Beiträge von Hundundmehr

    0,6% der gemeldeten...die Dunkelziffer von nicht gemeldeten Hunden (unabhängig der Rasse) ist riesig.

    Und vor 3% der Hunde hat man also so eine dermaßen große Angst, dass sie weg müssen. Die 97% der anderen Hunde dürfen aber bleiben, weil sie "eigentlich" immer lieb und nett sind?

    du wirbelst ein wenig die Zahlen durcheinander ... es sind nicht 3% der Hunde, vor denen man Angst haben müsste in dieser Kategorie.

    Lassen wir die Dunkelziffer (die ich nicht für so wahnsinnig riesig halte, wobei ich für diese Annahme genauso wenig seriöse Fakten habe wie du für deine Annahme) mal außen vor, dann heißt das:

    Die Hunde der Kategorie 1 aus der Statikstik betragen nur 0,6% der gesamten gemeldeten Hunde, sind aber für 3% der gemeldeten Beißvorfälle verantwortlich.

    Ich mache das mal an 3 konkreten Rassen kenntlich, was das bedeutet:

    American Staff: 43 Beißvorfälle bei 2.468 Hunden

    D.h., von 1000 Hunden musst du mit 17 Beißvorfällen rechnen.

    Schäferhunde: 253 Beißvorfälle bei 40.141 Hunden

    D.h. von 1000 Hunden musst du mit etwas mehr als 6 Beißvorfällen rechnen.

    Golden Retriever: 32 Beißvorfälle bei 31.595 Hunden.

    D.h., von 1000 Hunden musst du mit 1 Beißvorfall rechnen.

    Vergleichen wir das jetzt noch mal mit der Gesamtpopulation, wo von 1000 Hunden bei 2,5 Beißvorfälle registriert werden, dann ist deutlich zu sehen, dass der Golden Retriever unter diesem statistischen Mittelwert liegt, während der Schäferhund schon deutlich darüber liegt, und der AmStaff noch 3 mal so viel Gefahrenpotential hat wie der Schäferhund.

    Diese Zahlen beziehen sich auf die von hasilein75 verlinkte Statistik des Landes NRW, die ich sehr differenziert aufgeschlüsselt finde, weil sie die jeweilige Anzahl der (gemeldeten) Rassehunde berücksichtigt.

    Edit: Um das noch mal deutlicher im Rassevergleich zu machen:

    Wären alle Hunde wie der Golden Retriever, gäbe es bei 1.000.000 Hunde in NRW pro Jahr 1000 Beißvorfälle.

    Wären alle Hunde wie der AmStaff, dann gäbe es bei 1.000.000 Hunde in NRW pro Jahr 17.000 Beißvorfälle.

    Nicht berücksichtigt (weil in der Statistik nicht aufgeführt) ist die Schwere der Bisswunden.

    Hat mal jemand anhand der verlinkten Statistik ausgerechnet, wie hoch die Zahl von Beißvorfällen in Relation zu der Zahl gehaltener Hunde ist?

    Ich überlege gerade, ob das eine rhetorische Frage ist? :denker:

    In der von hasilein75 verlinkten Statistik lässt sich das gut nachvollziehen:


    Mal etwas Statistik ... 2021 in NRW ... man lese und staune .... Liste 1 Hunde waren in NRW für 3% der Beißvorfälle verantwortlich .... machen aber nur 0,6% der gemeldeten Hunde aus


    dieses und weiteres findet man ....

    landeshundestatistik_nrw_bericht_2020_2021.pdf

    Die Zahlen dort lassen sich ganz gut runden, bei knapp 1.000.000 (gemeldete) Hunde gab es knapp 2.500 Beißvorfälle (gegen Mensch und Tier, was sich in etwas die Waage hält).

    D.h., bei knapp 2,5 Hunden von 1000 musst du mit einem Beißvorfall (pro Jahr) rechnen.

    Mir ging es halt genau um diese ausdrucksweise die halt in diesem Zusammenhang unpassend ist. Oder zumindest unglücklich ausgedrückt oder mißverständlich :smiling_face_with_halo: :rolling_on_the_floor_laughing:

    Also meine Gedanken gingen bei dieser Formulierung auch unwillkürlich in Richtung "nicht jugendfreier Raum" .... :ops: :D


    Als ich mit dem Reiten begonnen habe (da war ich noch klein und wenigstens nach außen lieb und niedlich), war ich sehr, sehr schüchtern und ruhig. Mein Reitlehrer, alte Schule und Saufkopf von Beruf, hat mir immer die ruhigen Pferde gegeben, weil das „so gepasst hat und er mich nicht überfordern wollte“.

    Seine Frau, die ab und an mal vertretungsweise Unterricht gab, hat mir immer die kernigen Tiere gegeben, weil „sich das ergänzt und beide vom jeweils anderen profitieren.“

    Ein sehr interessanter Gedanke, der sich mir da auftut.

    Möglicherweise hat es sich der Reitlehrer da ja auch einfach nur bequem gemacht, während seine Frau einen bestimmten Weg eingeschlagen hat, um dich zu fordern und zu fördern.

    Möglicherweise hatten aber auch beide andere Ziele für den jeweiligen Unterricht?

    Z. B. (jetzt nur mal aus den Fingern gesogen): "Ruhiges Kind auf ruhigem Pferd = Fordern und Fördern von richtigem "Sitz" und feinen Einwirkungen", und: "Ruhiges Kind auf kernigem Pferd = ruhiges Durchsetzen, überlegtes Handling, stärken des Selbstbewusstseins des Kindes hinsichtlich seiner eigenen Fähigkeiten".

    Also nur noch Goldies....keine Gebrauchshunde, keine größeren Terrier...dann geht's weiter....keine Molosser richtig? Also keine Cane Corso, Dogo Canario, Dogo Argentino.

    Nein, das mit Sicherheit nicht.

    Im Reallife denke ich immer bei Interaktionen meiner Hunde mit bestimmten Rassen: "Wie schön - und: Geht doch!".

    Was bei jedem Hund vom Menschen überlegt werden sollte: Wie bekommt man diesen Hund umweltkompatibel?

    Bei manchen Rassen gehört da einfach mehr zu als der "gesunde Menschenverstand" (der sowieso nicht so gesund ist wie manche/r glaubt, weil er eben auch von viel "Meinungs-Mache" beeinflusst wird).

    Da gehört Wissen und auch Können zu (welches man nicht unbedingt selber haben muss, oft reicht es, jemanden an der Seite zu haben, der darüber verfügt).

    Die Veranlagungen/das Potential mancher Rassen erfordern einfach mehr an Wissen und Können, um dieses Potential gezielt in Bahnen zu lenken, die eine Kollision mit den Umweltbedingungen verhindert.

    Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die Wesensfestigkeit von Hunden - und die lässt sich nicht durch "Hinterhofzuchten" bewerkstelligen.

    Bevor jetzt wieder der Gedanke aufkommt: "Ah - wieder eine die glaubt, jeder Hund bräuchte nur eine bestimmte Erziehung, und lässt sich dann zu einem "Schaf" formen!"; Nein, alles hat seine Grenzen, und jeder Hund ist ein individuelles Lebewesen, welches - genau wie auch Menschen - weit entfernt von "perfekt" ist.

    Diese Grenzen kennen und erkennen, liegt genauso in der Verantwortung des Menschen.

    Die (wunderschönen) Freilaufkontakte mit Molossern, Bullterriern und Wach-/Schutzhunden, die ich mit meinen Hunden hatte, waren im Vorfeld abgesprochen - und so wie ich mir genau mein Gegenüber ansehe, so wurde auch ich mit meinen Hunden genau eingeschätzt, bevor ein Kontakt zustande kam.

    Deshalb passte das.

    Wir sollten bei all dem aber bitte nicht vergessen, wie viele Millionen von Hunden alleine im deutschsprachigen Raum in völlig friedlicher Koexistenz mit der menschlichen Umwelt (und allem was sich darin befindet) leben.

    Dabei kommen weniger als 10% aus regulären Zuchten (von denen ich auch nicht jede per se als "seriös" bezeichnen würde, aber das ist ein anderes Problem).

    Solche schrecklichen Vorfälle wie die hier in diesem Thread aufgeführten sind nicht die Normalität, sie sind die Ausnahme.

    Wobei ich mich mittlerweile des Gefühls nicht erwehren kann, angesichts der ganzen Deppen die hier (gemeint ist mein Reallife) rumlaufen, machen Hunde etwas "richtiger" als die Menschen ... :ka:

    Ich habe ja ungern Unrecht ... aber: Die Information, die Hündin die das Pferd attackiert hat ist erst ein Jahr alt, hat meine Schlußfolgerung ins Wanken gebracht.

    Ein: "Das hat sie ja noch nie gemacht!" ist doch in dieser Entwicklungsphase nahezu vorprogrammiert... wie kann ein Mensch auf die Idee kommen, einen Jungspund, dessen Hormone in dieser Phase sowieso auf permanenter Sturmwarnung stehen und bei jeglichen Anlässen von jetzt auf gleich zum Orkan mutieren, an einem solch reizüberfluteten Ort, und dann auch noch unkontrolliert, laufen zu lassen?

    Jetzt ist das Kind, bzw. der Hund, in den Brunnen gefallen.

    In GB hat diese Hündin vermutlich keine Chance, diesen Vorfall zu überleben.

    In D hätte sie die - und hätte sie auch verdient, in kundigen Händen, die dieses möglicherweise pubertätsbedingte Verhalten wieder durch entsprechendes Training bei gleichzeitig umsichtigen Führen wieder in normale Bahnen lenkt.

    Wenn es tatsächlich pubertätsbedingt war. Was wir nicht wissen, weil über die Hündin nichts bekannt ist.

    Zitat

    Oder ist der Fall jetzt was anderes, weil der Hund ein Pferd verletzt hat?

    Ich denke ,da geht es nicht um das "dass" und auch nicht um das Opfer, sondern um das "wie": um einen unprovozierten Angriff dieser Intensität, der nur noch mit Gewalt abgebrochen werden kann, weil der Hund so total im Tunnel ist. Das finde ich auch nicht mehr "normal".

    Danke! :gott:

    Ich habe nur meine Meinung begründet, die ja konträr zu den Meinungen anderer steht.

    Entscheiden kann ich nichts, will ich auch nicht.

    Dafür gibt es Fachleute.

    Es ist nunmal Fakt das sich der gleiche Hund freilaufend im Park bewegt hat, ich nehme an nicht das erste Mal, und dabei friedlich mit Hund und Mensch war.

    Möglicherweise - möglicherweise auch nicht :ka:

    Fakt ist nur das, was im Video zu sehen ist.

    Selbst wenn das ein "Das hat er ja noch nie gemacht!" ist, ist dort zu sehen, dass der Hund einen Beschädigungskampf aus dem Nichts heraus gestartet hat.

    Das ist höchst gefährlich, und hat eine Ursache.

    Warum bleiben wir nicht einfach mal bei diesem Hund, der in einem öffentlichen Park mit einem Pferd minutenlang gekämpft hat, ohne durch irgendeinen Menschen aus diesem Tunnel herausgeholt werden zu können.

    Dieser Hund hat eine Grenze überschritten, die ihn als Gefahr für die Umwelt einstuft.

    Er hat einem Pferd mehrere Bissverletzungen zugefügt, dabei die rassetypische Veranlagung gezeigt, sich zu verbeißen.

    Dabei hat er eine Größe und Körperkraft, die das Potential großen Schadens beinhaltet.

    Als Auslöser für dieses Verhalten hat die bloße Anwesenheit des Pferdes (mit Reiter) gereicht, um den Hund alle Eskalationsstufen überspringen zu lassen und direkt in den Angriff mit Beschädigungsabsicht zu gehen.

    Wie sollte das Training aussehen, um diesem Hund sicher beizubringen die normalen Eskalationsstufen wieder einzuhalten?

    Welche Sicherungsmaßnahmen sind notwendig, um einen solchen Vorfall zukünftig sicher zu vermeiden?

    Was hat den Hund veranlasst, dieses Verhalten zu zeigen?

    Wer kann einen solchen Hund sicher einschätzen, führen und trainieren?

    Gerade der Auslöser für dieses Verhalten ist wichtig für ein entsprechendes Training - aber diesen Auslöser herauszufinden, ist sehr schwierig bis hin zu unmöglich.

    Wenn eine Grenze (in diesem Fall ist damit das Überspringen aller Eskalationsstufen hin zum Beschädigen-Wollen gemeint) einmal überschritten ist, fällt das nächste Überschreiten noch mal leichter.

    Vor Allem, weil der Hund selber keinerlei Schaden (aus dem er hätte "klug" werden können) davongetragen hat.

    Für diesen Hund war der Angriff auf das Pferd ein voller Erfolg, er verbucht dies als "positives Ereignis".

    Viele hier wissen selber, wie schwer es ist einen Hund zu trainieren, der schon mal Jagderfolg (also z. B. auch eine schöne Hatz) hatte - denn dann muss gegen dieses Erfolgserlebnis und die damit verbundene Dopaminausschüttung gearbeitet werden.

    Dieser Hund ist also jetzt eine sehr große potentielle Gefahr - was passiert jetzt mit ihm?

    Zum Halter kann er nicht, denn dieser ist unfähig und völlig uneinsichtig.

    Der Hund muss zunächst also in eine "Sicherheitsverwahrung", bis sich jemand findet, der mit ihm außerhalb der Öffentlichkeit trainiert.

    Wie groß ist denn die Chance darauf, jemanden zu finden?

    Ich finde das Argument: "Aber er hat doch keinen Menschen oder einen anderen Hund angegriffen, deshalb ist er doch gar nicht so gefährlich und kann doch sicher bei kompetenten Händen ein normales Hundeleben führen" (so in etwa ist hier geschrieben worden) äußerst fahrlässig, weil es völlig außer acht lässt, WELCHE Grenze dieser Hund überschritten hat.

    Dazu ist auch nicht bekannt, warum er diese Grenze überschritten hat.

    Es kann also niemand sagen, wann und bei welchem Anlass er diese Grenze wieder überschreitet.