Ich würde gar nicht so viel Energie darauf verwenden, weil zu viel Aufmerksamkeit/Energie dem Problem mehr Gewichtigkeit gibt, und die aufgewandte Energie für andere, möglicherweise sinnvollere Aktivitäten fehlt.
Möglichkeit 1: Bereiche aufsuchen, wo nichts Fressbares rumliegt.
Möglichkeit 2: Einen Fressschutz aufsetzen für die Bereiche, wo die Wahrscheinlichkeit auf Fressbares zu stoßen besonders groß ist.
Etwas so Hochwertiges wie einen Knochen wieder geben lassen, zumal man diesen Knochen zuvor dem Hund gegeben hat, ist "die Königsdisziplin", für die es entweder
- völlige Unterwerfung oder
- völliges Vertrauen
des Hundes bedarf.
Klar gibt es Hunde, die völlig problemlos einen Knochen wieder her geben, ohne mit der Wimper zu zucken - aber für diese ist der Knochen eher unwichtig, möglicherweise weil ihnen Anderes wichtiger ist, die Verlässlichkeit regelmäßigen Futters z. B.
Das braucht Zeit, eben auch um das Vertrauen aufzubauen, dessen es bedarf, um einem Hund die Gewissheit zu geben: Wenn ich jetzt tue, was mein Mensch sagt, ist das nicht zu meinem Schlechten!
An diesem Punkt seid ihr noch nicht, und genau dieses Vertrauen wird nicht durch solche Übungen aufgebaut, sondern durch Verlässlichkeit im Alltag, über Zuwendung und Fürsorge.
Also Tauschen üben: Ja - aber mit dem Ziel, dieses Tauschen als Vorteil für den Hund zu etablieren.
Mir hat übrigens sehr geholfen, das "Aus" durch ein "Danke" zu ersetzen; "Aus" ist in meinem Kopf zu sehr mit Gehorsam verknüpft, und lässt sich leicht mit scharfem Tonfall verbinden.
"Danke" beinhaltet - auch in meinem Kopf - eher eine positive Einstellung, ich bedanke mich tatsächlich für das Geben eines Gegenstandes, und ist (auch für mich persönlich) weniger leicht mit Druck (scharfem Tonfall) zu verknüpfen.
Mit einem Fressschutz hast du übrigens deutlich leichter die Möglichkeit, das Anzeigen von etwas Fressbarem zu belohnen - eben auch, weil bei dir die Angst wegfällt, dass deine Hündin etwas Ungenießbares oder gar Giftiges aufnimmt.
Was sie gefunden hat, nimmst du mit (in einem Kotbeutel z. B.) und entsorgst es dann.
Kurz und knapp als Fazit meiner Meinung: Du sagts, die Hündin ist ansonsten total lieb - konzentriere dich darauf, bau diese wunderbaren Anlagen auf, und verschwende keine Energie auf ein Problem, welches du umgehen kannst, siehe oben.
Viel Spaß weiterhin mit deiner Hündin!