Beiträge von Hundundmehr

    Ja und ich habe quasi die ,Gegenseite‘ erklärt..

    :shocked:

    Nein, hast du nicht - du fütterst doch gar nicht das gesamte Futter über den Tag verteilt in kleinen Bröckchen, und darum ging es doch.

    Deshalb bist du also gar nicht die Gegenseite :bussi:

    Wenn das jetzt bei dir so ankam, ist das ein Missverständnis.

    Es ging mir - neben den ganzen bisherigen Argumenten gegen die ausschließliche bröckchenweise Fütterung während des Trainings - eben auch um den bisher hier noch nicht erwähnten hormonellen (und psychischen) Zusammenhang.

    Mit Sinn und Verstand (wozu eben auch das Berücksichtigen der hormonellen Abläufe gehört) eingesetzt, ist gegen eine Manipulation des Hundes über Futter doch gar nichts einzuwenden.

    Ich nutze Leckerchen tagtäglich als positiver Verstärker bei meinen Hunden. Auch das ist Manipulation.

    Ich mache Futter aber nicht zu einer Ressource über Mangel, und niemals oder nur ungewiss satt werden zu können ist ein Mangelempfinden, mit ein klein wenig Pech eben auch mit organisch-negativer Auswirkung.

    Bei manchen Hunden zeigt sich diese negative Auswirkung sofort, am Verhalten (was ja sehr anschaulich von Amy-Mama geschildert wurde), bei anderen Hunden zeigt sie sich erst nach Jahren, weil eine dauerhafte Disbalance im vegetativen Nervensystem auch schleichende Prozesse bewirken kann. Bei manchen Hunden könnte es auch gar keine Auswirkungen haben, weil die Balance des vegetativen Nervensystems durch andere Bedürfniserfüllungen erhalten wird.

    Das ist aber ein Spiel wie Russisch-Roulette - es kann halt niemand "in" einen Hund hineinsehen, welche psychischen und auch organischen Vorgänge dort laufen, und mit welchen Folgen.

    Da diese Art der Futterabhängigkeit aber immer aus einer Machtposition heraus erfolgt, die den Hund in eine Abhängigkeit zum Menschen bringen soll, lehne ich sie für mich persönlich sowieso ab, und halte mich auch von Menschen fern, die so mit ihren Hunden verfahren.

    Mit nichts ärgert man die Leute mehr, als wenn man einfach in sich hinein grinst, wenn sie sich ereifern. Wenn das Ziel ist, die Leute zu ärgern - und ja, ich bin so ein niederträchtiger Kleingeist, dass mir das manchmal Freude bereitet - kann ich das nur empfehlen.

    Ich reihe mich mal in den Club ein.

    Tatsächlich finde ich sehr oft die Schlagfertigkeit anderer Menschen witzig. So manches Mal aber auch verletzend und unnötig.

    Manchmal bin ich auch ein wenig neidisch auf die Schlagfertigkeitsfähigkeit anderer Menschen.

    Ich selber habe das verlernt, manchmal fallen mir die besten Sprüche erst im Nachhinein ein ...

    Was ich für mich unterm Strich aber besser finde.

    Ich achte eher auf das Ziel, welches ich erreichen will - und wenn ich mit den Hunden unterwegs bin, berücksichtige ich eben auch, was jetzt für meine Hunde am Besten ist. Dabei kommt dann eben meistens auch heraus, dass ich für meine Hunde (ersatzweise eben auch andere Lebewesen, auch zweibeinige) nicht gerade als nachahmenswertes Beispiel fungiere, wenn ich selber aus der Haut fahre und Kontroversen verbal-brachial möglicherweise zu weiteren Eskalationen antreibe.

    Da ich aber dennoch manchmal sauer werde aufgrund von Handlungen/Reaktionen anderer, habe ich für mich selber als äußerst befriedigend festgestellt, selber betont freundlich zu sein und mich dann der Situation zu entziehen, diese Menschen also wirklich stehen zu lassen.

