Hi und frohe Weihnachten erst mal ![]()
Arbeiten am Jagdverhalten würde ich erst mal gar nicht machen. Ein klein wenig, just for fun, vielleicht, um so erst mal mit Fokus auf Spaß die Basics zu erarbeiten.
Für mehr fehlt derzeit der Anreiz, und die zu dessen Erhöhung notwendige Energie würde ich lieber für
- Bindungsarbeit
- Alltagsroutinen
- Kennenlernen von Umweltreizen außerhalb der jagdlichen Motivation
nutzen.
Bindungsarbeit: Kuscheln, Fellpflege, gemeinsames Spiel
Alltagsroutinen: Futter und Spaziergänge "nach der Uhr". Futter nach den Spaziergängen, die Hauptmahlzeit nach dem Hauptspaziergang. Längere Kaubeschäftigung (also auch z. B. einen Kong, gefüllt mit Quark, der mit leckeren Sachen vermengt ist) gerade nach aufregenden Erlebnissen
andere Umweltreize: Kurze Ausflüge in den Baumarkt, in Fußgängerpassagen, eine Bus- oder Straßenbahnfahrt mit nur einer Station, die dann wieder zurückgelaufen werden kann. Vorher einen kurzen Lösespaziergang machen, anschließend dann den längeren Spaziergang in ruhigem Gebiet.
Den großen Spaziergang für die nächsten Wochen immer im gleichen, ruhigen Gebiet machen, möglichst in einem Bereich, wo mit nicht so starkem Wildaufkommen zu rechnen ist. Hier immer mal wieder gemeinsame Aktion einbauen, z.B. Balancieren auf einem Baumstamm, kurze "Unterordnungsübungen", gerne leckerliegestützt.
Ich würde den Kopf deiner Hündin mal mit anderen Sachen beschäftigen, zu Beginn reichen möglicherweise 10 Minuten um deine Hündin nicht mit Reizen zu überfluten.
Die Alltagsroutine gibt dem Ganzen einen Rahmen, der auch Sicherheit (Verlässlichkeit)bietet; Etwas, was den parasympathischen Bereich des vegetativen Nervensystems unterstützt.
Wenn du dann in kurzen Sequenzen die Freude am gemeinsamen Jagderleben (Apportieren, Futtersuche) aufbaust, hast du damit im weiteren Verlauf (also erst deutlich später) ein Instrumentarium zur Hand, mit dem sich das möglicherweise vorhandene jagdliche Interesse gut managen lässt.
Ich wünsche dir geruhsame Feiertage!