Wer geht denn da hin mit 3 Gramm Hirn?
Alle die, die Bootcampmethoden befürworten.
Bootcamp - den Willen brechen, um ihn später wieder aufzubauen
Wer geht denn da hin mit 3 Gramm Hirn?
Alle die, die Bootcampmethoden befürworten.
Bootcamp - den Willen brechen, um ihn später wieder aufzubauen
Neeeein. Das kann gar nicht sein. Das muss der vorher Zustand sein! (hoffe ich
) Im Text wird doch sogar geschrieben, was für Probleme auftauchen können und dazu eben die passenden Bilder gezeigt...
Es ist ein Werbevideo für ein Seminar, bei dem die Halter mehrerer Hunde lernen sollen Situationen einzuschätzen, und wann Handlungsbedarf notwendig ist und was laufen gelassen werden soll.
Wie das aussieht, zeigt sie in dem Video.
Das zeigt im Klartext: Die Hunde müssen ihre Streitigkeiten selber austragen, und selber das "Gefüge" innerhalb einer Gruppe erarbeiten.
Als Halter lernt man also z. B. zu erkennen, welchem Hund man einen Maulkorb draufmacht, damit es nicht zu gefährlichen Bissverletzungen bei diesen Auseinandersetzungen um das Ranggefüge innerhalb einer Gruppe kommt.
Es wird auch gezeigt, dass man als Hundehalter die Einmischung weiterer Hunde in einen Machtkampf zwischen zwei Hunden verhindert.
Es wird auch gezeigt, dass man den "letzten Arxxxx der Kompanie" (der Hund, der einfach nur Angst hat und weg will) einfach in Ruhe lässt und eben nicht hilft - es muss ja innerhalb einer Hierarchie auch einen solchen Hund geben...
Ich finde das einfach nur zum ![]()
Mein Ziel ist es dass der Hund mit mir zusammen und kontrolliert jagt und nicht gar nicht mehr.
Gar nicht mehr steht auch gar nicht zur Diskussion.
Bei mir war halt das Ziel, die vielen jagdlichen Anreize in Wald und Feld für den Hund uninteressant zu machen - also nicht zu unterdrücken oder zu verbieten.
Mit mir zusammen Jagen auf Jagdersatzbeute wurde immer als lohnender gelernt, gelehrt und gefestigt.
Meine Hunde wussten nicht, dass das "Ersatz" ist - sie wussten nur, dass sie bei dieser Beute ihr Jagderleben- und bedürfnis ausleben konnten.
Mit meinem Amigo wäre ich sonst nahezu durchgängig nur noch im Unterholz bei der Spurverfolgung unterwegs gewesen. Was hier in vielen Bereichen auch mit Leine gar nicht erlaubt gewesen wäre (Naturschutzgebiete ohne Leinen- aber mit Wegepflicht auch für den Menschen, und Naturwaldzellen, deren Begehung auch nur auf den Wegen erlaubt ist).
Ins Unterholz durften und dürfen meine Hunde nur bei Arbeitsaufträgen - und diese kamen ausschließlich von mir.
Ich verstehe jetzt etwas nicht: Der Hund darf dann die Fährte weiter schnüffeln?
Meine Hunde jagen ja mit allen Sinnen - sehen, riechen, hören.
Ich will weder, dass sie weiter jagen bei Sichtbeute, bei Spuren, oder wenn sie etwas hören (was Beute sein könnte).
Deshalb käme ich nie auf die Idee, das Anzeigen einer Fährte zu belohnen, indem ich sie diese Fährte weiter verfolgen lasse.
Ich bedanke mich bei ihnen, und fokussiere sie dann um - weg von dem, was sie lernen sollen dass es Nicht-Beute ist, hin zu Belohnenderem. Das ist unterschiedlich, hängt auch von der Erregungslage des Hundes ab.
Lass es doch einfach.
Danke für den Hinweis.
Ich denke allerdings, ich kann selber entscheiden, wie ich das Maß, in welchem ich auf Falschbehauptungen reagiere, regel ![]()
Hundundmehr Ich habe nie geschrieben, dass ich Türen einfach zumache, und schon gar nicht am ersten Tag.
Echt jetzt?
Nachdem Beide drei Tage zur Probe bei mir verbracht haben, sind sie gestern eingezogen.
Der "Umzug" und die Eingewöhnung sind natürlich stressig für Beide und so sind sie mir seitdem in jeden Raum gefolgt. Ich versuche, das zu unterbinden - wenn ich nur kurz aus dem Raum gehe, schließe ich die Tür oder schicke sie zurück. Das funktioniert mittelmäßig, aber es sind ja auch erst zwei Tage.
und ist klar völlig daneben.
