Beiträge von Hundundmehr

    Hunde sind keine natürlichen Wesen, und da werden auch nie wieder Wildtiere draus, ob nun ausgesetzt oder nicht. Hunde sind immer von Menschen erschaffene, durch und durch künstliche Wesen.

    Und dazu das:

    Straßenhunde sind halt eine rein menschengemachte Tragödie, deshalb sehe ich da Menschen auch in der Verantwortung für ethische Lösungen.

    Danke dafür!

    Die ethische Lösung kann nicht sein, nun den Kauf eines Hundes vom Züchter (nicht Vermehrer) als moralisch verwerflich darzustellen, weil es angeblich einem Hund aus dem Tierschutz einen Platz wegnimmt.

    Ganz im Gegenteil - es ist moralisch verwerflich, die einzige ethische Lösung, nämlich mit Liebe, Sach- und Fachverstand für jeden einzelnen Hund den bestmöglichen Start ins Leben zu gestalten, nun zu verdammen, damit bloß gar kein Hund mehr diese besten Möglichkeiten bekommt.

    Wenn ich überlege, dass sich trotz der ganzen Tierschutzimporte in Länder ohne Straßenhundproblematik nicht ein bisschen etwas an der Straßenhundproblematik in den Ländern geändert hat, aus denen diese Tiere kommen ... dann frage ich mich, was denn da falsch läuft.

    Bei vielen Hunden mit Wachtrieb muss man da so viel tatsächlich garnicht beibringen

    Habe ich öfter schon gehört und auch gesehen.

    Grundsätzlich (heißt, es gibt auch Ausnahmen, die aber nicht an dem Grundsätzlichen rütteln) bringen Hunde ein sehr feines "Gespür" für die Brisanz oder eben auch Nicht-Brisanz von Situationen in Zusammenhang mit anderen Lebewesen mit.

    So ein "natürliches Gespür" ist aber durch entsprechende Erfahrungen auch sehr schnell zunichte gemacht, oder fehlgeleitet, oder verkümmert - denn eine Anlage/Fähigkeit für etwas haben, ist die eine Sache; Diese auch zur Entfaltung kommen zu lassen, ist eine andere Sache.

    Da trifft diese Veranlagung dann auf Unwissenheit, oder auch andere Ansprüche, die der Halter an den Hund hat - und schwupps, bleibt da nur noch Wehrverhalten, ohne dass zuvor eine Einschätzung erfolgte, ob es sich überhaupt um eine Gefahr handelt, die entsprechende Wehr erfordert.

    Verstehst du, was ich meine?

    Insofern stimme ich dieser Aussage von dir nur bedingt zu:

    Aber ich wollte damit jetzt nur sagen dass zwar ein großer Teil am Halter und der Erziehung liegt, aber eben nicht alles.

    Ich denke, viel von dem was ein Hund mitbringt und sich positiv auf die Kompatibilität mit der Umwelt auswirken würde, wird bewusst oder zumeist auch unbewusst vom Menschen so beeinflusst, dass es sich eben nicht so positiv auswirkt.

    Aber auch eine sinnvolle Anleitung durch den Menschen (das Vermitteln von Wertmaßstäben, wie z. B.: "Ich (Mensch) finde Mobben fürchterlich - lass das!") gerade in bestimmten Lebensphasen wird von einem nicht unerheblichen Teil von Hundehaltern versemmelt.

    Unbewusst oft deshalb, weil nicht jeder etwas kann:

    Zumindest kenne ich das von meiner Rasse so. Klar, sind nicht alle Wachtriebige Rassen/Individuen so und man muss das leiten, aber ich finds im Zusammen leben echt interessant wie viel der Hund selber checkt.

    Du findest interessant, was deine Hunde alles selber checken - d.h. aber auch, du SIEHST was deine Hunde selber checken.

    Vermutlich gibst du oft ein bewusstes Feedback an deine Hunde für Verhaltensweisen, die sie von sich aus zeigen und von dir für gut befunden werden.

