Beiträge von Hundundmehr

    wenn ich dich richtig verstehe, dann geht es dir darum, dass viele Hunde in ein "Zuhause" gezwungen werden, das für diese Hunde einfach nicht passt.

    Hunde (Straßenhunde etc.), die von gut gemeinten Tierschutzmenschen eingefangen werden und dann über Tierschutzorgas an Halter vermittelt werden, die einen Hund "retten" wollen und dann geht das oft komplett in die Hose.

    Meinst du das?

    Ich denke, es ist einfach umfassender gemeint; Hundehaltung ist sehr einfach geworden, es ist viel mehr Menschen "als früher" möglich, einen Hund zu halten.

    Dabei glaube ich nicht, dass die Menschen sich geändert haben, sondern einfach durch die stark gestiegene Zahl an Hundehaltern eben auch die Zahl derer stark gestiegen ist, die einen - ich drück es mal vorsichtig aus - wenig realistischen Blick auf Hunde hat.

    Bei der Dichte der Hundepopulation in der heutigen Zeit ist die daraus resultierende Problematik deutlicher spürbar "als früher".

    Dabei spielen sicher auch die geänderten Medien eine Rolle, sowohl in der Wahrnehmung der Problematik, als auch in der Verbreitung der unterschiedlichen Ansprüche, die Menschen an Hunde haben.

    Das betrifft alle Hunde, gleich welcher Herkunft.

    Ich meinte das eher so von wegen Zahnabstände ausgemessen etc - so rein anatomisch ist so ein RR ja doch ein bisschen anders gebaut als ein Mops

    Es wurden aber die Abstände der Eckzähne gemessen - und da gibt es wohl keinen signifikanten Unterschied, der eine Zuordnung zu den Schäden, die am Arm verursacht und per Bild dokumentiert wurden, erlaubt.

    Die Eckzähne beim RR stehen durch den längeren Fang enger zusammen, als beim Mops (der ja gar keinen Fang hat).

    Finde ich nachvollziehbar :denker:

    Trotzdem hat er aus dem Schlaf gerissen zugepackt.

    Wobei ich meine Zweifel habe, dass das Zupacken auch tatsächlich so gewollt war.

    Auch bei Hunden, die generell ein so starkes Nervenkostüm hinsichtlich unbedachter Reaktionen von kleinen Zweibeinern haben, dass sie im WACHEN Zustand Kindern niemals ein Haar krümmen würden, besteht eben die Gefahr, dass sie in dem Moment des Erschreckens im Schlaf auch nur unwillkürlich Abschnappen wollen, also keine taktile Motivation haben, aber eben aufgrund des nicht Völlig-Wachseins die Distanz nicht richtig abschätzen, oder das Kind sich in dem Moment noch einige Zentimeter näher zum Hund hin bewegt - und schwupp, landet so ein Gebiss im Körper.

    Ohne dass der Hund das so wollte, einfach weil es eine unglückliche Verkettung von Umständen ist.

    Tja - und wenn man sich dann außerstande sieht, ein Kleinkind inmitten einer tobenden Schar von Kindern zu hindern, so nah an einen schlafenden Hund zu geraten, dass es erneut zu einem solchen unglücklichen Zusammentreffen von Umständen kommen kann ...

    ... dann muss der Hund weg. Klar :ironie2:

    Tja ... Supergau ...

    CEKS sieht gar nicht so schlecht aus, aber beim CT wurde ein Lebertumor entdeckt, woraufhin sie per CT auch noch mal die Lunge angesehen haben - Metastasen.

    Bei der Kastra Ende Januar, bei der ja ein gutartiger Tumor die Diagnose war, waren Leber (Ultraschall) und Lunge (geröngt) noch befundfrei.

    Heute Abend beginnen wir mit Prednisolon, er soll engmaschig betreut werden.

    Wir denken nur noch in Wochen ...

    Morgen geht es zum See bei uns in der Ecke, und wenn ich den im Buggy zum Wasser fahren muss...

