Beiträge von Hundundmehr

    Bei Hunden, die er kennt und die eventuell potenzielle Spielkandidaten sind, wird es schwierig.

    Finde ich bei einem jungen Hund nachvollziehbar.

    Ich sehe das immer als DIE Chance, meinen jungen Hunden beizubringen: "Du darfst - aber unter Einhaltung von Regeln!"

    Meine Regeln sind da:

    - wir gehen ruhig hin

    - der Hund bekommt eine ganz klare Freigabe

    So lernen meine Hunde irgendwie "so ganz nebenbei", sich angemessen anzunähern, das Gegenüber wahrzunehmen (und zu lesen), die Signalworte "langsam", "warte" und "Ok", dabei dann auch eben übers Üben die eigene Aufregung immer besser im Griff zu haben - und die Belohnung ist dann die Interaktion.

    Aktion als Belohnung nutze ich übrigens auch ganz gezielt beim Apportiertraining; Ich lege sehr früh in der Ausbildung meiner Hunde schon 2 Dummies aus, er muss dann warten bis ich damit fertig bin. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich dabei ganz langsam steigern.

    Ich finde immer, wenn die erhoffte Belohnung (das Tun) am Ende steht, empfindet der Hund das Warten (sich Zurücknehmen) als sinnvoll.

    Eventuell auch mal die Prostata checken lassen, nicht dass da was vergrößert ist…

    Was bei einem jungen, potenten Rüden schnell mal so ist, aber nicht zwingend auf eine Krankheit hinweist.

    Ist bei meinem Amigo festgestellt worden, sollten wir im Auge behalten - und bei einer Kontrolluntersuchung 1 Jahr später hatte die Prostata wieder Normalgröße.

    Auch erwachsene Menschen bekommen z. B. Probleme, wenn die Blase gut gefüllt ist, und sie auf einmal stark Husten oder auch Lachen müssen.

    Eine Kontrolle der Blase ist immer nur eingeschränkt möglich, und bei Stress oder starker Beanspruchung der Muskulatur in dem Bereich (wie Husten oder Lachen) kann dann ein "Auslaufen" verursachen.

    MMn war das einfach ganz übermäßiger Stress (nicht nur Freude, da kann sicher auch das Wegfallen der Anspannung über das ungewöhnliche Wegsein eines Familienmitgliedes mit reinspielen), der die normale Kontrolle der Blase da einfach mal außer Kraft gesetzt hat.

    Meine Hunde bekommen ein freundliches "Hallo Jungs", wenn ich nach Hause komme - ich ignoriere sie nicht, mache aber auch keine Party, sondern erst das, was ich erledigen muss.

    Manchmal wende ich mich ihnen aber auch sofort zu, wenn die Umstände das erlauben.

    Da gehen sie dann auch gerne drauf ein.

    Mich macht das wütend, weil es saugefährlich ist für den Hund.

    Wirklich? Ich hab es einfach nur lustig gefunden, ich kenne nur so ähnliche Bürsten im Rinderstall. Dachte, das ist relativ ungefährlich?

    Zunächst einmal: Ich wollte dich nicht angreifen, nimm den Wutsmiley also bitte nicht persönlich.

    Die Bürsten im Rinderstall - ich kenne sowas nicht, aber entweder ist jemand dabei, wenn sie an sind, oder sie haben ein Notstopsystem, das die Bürsten automatisch anhält, wenn der Widerstand zu groß wird.

    Die meisten Waschanlagen haben einen Notstopp, der manuell von Menschenhand betätigt werden muss.

    Außerdem sind die Bürsten in einer Waschanlage für Autos eben nur für Autos gemacht - nicht für Tiere.

    Das ist saugefährlich - und ich möchte nicht wissen wie viele Menschen es gibt, die das tatsächlich einfach nur lustig finden, und deshalb nachmachen wollen.

    ch hab ihn zurechtgewiesen mit einem scharfen "No"

    Warum scharf zurecht weisen?

    Erstens weißt du gar nicht, warum er die Hündin tatsächlich anbellt, ob er wirklich auf den Platz will, den sie da gerade hat.

    Zweitens hat er aber bestimmt schon Frust, sonst würde er nicht bellen.

    Da setzt du dann noch mal einen drauf, und weist ihn scharf zurecht ...

    Könnte dazu führen, dass er noch mehr Frust aufbaut.

    Lieber bestimmt, aber freundlich wegführen, auf einen freien Platz.

    Weißt du - die Hunde werden noch viel ausprobieren, bis sie einen Weg zu einem gemeinsamen Miteinander, in dem beide sich wohlfühlen, gefunden haben.

    Das ist nun mal so, wenn man sich kennenlernt.

    Auch, dass ihr als Menschen ein Mitspracherecht habt, und eben auch das Recht, Regeln aufzustellen. Dazu haben wir ja unseren Verstand - für Regeln, die eben für ein freundliches Miteinander sorgen, wo jeder bekommt was er braucht, und keiner zu kurz kommt.

    Weißt du, was ich in einer solchen Situation mit meinen Hunden machen würde?

    Auch den einen wegführen, dann zum Schrank gehen, einen kleinen Kausnack rausholen - und beiden an ihrem derzeitigen Liegeplatz den Kausnack geben ...

    Meine Regeln einzuhalten, soll sich lohnen.

    Finde ich.

    Möglicherweise kommt auch deine Hündin mal auf den Gedanken: "Uih - der darf nicht an meinen Platz, da sorgt mein Mensch für. Jetzt probier ich mal aus, ob ich vielleicht mit Hilfe des Menschen den Platz bekomme, an dem der Rüde liegt ... :denker:".

