Beiträge von Hundundmehr

    Wurde schon von Vakuole erklärt - mit Leckerchen die Aufmerksamkeit bei dir halten.

    Das ist eine Fehlinterpretationen meiner Aussage.

    Es geht darum den Hund zu belohnen beim richtigen Verhalten und das am Anfang eben in einer hohen Frequenz.

    Es geht nicht die Aufmerksamkeit auf den HH zu lenken.

    Möglicherweise hast du das hier nicht gesehen?


    dragonwog Was verwirrt dich?

    Lob und Belohnung als positive Verstärker für erwünschtes Verhalten halten den Fokus/die Aufmerksamkeit des Hundes beim Menschen.

    Ein Lob, das der Hund nicht wahrnimmt, verpulvert genauso wie ein Leckerchen, das verweigert wird.

    Das Knurren eures Hundes ist ein Warnsignal um deutlich zu machen, dass er das nicht möchte.

    Nicht nur.

    Im Falle des Spielzeugs hat der Hund es ja dem Kind weggenommen - und ihm dann durch Knurren angezeigt, dass das jetzt seins ist.

    Sich auszuprobieren, ist für einen Hund in dem Alter eine völlig normale Verhaltensweise.

    Sich dem Kind gegenüber auszuprobieren, wäre aber wohl vermeidbar gewesen, wenn der Hund von Beginn an hätte lernen dürfen, dass dieses Kind zu seiner Familie gehört, schutzbedürftig ist, er sich ihm sicher entziehen kann und vor Allem darf, wenn er mal keine Lust hat, und er selber auch durchaus geschützt wird vor dem Kind, weil es sich nicht alles mit ihm erlauben darf.

    Dem Hund wurde von Beginn die Rolle des Rangniedrigsten (eben dem Unterwürfigen) zugeordnet - und jetzt stellt der Hund fest, dass er in seiner Entwicklung dem Kind mittlerweile reichlich voraus ist, und probiert natürlich das aus, was ihm bisher vorgelebt wurde: Die Rangfolge ändern.

    Den Hund jetzt lernen zu lassen, das Kind eben nicht mehr als Rangkonkurrenten, sondern als schutzbedürftiges Mitglied seines Sozialverbandes Familie anzunehmen, ist nun deutlich schwerer, denn dazu muss

    1. er die Erfahrung machen, dass er Familienmitglied ist, und auch seine Rechte - auch gegenüber dem Kind - hat, und

    2. durch die Eltern ein 100% sicheres Management im Umfeld geleistet werden, welches verhindert dass der Hund noch einmal in die Situation gelangt, sich dem Kind gegenüber profilieren zu können.

    Wir werden unsere Trainerin wieder kontaktieren und sie um Hilfe bitten.

    Aber nicht diese, oder?

    Unsere Trainerin hat uns beigebracht, dass Hunde von Haus aus unterwürfig sind, sonst wäre es gar nicht möglich gewesen sie zu domestizieren.

    Woher die Trainerin diesen nicht nur unwissenschaftlichen, sondern allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechenden Quatsch hat, will ich gar nicht wissen.

    Vermutlich basiert aber auf genau dieser Unsinnstheorie der Fakt, dass ihr eurer Tochter eine Rolle zuteilt, die sie überhaupt nicht ausfüllen kann: Sie wird von euch in der Position des "Übergeordneten" dem Hund gegenüber in einer familiären! Rangfolge gesetzt.

    Was Hunde können: Sich wie kein anderes Tier dieser Welt in ein menschliches Sozialgefüge an- und einpassen. Dazu haben sie ihr Hirn, welches sich im Laufe der Domestikation verändert hat - es ist zu deutlich mehr assoziativen Denkweisen fähig, als die meisten Säugetiere dieser Welt.

    Sie sind aber immer noch soziale Lebewesen, die auch ihre Rechte innerhalb einer familiären Struktur haben.

    Überlegt doch mal bitte als Eltern, ob eure Tochter überhaupt in der Lage ist, schon ein klitzekleines bisschen Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

    Das kann sie nicht.

