Beiträge von Hundundmehr

    Aber bei einem Retriever rechnen man vielleicht weniger mit so einer Kompromisslosigkeit. Hat mich überrascht, gebe ich zu.

    Die Meisten Menschen sehen beim Retriever auch keinen Jagdhund, sondern einen, "der halt passioniert Bällchen holt" und ansonsten "eine Seele von Kamel ist".

    Was viele übersehen: Genetik - und die gibt dem Jagdhund eben nicht nur ein einzelnes Gen mit wo ein Bildchen von einem Ball draufsteht, den der Hund dann aufnehmen und bringen soll, sondern IMMER die gesamte Jagdverhaltenskette.

    Die ist bei Jagdhunden einfach näher an der Oberfläche als bei Hunden, die nicht auf Jagd spezialisiert sind.

    Jagdhunde haben einfach ein großes Bedürfnis zu jagen.

    Das heißt aber nicht, Hunde ohne diese Spezialisierung hätten nun gar keinen oder wenig Jagdbedarf.

    Das Gehirn verwirft nichts, und dieses Raubtiererbe, welches die canidentypischen Jagdverhaltenssequenzen beinhaltet, ist in jedem Hundehirn vorhanden - und kann dann auch durch entsprechende Trigger wieder so nah an die Oberfläche geraten, dass auch ein Hund auf jagdliche Anreize typisch reagiert, wenn es rasseentsprechend gar nicht vermutet wird.

    Warum kann man das NEIN des Menschen, dem nun einmal diese Wohnung gehört, nicht einfach respektieren und akzeptieren?

    Wenn das "Nein! Willkür ist, die nicht von Argumenten sondern persönlichem Befinden geleitet wird, würde mir auch die Akzeptanz fehlen.

    Allerdings stelle ich mir in diesem Fall die Frage: Was ist zielgerichtet?

    Mein Leif hat tatsächlich letzte Woche ein Reh im Unterholz ca. 50m entfernt von uns wahrgenommen und verfolgt.

    Rückruf, Dummylockruf - Fehlanzeige.

    Mein gedonnertes "Nein!!!!" ließ ihn verharren, er setzte dann noch mal an, worauf es ein weiteres gedonnertes "Nein!!!" gab, er wollte wieder ansetzen, es gab wieder ein gedonnertes "Nein!!!" und dieses eröffnete mir dann ein Zeitfenster um ein unmissverständliches: "Hier!!!!" dranzuhängen.

    Das hat Leif dann befolgt.

    Derweil sah ich im Hintergrund das Reh wegspringen...

    Leif habe ich dann, als er bei mir war, natürlich gelobt und gekruschelt - mit einer Hand, die andere ging direkt zum Geschirr, sichern.

    Ich habe ihn weiter gelobt ... und dabei angeleint, ihn dann verbal und mit Körperaktion mental auf mich fokussiert, und habe mich dann mit ihm weg vom Reh bewegt.

    Ca. 20m weiter habe ich dann ein Dummy vor uns geworfen, nicht weit, wo ich dann mit Leif und Leine in der Hand hingerannt bin.

    Leif war voll auf das Dummy fokussiert. Beim zweiten Dummy habe ich dann die Leine losgelassen, damit er das Dummy holen konnte. Hat er brav und freudig gemacht.

    Auf den nächsten vielleicht 10m habe ich ihn dann ganz nebenbei wieder abgeleint, der Abstand zur Rehsichtung betrug dabei vielleicht so 80-100m.

    Dabei war ich mir allerdings sicher, dass er sich nun nicht mehr auf diese Stelle hinter uns fokussiert, es ging dann auch ganz normal leinenlos im Wald weiter.

    Ich könnte mir selber in den Hintern treten, weil ich durch meinen Mann und Vasco einen Moment abgelenkt war, und so noch nicht einmal sagen kann, ob Leif tatsächlich unvermittelt durchgestartet ist, als er das Reh wahrgenommen hat, oder ob er es zunächst angezeigt hat.

    Letzteres hätte mir genau das Zeitfenster gegeben, um das Starten einer Hatz zu verhindern.

