Beiträge von Hundundmehr

    Jep - vor Allem, wenn man dabei auf irgendwelchen esoterisch angehauchten Seiten landet, die alles an medizinischen/wissenschaftlichen Fakten verteufeln und darauf basierend nicht-medizinische Alternativen zwingend nahelegen ...

    Nicht, dass ich nicht auch Alternatives mit einsetzen würde - aber die Betonung liegt auf MIT, und immer unter Berücksichtigung der medizinischen Behandlungen.

    Mein Tipp zum Googeln: Es gibt sehr viele seriöse Quellen, z. B. Unikliniken/medizinische Studien oder auch Dissertationen, und diese liefern dann oftmals gute Grundlagen für Fragen, die man dann dem eigenen Tierarzt stellen kann.

    Wissen ist Macht, Pseudowissen verunsichert.

    Ich drücke die Daumen, dass die Laborergebnisse mehr Klarheit bringen!

    Jetzt bist du halt nicht mehr der Alphawolf :ka:


    Aber einem Alpha, der regelmäßig "Eis für alle" bestimmt, würde ich mich auch gerne unterordnen. :herzen1:

    Also ich sehe mich selber eher so in der Rolle des "Coaching Leader" - ich gebe bestimmte Basisinformationen (zumeist konditioniert) mit, leite so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig an, habe da ein bestimmtes Ziel im Auge ... und bin aber bemüht offen zu bleiben, wenn dann völlig überraschend-konstruktiv ein ganz anderes "Ziel" von meinen Tieren präsentiert wird, was aber dann in dem Rahmen ist, den ich für kompatibel halte.

    Klassisches Beispiel: "Sitz auf Distanz" - ein typisches Vasco-Kompromiss-Angebot, welches die hohe Denkfähigkeit unseres Herrn Professors nachweist:

    Untertitel: "Der nicht ganz so perfekte Rückruf - und warum Umwege manchmal schneller zum Ziel führen"

    Ihr ahnt es - meine Bemühungen, Vasco dieses klassische "auf Rückruf stante pede abwenden und kanonenkugelgleich zu mir kommen"- Verhalten beizubringen, hatten nicht so wirklich den gewünschten Erfolg.

    Also in Trainingssituationen war das perfekt.

    In alltäglichen Gebrauchssituationen ... gab es genügend Gelegenheiten, ein Zeitlupenvideo davon machen zu können, ohne die Zeitlupenfunktion zu nutzen ... :pfeif:

    Ich war geduldig, ich war beharrlich, ich hatte ja ein Ziel vor Augen: Einen Hund, den ich jederzeit aus jeder Situation abrufen kann, und der dann auch unverzüglich zu mir kommt.

    Es war mein Vasco, der mir nicht nur gezeigt hat, dass dies oftmals gar nicht nötig ist, sondern mir auch die Augen dafür öffnete, wie kontraproduktiv dieser Wunsch sein kann :gott: :cuinlove:

    Eines Tages, ich konnte sehen dass mein Rückruf zwar angekommen, aber deutlichen Zweifel bei meinem Vasco hervorgerufen hatte, hat Vasco mir dann ein "Sitz" statt des Zurückkommens angeboten.

    Zum Glück hatte ich eine meiner doch eher seltenen "Sternstunden", in denen ich blitzartig erkannte, dass mir hier ein Angebot von meinem Hund gemacht wurde, die Situation anders zu lösen, weil mein Hund - eher als ich xD - erkannt hat, was ich eigentlich will:

    In eben genau dieser Situation kam uns ein HH-Gespann entgegen, und ich wollte einen unabgesprochenen Kontakt verhindern.

    Mehr nicht.

    Öhm .. *hust* ... ein klitzekleines bisschen mehr will ich doch ...

    aber das ist nicht auf Vasco bezogen, sondern mehr auf meine Umwelt: Ich signalisiere gerne frühzeitig Menschen und Hunden, dass dieser freilaufende Hund sehr wohl "in meiner Kontrolle" steht.

    Nicht, weil ich zeigen will wie "toll" ich als "Chef" bin, und wie "gut im Gehorsam" meine Hunde stehen - sondern einfach, weil das anderen Menschen (und auch so manchem Hund) mehr Sicherheit gibt in dem Wissen: "Der da kommt jetzt nicht als wandelndes Überrollkommando auf uns zu gedonnert, und wir müssen dann schauen wie wir mit dem klarkommen, weil dessen Mensch schon ellenweit weg ist."

    Um dem Ganzen dann noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, praktiziere ich das zum allergrößten Teil dann noch so, dass ich dieses "Sitz auf Distanz" als freundliche Bitte im ganzen Satz formuliere - und mein Hund folgt dann dieser Bitte.

    Tatsächlich bin ich diesem äußerst konstruktivem Angebot von Vasco gefolgt, und es hat sich als so umweltkompatibel erwiesen, dass ich es unserem Leif schon sehr früh beigebracht habe - das "Sitz auf Distanz".

    Ich habe übrigens erst etliche Zeit später die Information bekommen, warum das auch aus Hundesicht die oft deutlich bessere Variante ist:

    Hunde kommunizieren oft schon auf sehr große Distanzen miteinander.

    Es kann durchaus ungewollte unangenehme Reaktionen hervorrufen, wenn einer der Hunde "so mitten im Gespräch" plötzlich abbricht und seinem Gesprächspartner den Hintern zeigt...

    Da ich außerdem die "Gesprächsinhalte" der Hunde nicht kenne, ist es durchaus möglich dass ich meinen eigenen Hund in einen Interessenkonflikt bringe: "Führe ich das Gespräch jetzt weiter, weil wir gerade an einem brisantem Punkt sind, und mache damit meinen Menschen sauer, weil ich seinem Signal nicht nachkomme - oder mache ich meinen Menschen zufrieden, riskiere aber damit dass der andere Hund mich als "unhöflich" einordnet, und mir nachrennt und einen auf den Sack gibt wegen meiner Unhöflichkeit? :denker: :verzweifelt: "

    Mit diesem "Sitz auf Distanz" habe ich also

    - eine Kontrolle, die ein ungehindertes Kontaktieren des anderen Hundes vermeidet

    - ein Signal für zumindest mein menschliches Gegenüber: "Dieser Hund wird euch nicht ohne eure Genehmigung kontaktieren, er steht unter Kontrolle"

    - ein gutes Zeitfenster, um selber die Führung zu übernehmen, z. B. indem ich die Menschen frage, ob ich anleinen soll

    - dem Bedürfnis meines Hundes entsprochen, sein Gegenüber nicht aus den Augen lassen zu müssen

    All das hat mein Vasco für mich "gedacht" - und das finde ich verdammt konstruktiv :herzen1:

    Es dürfte jetzt wohl ohne Zweifel klar sein, warum er beizeiten auch "Herr Professor" genannt wird, oder?

    :D

    Edit: hach - dieses "regelmäßig Eis für alle" ... nu ja, es heißt nicht umsonst: "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft", ne? :paketliebe: Mir geht es ganz oft um den Erhalt der Kooperationsbereitschaft meiner Hunde ... aber im Grunde genommen habe ich sie einfach nur lieb :ops: :cuinlove:

    Edit: Er hat natürlich sein Eis bekommen :D

    Dann „bestellt“ er jetzt sicher öfter :smiling_face_with_hearts:

    Bestimmt xD

    Warum auch nicht.

    ..............

    Ich finde es immer wieder unglaublich berührend, wenn ich feststelle dass eines der mir anvertrauten Tiere für sich erkannt hat, dass "Menschen ja doch nicht so doof sind", und eine - wenn auch eingeschränkte - Kommunikation mit ihnen möglich ist xD :herzen1:

    Das geht mir auch bei meinem Pferd so, beschränkt sich also nicht auf die Hunde :herzen1:

    Unser Vasco, 13 Jahre alt, ein eingetragener "Einstein vom xxxxx", von uns liebevoll aus Gründen manchmal "Herr Professor" genannt, hat eine sehr eigene Art entwickelt, uns seine Wünsche mitzuteilen, wenn er an der Leine ist: Er bleibt dann stehen, in die Richtung in die er gerne gehen möchte, und wirft uns einen Seitenblick zu. Das passiert z. B. wenn wir an einer Stelle vorbei kommen, wo er gerne Schnüffeln würde weil es sehr interessant riecht, er aber dahin Ziehen müsste um da hin zu gelangen. Manchmal zeigt er auch damit an, dass er lieber dort lang gehen würde, was ich auch mache wenn es passt.

    Vorgestern waren wir "im Dorf" unterwegs, auf dem Heimweg von der Pizzeria.

    Wir hatten gerade die Kreuzung an der Dorf"hauptstraße" überquert, und wollten auf der Seite der Straße weitergehen, als Vasco stehenblieb und uns anzeigte, er würde lieber auf die andere Seite gehen.