    Vermutlich habt ihr - beeinflusst durch diese Untheorie der Unterwürfigkeit - eben nicht realisiert, dass euer Hund auch Rechte innerhalb eures Familienverbandes hat.

    Möglicherweise habt ihr sogar - aufgrund dieser Untheorie - auch geglaubt, diese Rolle des Übergeordneten über den Hund würde eurer Tochter natürlicherweise einfach zufallen, weil sie ein Mensch ist.

    Ihr habt jetzt das Ergebnis dieses (möglicherweise) Denkens - und das zeigt ganz klar: Dieses Denken war falsch!

    Möglicherweise sagt euch genau diese Trainerin jetzt, dass ihr euren Hund nur durch entsprechende Maßnahmen weiter in die Rolle des Unterwürfigen bringen müsst, um eure Tochter in die Rolle der Übergeordneten zu bringen.

    Denkt mal darüber nach, ob das sowohl verstandes- als auch emotional basiert tatsächlich möglich ist.

    Eure Tochter ist ein soziales Lebewesen, euer Hund aber auch.

    Beiden gegenüber habt ihr als Eltern einen Erziehungsauftrag, welcher der altersgemäßen Entwicklung, aber auch der artspezifischen Entwicklung gegenüber angemessen sein muss.

    Mein Rat: Sucht euch einen anderen Trainer, denn die Basis, auf der diese Trainerin baut, wird nur zu einer weiteren Eskalation führen.

    Nun ja - schon im Vorfeld gab es ja mehrere dubiose Halterwechsel, wodurch z. B. direkt zu Beginn eine Zuordnung zu einer Rasse/Rassemix verhindert wurde.

    Dann ist der Hunde jedes mal wieder verschwunden, sobald sich ein Amt um den Hund bemühte.

    Das wird seine Gründe haben, und eine gewisse kriminelle Energie ist dafür auch nötig.

    Der Hund war anscheinend ein Wanderpokal.

    Er hat mir richtig leid getan, als ich gesehen habe wie er mit Stange und Maulkorb gesichert in den Wagen gebracht wurde.

    Vermutlich hatte dieser Hund von Beginn an keine Chance auf ein tatsächlich unauffälliges, erfülltes Hundeleben, und das macht mich traurig - und sauer.

    Ich hoffe auf drastische Strafen für die Beteiligten.

    Ob Mutter und Großmutter die Vorgeschichte des Hundes kannten, weiß ich nicht.

    Das Kind tut mir unendlich leid, denn die Schilderung der Größe der Verletzungen lässt die Vermutung nahe liegen, dass das Kind zeit seines Lebens auch äußerliche Schäden tragen wird.

    Überhaupt dürfte der beschriebene Weg in dieser reduziert dargestellten Form bei den wenigsten ernsthaften Jägern fruchten

    Da ging es auch nicht um einen "Jäger", sondern um einen Hund der sich über alles aufregt und nach Vorne geht, was ihn passiert.

    In dem Beispiel waren es Reiter zu Pferde.

    Was ich für sehr gefährlich halte, weil ein plötzlich nach Vorne springender Hund - auch wenn er mit Leine gesichert ist - bei einem Fluchttier eine Fluchtreaktion auslösen kann.

    Das gehört auch nur insofern in diesen Jagdthread hinein, weil dieses Nach-Vorne-Gehen eine impulsive Handlung des Hundes ist, und Impulskontrolle ein Baustein für Jagdkontrolle ist.

    Und habt ihr Tipps, wie ich das sinnvoll händeln kann?

    Wurde schon von @Vakuole erklärt - mit Leckerchen die Aufmerksamkeit bei dir halten.

    Ich mache zusätzlich noch ein paar Kleinigkeiten:

    - ich bringe mich immer zwischen Hund und dem interessanten Objekt. Dabei beobachte ist das Objekt NICHT, bin also seitlich oder sogar mit dem Rücken dazu. Ab und an werfe ich zwar einen Seitenblick da hin, signalisiere meinem Hund damit: "Du, ich sehe das - aber es interessiert mich nicht, und ist auch nicht gefährlich, weshalb ich es sogar wage, dem den Rücken zuzudrehen."