    Nicht das Leben mit Jahren, sondern die Tage mit Leben füllen.

    Ich bin nur am Weinen ...

    Um noch mal zur Ausgangsfrage zurück zu kommen:

    "Fremdhunde massregeln - darf man das?"

    - Ist ein Hund in Not, und keiner der dazugehörigen Menschen ist nah genug dran um eingreifen zu können - ja. Wobei hier sicher auch das Maß für angemessenes Eingreifen überlegt werden muss.

    - Stülpt man selber mit dem Eingreifen allerdings seine eigenen Erziehungsmaßstäbe über - nein.

    - Sind die Halter der Hunde bei den Hunden und könnten eingreifen, wollen das aber nicht - nein*.

    - Sieht man dass der Halter sichtlich nicht in der Lage ist einzugreifen, ist aber ein Eingreifen notwendig - ja.

    Sicher sollte auch der Eigenschutz nicht unbeachtet bleiben, möglicherweise ist es sinnvoller, weitere Hilfe zu rufen um sich (und die eigenen Hunde) nicht in Gefahr zu bringen.

    Es wäre falsch, die Frage des Threadstellers grundsätzlich mit Nein zu beantworten, weil situativ ein maßregelndes Eingreifen notwendig sein kann.

    Denn das würde bedeuten: Wegsehen, weil ich ja nicht betroffen bin, und es mich deshalb nichts angeht.

    Ich bin der Auffassung, es geht mich sehr wohl etwas an, wenn jemand in Not ist, und niemand außer mir bereit oder in der Lage ist, Hilfe zu geben.


    *es sei denn, ich sehe der Hund ist sichtlich in Not, und die Halter sind zu dämlich, zu unempathisch oder sogar belustigt - dann kann ich möglicherweise ziemlich fuchtig werden.

    Am Anfang hat er sich schon etwas über das Dogdancing lustig gemacht, das fand ich schon daneben.

    Ich finde, das ist eine tolle Möglichkeit, sich mit dem Hund zu beschäftigen, zumal es sich bei der Tänzerin ja auch total anbietet.

    Das muss man nicht ins Lächerliche ziehen, nur weil es einem selbst nicht zusagt.

    Genau das macht den Rütter aber aus - seine vielen ironischen, teilweise witzig-bissigen Kommentare.

    So lange er - wie es in diesem Fall wohl geschehen ist - selber trennt zwischen persönlichem Empfinden und Geschmack, und dem professionellen Blick auf das Hu-Ha-Gespann, für die er es ja durchaus für gut und richtig gefunden hat, ist doch alles im grünen Bereich.

    Ich erinnere mich noch, wie er in einer seiner Shows den Golden Retriever mal beschrieben hat als: "Das sind doch die Hunde, die mit der verletzten Ente zum nächsten Sanitäter rennen xD"

    Ich habe schallend gelacht - und habe selber Golden.

    Ja, da ist ein Kern drin, der trifft es.

    Es hilft manchmal ungemein, auch ein bisschen über sich selber zu lachen, wenn man ein wenig auf die Schippe genommen wird.

    Stellt euch doch mal vor, mit welcher Eleganz dieser Teddybär Rütter übers Tanzparkett schweben würde :shocked: :lachtot:

    Zumal es ja auch durchaus Hu-Ha-Gespanne gibt, die sich eine Sportart ausgesucht haben, die nicht zu ihnen passt (oder sie so ausüben, dass es nicht passt).

    Ich würde da nur einschreiten wenn mich da wer drum bittet. Aber nö ich bin ansonsten der Auffassung, dass jeder Hundehalter in der Lage sein muss seinen eigenen Hund zu schützen.

    Da fällt mir spontan die Frau ein, der ich öfter in Parkplatznähe begegne: Am Rollator, mit drei kleinen Hund an der Leine.

