Meinem Mann gelingt es mittlerweile immer besser, mir tatsächlich zuzuhören und sich auf meine Einschätzung zu verlassen, was Hundebegegnungen betrifft.
Gestern am Seeparkplatz hat er sich als "Rassist" geoutet, weil dort genau als wir ankamen 2 Frauen mit einer AmStaff-Hündin und 2 Dogo Argentinos ankamen und sich ganz in Ruhe für den Seespaziergang fertig machten.
Mein Mann zu mir: "Wir warten, bis die weg sind."
Okay, konnte ich nachvollziehen, gerade unser Jungspund Leif ist beim Verlassen des Autos hibbelig, wenn andere Hunde zugegen sind. Beobachten und in Ruhe warten, ist immer eine gute Lektion für ihn.
Es dauerte eine ziemliche Weile, bis die beiden Frauen fertig waren, einer der DA kam neugierig-freundlich in unsere Richtung, unangeleint, wurde aber auf halbem Wege von seiner Halterin zurück gerufen, was auch funktionierte.
Alles sehr entspannt, schließlich gingen die Frauen mit den drei Hunden zum Weg, der direkt zum See führt.
"Ich will in die andere Richtung!"
"
- aber da haben wir nur eine einzige Badestelle für die Hunde. Lass uns ganz in Ruhe die Hunde rausholen, wir haben dann reichlich Abstand zu den anderen, und Leif bleibt ja sowieso an der Leine bis wir am See sind, okay?"
Gesagt, getan.
Als wir am See ankamen, sahen wir allerdings schon von Weitem die beiden Frauen mit ihren Hunden an genau der Bucht stehen, die auch "unsere" Lieblingsstelle ist - viel Platz und vor Allem Sand, was Vasco gut gefällt, weil er nicht gerne über die mit Kieseln übersäten Uferstellen geht, die an allen anderen, und zudem viel kleineren Buchten liegen.
Meinem Mann habe ich dann gesagt, wir halten Leif an der Leine, ich pass auf Vasco auf dass er nicht vorgeht, und ich frage die Frauen einfach, ob unsere Hunde auch dazu könnten.
Wir durften - und es war überhaupt kein Problem.
Mein Mann blieb zwar skeptisch, war aber insofern beruhigt weil er sehen konnte wie problemlos die Hunde miteinander umgingen.
Tatsächlich stellte sich heraus, dass ich zumindest die Frau mit den Dogos schon mal getroffen hatte, im Wald, weil sie meine Frage, ob sie nicht auch mal eine taube Hündin hatte, bejahte, und auf eine der beiden Dogos wies.
Zu meinem Mann sagte ich dann nur: "Schatzi - erschreckt dich nicht wenn die Hündin mal bellt, das ist sehr laut und hört sich deshalb gruselig an, aber sie hört sich einfach nur nicht selber."
Später gingen wir dann noch ein Stück nur mit unseren beiden Jungs, und mein Mann sagte mir, er hätte einfach Angst bei "solchen" Hunden - wenn da unser Jungspund Leif mal Ärger mit bekommen sollte, hätte er einfach Angst wegen der großen Verletzungsgefahr bei "solchen" Hunden.
Meinem Mann habe ich dann erklärt, "solche" Hunde wären nicht grundsätzlich gefährlich, Ärger mit Verletzungen könnten auch mit anderen Hunden passieren.
Ich habe ihm dann aber auch gesagt, ich würde seine Bedenken verstehen, und wäre selber auch immer vorsichtig, weshalb ich mir die Menschen und deren Umgang mit den Hunden genau ansehen würde.
In diesem Fall wären die Frauen aber sehr entspannt gewesen, die Hunde auch, und ich könnte mir nicht vorstellen dass diese Frauen mit den Hunden ohne Leine an diesem See, wo eben auch andere Hunde anzutreffen sind, spazieren gehen würden.
Ich glaube, mein Mann schaut demnächst selber auch genauer hin, wenn er "solchen" Hunden begegnet, und hat nicht automatisch den Impuls, "solchen" Hunden aus dem Weg zu gehen.
Das freut mich.
Mich hat aber auch das gesamte Verhalten der beiden Frauen gefreut, der normale, völlig selbstverständliche Umgang mit den Hunden in der Umwelt.
Zumindest bei der Frau mit den beiden Dogos weiß ich von unserem Treffen vor einigen Jahren noch, dass sie sich damals gefreut hat weil ich - nach vorheriger Absprache natürlich - keine Probleme mit Kontakt zu ihren Hunden hatte.
Viele würden ihre Hunde aufgrund der Rasse eben nicht zu ihren Hunden lassen, weshalb das damalige Treffen mit meinen Jungs sie sehr gefreut hat.