Dass du weißt was du nicht willst, ist schon mal gut.
Wobei ich mich frage: Warum keine Vollpension? Warum keine Boxenhaltung?
Es gibt da solche und solche, und auch Boxenhaltung ist nicht gleich Boxenhaltung.
Ich kann dir sagen, worauf ich geachtet habe bei der Suche nach einer geeigneten Unterbringung meines Pferdes:
Die Grundbedürfnisse sind Licht, Luft, Bewegung, Versorgung mit ausreichend Rauh- und Kraftfutter und Artgenossenkontakte.
Also braucht es eine Box die geräumig genug ist für ein Pferd, mit Fenster, TÄGLICHES Ausmisten, und ein gutes Stallklima (Geruch - BEIM Misten darf es nach Ammoniak riechen, DANACH nicht mehr; der Stall muss eine gute Luftzirkulation haben, wobei die Pferde nicht im Durchzug stehen dürfen.)
Viel Weide, richtig viel - auch im Winter! Täglicher Weidegang, nicht nur für ein paar Stunden, sondern den ganzen Tag lang (wenn das Wetter es erlaubt).
2x täglich Heu (gutes Heu riecht auch gut, nicht muffig oder gar schimmelig sondern ... nach Heu) in großer Menge, vor und nach dem Weidegang. (Bei uns am Stall wird den Pferden bei Schnee sogar zusätzlich Heu auf die Wiese gebracht, weil es für die Pferde einfach schön ist, an einem sonnigen Wintertag ganztägig draußen zu sein - und für Beschäftigung sorgt dann das Heu, weil sie stundenlang damit beschäftig sind, auch die kleinsten Heureste sorgfältig vom Schnee wegzupuhlen... so, als ob sie auf einer freien Wiese grasen würden.)
2x täglich Kraftfutter, individuell auf den Bedarf des jeweiligen Pferdes abgestimmt.
Eine Reithalle war mir schon wichtig - aber ich habe die zumindest hier bei mir nicht in erreichbarer Nähe bekommen, ohne Abstriche an die Grundbedürfnisse des Pferdes zu machen. Also gab es einen Hänger für mich (in meiner aktiven Zeit).
Wichtig war mir auch, ein Reitgelände in unmittelbarer Nähe zu haben, denn nur Reithalle/-platz ist mir einfach zu wenig fürs Hirn eines denkenden und fühlenden Lebewesens.
Gutes, pferdegerechtes Reiten ist wichtig, deshalb gehören für mich regelmäßige Reitstunden bei einem guten Reitlehrer dazu, der dich vom Boden aus beobachtet und korrigiert. Auch von dessen Erfahrungen kannst du profitieren.
Genau so wie von den Erfahrungen von gutem Stallpersonal.
Für Zusatzleistungen musst du entweder selber Zeit aufbringen, oder sie zusätzlich bezahlen. Was Zusatzleistungen sind, ist dabei von Stall zu Stall unterschiedlich, genau so wie die Preise.
Zusammengefasst: Schau auf die Grundbedürfnisse deines Pferdes, und wenn du diese gut abdecken kannst, dann schau, was du persönlich noch für dich brauchst (eine Toilette, im Winter beheizt, ist zum Beispiel für mich wichtig, und ein warmes Reiterstübchen ist auch nicht schlecht, wenn du im Winter mal darauf warten musst, dass dein Pferd unter der Abschwitzdecke trocken wird).
nepolino Oh ja, von dieser "Pest" kann ich dir so viele Geschichten erzählen, dass ich damit ein Buch füllen könnte... weshalb ich niemals mein Pferd in eine Selbst-organisierte-und-organisierende Stallgemeinschaft ... von Freizeitreitern unterbringen würde. Dabei war ich nie selber Turnierreiterin, sondern bin das was so allgemein als "Freizeitreiter" bezeichnet wird.