Dieses völlig stört mich. Das ist eine abwertende Haltung gegenüber der TO, die Du im Umgang mit Hunden anmahnst.
Versteh' mich nicht falsch, ich kann Dich gut verstehen. Die TO hat aber auch schon Situationen geschildert, in der sie einfach Grenzen setzen musste. Es ist halt die Frage, wie ich selber dabei auftrete. Bin ich selber dabei z. B. aggressiv gestimmt, dann ist das für keine Partei wertvoll. Kann ich die Grenzen aber ruhig setzen, ist das zielführend.
Ich bin kein Fan von schwarz-weiß Denken.
Dieses "völlig daneben" resultiert aus dem Gesamtkontext, aus dem sich zum Einen ableiten lässt, dass:
- Grenzen im Zweifel mit einschüchternden Mitteln gesetzt werden
- Verhalten negativ gewertet wird, und daraus eben auch eine Einschüchterung abgeleitet wird als grenzensetzende Maßnahme
Ich habe den Eindruck gewonnen, in dem Köfferchen an Erziehungsrepertoire befinden sich für die "Zweifelsfälle" nur einschüchternde Maßnahmen, und das ist völlig daneben.
Jetzt hat die TE aber beschrieben, mit welchen Anmerkungen zu dieser Hündin die Übergabe erfolgte - und sorry, aber: DAS ist total daneben - vom Tierheim!
Da wundert mich der Blick der TE auf Elisa nicht mehr, und mir tut sowohl die TE als auch der Hund leid (im Sinne von Mitgefühl, und nicht Mitleid).
Tatsächlich habe ich das Gefühl, die TE ist aufgrund dieser unsäglichen Aussagen des Tierheims Elisa gegenüber nun ständig "auf der Hut", und das ändert ihre Wahrnehmungsfähigkeit gegenüber Elisa - und zwar zum Negativen.
Anders kann ich mir nicht erklären, dass sie - obwohl sie es ja wahrnimmt - das Anspringen von Elisa als "dreist" empfindet, wo sie die eigentliche Erklärung, nämlich übergroße Aufregung, direkt vor Augen hat.
Ein erster Hinweis war allerdings schon im ersten Post der TE - sie hat von Beginn an darauf geachtet, dass die Hunde sie nicht verfolgen, und deshalb Türen hinter sich geschlossen.
Der Fokus lag dabei auf: Nicht verfolgen - und nicht etwa auf "es passiert euch hier nichts, wenn ich euch mal alleine in einem Raum lasse".
Das war direkt eine Grenze: "Wenn ich gehe, habt ihr mich nicht zu kontrollieren!"
Gemäß Aussage der TE hat sie durch die Spaziergänge und die 3 Probetage auch schon eine Bindung zu den Hunden aufgebaut.
Das mit der Bindung stimmt natürlich nicht, Bindung baut sich langsam auf, und dauert seine Zeit.
Sowohl Thea als auch Elisa haben die TE aber in dieser Zeit vor der tatsächlichen Übernahme als netten Menschen kennen gelernt, der ihnen etwas Gutes tut.
Mit der Übernahme wurden dann aber direkt vom ersten Tag an Maßnahmen angewendet, die nicht nett sind:
- Ausschließen
- Unterbrechen mit "Schsch" bei unerwünschtem Verhalten
- Schnalzgeräusch für Aufmerksamkeit
- leichter Bodycheck bei Anspringen
Ganz ehrlich - das hat für mich schon etwas von "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" ... (was jetzt sehr überzogen ist).
Deshalb wiederhole ich hier noch mal das hier:
Und? Was hat das in Dir ausgelöst?
Ich bitte die TE, sich und ihr Verhalten noch mal genau anzusehen.
Für mich ist einfach klar zu erkennen, dass diese "Warnungen" des Tierheims dazu geführt haben, sowohl Thea als auch Elisa aus einem eingeschränktem Blickwinkel zu sehen.
Das wird nicht nur den Hunden nicht gerecht, sondern blockiert möglicherweise auch die Empathie den Hunden gegenüber und führt zu einer intuitiven Handlungsweise, die eher auf Grenzen-Setzen bedacht ist, als auf empathisches, den Hunden gerechtes Verhalten.
Worauf ich achten würde: Dass die Hunde gleich behandelt werden, also kein Hund bevorzugt wird.