    Ein Erlebnis ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben:

    Am Parkplatz hielt zeitgleich ein weiteres Auto. Meine Jungs habe ich dann aus dem Kofferraum rausspringen lassen, nachdem ich mich versichert hatte dass kein anderer Hund da war.

    Ich wusste, meine Jungs steuern direkt den nahen Waldweg an, für die Passanten des anderen Autos interessieren sie sich nicht.

    Zwei Männer und eine Frau stiegen dort aus, und als die Frau sah dass meine beiden Jungs unangeleint aus dem Auto sprangen und zum Waldweg rannten, polterte sie direkt los.

    Ich wurde beschimpft, meine Hunde als Köter bezeichnet, die nicht unangeleint laufen dürften, und einer der beiden Begleiter versuchte sofort, die Frau zu beschwichtigen, was aber völlig von ihr abprallte.

    Ich habe in aller Ruhe die Leinen und den Dummyrucksack aus dem Auto genommen, den Wagen zugemacht (derweil sie ungehemmt tobte), mich ihr und ihren Begleitern zugewandt, sie angelächelt und gesagt: "Ihnen auch noch einen schönen Tag :smile: ", mich dann umgedreht und zu meinen Jungs gegangen, die - wie erwartet - am ersten Gebüsch stehengeblieben sind und geschnuppert haben (das waren so 20-30m weg von uns).

    So ca. 20-30 Minuten später bin ich diesem Gespann wieder begegnet ... und die Frau war immer noch am Schimpfen :shocked:

    :lol:

    Das hat mir echt den Rest des Tages versüßt, und ich muss heute immer noch daran denken, wenn mir jemand mal querkommt und ich mit einem zuckersüßen "Ihnen auch noch einen schönen Tag" reagiere.

    Ich warte ja auf den Tag, wo ich hier im DF (oder auch der FB-Gruppe meiner Gemeinde) mal auf einen Nervbeitrag treffe, wo sich jemand über eine Goldenhalterin aufregt, die mit einem zuckersüßen Guten-Tag-Wunsch auf dessen Ärger reagiert hat... :hust:

    miamaus2013 Ich hatte diese Frage an die Allgemeinheit gestellt, um mal einen Hinweis darauf zu geben was in einem Lebewesen passiert, wenn es immer nur bröckchenweise die organisch notwendige Energiezufuhr bekommt.

    Dabei mal zur Ergänzung: Mäkelige Hunde, die tatsächlich nur besonders hochwertige Belohnungen akzeptieren, müssen auch nicht zwingend auf einen vollen Napf verzichten.

    Eine sättigende Menge im Napf kann auch kalorienarm erreicht werden, durch Einweichen des Futters, oder es wird ein Teil ersetzt durch eingeweichte Gemüseflocken, oder frisch geraspelte Möhren z. B.

    Meine Jagdbegleitung meint immer, Eros weiß gar nicht, was er machen soll. Das würde aber bedeuten, wenn man es ihm nicht zeigt, macht er es nie.

    Nein.

    Wenn du Pech hast, bricht es dann so richtig vehement in der Pubertät aus. Pubertät ist ein Entwicklungsstadium, in dem die Hormone quer und alles Mögliche ins Hirn schießen - wenn du Pech hast, hast du in dieser Phase hormonell (also nicht mehr kontrollierbar) getriggert einen Hund, der durch Zufall seinen ersten Jagderfolg hat (was auch aus reinem Hetzen bestehen kann, was für einen Dopaminausstoß sorgen kann, den der Hund zeitlebens nicht vergisst ... und deshalb immer wieder auf der Suche danach bleibt).

    Du hast einen RR - es ist also sehr wahrscheinlich, dass bei diesem Hund das Bedürfnis auf Jagd höher liegt als bei Nicht-Jagdhunden.

    Ich rate dir, schon vor der Pubertät den Grundstein für Teamjagd (also mit dir) auf Beute zu geben, die du als jagdattraktiv belegst.

    Damit zu deiner Frage:

    Oder gibt es da hinsichtlich der Beute echte Unterschiede? Ich dachte eben immer, dass ein Jagdhund grundsätzlich alles jagt.