    :denker:

    Ich fand zwar die von uns gewählte Seite für die Hunde interessanter (mehr "wilde" grüne Stellen) - aber nun ja; Wenn unser Herr Professor gerne die andere Seite nehmen würde, machen wir das mal.

    Wir querten also die Straße und wollten dann da die Richtung gen Heimat weitergehen.

    Vasco überquerte auch zügig, kam auf der anderen Seite aber nur zögerlich mit und blieb schließlich stehen.

    Mein Mann und ich sahen uns nur an: " :denker: "

    Vascos Blick ging zu der kleinen, vielleicht 50cm hohen Steinmauer, die dort aus dekorativen Zwecken steht - und das war des Rätsels Lösung:

    Unser Herr Professor wollte gerne ein Eis :lachtot:

    Auf dieser Steinmauer sitzen wir nämlich ab und an, holen ein Eis für die Hunde an der gegenüberliegenden Eisdiele, und sie dürfen das dann schlemmen, während wir auf dieser Mauer sitzen und warten bis sie fertig sind.

    :herzen1:

    Edit: Er hat natürlich sein Eis bekommen :D

    Wenn ich mir da vorher schon irgendwas zurecht legen würde, käme das in dem Moment eh nicht authentisch rüber und würde dann eh nur in einem Schlagabtausch enden, aus dem man selbst nachher mit dem Gefühl raus geht "verloren" zu haben.

    Doch, manchmal ist eine vorher überlegte Antwort ganz hilfreich.

    Diese aufdringlichen, unausstehlichen, selbsternannten Waldhüterbesserwisser bekommen auf ihre Ansage: "Der Hund gehört an die Leine! Sie sind hier im Wald, da ist Leinenpflicht!" die Standardantwort:

    "§2, Absatz 3, Satz 2, Landesforstgesetz Nordrhein-Westfalen. Ihnen auch noch einen schönen Tag :D"

    Den Inhalt erkläre ich nicht, denn damit würde ich ja eine Grundlage für ein Gespräch selber legen - und das ist bei solchen Leuten zwecklos.

    Ich gehe dann lieber weiter - selbstverständlich mit unangeleinten Hunden.

    Fast jeder der Hunde im Video (alle, bis auf den ganz am Anfang glaub ich sogar) hat deutliche Beschwichtigung oder Alternativen zu Fight gezeigt, bevor er ausgelöst hat. Wunderbare Möglichkeiten, dieses Verhalten zu verstärken. Aber nö... Ist halt spektakulärer, wenn der Hund auslöst. :schweig:

    und:

    Bei aller Kritik finde ich das vermessen. Bei vielen Hunden diesen Kalibers bleibt nur Auslösen und Aushalten. In sauberer Umgebung mit besser gepflegten Hunden kann das bei den Start ins Neue Leben Videos angeschaut werden.

    dragonwog Meinst du sowas?

    Ndzilo - Kurzer Vergleich von Vorher/Nachher einer Baustelle bei diesem Hund


    In diesem Video ist zu sehen, dass der Hund über das Training gelernt hat, eine Situation in der er zuvor ausgelöst hat nun auszuhalten. Prickelnd ist das für den Hund trotzdem nicht, und es ist zu sehen, dass eben - vermutlich lebenslang in kompetenten Händen - ein entsprechendes Management mit viel weitreichenderen Vorsichtsmaßnahmen notwendig ist.

    Nein, nicht jeder Hund lässt sich so weit trainieren, dass er zuverlässig Alternativhandlungen als für sich sinnvoller erlernt.

    Was ich allerdings nachvollziehen kann, ist die Aussage von Millemaus , es würden so viele Zeichen bei den Hunden gezeigt, welche die Möglichkeit für Alternativhandlungen bieten, auf welche gar nicht eingegangen wird.

    Das ist eben auch meine Kritik an dem Umgang und der Traininingsweise von V.B.: Sie kann nur unerwünschte Verhaltensweisen über Unterdrücken trainieren. In wirklich jedem ihrer Videos - auch denen, die nicht speziell für's Fernsehen gemacht wurden, wo man ja noch den Grund: "Sie provoziert Auslösen weil es brauchbarer (spektakulärer) für die Zuschauer ist und mehr Einschaltquote bringt" gelten lassen könnte - ist zu sehen, dass sie niemals auf solche Anzeichen von Calming (die deutsche Übersetzung als Beschwichtigung passt hier nicht bzw. suggeriert eine zu enge, teils falsche Motivation) eingeht.