    - ich hocke mich dabei hin; So verhindere ich Druck auf meinen eigenen Hund, bin in einer guten Position um ihm die Vorbrust zu kraulen, was sowohl beim Hund den Impuls des Nach-Vorne-Gehens blockt, als auch mir die Möglichkeit gibt, im Fall des Falles sofort mit meiner Hand gegen dieses Nach-Vorne-Gehen drücken zu können.

    - nachdem das Objekt uns passiert hat, wobei ich auf für meinen Hund ausreichenden Abstand achte UND mir auch (evtl. leckerchengestützt) seine Aufmerksamkeit sichere, richte ich mich so auf, dass ich das Objekt in meinem Rücken habe, gebe dem Hund verbal ein Komm-mit Signal, und gehe mit ihm in die Gegenrichtung, in die das Objekt verschwunden ist.

    Bei einem Hund, der noch nicht sicher die Objekte passieren lassen kann, von denen ich möchte dass er sie passieren lässt, gehe ich niemals, wirklich niemals in die Richtung weiter, in die das Objekt seines Interesses weiter gegangen ist.

    Auch das langsame Hinterhergehen ist ein Hinterhergehen, und kann die Motivation des Verfolgens stützen.

    Deshalb gehe ich gerade zu Beginn immer vom Objekt weg, notfalls eben auch ein Stück den gleichen Weg zurück, so lange, bis das Objekt aus dem Sichtfeld verschwunden ist. Erst dann gehe ich meinen gewohnten Weg weiter.

    Das ist mühsam gerade in der ersten Zeit, und erfordert natürlich ein Umfeld wo nicht alle paar Meter ein "neues Objekt der Begierde" auftaucht.

    Gerade Letzteres würde ich einem solchen Hund auch nicht zumuten, weil er dann einfach seine Löffelchen verbraucht hat noch bevor ich eine Basis für ein Alternativverhalten legen kann.

    ich frage mich aber auch, ob man damit nicht erst recht ein intensiveres Jagdinteresse auslöst, was vielleicht nie so zutage treten würde, wenn man das Triebverhalten nicht gefördert hätte.

    Jagen ist eine Motivation, zu deren Bestandteilen zwar auch das genetisch angelegte Verhaltensinventar gehört (das was veraltet mit Trieb bezeichnet wird), aber eben auch viel mehr.

    Phänotyp = Genetik + Erfahrungen (+ Epigenetik)

    Befasse dich mal mit Motivationen, dann sind für dich vielleicht auch einige der Erfahrungen etlicher User hier nachvollziehbarer.

    dass sie zukünftig nur noch auf Kommando losarbeiten dürfen. Das "blockt" das Ganze dann auch noch zusätzlich.

    Genau, dieses "Blocken" wird durch Teamarbeit (Jagen nur im Team = auf Kommando, mit dem Menschen), und auch erlernte intrinsische Impulskontrolle bewirkt.

    Das sind die Früchte von sinnvollem Jagdtraining.

    Argumente und sachlich begründete Öffentlichkeitsarbeit i

    Aus Erfahrung weiß ich - leider: sachliche Argumente und sachlich begründete Öffentlichkeitsarbeit lösen einen Shitstorm aus, gerade wenn die Angelegenheit, bei der sachliche Aufklärungsarbeit geleistet wird, schon einen festen Stamm an verblendeten Fanatikern hat, wie es in diesem Fall ist.

    Diese Menschen erreicht man damit auch nicht.

    Aber diejenigen, die erst mal nur die vordergründige Arbeit der HHF sehen, und die ganzen Details - auch mangels Erfahrung - eben erst mal nicht wahrnehmen, bekommen durch Sachlichkeit einen Blick dafür.

    Öffentlichkeitsarbeit erhöht dabei den Druck auf Behörden.