Zu dem Vorfall mit dem Kleinkind der 10-köpfigen Familie:
Was mir wirklich übelst aufgestoßen ist, war das Foto dieses Kindes vor dem Unfall, wo es neben dem Hund auf dem Sofa saß, die Hand ungefähr am Kehlkopf des Hundes.
Der Blick des Hundes sah mir nicht so entspannt aus.
Das erinnert mich an diesen typischen "schaut mal was für tolle Nannies diese Hunde sind!" Fotos, die gerne zum Dokumentieren der Harmlosigkeit dieser Hunde genommen werden.
Jetzt haben wir da bei genau so einem Foto aus "glücklichen Zeiten" einen Vorfall, bei dem ein Kleinkind übel zu Schaden kam.
Die Vorstellung, wo der Hund gepackt hat - im Gesicht des Kleinkindes - dreht mir den Magen um.
Vom Verletzungsfoto her dachte ich aber sofort: Das hätte schlimmer sein können.
Ist aber trotzdem schlimm genug.
Der Grund war ein Moment Unachtsamkeit.
Ne, sorry, also da komme ich tatsächlich nicht aus meinem Klischeedenken raus: Dieses schöne Happy-Times-Foto, "schaut mal wie toll dieser Hund mit unserem Kleinkind ist", mit dieser Begründung der kurzen Unachtsamkeit lässt bei mir den Gedanken nicht los, dass es bei einer so großen Anzahl an Kindern absolut unmöglich ist, jederzeit die Augen überall zu haben.
Erst Recht nicht bei Kindern und dem Hund.
Wie viel Zeit blieb überhaupt für den Hund?
Frage ich mich - und da eben auch: Konnte der Hund wirklich so betreut und auch beaufsichtigt werden, dass er sich von den Erwachsenen beachtet und beschützt gefühlt hat?
Oder sind schon im Vorfeld für den Hund unangenehme Sachen passiert, die nicht beachtet wurden (der Hund ist ja so lieb, der kann das ab), und es ist dann eben in einer unbeachteten Situation einfach mal das Fass übergelaufen, und der Hund hat ein Mal doch seine Zähne eingesetzt? Was bei einem so zarten Kindergesicht in dem Alter mehr verursacht, als es bei erwachsenen Menschen verursacht hätte?
Da ich davon ausgehe, dieser Hund war schon länger in der Familie (ist für mich irgendwie nicht vorstellbar, dass jemand einen 8-jährigen Hund zusätzlich zu schon 8 Kindern dazu geholt hat), finde ich das Ergebnis dieses einmaligen Vorfalles für den Hund ... vorsichtig ausgedrückt: Nicht nachvollziehbar.
Da wurde durch die Besitzer gemeinsam mit anderen (Gutachtern?) beschlossen, dass der Hund eingeschläfert wird.
Dieser bis zu diesem Vorfall doch "süße Nanny-Hund", wie es auf dem Foto gezeigt wird (meine Güte, auf dem Foto ist zu sehen dass der Hund einen größeren Kopf hat als das Kind).
Warum?
Auch stellt sich mir die Frage, wie so viele Kinder und ein Hund unter einen Hut zu bekommen sind.
Dann noch so ein Hund - der kann nichts dafür, dass er bei jeglichem Einsatz seines Gebisses mehr Schaden verursacht, als es andere Hunde verursachen könnten.
Ja, das verursacht auch bei mir Kopfkino, und dieses Geschichte hinterlässt doch ein Geschmäckle.
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Komisch finde ich, dass sich echauffiert wird über die Äußerung von hasilein75 , dass Hunde, die schon mehrfach Menschen krankenhausreif gebissen haben, eingeschläfert gehören - aber bei diesem Hund, der ja anscheinend bis dahin nicht auffällig wurde, und nur aufgrund des Vorfalles mit dem Kleinkind euthanasiert worden ist, wird nichts gesagt.
Ich finde auch, ein Hund der schon mehrfach Menschen ins Krankenhaus gebracht hat, gehört euthanasiert. Für solche Hunde gibt es einfach keine, oder zumindest nicht genug, Stellen, wo solche Hunde unterkommen können und dabei immer noch ein lebenswertes Leben führen, ohne zu einer Gefahr für andere Lebewesen zu werden.
Es gibt ja noch nicht einmal genügend Stellen für Hunde, bei denen umsichtige Halter und ein passendes Umfeld reichen würde, um diese Hunde ganz unauffällig und ungefährlich für die Umwelt halten zu können.