    Er jagt alles, was ihm lohnenswert scheint.

    Was für ihn lohnenswert ist, hängt von den Erfahrungen ab, die er gemacht hat.

    Auf diese Erfahrungen hat der Mensch maßgeblich Einfluss.

    Legst du vor der Pubertät den Grundstein für kontrolliertes Jagen mit dir im Team, hat der Hund schon mal im Kopf, dass er sein Bedürfnis auf Jagd zusammen mit dir befriedigt bekommt. So "ganz nebenbei" bringt das gemeinsame Jagdtraining auch solche Bausteine wie Impulskontrolle, Anweisungen des Teampartners beachten etc. mit sich.

    ................

    Jeder Hund kann auch alleine lernen. Ist nur fraglich, ob das was er dann lernt auch das ist, was ich mir als Ergebnis wünsche.

    Ich lerne lieber beizeiten mit ihm gemeinsam, weil so die Aussicht darauf zu Lernen, was ihn für mich einschätzbar, kontrollierbar und vor Allem umweltkompatibel macht auch größer ist.

    Da es ja um die reine, häppchenweise Trainingsfütterung der gesamten Ration über den Tag verteilt geht, noch ein weiterer Aspekt, warum das völliger Unsinn ist:

    Habt ihr schon mal selber ausprobiert, eure gesamte Tagesration nur in Minihäppchen über den Tag verteilt zu euch zu nehmen?

    Ward ihr da irgendwann einmal satt?

    Das Sättigungsgefühl kommt von einem gefüllten Magen.

    Das Sättigungsgefühl produziert "Glückshormone", eben auch Serotonin.

    Serotonin aktiviert den Parasympathikus, welcher für die Erholung des Organismus verantwortlich ist.

    Einem Hund der nie satt wird fehlt also ein grundlegender Bestandteil, der zur ausgewogenen Balance des vegetativen Nervensystems (Sympathikus und Parasympathikus) notwendig ist.

    Wie ich Futter selber nutze:

    Zusätzlich zu den zuverlässigen Mahlzeiten (sind bei mir übrigens 3 am Tag) gibt es Trainingsleckerchen, die nicht so viele Proteine/Kalorien haben. Da ist das Kauen bzw. eher Schlucken der positive Verstärker bei erwünschtem Verhalten.

    Manchmal lasse ich die Jungs morgens vor dem Frühstück "arbeiten" (eine Trainingseinheit von nicht mehr als 20-30 Min.), und sie bekommen ihr Frühstück anschließend komplett direkt am Trainingsort.

    Das ist "doppeltes Glück" für meine Hunde - Apportiertraining + anschließende Sättigung = rundum "glückliche" Hunde.

    Satt zu sein ist ein organisch verankertes Grundbedürfnis, hier dem Hund Ungewissheit zu vermitteln (Werde ich heute satt?) oder es ihm gar ganz zu entziehen ist eine psychische Qual mit organischen Auswirkungen.

    Zum Beitrag von wildsurf noch als Ergänzung:

    Die Spezialisierung ist zwar ausgeprägter (sonst würde die Selektierung ja sinnlos sein), aber:

    Es ist das gesamte Paket des Jagdverhaltens verankert im Gehirn, also jede einzelne Sequenz wird immer "mit geliefert".

    Ob ein Hund alle Sequenzen - bis hin zum Tod der Beute - auch ausführt, hängt dabei tatsächlich vom Hund, der Beute und den Umständen ab.

    Mein Hund Amigo hat mal ein Huhn getötet - dabei ist er doch (O-Ton Rütter): "... darauf spezialisiert, die verletzte Ente zum nächsten Sanitäter zu bringen.".

    Jegliche Spezialisierung auf Jagd bringt mit sich, dass das Jagdverhaltensspektrum sehr dicht an der Oberfläche des Gesamtverhaltens "schwimmt" - es kann also leichter in Gang gesetzt werden, als bei Hunden, die diese Spezialisierung nicht haben.