    Mein Mann meinte nur anschließend, mein "Donnern" wäre mindestens bis zum Parkplatz zu hören gewesen, da müssten sich einige erschrocken haben.

    Entgegen meiner Befürchtung war ich am nächsten Tag aber doch nicht heiser.

    Ich ärgere mich maßlos über mich selber - das wäre bei entsprechender Aufmerksamkeit nicht nötig gewesen :wallbash:

    Zumindest weiß ich jetzt allerdings, dass Leif mich auch in solchen Situationen noch wahrnimmt ... und lieber keinen Ärger mit mir will :gott:

    Es ist nicht die Wegbreite, welche die jagdlichen Anreize für deinen Hund minimiert, sondern das Terrain direkt neben dem Weg.

    Hoher Bewuchs neben dem Weg, welcher die Sicht auf möglicherweise dort verborgenes Wild behindert, ist ein Faktor der in deinem Fall bestimmt, dass dein Hund dort an die Leine gehört.

    Ansonsten würde ich mir auf jeden Fall einen Trainer suchen, der dir bei der jagdlichen Ausbildung von Kaya hilft, um das Jagdverhalten besser kontrollierbar zu machen.

    Das Problem liegt mMn eher nicht darin, ob und wie die Hundehaltung durchzusetzen ist.

    Die Ablehnung der Hundehaltung empfinde ich eher als Retourkutsche des Vermieters für vorangegangene Problematiken. Anscheinend weiß er, dass er diesen Mieter nicht "springen" lassen kann, sondern eher Gegenwehr bei unterschiedlichen Ansichten geleistet wird.

    Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, bei einer gerichtlich durchgesetzten Hundehaltung in der Zukunft immer wieder Probleme mit dem Vermieter zu bekommen, die einem das Leben schwer machen.

    Dann steht sowieso ein Wohnungswechsel an.

    Dem würde ich vorgreifen und nach einer Wohnung suchen, die sowohl vom Vermieter als auch von ihren Umfeldbedingungen her für die dauerhafte, lebenslange Haltung eines mittelgroßen bis großen Hundes geeignet ist.

    ihr seid im Dauerkontakt mit der Züchterin. (Warum eigentlich?)

    Es war eine Veranstaltung bei der Züchterin.

    Der Hundetrainerin ging es doch aber um Änni, die ein Jagdhund ist.

    Die Züchterin, bei der auch die Veranstaltung statt fand, ist mit der Entwicklung vom Jungspund Tamilo äußerst zufrieden.

    Wenn dein Gedankenspiel zutrifft und die Züchter eine unbekannte dritte Person gebeten hat, mal ein Auge auf euren anderen Hund zu werfen - dann ist das verdammt übergriffig.

    Wäre für mich auch nicht nachvollziehbar.

    ............

    Was mir echt sauer aufgestoßen ist im Eingangsbeitrag: Diese Trainerin hat direkt mehrere "Bomben" geworfen:

    - der Umgang mit Änni, wo sie das Loben unangebracht fand

    - die Kritik an der Hundeschule, dass dort nicht beide Hunde der TE in der Gruppe trainiert werden dürfen

    - dass Tamilo als AH in dieser Hundeschule nur Einzelunterricht haben darf, wenn überhaupt

    - Zwischen den Zeilen hat sie damit Zweifel gesät an der Hundeschule der TE

    Ich glaube, ich würde die Züchter mal ganz diplomatisch darauf ansprechen, ob sie diese Hundetrainerin kennen, und je nach Antwort auch sagen, dass deren Anmerkungen euch in Zweifel gebracht haben - auch hinsichtlich des Eindrucks der Züchter über die gute Entwicklung von Tamilo.

    Wenn ein Züchter engen Kontakt zu seinen Welpenkäufern hält, und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht, spricht das für einen guten Züchter.

    Offen habe ich noch die letzte Mahlzeit direkt vors schlafen gehen legen.

    Das mache ich immer schon, nach der letzten Löserunde unmittelbar bevor ich auch ins Bett gehe, gibt es noch eine kleinere Mahlzeit als Gute-Nacht-Happen.

