Beiträge von Hundundmehr

    Also:

    Kurzpfiff (ist gleichzeitig auch ein Aufmerksamkeitspfiff): Du bist aus dem Gebiet raus, mach kehrt. Meistens ist die Nase vom Hund schneller.

    Doppelpfiff: Zurück zu mir!

    Langer Pfiff: Sitzen

    Tonkombi Kurz-Kurz-Kurz-Lang, in sehr schneller Abfolge, beim Langen mit weniger Druck, dadurch wird der Ton auch bei einer Eintonpfeife abfallend: Suchbereich auf ein Umfeld von 2-3m eingrenzen. Bekommt der Hund als Signal: JETZT! musst du deine Nase intensiv einsetzen, weil da irgendwo das Dummy liegt.

    Dieser Suchenpfiff ist eine von mir ersonnene Kombination, die meisten machen einen eher monotonen Doppelpfiff, oder Einzeltöne in gleichbleibender, monotoner Stärke.

    Triller: Aufmerksamkeitssignal mit allergrößter Priorität. Ist ein Notfall-Signal.

    Edit: Diese Signale nutze ich. Nutzen ist nicht gleich zu setzen mit Erfolg |)xD

    Mach die Zähne etwas auseinander, die Zunge dazwischen - wie wenn du lispeln würdest - und dann lass die Zunge vibrieren.

    Also für's Rrrrrr-Rollen bekomme ich beim besten Willen die Zunge nicht zwischen die Zähne (habs probiert, und dabei fast die Zunge ausgespuckt xD) - aber das Rrrrrrrollen bekomme ich super hin, dabei vibriert sie am oberen Zahnfleischrand, und das ergibt auch den Triller. Ganz wunderbar.

    Einfach mal den Söder bei einer seiner Pressekonferenzen anhören - dieses typisch bayrisch-gerollte "Rrrrrr" ergibt auch bei einer Eintonpfeife den Triller.

    Eine einmalige deutliche Ansage zeigt möglicherweise Wirkung, wenn der Hund das Verhalten noch nicht etabliert hat.

    Bei einem etablierten Verhalten vermeide ich solche "Ansagen", weil die dadurch von mir kommende negative Emotion die sowieso schon beim Hund vorhandene negative Emotion nur noch verstärkt.

    Statt dessen arbeite ich präventiv, mit Abstand und Bögen, wie du auch.

    Training:

    - Irgendwas Blödes, das meinen Hund aus dem Konzept bringt. Singen und Tanzen hat sich da sehr bewährt

    Obwohl ich jetzt Kopfkino habe :lachtot:- aber ja, den Hund aus dem Konzept bringen, ohne dabei noch selber ein Schüppchen negative Emotion oben drauf zu setzen, wirkt oftmals Wunder :bindafür:

    Dazu die Alternative des positiven Abbruchs:

    Dazu ein Superleckerchen parat haben, vorher ein Signalwort überlegen, welches gut und schnell mit richtig viel freudiger Wucht rausgehauen werden kann, und dann in einer völlig entspannten Situation, in der der Hund gerade nicht die Aufmerksamkeit auf seinen Menschen richtet, dieses Wort freudig rausposaunen - und bei Aufmerksamkeit des Hundes dann das Superleckerchen werfen/geben.

    Das Ganze mit deutlichem zeitlichen Abstand 2 mal so konditionieren; Es ist der Überraschungseffekt, verbunden mit der großen, freudigen Emotion und einem positiven Verstärker in Form des Superleckerlies, der für eine schnelle Verankerung dieses Signalwortes, verbunden mit positiver Emotion, im Gehirn sorgt.

    Das könnte dir dann in einer Akutsituation ein Zeitfenster schaffen, welches du Nutzen kannst um daran das Alternativverhalten (auf Abstand gehen, z. B.) anzuknüpfen.

    Es ist auch für den Hund ein Unterschied, ob du dich zwischen ihn und das ihn aufregende Geschehen (die anderen Hunde) stellst als Maßregelung, oder ob bei ihm die Intention ankommt dass du ihm damit nichts Böses willst.

    ...............

    Verstehe ich das richtig - dein Hund pöbelt anderen Hunden hinterher, die sich in eurem Rücken von euch entfernen?

    Wir üben weiter und eure grün und blau marmorierten Daumen tragen uns.

    Da es sich ja zu lohnen scheint, drücken wir auch weiter, notfalls bis sie schwarz werden ...