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    Ich bin ja selber mit dragonwog einige Male (auch) hier in diesem Thread zusammengerasselt; Vermutlich habe ich den Eindruck erweckt, ich stünde auf dem Standpunkt "mit einem entsprechendem positiven Training wird alles gut für (fast) alle Hunde".

    Auch jetzt noch bin ich der Meinung, viele der Hunde die auf dem Höhepunkt des Hundesammelwahns in der HHF gelandet waren, gehörten dort gar nicht hin, hätten in mMn kompetenteren Händen deutlich bessere Chancen auf eine Resozialisierung gehabt, und sind in der HHF tatsächlich untergegangen.

    Im Hier und Jetzt, wo die Hundezahl deutlich auf Anweisung der Ämter reduziert wurde, neige ich dazu mich der Meinung von dragonwog anzuschließen, dass die dort jetzt verbliebenen Hunde größtenteils "ein Kaliber haben, bei dem nur Auslösen und Aushalten bleibt" - und da ist der Weg über etablieren von Alternativverhalten eben maximal ein Trampelpfad, der sich nie zu einer Autobahn ausweiten lässt.

    Allerdings halte ich in diesen Fällen die Euthanasierung für gnadenvoller, als ein Leben in dieser Hundehölle, mit diesem dort praktizierten Umgang und den Haltungsbedingungen.

    Wo ihr gerade über das Dummy-Training diskutiert, dumme Frage, aber im Grunde ist es doch einfach apportieren, oder?

    Nein :D

    Apportiersport ist Hochleistungssport für's Gehirn, der Hund lernt, alle seine Sinne gezielt und überlegt zu nutzen.

    Beim TUN wird Dopamin freigesetzt, das macht den Hund glücklich.

    Der Apport ist nur der Garant, dass der Hund wieder mit der Beute zurück kommt.

    Ob der Hund das macht, weil er beutegeil ist, oder ob er es macht, weil es ihm so beigebracht wurde als Abschluss einer Arbeitsaufgabe, ist für die Befriedigung, die der Hund beim Machen erfährt, nicht wirklich wichtig.

    Wichtig ist, dass der Hund dieses Zurückkommen mit der Beute als Handlung erlernt, die zwingend zum vorherigen Tun gehört.


    Das Abgeben ist unser größtes Thema, weil er das Dummy meist kurz vorher fallen lässt.

    Er lässt es kurz vor dir fallen - d. h., er bringt es zu dir zurück.

    Das ist der perfekte Abschluss.

    Willst du Turniersport machen?

    Dann kostet es dich Punkte, wenn der Hund nicht im perfekten Vorsitz das Apportel so lange hält, bis du ihm das Signal für das Ausgeben gibst.

    Ansonsten - :pfeif: pfeiff drauf. Wichtig ist das zuverlässige zu dir zurück kommen, und zwar mit der Beute, auf die du ihn eingewiesen hast.

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    Essentiell wichtig für ein erfolgreiches Apportiertraining ist ... die Freude des Menschen am Apportiersport.

    Macht es dem Menschen keinen Spaß, wird auch der Hund nicht den Spaß entwickeln können den es braucht, um am Dummy zu bleiben.

    Aber gut, wenn manche der Meinung sind, der verbale Angriff wäre meine Schuld gewesen, ist das so.

    Nö, für diese Reaktion ist alleine die verbale Angreiferin verantwortlich.

    Ich finde aber, die meisten Reaktionen hier waren ein "haks, ab, dumm gelaufen, und ändern kannst du solche Menschen nicht.", und nicht etwas eine "Schuldfrage".

    Klar wäre ein klares "Ja bitte" auf die Frage nach dem Anleinen sinnvoller gewesen - aber hey, shit happens, beim nächsten Mal weisst du dass dies für manche Menschen klarer ist (und trotzdem werden sich einige nicht daran halten, und der Hund wird ein Stück hinterher rennen, aber das ist ein anderes Aufreg-Thema).

    Mach dir also keinen Kopp um den Ausraster der Frau - denn sie hat ihre "eigene Geschichte", an der du weder beteiligt bist, noch etwas dafür kannst.

    Wenn mir jemand auf meine Frage, ob ich anleinen soll, antwortet: "Nö, braucht nicht." gehe ich auch davon aus, dass ein Kontakt erlaubt ist.

    Du hast aber noch gesagt: "Ich gehe schnell vor." - und das ist für mich ein ganz klarer Hinweis, dass ich meine Jungs nicht verfolgen lasse.

    Bei mir hätte deine Aussage also gereicht.

