 3 Sekunden später freudig mit seiner Beute angedackelt ... :herzen1:

    Braaaaver Hund :cuinlove:

    ....

    dämliches Frauchen :ugly:

    Ich muss werfen üben ... :roll:

    "Click für Blick" - kommt doch darauf an, welches Ziel ich dabei verfolge, oder?

    Persönlich finde ich es auch nicht erstrebenswert, wenn meine Hunde mich zunächst grundsätzlich anblicken müssen(sollen), BEVOR sie eigene Entscheidungen treffen.

    Dem Hund aber zunächst erst einmal beizubringen, dass es etwas Positives ist, wenn er mich anschaut, ist doch eine gute Ausgangsbasis für späteres differenzierteres Verhalten.

    Grundsätzlich geht es doch darum, die Basis zu haben dass mein Hund mich wahrnimmt, auch wenn ihn gerade etwas anderes sehr interessiert.

    Dieses Mich-Wahrnehmen und nicht mich-Ausblenden, sobald etwas anderes interessanter ist, ist doch die Basis die ich benötige, um meinen Hund für mich ansprechbar zu halten.

    Ich persönlich bin kein Freund davon, mir Aufmerksamkeit mit Futter zu erkaufen. Kann mir der Hund noch keine Aufmerksamkeit geben, liegt die Ursache woanders

    Gegen gelegentliches Erkaufen habe ich nichts einzuwenden (auch ich bin da gelegentlich bestechlich, wenn ich da einen Vorteil für mich oder auch die Gemeinschaft sehe).
    Erkaufe ich mir die Aufmerksamkeit aber permanent, dann habe ich die Funktion eines Verstärkers entweder nicht begriffen, oder kenne sie gar nicht.

    "Komm her zu mir für eine Leckerlie" kann ganz zu Beginn genutzt werden, damit der Hund überhaupt erst mal eine Ahnung davon bekommt, was er denn tun soll.
    Tut er es dann aber, ohne eine Leckerlie vor die Nase gehalten zu bekommen - dann FREUE ich mich, zeige dem Hund meine Freude ... und schiebe ein Leckerchen hinterher um noch mal ein weiteres Glücksgefühl auf das gezeigte Verhalten draufzuschippen.

    Operante Konditionierung halt :smile:

    Das fällt für mich aber gar nicht unter den Gehorsam, den ich meinte. Ich meinte damit eher Dinge wie ein Stoppkommando, der Rückruf (oder auch Rückpfiff) oder dass Hund das trainierte Anzeigeverhalten zeigt, statt einer Spur immer weiter zu folgen, etc.

    Wenn du es genau nimmst, ist das aber noch kein Hinweis auf Gehorsam, sondern nur ein Indikator dafür, wie gut konditioniert wurde.

    Gehorsam heißt im Grunde genommen: Der Hund macht was mensch sagt, wenn mensch etwas sagt - und zwar völlig unbeeinflusst von der Meinung, die der Hund selber zu dieser Situation hat.

    Dass meine Hunde auch gelegentlich mal meinem Willen folgen müssen, obwohl sie lieber etwas anderes täten, ist auch Gehorsam.


    Futter gibts hier zum Runterfahren - Kauen beruhigt :)

    Genau :D

    Ist aber auch ein eindeutiges Indiz dafür, was es heißt wenn selbst eine Fressmaschine in einer Situation kein Leckerchen annehmen will: Er ist zu aufgeregt dafür!
    Heißt dann aber auch, dass man in so einer Situation nicht mehr mit guten Worten weiterkommt, sondern nur noch mit Management.

    Hast du dir das alles selbst angelesen/ gelernt oder hast du das mit Trainer/ Hundeverein erarbeitet? Bzw. hast du evtl. einen Buchtipp?

    Alles Drei, in Kombination :smile:

    Dummytraining im Verein (Retrieverclub), wo mir dieser Superruf quasi "in den Schoß gefallen" ist ... ;)

    Etliches gelesen - und "Verhalten und Hormone" gelernt.

    Wobei mir schon sehr früh klar wurde, dass dieses stinknormale Dummytraining ein Weg ist, bei dem der Hund lernt, die Bedürfnisbefriedigung seiner Jagdmotivation als Teamarbeit schätzen zu lernen - mich also als Teampartner zu erfahren, dessen "Meinung" durchaus erfolgversprechendes Gewicht hat.
    Parallel dazu zu lernen, wie hilfreich der Kopf sein kann um zur Beute zu gelangen, hat mit der Zeit auch bewirkt, dass genau dieser Kopf auch eingeschaltet wird bei Jagdreizen, über die ich keine Kontrolle habe - das ist das Zeitfenster, welches ich außerhalb des Hundeplatzes habe, wenn Amigo "in Wallung" gerät.

    Das I-Tüpfelchen waren da die Zusammenhänge zwischen Hormonen und Verhalten - ein Hund der "sich weggeschossen hat", also so hochgradig erregt ist, dass er kopfmäßig nicht mehr ansprechbar ist - den kann ich nur noch bei seinen Hormonen abholen. Amigo WILL dann nur noch jagen - und ich habe die Beute.
    Das war kein kurzer Weg, und es gibt Kompromisse, die ich da eingehe.
    So habe ich mich z. B. schon vor langer Zeit davon verabschiedet zu erwarten, dass mein Hund mir jederzeit gehorchen müsse.

    Meine Hunde legen aber Wert auf meine Meinung, und berücksichtigen diese bei ihrem Handeln.

    Wo ich weiß dass das nicht mehr der Fall ist ... leine ich an.

    Es ist halt immer ein Gesamtpaket, nur einseitig ein Verhalten "zu bearbeiten" hilft nicht.