    Festzustellen, das gleiches Recht für alle gilt, keiner bevorzugt wird, und die Regeln für alle gelten, ist auch eine Lernlektion.

    Es wird eine Zeit dauern, manchmal gibt es auch Rückschritte in einem Lernprozess - aber auch das ist normal, weil solche Rückschritte notwendig sind, um das neu Gelernte zu festigen.

    Geduld und Beharrlichkeit/Konsequenz ist die Devise.

    Bleibst du selber dabei freundlich, lebst du den Hunden vor, wie du dir den Umgang wünscht: Freundlich.

    Schärfe würde ich mir für Situationen aufsparen, wo wirklich eine Grenze überschritten wird deren Überschreitung zu Schaden führt. Die bietet einem das Leben genug - da muss ich in meinem üblichen, innerfamiliären Leben nicht auch noch Schärfe reinbringen.

    Das ist zumindest meine Sicht.

    Genau das ist der Punkt, warum es keine "Rudelhierarchie" in einem Familienverband geben darf.

    Weder Kind noch Hund können die Verantwortung übernehmen für ihr Handeln - ein Kind nicht, weil ihm die nötigen Fähigkeiten fehlen, ein Hund nicht, weil arttypische Verhaltensweisen nicht unter dem Maßstab der Verantwortung gemessen werden können.

    Allenfalls kann der Hund lernen, so etwas wie Verantwortung im Umgang mit Kindern zu zeigen - indem er die Hilflosigkeit von Kindern erkennt und anerkennt, und entsprechend angemessen mit dem Kind umgeht.

    Vieles davon kann ein Hund lernen, wobei die Grenzen dieses Lernens vom individuellen Hund abhängen.

    Es gibt Hunde, die Grunzen nur empört, wenn tobende Kinder auf sie drauf fallen, und verziehen sich an einen Platz, wo sie sicher vor den Kindern sind. Dazu muss ein Hund aber einen solchen Platz haben, und eben auch die Erfahrung gemacht haben, dass er dort sicher ist.

    Es gibt auch Hunde, die unwillkürlich Zuschnappen, wenn sie beispielsweise aus dem Schlaf hochgeschreckt werden durch ein auf sie fallendes Kind.

    In beiden Fällen haben aber die Eltern die Verantwortung, solche Konfliktsituationen erst gar nicht entstehen zu lassen.

    Der spielerischen Interaktion nach scheinen die Hunde sich grundsätzlich zu mögen.

    Der Rüde scheint mir nicht selbstsicherer, dominanter zu sein - er lebte schon bei euch, kannte sich besser aus, und fühlte sich sicherer in seinem Auftreten auf dieser Basis.

    Mach da bitte keinen "Rang" raus, und erhöhe nicht künstlich seinen Rang, indem du ihn dabei unterstützt sich jetzt durchzusetzen.

    Die Hündin hat sich jetzt etwas eingewöhnt, kennt den Rüden jetzt so weit dass sie jetzt durchaus auch mitteilt: "Ich mag dich - aber ich habe auch meine Regeln und Grenzen!"

    Bei mir herrscht die Grundregel: Es gibt für alle genug Platz, niemand darf von seinem Platz vertrieben werden. Meine Hunde hatten und haben auch keine eigenen, ihnen zugewiesenen Plätze.

    Einzig auf dem Sofa müssen sie zusammenrücken, damit alle darauf Platz haben (auch wir, deshalb gibt es hier ein xxxl-Sofa xD ). Wer da anknurrt - der fliegt.

    Meine Regeln :ka:

    Im von dir beschriebenen Fall hätte ich auch den Rüden weggeführt - keiner der Hunde weiß, dass dies ein "gemeinsamer Liegeplatz" sein soll, und das den Hunden zu erklären, dürfte sehr schwierig sein.

    Einen solchen gemeinsamen Platz würde ich erst anbieten, wenn die Hunde länger zusammen leben, und wissen, was sie von dem anderen zu erwarten haben, und welche Regeln im Umgang miteinander einzuhalten sind, damit BEIDE sich im Miteinander wohlfühlen.

    Innerhalb einer Familie gibt es keine Rangordnung, jeder bringt seine Fähigkeiten ein und sollte seinen Teil zu einem friedlichen Miteinander beitragen.

    Der Mensch trägt die Verantwortung, und daraus wächst die Pflicht, Entscheidungen zu fällen die einem Miteinander zuträglich sind.

    Das will wohl überlegt sein.

    Mich würde jetzt doch sehr interessieren, was Familie mit Hund zu dem bisher Geschriebenem sagt :denker:

    Immerhin sind sich hier unterm Strich ja alle einig, dass diese Probleme, die deren Hund jetzt in der Pubertät zeigt, und ein unbeschwertes Leben als Familie mit Kleinkind unmöglich machen, ihren Ursprung in der Sichtweise und der darauf beruhenden Erziehung/Behandlung des Hundes haben.

    Die wiederum auf den Aussagen einer Trainerin beruhen, der die Familie ja wohl bisher vertraut hat.

    Familie mit Hund : Es ist ganz wunderbar für Kinder, wenn sie mit Hunden aufwachsen dürfen.

    Sehr viele Hunde lernen dabei Kinder als zu ihrem Sozialverband gehörend lieben.

    Sie lernen dabei aber auch, dass Kinder schutzbedürftig sind, auch wenn sie manchmal Dinge tun, die sich nicht tun sollten.

    Gebt eurem Hund, und auch euch, diese Chance, das leben zu dürfen.

    Ich hoffe, ihr versteht warum hier alle zu einem anderen Trainer raten, hier wurde ja auch schon ein Kontakt zu einem Trainer in eurem Raum angeboten, der wie ihr Hund und kleines Kind unter einen Hut bringen muss.

    Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute!