Vorab: Das hier hatte ich geschrieben:
Fremdhundekontakte: Ja, ein Muss - aber nicht wahllos mit jedem, und immer nur nach Absprache
Nicht wahllos, und immer nach Absprache ungleich aufgezwungen.
Meiner persönlichen Erfahrung nach gibt es leider immer mehr Hundehalter:innen, die der Ansicht sind, Hunde bräuchten weder Freilauf noch Sozialkontakte zu Artgenossen, erst recht nicht zu fremden Artgenossen.
Das ist nicht artgerecht, und es steht auch völlig konträr zu den Umweltbedingungen, unter denen der allergrößte Teil der Hunde nun mal lebt.
Warum braucht ein Hund den bitte Kontakt zu Fremden Artgenossen, wenn er andere Artgenossen hat.
Das verstehe ich nicht steht Quantität über Qualität ?
Sozialverhalten (bei Mensch und Tier) beinhaltet alle Verhaltensweisen, die auf innerartliche Aktionen/Reaktionen gezeigt werden. Genetisch ist dabei die gesamte, artspezifische Verhaltenspalette veranlagt, wobei es besondere Ausprägungen gibt.
Völlige Artgenossenunverträglichkeit ist dabei genauso krankhaft wie unbeschränkte Artgenossenliebe.
Dazwischen gibt es alle möglichen Grau- und Farbschattierungen, die teilweise genetisch vordisponiert sind, aber erst über entsprechende Erfahrungen ausgebildet und verfeinert werden.
Sozial lebende Tiere besitzen eine hohe Kooperationsfähigkeit, und diese kann nur existierenden bei einem ausreichenden Maß an Neugier auf Artgenossen.
Dass diese Neugier auf Artgenossen sich nur auf die vom Menschen gewählten Kontakte beschränkt, ist eine Annahme des Menschen, aber sicher nicht das eigentliche, individuelle Bedürfnis des Hundes. Das kennen wir nämlich nicht, weil Hunde sich uns nicht mitteilen können.
Hunde sind aber auch Opportunisten, die sich anpassen wenn es für sie genügend Vorteile gibt.
Das gibt - leider! - genügend Raum, um als Mensch den Schluss zu ziehen: "Der Hund braucht das/braucht das nicht.".
Der Mensch kann das, denn: Der Hund wird ihm nicht widersprechen.
Um ein angemessenes Verhalten mit Fremdhunden zu lernen, brauchen Hunde angemessene Erfahrungen mit Fremdhunden (d.h. - wie schon ganz oben geschrieben - ausgewählte Kontakte, und immer nach Absprache).
Sonst entzieht man ihnen die Möglichkeit, angemessene Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln, die nötig sind für die heutige Umweltkompatibilität.
Wir leben nun mal nicht mit unserem Hund unter einer Käseglocke, und die Welt ist nicht perfekt, weshalb es unrealistisch ist ein Verhalten von der Umwelt zu erwarten, welches einem ein "Leben unter einer Käseglocke" ermöglicht.