    Er ist zwar trotzdem aufgeregt und kriegt den Jagdtunnel Blick, aber weiß eben dass er an der Schlepp ist und geht von sich aus einfach vorbei. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich das auf seinen Gehorsam zurück führen kann, oder nicht einfach auf seine Intelligenz, dass jagen mit Schlepp ohnehin nicht möglich ist :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Ich "übersetze" dir das mal, damit du erkennst, welcher Erfolg doch schon zu sehen ist:

    Er ist aufgeregt, und an seinem Blick ist der Status "Jagdmodus" zu erkennen - aber er ist nicht so hoch aufgepuscht dass er die Leine ausblendet sondern schon so weit runter in seinem Aufgeregt-Level, dass ihm ein einfaches vorbei gehen möglich ist.

    Hormone machen Verhalten, und das immer und immer wieder praktiziert konditioniert dieses Verhalten.

    Ich habe eigentlich immer einen Dummy mit und wenn es passt, lasse ich ihn 1-2x suchen. Aber er verliert im Moment schnell die Lust.

    Darf ich dir einen Tipp geben?

    "Nimm Zwei, und Naschen Apportieren ist gesund!" :D

    Du kannst

    1. mehr Abwechslung reinbringen, kannst

    2. die Fähigkeit etablieren, deinem Hund das (Ab-)Warten beizubringen, und kannst

    3. auch Markierung (geworfenes Dummy) und Suchen eines versteckten Dummies (welches du nicht geworfen, sondern zum Suchen ausgelegt hast, kombinieren, und

    4. dem Hund dabei beibringen, die Beute zu holen die du zuerst geholt haben willst.

    Ich würde erst mal mit zwei Markierungen, also geworfenen Dummies, anfangen: Eines wirfst du nach Vorne, den wartenden (evtl. zu Beginn durch Leine gesicherten) Hund neben dir. Dann drehst du dich mit dem Hund um 180° und wirst in die Gegenrichtung.

    Wieder drehen, zur Sicherheit mit dem Hund ein Stück in die Richtung des zuerst geworfenen Dummies gehen (damit er auch ganz eindeutig weiß, dass er dieses Dummy zuerst holt - hier gilt tatsächlich: Gib dem Hund so viel Hilfen, dass er ganz sicher das macht was er soll, und nicht möglicherweise sofort ein Fehler passiert). Dahin schickst du ihn dann, lässt ihn zu dir kommen, das Dummy geben, nimmst ihn wieder bei Fuß, drehst dich mit ihm in die andere Richtung, und schickst ihn dann auf das zweite Dummy.

    Auch hier am Anfang nicht zu schwer, wenn du die ersten Male mit zwei Dummies arbeitest, achte darauf dass die Dummies für den Hund vom Startpunkt aus sichtbar sind - er soll markieren (=die Landestelle der Beute merken) lernen, und nicht ins Suchen gehen, weil er im hohen Gras z. B. die Landestelle nicht mehr genau weiß.

    Das ist Kopfarbeit - und wer lernt, erst zu Denken und dann zu entscheiden welches Handeln zielführend ist ... der folgt nicht einfach hirnlos seinen Impulsen.

    Ich würde übrigens immer variieren, ob ich den Hund zuerst auf das erste oder zweite geworfene Dummy schicke - Hunde lernen schnell, und so mancher Hund lernt eben auch: "Wir holen immer zuerst das erste geworfene Dummy" - und so mancher HH hat sich dann schon geärgert, weil er sich dann extra mit dem Hund zum zweiten Dummy gedreht hat - und der Hund dann ja so völlig überraschend nach dem Schicken gewendet und zum ersten Dummy gerannt ist ... weil er zuvor gelernt hat: "Das holen wir doch immer zuerst."

    Ich bin absoluter Befürworter von Apportierarbeit, weil die Übungen so vielfältig gestaltet werden können, dass mit Ihnen tatsächlich alle Jagdverhaltenssequenzen bedient werden.

    Warum bis Herbst warten?

    Zwei schöne, knackige, wohlüberlegte (den bisherigen Fähigkeiten des Hundes angepasste) Apportaufgaben reichen auch aus.

    "Das beste Trainingsergebnis erzielt man dann, wenn man aufhört wenn es am Schönsten ist."

    Das ist an manchen Tagen halt schon mal nach 2 kurzen Übungen, an anderen Tagen nach 4 (umgangreicheren) Übungen - hauptsache, es wird aufgehört bevor der Hund keine Lust mehr hat.