    Da würde ich jederzeit ungefragt und ungebeten zu Hilfe eilen, wenn ich sehe dass sie bedrängt wird.

    hach ja - ich habe auch schon mal einen Welpen abgefangen, der vor einem größeren Hund davonlief, ihn zurück gebracht zu den Haltern, dabei (völlig unkompliziert und freundlich) den größeren Hund dabei auf Abstand gehalten, mit der Hand.

    Ich war gerade von der Straße auf den Feldweg eingebogen...

    Manchmal geraten HH auch unverschuldet in die Lage, an einem Eingreifen gehindert zu werden.

    Deshalb sind sie noch lange nicht unfähig.

    Soso - du warst als dabei, quasi "versteckte Kamera" ...

    Wenn du nichtsahnend mit deinem unangeleinten Hund durch die Pampa marschierst, und es kommt plötzlich von Hinten ein Hund an, der deinen unangeleinten Hund von dir wegtreibt - dann bist du also nicht froh, wenn da ein zufällig Entgegenkommender eingreift und dafür sorgt, dass dein Hund die Gelegenheit bekommt, wieder in deinen Einflussbereich gelangen zu können, so daß du wieder den Job des Klärens und Schützens übernehmen kannst?

    Ich hab eine mobbende Aussiehündin mit einem gezielten Rippenstoss mit zwei Fingern von einer Frenchiehündin weggetrieben.

    Der HH war ca. 300m entfernt. Da beide Hunde im Freilauf waren, waren die HH des Frenchies auch ca. 10m von den Hunden weg. Die Aussiehündin hat den Frenchie quasi an mir vorbeigetrieben.

    Ich kenne beide Hunde die Besitzer vom Sehen und die Frenchiehalter fanden gut, dass ich eingegriffen habe. In der Situation habe ich recht instinktiv reagiert, aber hinterher hab ich mich schon gefragt, ob das jetzt gut war. Ist ja eigentlich nicht mein Business.

    Instinktiv oder nicht doch eher intuitiv?

    Das ist eigentlich genau die Situation die ich auch beschrieben habe, wo ich es für legitim halte wenn andere, auch Unbeteiligte, sich massregelnd einmischen.

    Die Aussiehalter - deren Job dieses Management gewesen wäre - waren deutlich außerhalb jeglichen Einflussbereiches. Das hast du unbewusst als Fakt wahrgenommen.

    Du hast wahrgenommen, dass der Frenchie gemobbt wurde.

    Möglicherweise hast du auch wahrgenommen, dass deren Besitzer sehr wohl gerne eingegriffen hätten, wenn sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten.

    Hatten sie aber nicht - deiner Beschreibung nach waren sie 10m weg, und der Aussie war dabei deren Hund noch weiter weg zu treiben.

    Für mein Empfinden hast du eher intuitiv als instinktiv gehandelt, und die Fakten geben dir Recht - unabhängig vom Empfinden der Halter des Aussies.

    Sie haben einen Fehler gemacht, nicht du.

    Übrigens finde ich persönlich dein Eingreifen auch als angemessen.

    1. Massregelt ihr Fremdhunde oder findet ihr, dass das grundsätzlich eine dumme Idee ist?

    2. Wie würdet ihr reagieren, wenn jemand euren Hund in einer solchen Situation massregeln würde.

    3. Wie würden eure Hunde auf so ein Eingreifen reagieren? Habt ihr das schon erlebt oder getan?

    Ich habs mal durchnummeriert:

    1. Kommt drauf an: Ist es nötig, und ist es gefahrlos möglich? Oder ist die Situation tatsächlich so gefährlich für den Hund, dass ich jegliche Konsequenzen für mich ausblende und eingreife?

    Beispiele: Ein kleinerer Hund wird von einem größeren gemobbt, und ich laufe da gerade vorbei und bin näher dran als die Besitzer? Ja, da bin ich auch schon mal dazwischen gegrätscht. Wobei das Maßregeln bei mir dann eher freundlich ausfällt.

    Bei einer Beißerei mit Beschädigungsabsicht wüsste ich nicht, ob ich da tatsächlich eingreifen würde. Kommt darauf an wie groß meine eigene Angst ist - um meine Hunde und um mich.