Z. B. die Sache mit "Schoß okkupieren" ... ![]()
Wenn ich nix anderes zu tun habe als selber auf der Couch zu fläzen ... dann ist es toll, wenn der Hund zum Kuscheln kommt ![]()
Darf der andere Hund dann aber auch kommen?
Ich habe ja zwei Hände, und ein Hund rechts, der andere links an meiner Seite zum Kuscheln - das ist schön!
Vertreibt Eliza aber Thea - dann mache ich zunächst sanft und freundlich klar, dass ich sehr wohl darüber bestimme, ob ich beide Hunde gleichzeitig streicheln will.
Akzeptiert sie das nicht, setze ich Elisa von der Couch - und mich selber runter zu Thea, um mich ihr zu widmen.
Akzeptiert sie das nicht, schiebt sich dazwischen - weise ich ihr den Platz auf der Decke zu.
Habe ich Thea dann zu Ende gestreichelt, und Elisa hat auf der Decke (oder einem anderen Platz, mit Abstand zu euch, ohne euch zu stören) gewartet, lasse ich Elisa lernen dass es sich lohnt zu warten, und das sie nicht zu kurz kommt, indem ich mich dann ihr zu wende - mit Streicheln, oder einem kleinen Spiel.
Das ist LERNEN, und es erfordert Zeit und Geduld und liebevolle Konsequenz, bis ins Hundehirn eingesickert ist: Es ist genug für beide Hunde da, und es gibt keinen Grund für Eifersüchteleien.
Jetzt hast du, @Rosamunde P. , mit Elisa noch ein zusätzliches "Problem": Thea ist schon ein erwachsener Hund, mit einer schon ausgereiften Mentalität. Elisa ist ein Junghund, und hat dementsprechend neben dem Umstellungsstress auch noch den Stress der Ausreifung des Charakters vom Junghund zum erwachsenen Hund. Daraus resultiert, dass sie natürlich aufgrund ihrer jugendlichen Unerfahrenheit sehr viel ausprobiert - ausprobiert, also nicht schon festgefahrene, ausgereifte Verhaltensweisen hat und diese zeigt.
Es ist sehr schade, dass im Tierheim gesehen wurde dass sie zum Mobben neigte - und es dort zugelassen wurde
Dann wurdest du auch noch auf äußerst fragwürdig-witzelnde Weise verunsichert mit dem Kommentar: "Die anderen Hunde werden froh sein, wenn sie weg ist."
Ein Armutszeugnis für die dortigen Mitarbeiter - und kein fairer Umgang mit dir ![]()
So, ich hoffe, mit diesem langen Roman habe ich dir besser veranschaulichen können, was ich so aus der Distanz wahrnehme, und wie ich das sehe.
Vielleicht - hoffentlich - hast du auch rausgelesen, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit für die Hunde du in den nächsten Wochen aufbringen wirst müssen.
Dir geht es da im Prinzip sehr ähnlich wie frischen Welpenbesitzern - der Hund benötigt unendlich viel Zeit, der Haushalt leidet ... ![]()
Statt zu Saugen, Waschen, Putzen legst du dich lieber auf die Couch, damit die Hunde zur Ruhe kommen...
Bedenke Eines: Der Haushalt läuft dir nicht davon, das kann alles nachgearbeitet werden ... diese erste Kennenlernzeit, das Eingewöhnen und das Etablieren des alltäglichen Miteinanders bekommst du aber nie wieder.
Ich wünsche dir ganz viel Nerven, Kraft, Geduld und Empathie für die Hunde.
Mach deinen Kopf frei von den Worten der Tierheimmitarbeiter, denn nur so findest du deinen Weg zu Thea und Elisa ![]()
Nein, Hunde wollen grundsätzlich nichts Schlechtes. Sie spiegeln wie mit ihnen umgegangen wird und wie sie leben. In Kombination Veranlagung und Charakter.
Das hebe ich mal hervor.
Ich muss mir als Hundehalter überlegen, was ich möchte das meine Hunde spiegeln.
Danach richtet sich mein Verhalten.
Zu Veranlagung und Charakter kommen bei Elisa derzeit aber noch
- Umstellungsstress
- Vorerfahrungen
- Stress durch den Umbau in der Persönlichkeit (Übergang zum erwachsenen Hund, könnte auch als "2. Pubertät" beschrieben werden, was aber keine wissenschaftliche Bezeichnung ist)
Um das, für mich als Mensch nervige, Anspringen abzustellen, würde ich bei Elisa tatsächlich in die Hocke gehen und ihr ein Alternativverhalten beibringen: Hinsetzen, dabei beruhigend abstreichen.
Parallel dazu herausfinden, warum sie dieses - vermutlich als Übersprung - gezeigte Verhalten eigentlich macht.
Das dann im Vorfeld schon verhindern, indem ich darauf achte, sie erst gar nicht in diese hohe Erregungslage kommen zu lassen.
Die Frage, die Du berechtigt stellst, ist, wie man die Grenzen setzt.
Ja, genau.
Da finde ich es auch sehr auffällig, dass hier
- sehr viel begrenzt wird, in der Kürze der Zeit, die diese Hunde erst da sind
- negativ, und eben auch mit einschüchternden, plötzlichen Reizen gearbeitet wird.
Hauptsächlich lernen meine Hunde Grenzen, indem ich sie Regeln lehre.
Das Lehren dauert natürlich länger, und es erfordert Geduld und Konsequenz, ist aber dafür umso nachhaltiger, weil das daraus resultierende Verhalten verlässlich ist - eben auch in Situationen, in denen ich nicht in der Lage bin, eine Grenze durchzusetzen.
Alleine schon die Sicht auf Eliza - "ungehobelt, dreist, okkupiert" - ist in allem ihrem Handeln negativ.
Wie du aber selbst schon geschrieben hast - es gibt keinerlei klare Hinweise, die eine solche Wertung des Verhaltens untermauern.
Dafür aber z. B. den Hinweis "sie springt wenn sie zu sehr aufgeregt ist, an".
Da ist ganz klar ein sehr hohes Aufregungslevel die Ursache - was direkt als dreist bewertet wird.
Aus dieser Bewertung resultiert dann das Handeln der TE - und ist klar völlig daneben.
Wenn einer meiner Hunde so aufgeregt ist (oder auch Welpen, die wir mal draußen treffen, oder auch andere Hunde) und mich aus dieser Aufregung heraus anspringt ... mache ich mich z. B. gerne klein. Ich gehe in die Hocke, seitlich zum Hund, bleibe ruhig und lasse diese Ruhe auf den Hund wirken.
Mache ich jetzt nicht unbedingt bei einem ausgewachsenen Neufundländer ... da habe ich in der Hocke keinen sicheren Stand
Da strecke ich dann meine Hand mit Handinnenfläche parallel zum Boden gerichtet aus, gegen die der Hund dann springen würde, und spreche ihn ruhig und freundlich an.
Aber gerade kleine Hunde sind einfach näher am Boden als große, und die brauchen sich nicht die Mühe machen, an mir hochzuspringen.
Edit: Mir wird für mein Empfinden einfach zu viel Erzogen, und das eben über Grenzen und Dominanz, und zu wenig für den Bindungs- und Vertrauensaufbau getan.
Darauf Vertrauen zu können, dass jegliches vermeintliche Fehlverhalten abgestraft wird, gibt zwar auch Sicherheit im Einschätzen des erwarteten Verhaltens, ist aber nicht das was mit Vertrauen eigentlich gemeint ist.
Mir gegenüber benimmt sich die Kleine ganz schön ungehobelt. Ein Platz auf meinem Schoß wird z.B. nicht nett angefragt, sondern einfach okkupiert und bei zuviel Aufregung werde ich dreist angesprungen. In erstem Fall setze ich mich nun so, dass sie nicht auf den Schoß krabbeln kann, im zweiten Fall verpasse ich ihr einen leichten "Bodycheck" mit dem Knie.
Irgendwie habe ich den Eindruck, du bist nur auf "Grenzen setzen" bedacht, und denkst immer nur das Schlechteste von dieser Hündin.
Es wirkt auf mich so, als hättest du Angst, diese Hündin könnte die Weltherrschaft an sich reißen, weshalb du permanent aus jeder Situation einen Dominanzkampf machst.
Wenn einer meiner Hunde sich auf meinen Schoß setzt - freue ich mich grundsätzlich. Meine Nähe suchen ist grundsätzlich für mich etwas Schönes, Positives.
Passt es mal nicht - sage ich meinen Hunden das. Bestimmt, aber freundlich.
Wenn unser Leif uns aus Aufregung heraus anspringt - dann ist das nicht dreist, sondern eine Übersprungshandlung, die aus der Aufregung resultiert.
Da gibt es keinen einschüchternden Bodycheck, sondern ich schaue wie ich die Aufregung wieder runtergefahren bekomme. Nur so lernt der Hund, seine eigene Aufregung regulieren zu können, vielleicht zu lernen dass viel Aufregung um nichts gemacht wird, und im weiteren Verlauf gar nicht erst aufgebaut wird.
Edit: Ich finde, das geht gar nicht in die richtige Richtung.