Aber bei einem Retriever rechnen man vielleicht weniger mit so einer Kompromisslosigkeit. Hat mich überrascht, gebe ich zu.
Die Meisten Menschen sehen beim Retriever auch keinen Jagdhund, sondern einen, "der halt passioniert Bällchen holt" und ansonsten "eine Seele von Kamel ist".
Was viele übersehen: Genetik - und die gibt dem Jagdhund eben nicht nur ein einzelnes Gen mit wo ein Bildchen von einem Ball draufsteht, den der Hund dann aufnehmen und bringen soll, sondern IMMER die gesamte Jagdverhaltenskette.
Die ist bei Jagdhunden einfach näher an der Oberfläche als bei Hunden, die nicht auf Jagd spezialisiert sind.
Jagdhunde haben einfach ein großes Bedürfnis zu jagen.
Das heißt aber nicht, Hunde ohne diese Spezialisierung hätten nun gar keinen oder wenig Jagdbedarf.
Das Gehirn verwirft nichts, und dieses Raubtiererbe, welches die canidentypischen Jagdverhaltenssequenzen beinhaltet, ist in jedem Hundehirn vorhanden - und kann dann auch durch entsprechende Trigger wieder so nah an die Oberfläche geraten, dass auch ein Hund auf jagdliche Anreize typisch reagiert, wenn es rasseentsprechend gar nicht vermutet wird.