    2. Grundsätzlich habe ich etwas dagegen, wenn andere Menschen meine Hunde erziehen. Deshalb achte ich sehr darauf, meine Hunde erst gar nicht in solche Situationen zu bringen. Sollte mir aber einer meiner Hunde tatsächlich mal abgeflutscht sein, dann war das mein Fehler, und ich muss dann eben auch die Konsequenz in Kauf nehmen dass andere meinen etwas regeln zu müssen (selbst wenn ich der Meinung bin dass da gar nichts zu regeln war), weil mein Fehler diese Situation erst verursacht hat.

    Es ist etwas anderes, wenn ich in der Situation dabei bin, und sich ein zufällig vorbei kommender Passant einmischt, der eigentlich gar nicht involviert ist. Interaktionen zwischen meinen und anderen Hunden sind grundsätzlich mit den Beteiligten abgesprochen, und werden wenn nötig von mindestens mir gemanaged. Ein zufällig vorbei kommender Dritter sieht also nur eine Momentaufnahme, und wenn die Situation nicht sichtlich wirklich Hilfe von Anderen benötigt (was tatsächlich nur bei einer Beschädigungsbeißerei nötig wäre) ist ein solches Einmischen übergriffig.

    In deinem Fall, KayaFlat , warst du einfach näher dran, und konntest unspektakulär "mal eben" die Situation auflösen. Fühlt sich für mich ok an, weil du hier die Besitzer unterstützt hast.

    3. Ist mir tatsächlich noch nie passiert. Dass meine Hunde überhaupt geblockt wurden von anderen Menschen, kann ich in 23 Jahren Hundehaltung bei 4 Hunden wohl an einer Hand abzählen. Es gibt eine Geschichte, an die ich mich erinnere: Ein Paar mit einem Hund (Beagle) kam uns entgegen, Hund mit mehreren Metern Abstand zu seinen Besitzern, entspannt und neugierig freundlich, die Menschen auch entspannt und freundlich. Meine Jungs frei, deren Hund an der Flexi.

    Was ich aufgrund der Lichtverhältnisse nicht, bzw. zu spät gesehen habe. Mein Vasco marschierte also schon völlig entspannt Richtung Beagle, die Halterin macht 2-3 schnelle, große Schritt auf ihn zu und blockte ihn mit Stimme und weit nach oben gestreckten Armen.

    Vasco reagierte darauf mit einem Sitz direkt vor der Frau - und Anhimmeln.

    Worauf die Arme der Frau runter gingen, die Hände rechts und links an den Kopf von Vasco ... zum Kraulen: "Der ist aber lieb :cuinlove: ".

    "Joah ...", sagte ich, und ging hin und habe ihn erst mal an die Leine gemacht, meinen Amigo auch zu mir gebracht um ihn anzuleinen - und mich dann entschuldigt, weil ich die Flexi einfach zu spät gesehen habe.

    Hätte ich sie gesehen, hätte ich meine Hunde sofort erst mal von einem Annähern abgehalten, und mindestens gefragt, ob ich meine Hunde auch anleinen soll.

    Dann hätte ich wohl vor einer möglichen Kontaktaufnahme erfahren, dass ein Kontakt nicht erwünscht ist, weil der Hund sich noch in der Genesungsphase nach einer Kreuzband-OP befindet.

    In dem Gespräch hat sich allerdings meine Einschätzung im Vorfeld bestätigt; Das Paar ist normalerweise erfreut über leinenlose, freundliche Hundekontakte, und auch deren Einschätzung meiner Hunde war so, dass sie normalerweise ohne verbale Absprache eine Interaktion zugelassen hätten. Die Frau meinte, sie hätten ja vorher etwas sagen können ... hm, ja - nö, eigentlich hat gereicht, dass ihr Hund angeleint war. Was ich nicht gesehen habe. Mein Fehler. Shit happens.