    Ich finde immer, mit leerem Darm und leerer Blase, und etwas im Bauch, schläft es sich besser :smile:


    P.S.: Tatsächlich hat sich das ergeben, weil ich die Menge an Futter, die meine Jungs brauchen, auf 2 Portionen verteilt einfach zu groß fand. Ich habe dann immer etwas von der Frühstückspampe (Gemüse-Fleisch-Mix) abgezweigt, und als "Betthupferl" gegeben.

    Ist auch super besonders bei etwas empfindlicheren Hunden, die morgens Übelkeit haben weil die Abstände zwischen den Mahlzeiten zu groß sind.

    sie könne mir sagen was mein hund braucht und dafür müssen sie mal die umgebungsverhältnisse wie wohnsitutaion,zusammenleben beider hunde im alltag,gassigänge ect ,wissen.

    Keine Ahnung was die anderen jetzt geschrieben haben, ich bin hier nur reingestolpert und habe deinen Eingangspost gelesen - und da ist mir deine Beschreibung oben aufgefallen, und mein erster Gedanke war:

    Das ist eine Anamnese, also eine Bestandsaufnahme als Grundlage für weitere Trainingsansätze, die sie dir da "ans Herz gelegt" (= kostenpflichtig angeboten) hat.

    Die sind teuer ... und so spontan konnte ich den Gedanken nicht verhindern, dass sie auf Kundensuche ist :rolling_on_the_floor_laughing:

    Ne, ganz im Ernst - euer Zusammenleben liest sich so entspannt, einvernehmlich und funktionierend, dass ich mir bei diesem Kommentar dieser Hundetrainerin nur denken würde: Och ja - sieh du das aus deinem Fokus, und lass mir meinen ... und suche dir deine Kunden woanders.

    Hach ja - heute ist eine liebe Freundin zusammen mit ihrem weltallerbesten Moro mit uns zusammen zum See gegangen.

    Zu DEM See ...

    Es war superschön, Moro hat irgendwie so sehr pralles Leben reingebracht, ist mit Leif um die Wette gerannt und geschwommen, Vasco hatte irgendwie eine Verjüngungskur bekommen, und wir Menschen hatten so viele Themen zu quatschen und konnten gar nicht genug kriegen von dem Spaß, den die Hunde zeigten . schön war es, richtig schön.

    Zwischendurch haben wir noch 7 Hunde auf einen Schlag getroffen, also erst eine Gruppe mit 5 Hunden von sehr klein bis mittelgroß, wo sich dann noch 2 Beagle dazugesellten.

    Alle Hunde neugierig freundlich, bis auf den Kleinsten - der war erst 5 Monate alt, und wurde an einer dünnen Schleppe gehalten. Der wog glaube ich noch kein Kilo, so winzig war er - und natürlich erst mal fürchterlich beeindruckt von den 3 großen, fremden Jungs.

    Dessen Halterin wurde von ihren Begleitern mehrfach aufgefordert, den Kleinen doch loszumachen, aber sie wollte das nicht, weil sie Angst hatte, er würde sonst weglaufen, weil ihn die Fremdhund doch sehr beeindruckten.

    Tatsächlich waren unsere Jungs zwar freundlich interessiert, haben ihn aber nicht bedrängt sondern in Ruhe gelassen. So hat der Kleine dann nach kurzer Zeit seine Befangenheit abgelegt und ist dann doch mal neugierig gucken gekommen - und da lag die dünne Schlepp dann auch auf einmal am Boden, weil der Kleine sichtlich sicherer geworden war, und einfach mit den großen mitwuselte.

    Am "Strand" war ich dann doch etwas wehmütig, aber alle drei Hunde forderten noch Apport ein, da blieb nicht viel Zeit dafür.

    Bei uns gab es dann noch für alle etwas Leckeres in den Bauch.

    Leif und Vasco liegen jetzt platt und glücklich auf dem Boden und schlafen, und ich lieg platt und glücklich auf der Couch.