    Ich wünsche euch, dass das Einweichen (und lauwarm vielleicht auch noch) jetzt wirklich das ist, was der Bub tatsächlich braucht, um erst mal wieder Ruhe reinzubekommen in den Magen, damit die Inhaltsstoffe auch ihre Wirkung zeigen können.

    Stell dir vor, du hättest einen Unfall (nur Blechschaden) mit einem LKW gehabt - was passiert da bei dir in den Wochen danach, wenn du einen LKW siehst?

    Genau - du denkst: "Ups...", und agierst vermutlich deutlich vorsichtiger, als es nötig wäre...

    So geht es gerade deiner Hündin. Unterstütze sie, indem du sie

    1. einfach ausweichen lässt; sie soll selber entscheiden dürfen, wann und zu wem sie zu einem Kontakt bereit ist

    2. Verhalte dich selber normal, du kennst doch die anderen Hunde und weißt, dass sie deiner Hündin nichts tun. Gib ihr Sicherheit, indem du sie machen lässt.

    3. Damit wiederhole ich mich zwar, aber: Vermeide derzeit Spaziergänge, wo sie mit vielen Hunden konfrontiert wird; Sie muss das Erlebte erst noch verarbeiten, ihre alte Sicherheit wieder gewinnen - und mit jeder Begegnung ruft du dieses Erlebnis wieder in Erinnerung.

    Das heißt jetzt nicht, dass du dich einbunkern sollst. Schau einfach darauf, in Bereichen und zu Zeiten zu gehen, wo ihr wenig Hundebegegnungen habt, und wo ausreichend Platz für deine Hündin zum Ausweichen ist.

    Gib ihr und auch dir einfach mal 2 Wochen Zeit, das Erlebte zu verarbeiten.

    Dir ist ein Fehler passiert, und aus Fehlern lernt man.

    Im Grunde genommen ist doch nichts passiert, außer dass der andere Hund deiner Hündin das Geschirr ausgezogen hat.

    Atmen :streichel:

    Bedenke bitte auch: Du machst jetzt Draußen etwas für sie Neues, auch hier muss sich erst Motivation für aufbauen.

    Langeweile (wenn man etwas macht, bis der Hund keine Lust mehr hat) arbeitet einer Motivation genauso entgegen wie nicht ausreichende Konzentration (wenn die Aufgabe zu lang ist, zu schwierig, oder auch zu starke Ablenkungsreize da sind).

    Aufhören, wenn es am Schönsten ist - dann hat der Hund richtig viel Lust, wenn es ihm am nächsten Tag wieder angeboten wird.

    Ich hab einen Futterdummy, den sie anfangs uninteressant fand, jetzt aber klasse findet, weil sie ihn mit pansenstückchen verknüpft. Sie hat ihn mit Begeisterung gestern im Stadtwald gesucht. Das war cool. Allgemein hatten wir gestern einen schönen, kurzen Ausflug.

    An dieser Stelle habe ich beim Lesen glatt eine Gänsehaut bekommen :herzen1:

    Lieber kurz und schön, als lang und stressig, oder?

    :bussi:

    Ach menno, das finde ich jetzt auch zum ... Mäusemelken :(

    :streichel:

    Wobei Blut im Magen Übelkeit verursacht, und eben nicht appetitanregend ist.

    Was bietest du denn jetzt als Futter an?

    Nur ein Gedanke: Wenn tatsächlich Schleimhäute gereizt/gerissen sind, würde ich eher "schleimiges" anbieten, was den Magen auch etwas beruhigt, und nicht die möglicherweise eh gereizte Speiseröhre/Magen noch zusätzlich mechanisch reizt (Trockenfutterbrocken stelle ich mir z. B. ungünstig vor).

    Vielleicht musste sich der Magen erst entleeren, bevor er wieder aufnahmefähig ist?

    Was mir noch dazu einfällt: Es wird ja für die Verdauung auch Gallenflüssigkeit produziert, die - ohne durch Nahrung verdünnt zu werden - eben auch Übelkeit verursacht.

    Bekommt Erwin dafür irgendwelche Medikamente?

    Bei Sodbrennen gibt es ja z. B. sehr wirksame Mittel, die auch den Kehlkopf und die Speiseröhre sehr wirksam und schnell beruhigen.

