Ich verstehe auch nicht, warum es bei Sokas so einfach war, Rasselisten/Verbote einzuführen und bei Frenchys und Co. geht das nicht?
Weil es bei Beißunfällen um strafrechtlich relevante Körperverletzungen gegenüber Menschen ging, und bestimmte Rassen eine erhöhte Gefährdung für die Öffentlichkeit bedeuteten.
Qualzucht betrifft den Hund selbst, der 1. vor dem Gesetz immer noch nur eine Sache ist, und 2. die Bestimmungen des derzeitigen Tierschutzgesetzes über keine Rechtsgrundlage verfügt, die eine Rasse (und deren Mixe) gesamt als Qualzucht definieren könnte.
Das Problem würde auch nicht gelöst, wenn nur bestimmte Rassen verboten werden würden, auch nicht, wenn erweitert auch deren Mixe verboten würden.
Denn dann wäre immer noch die Tür offen für "neue Moderassen" mit "ohne Schnauze", die wieder diesem Puppygesicht entsprechen.
Den Qualzuchtfaktor über die Fanglänge zu definieren, macht schon Sinn, zumal die zur Zucht (oder auch Vermehrung) bestimmten Tiere ein gutes Stück mehr als dieses Mindestmaß haben müssen, damit keine Welpen geboren werden die dann doch wieder unter das Mindestmaß fallen würden.
Ja, für bestimmte Rassehunde würde das das Aus bedeuten, bestimmte Gruppen, die schon seit etlichen Jahren eine Rückzüchtung vornehmen, ohne einem Verband anzugehören, hätten dann vermutlich deutlich bessere Chancen, weil es da möglicherweise schon Hunde im Bestand gibt, die deutlich über das Mindestmaß hinausgeht.
So manche "Retromopszucht" - deren Seriosität mal mehr mal weniger gut ist - hätte hier zumindest die Chance, weiterhin ihre Produktionen verkaufen zu können.
Was sicher wieder anderen Problematiken Tür und Tor öffnet, der Vermehrungsindustrie z. B.
Irgendwo muss aber mal angefangen werden.
Ein Haltungsverbot birgt aber auch noch andere Probleme - wie lang der Fang tatsächlich ist, lässt sich ja erst mit abgeschlossenem Wachstum feststellen.
Was passiert mit einem Hund, der als erwachsener Hund unter diesem Mindestmaß liegt?
Fazit: Ein reines Rasseverbot (und deren Mixe) durchzusetzen, fällt deutlich leichter, als ein Haltungsverbot von extremen Kurznasen, würde aber das Problem der menschlichen Vorliebe für Kurznasen nicht lösen.