Birtingur Dankeschön 
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Aber mit Leberwurst und Fährte legen könnte das viel besser klappen als mit Werfen 
Kommt vielleicht als Haarspalterei rüber, ist aber nicht so gemeint: Bei der Frei-Verloren-Suche, wie ich sie auch im Spoiler beschrieben habe, wird keine Fährte gelegt.
Die Frei-Verloren-Suche bedient die Jagdverhaltenssequenz "Stöbern", ist also ganz hervorragend für Hunde geeignet, die viel Freude daran haben, ein Areal überhaupt auf Spuren von Beute zu erkunden.
Das Bestreichen des Apportel mit Leberwurst/Käse bietet dabei gerade am Anfang zwei Vorteile:
- Der Hund verknüpft das Apportel mit diesem Geruch, der sich nicht nur sehr deutlich von den üblichen Waldgerüchen abhebt, sondern auch von den Geruchsspuren seines Menschen. Das verhindert, dass der Hund den kreuz und quer verlaufenden Spuren, die sein Mensch beim Auslegen des Apportel hinterlassen hat, einfach nur folgt, und so zum Ablageort gelangt. Statt dessen bringen die Spuren, die durch das kurze Abstreifen des Apportel auf dem Boden entstehen, den Hund dazu, seine Nase hochzunehmen, um so weitere Spuren die ihm die Luft zuträgt, aufzunehmen, bis ihn diese Spuren zum Apportel führen. Der Hund verfeinert so seine Fähigkeit, die Nase gezielt einzusetzen, was eine Denkleistung für den Hund ist - und die arbeitet unkontrolliertem, impulsivem Losrennen entgegen, verringert also den Stresslevel, mit dem ein Hund "weggeschossen" (und damit nicht mehr kontrollierbar) wird.
- dieser Geruch hilft zu Beginn dabei, das Apportel als lohnenswerte Beute zu konditionieren. Der Hund lernt also im weiteren Verlauf immer besser, andere Jagdreize auszublenden, und sich auf seine Beute "Apportel" zu konzentrieren. Das Idealziel ist dabei, dass der Hund nur noch diese vom Menschen vorgegebene "Beute" als Beute ansieht, und alles andere (also auch der plötzlich aufspringende Hase/das Reh) nicht mehr als Beute angesehen wird.
Dieses Idealziel ist schwer zu erreichen, bei manchen Hunden nie.
Aber wie bei so vielen Bereichen im realen Leben ist "Der Weg das Ziel"; einen Hund nur noch in sehr reizüberladenen Gebieten anleinen zu müssen, wo seine Löffelchen für die (erlernte) Impulskontrolle sehr schnell aufgebraucht sind, und in dafür in weniger "reizvollen" Bereichen frei laufen lassen zu können, weil die (bis dahin erlernte) Impulskontrolle dort ausreicht, um ihn kontrollierbar zu halten, ist eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität für Hund und Mensch. Die Alternative wäre ein Hund, der nur an der Leine bleiben muss, weil er jederzeit Gefahr läuft, bei jeglichem jagdlichen Reiz nur noch triebgesteuert zu agieren. Das ist Stress, für Hund und Mensch.