    Damit ist natürlich auch das Bedürfnis nach Jagderleben bei diesen Hunden größer.

    Übrigens endet nicht jede Jagd mit dem Tod der Beute - es reicht auch, die Beute so kampfunfähig zu machen, dass sie gefressen werden kann.

    Vor allem, wenn sie das ja offensichtlich nicht ohne grosse Aufregung/potenziellen stress kann und die halterin sich dabei nicht wohlfühlt.

    Möglicherweise hat Tara (die Hündin) diesen Stress auch deshalb, weil die Halterin das nicht kann (sich dabei so unwohl fühlt, dass sie es mit "ich hasse das" beschreibt).

    Den Hund mal mit liebendem Auge in seiner Gesamtheit zu erfassen, und eben auch zu akzeptieren, dass er auch Eigenschaften mit sich bringt, die ich akzeptieren muss, auch wenn sie nicht so mein Ding sind, öffnet andere Wege.

    Wege, die eben auch eine Änderung beim Menschen erfordern.

    Besonders schwierig finde ich es auch, weil ich keine fremden Menschen mag. Also ich mag keinen Kontakt mit fremden Menschen, ich bin eher zurückhaltend. Und wegen Tara muss ich so oft mit Fremden reden, das hasse ich.

    Liebst du Tara?

    Dann solltest du akzeptieren, dass sie Menschen mehr mag als du.

    Das gehört einfach zu ihr, zu ihrem Wesen.

    Da solltest du einen Kompromiss finden, mit dem Tara glücklich ist, und du selber aber auch.

    Sie würde am liebsten jeden fremden Menschen anspringen. Sie darf darum gar keine fremde Menschen begrüssen draussen.

    Darin, und dass es ihr eben immer mal wieder doch gelingt, liegt das Problem:

    1. ist es meiner Meinung nach nicht zielführend, einen dermaßen menschenliebenden Hund den Kontakt zu Menschen völlig zu verbieten.

    2. ist das Anspringen ein weiteres Problem, welches - auch mMn - als solches separat durch ein Alternativverhalten ersetzt werden sollte.

    Bei mir war der Grundsatz: Du darfst zu Menschen, aber unter Einhaltung von Regeln.

    Die Grundregel war dabei: Gesittet hin - und hinsetzen.

    Das Hinsetzen verhindert das Anspringen, das Gesittete habe ich durch Annähern an der Leine etabliert.

    Bei Menschen die ihn ignorierten (also nicht auf ihn reagierten), habe ich angeleint passiert, die Menschen dabei selber ignoriert und mich voll und ganz auf meinen Hund konzentriert.

    Der Erfolg sind Hunde, die einfach an Menschen vorbei gehen - es sei denn, diese fordern sie zu einem Kontakt auf. Das geschieht oft nonverbal (Menschen bleiben lächelnd stehen oder verlangsamen den Schritt, und wenden sich dem Hund zu. Passiert auch manchmal mit Joggern oder Radfahrern, die dann einfach lächelnd stehenbleiben - und sich freuen, wenn der Hund daraufhin kommt und sich dann Streicheleinheiten abholt.)

    Das geht es mir also ähnlich wie KayaFlat

    Ich finde es übrigens schön, wenn meine Hunde bei fremden Menschen Glücksgefühle hervorrufen.

    Wurde mir vor ein paar Tagen von meinem Sohn geschickt, stammt von MadeMyDay.com:

    "Meine Mutter ist zu Besuch. Sie ist 62 und hat entdeckt, dass ich Netflix habe.

    Nun sitzt sie seit 3 Stunden vor der Glotze und, guckt "The Good Doctor" und ich hab jetzt gesagt: "Noch eine Folge, und dann geht's zum Zähneputzen und ab ins Bett!".

    Ich hab Jahre drauf gewartet ... :D ".

    Darunter der Kommentar meines Sohnes: "Mama - meine Zeit wird kommen... xD"

    Ich: "Ich schaue gerade "the Good Doctor" - auf Netflix... :pfeif: