Wir werden unsere Trainerin wieder kontaktieren und sie um Hilfe bitten.
Aber nicht diese, oder?
Unsere Trainerin hat uns beigebracht, dass Hunde von Haus aus unterwürfig sind, sonst wäre es gar nicht möglich gewesen sie zu domestizieren.
Woher die Trainerin diesen nicht nur unwissenschaftlichen, sondern allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechenden Quatsch hat, will ich gar nicht wissen.
Vermutlich basiert aber auf genau dieser Unsinnstheorie der Fakt, dass ihr eurer Tochter eine Rolle zuteilt, die sie überhaupt nicht ausfüllen kann: Sie wird von euch in der Position des "Übergeordneten" dem Hund gegenüber in einer familiären! Rangfolge gesetzt.
Was Hunde können: Sich wie kein anderes Tier dieser Welt in ein menschliches Sozialgefüge an- und einpassen. Dazu haben sie ihr Hirn, welches sich im Laufe der Domestikation verändert hat - es ist zu deutlich mehr assoziativen Denkweisen fähig, als die meisten Säugetiere dieser Welt.
Sie sind aber immer noch soziale Lebewesen, die auch ihre Rechte innerhalb einer familiären Struktur haben.
Überlegt doch mal bitte als Eltern, ob eure Tochter überhaupt in der Lage ist, schon ein klitzekleines bisschen Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
Das kann sie nicht.
Vermutlich habt ihr - beeinflusst durch diese Untheorie der Unterwürfigkeit - eben nicht realisiert, dass euer Hund auch Rechte innerhalb eures Familienverbandes hat.
Möglicherweise habt ihr sogar - aufgrund dieser Untheorie - auch geglaubt, diese Rolle des Übergeordneten über den Hund würde eurer Tochter natürlicherweise einfach zufallen, weil sie ein Mensch ist.
Ihr habt jetzt das Ergebnis dieses (möglicherweise) Denkens - und das zeigt ganz klar: Dieses Denken war falsch!
Möglicherweise sagt euch genau diese Trainerin jetzt, dass ihr euren Hund nur durch entsprechende Maßnahmen weiter in die Rolle des Unterwürfigen bringen müsst, um eure Tochter in die Rolle der Übergeordneten zu bringen.
Denkt mal darüber nach, ob das sowohl verstandes- als auch emotional basiert tatsächlich möglich ist.
Eure Tochter ist ein soziales Lebewesen, euer Hund aber auch.
Beiden gegenüber habt ihr als Eltern einen Erziehungsauftrag, welcher der altersgemäßen Entwicklung, aber auch der artspezifischen Entwicklung gegenüber angemessen sein muss.
Mein Rat: Sucht euch einen anderen Trainer, denn die Basis, auf der diese Trainerin baut, wird nur zu einer weiteren Eskalation führen.