    Birtingur Dankeschön :bussi:

    Hierzu:


    Aber mit Leberwurst und Fährte legen könnte das viel besser klappen als mit Werfen :applaus:

    Kommt vielleicht als Haarspalterei rüber, ist aber nicht so gemeint: Bei der Frei-Verloren-Suche, wie ich sie auch im Spoiler beschrieben habe, wird keine Fährte gelegt.

    Die Frei-Verloren-Suche bedient die Jagdverhaltenssequenz "Stöbern", ist also ganz hervorragend für Hunde geeignet, die viel Freude daran haben, ein Areal überhaupt auf Spuren von Beute zu erkunden.

    Das Bestreichen des Apportel mit Leberwurst/Käse bietet dabei gerade am Anfang zwei Vorteile:

    - Der Hund verknüpft das Apportel mit diesem Geruch, der sich nicht nur sehr deutlich von den üblichen Waldgerüchen abhebt, sondern auch von den Geruchsspuren seines Menschen. Das verhindert, dass der Hund den kreuz und quer verlaufenden Spuren, die sein Mensch beim Auslegen des Apportel hinterlassen hat, einfach nur folgt, und so zum Ablageort gelangt. Statt dessen bringen die Spuren, die durch das kurze Abstreifen des Apportel auf dem Boden entstehen, den Hund dazu, seine Nase hochzunehmen, um so weitere Spuren die ihm die Luft zuträgt, aufzunehmen, bis ihn diese Spuren zum Apportel führen. Der Hund verfeinert so seine Fähigkeit, die Nase gezielt einzusetzen, was eine Denkleistung für den Hund ist - und die arbeitet unkontrolliertem, impulsivem Losrennen entgegen, verringert also den Stresslevel, mit dem ein Hund "weggeschossen" (und damit nicht mehr kontrollierbar) wird.

    - dieser Geruch hilft zu Beginn dabei, das Apportel als lohnenswerte Beute zu konditionieren. Der Hund lernt also im weiteren Verlauf immer besser, andere Jagdreize auszublenden, und sich auf seine Beute "Apportel" zu konzentrieren. Das Idealziel ist dabei, dass der Hund nur noch diese vom Menschen vorgegebene "Beute" als Beute ansieht, und alles andere (also auch der plötzlich aufspringende Hase/das Reh) nicht mehr als Beute angesehen wird.

    Dieses Idealziel ist schwer zu erreichen, bei manchen Hunden nie.

    Aber wie bei so vielen Bereichen im realen Leben ist "Der Weg das Ziel"; einen Hund nur noch in sehr reizüberladenen Gebieten anleinen zu müssen, wo seine Löffelchen für die (erlernte) Impulskontrolle sehr schnell aufgebraucht sind, und in dafür in weniger "reizvollen" Bereichen frei laufen lassen zu können, weil die (bis dahin erlernte) Impulskontrolle dort ausreicht, um ihn kontrollierbar zu halten, ist eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität für Hund und Mensch. Die Alternative wäre ein Hund, der nur an der Leine bleiben muss, weil er jederzeit Gefahr läuft, bei jeglichem jagdlichen Reiz nur noch triebgesteuert zu agieren. Das ist Stress, für Hund und Mensch.

    Ach ja - ergänzend:

    Das Apportel nimmst du auf, und packst es weg.

    Das Wegpacken ist das Signal, dass diese Aufgabe beendet ist. Das wirst du im weiteren Verlauf, wenn Willy tatsächlich Spaß bekommen hat an dieser Arbeit, benötigen, weil es die Jagdarbeit beendet.

    Du kannst aber zwischendurch - auf dem Heimweg z. B. - Willy das Apportel mal zum reinen Tragen anbieten, zu Beginn reichen einige wenige Meter, bevor du es dir wieder im Tausch gegen ein Leckerlie geben lässt.

    Das Tragen-Wollen ist ein wichtiger Bestandteil bei der Apportarbeit - und kann sorgfältig aufgebaut auch einem Hund, dem das Bringen von Beute nicht so im Blut liegt wie beispielsweise den Retrievern, als zuverlässig ausgeführter Bestandteil des Jagens im Team beigebracht werden.

    Edit: Dieses Tragen-Trainieren würde ich derzeit bei Willy nicht mit den Apportaufgaben verbinden. Es geht darum, ihr zunächst die Freude an gemeinsamen jagdlichen Aufgaben nahe zu bringen. Werden da zu viele Komponenten miteinander verknüpft, wird möglicherweise aufkeimende Freude wieder im Keim erstickt.