Bist du dir sicher dass er es nicht merkt?

Amigo hockt sich auch nicht mehr hin zum Kacken ...
Er läuft hinten etwas breitbeinig, verharrt dann kurz, und geht dann breitbeinig weiter.
Dabei "fallen" dann Kotstücke raus.
Dass er sich nicht mehr hinhockt, liegt wohl an seinem Cauda-Equina-Syndrom.
Dazu kommt, dass der Kerl sich immer schon nie unnötig lang mit diesen "Geschäften" befasst hat, das wird nach wie vor zumeist zu Beginn des Spaziergangs "mal eben schnell" erledigt, damit er Zeit für die wirklich wichtigen Dingen des Spazierganges hat.
Eine Zeit lang habe ich mir auch sehr Gedanken dazu gemacht, ob er jetzt aufgrund CES die Kontrolle über den Kotabsatz verliert, was für ein Fortschreiten spricht.
Da habe ich echt Angst vor ...
... denn dann müsste entschieden werden, ob nicht die Zeit für eine OP da ist, oder .... 
Jetzt war Amigo aber immer schon ein wenig ... "merkbefreit" hinsichtlich seiner "Geschäfte".
Er ist stubenrein, ohne Zweifel, aber als Junghund hatten wir bei ihm aufgrund des Futters immer Probleme mit dem Kotabsatz (große Mengen, und die immer weich bis breiig) - und wenn ihm die Zeit bis zur nächsten Lösemöglichkeit zu ungewiss schien, hat er ganz ungeniert einen Haufen in die Wohnung gemacht. Edit: Das war nach der Futterumstellung weg, aber was zeitlebens geblieben ist, war die Ungeniertheit, nicht lange zu fackeln, wenn es doch mal "drückte". Was mir aber lieber ist als ein Hund, der sich unendlich damit quält, es doch irgendwie einzubehalten bis sein Mensch ihm draußen das Lösen ermöglicht.
Vor ein paar Wochen kam dann noch ein ungewöhnliches Pinkelverhalten dazu, aber nur bei der letzten Löserunde (die ich unmittelbar bevor ich selber ins Bett gehe mit ihnen mache): Er hat immer schon bei dieser letzten Löserunde die Angewohnheit gehabt, ziemlich zu Beginn bei ersten Pinkeln die Blase nahezu komplett zu entleeren. Als wüsste er: "So - ist jetzt die letzte Runde, dann mach ich das Ding mal komplett leer, dann ist das schon mal erledigt."
Mir fiel dann - weil ich zufällig mal die Taschenlampe draufhielt - auf: Er entleert sich, kneift aber nicht ab, bevor er dann weitergeht, sondern ging ein paar Schritte, in denen er weiterpinkelte... 
Natürlich kam mir da auch der Gedanke: "Verliert er da jetzt die Kontrolle?
" - aber ich habe dann mal ausprobiert, mich vor ihn zu stellen und ihm zu sagen, er soll mal langsam machen.
Das habe ich vielleicht zwei oder drei Mal gemacht - und seitdem bleibt er (auf drei Beinen übrigens, wie es sich für einen Rüden gehört
) stehen, kneift ab, und geht erst dann wieder weiter.
Beim Kotabsatz das Gleiche - wenn ich ihn darauf hinweise, doch bitte inne zu halten, bleibt er stehen bis er komplett abgesetzt hat.
Zumindest hat er also wohl noch Kontrolle darüber, ist da nur nachlässig geworden.
Markieren war ihm aber noch nie wichtig, Kotabsatz immer schon eher lästig - es gibt wichtigere und spannendere Dinge im Leben für ihn.
Ich versuche, mir keinen zu großen Kopf zu machen (was mir nicht immer gelingt), und schau lieber seine Gesamtmobilität an. Aufstehen fällt natürlich schwer, er hat die von mir im WZ ausgelegten Badematten zu schätzen gelernt, weil er da einen deutlich besseren Halt beim Aufstehen hat als auf den Fliesen.
Bei den Spaziergängen ist er aber sehr mobil, rennt noch gerne - vor Allem zum Dummy - und ist da voller Lebensfreude unterwegs.
Amigo schläft auch deutlich tiefer als früher. Sein Gedächtnis hat auch nachgelassen, er kann sich die Ablageorte für Dummies nicht mehr so gut merken wie früher.
Aber gut - wenn ich will dass ein Hund alt wird, dann muss ich auch hinnehmen dass er eben auch Alterserscheinungen hat, und die körperlichen (und geistigen) Fähigkeiten mit dem Alter eben nachlassen.
Genau wie beim Menschen.
Amigo ist auch sturer ... und dreister geworden: Meine Hunde "betteln" natürlich alle, sie haben gelernt, sich hinzulegen wenn wir essen. Wenn mein Mann und ich abends gemütlich auf der Couch sitzen und noch einen Film sehen, essen wir auch am niedrigen Wohnzimmertisch.
Was nie ein Problem war, weil die Hunde dann zwar sehnsüchtig zum Essen schielten - aber der Tisch war immer tabu, und sie haben sich hingelegt.
Amigo macht das seit einigen Monaten nur noch auf deutliche Aufforderung hin, und es ist schon einige Male passiert, dass er völlig ungeniert mit seinem Kopf über den Tisch ging und am Teller meines Mannes gerochen hat, was es denn Leckeres gibt 
Das ist so ein wenig Altersstarrsinn ... und auch die Schuld meines Mannes, der sich immer schon öfter mal nicht an Regeln hielt 
Müssen wir mit leben, dass wir unser Essen nicht mehr für einen Moment unbeaufsichtigt am WZ-Tisch stehen lassen können 
Ist halt eine neue Marotte ... und ich bin überzeugt davon, dass wir diese irgendwann einmal schrecklich vermissen werden ....
Besuch tangiert das allerdings nicht, denn mit diesem sitzen wir immer am Esstisch, da gibt es dieses Problem nicht.
Amigo lehrt uns seine ganz eigenen Lektionen zum alternden Hund ...
Ich hoffe, er macht das noch recht lange.