    Vieles läuft aber auch ohne bewusstes Handeln körpersprachlich ab: Ein leises Lächeln, weil der Hund auf den plötzlichen Schlenker des Inlineskaters in Richtung Hund und knapp dran vorbei nur mit einem Hochziehen der Augenbraue reagiert hat, und ansonsten unbeeindruckt weiter neben dir gelaufen ist (mal so als bildhaftes Beispiel).

    Da gibt es noch viel mehr - mehr, was gemacht wird, gemacht werden kann, wenn mensch es nur sieht.

    Tun viele aber nicht.

    Also das Sehen.

    Trotzdem gelingen die meisten Hunde auch ohne "gut durchdachten Entwicklungsförderungs- und Ausbildungsplan" - warum?

    Weil sie Haushunde sind.

    Nun ja - das war auch keine Altersdiskriminierung, die habe ich auch nirgendwo rausgelesen, weil es nun einmal nicht die Mutter der Kinder, sondern deren Oma war - und eine Omi (altersunabhängiger Kosename für Oma = Großmutter) wird wohl eine hohe Beschützermotivation ihren Enkeln gegenüber haben.

    Anders sieht es bei dem Hund aus; Gerade Hunde mit einer höheren Ausprägung zur Wehrmotivation sollten überaus präzise lernen, echte Gefahren von "unechten" Gefahren unterscheiden zu können, und gezielt darauf hin gearbeitet werden, erst den Kopf einzuschalten und eine vermeintliche Gefahr zuerst einzuschätzen, um dann ihr Handeln (Abstand oder Wehr) durchzuführen.

    Wenn er also aufgrund eines Präventivangriffes der Frau mit dem Schuh zu Wehr als Verhalten gegriffen hätte (was eine Annahme ist, und deshalb nur ein rein spekulativer Gedanke), dann wäre das noch nachvollziehbar.

    Aber auch in einem solch möglichen Kontext ist es nicht nachvollziehbar, warum auch ein Angriff auf die Kinder stattfand, die keinerlei Bedrohung für den Hund darstellten.

    Ein solches Verhalten ist keineswegs normal für Hunde.

    Es gibt aber tatsächlich keine Rasse namens "Kampfhund".

    Es gibt aber Rassen (hier vor Allem eben auch bestimmte Linien mit besonderer Ausprägung), bei denen das Merkmal "Flucht" deutlich geringer ausgeprägt ist zugunsten des Merkmals "Wehrverhalten".

    Eher auf "Wehr" als auf "Abstand" zu gehen, kann aber nicht nur genetisch begünstigt sein, sondern auch auf Erfahrungen (Erfahrungslernen, wozu eben auch bestimmtes Training gehört) beruhen.

    Riepe schreibt bewusst, "es kann jeder Hund aggressiv gemacht werden" - er schreibt nicht, dass damit alle Hunde ein gleich großes Gefahrenpotential für die Umwelt haben.

    Womit er Recht hat.

    Habt ihr ein paar Argumente für mich, die es kurz auf den Punkt bringen für Twitter Format.

    Für mich gibt es genau EIN Argument pro Züchter:

    Der Haushund ist das einzige Tier auf diesem Planeten, welches vom Menschen gemacht wurde, mit dem Ziel, mit dem Menschen in der Welt des Menschen zu leben.

    Deshalb hat JEDER Hund es verdient, die bestmöglichen Chancen zu bekommen, in dieser Welt leben zu können.

    Diese gibt es nur bei verantwortungsvollen Menschen, die mit Liebe zum Hund UND mit Sach- und Fachverstand die bestmögliche Aufzucht von Welpe an gewährleisten.

    Wenn niemand mehr vom (seriösen) Züchter kauft, wird der jetzt schon geringe Teil an verantwortungsvoll aufgezogenen Hunden komplett verschwinden - und wir überantworten eine Spezies, die nicht von der Natur gemacht wurde, der erbarmungslosen natürlichen Selektion.

    Das Ziel sollte also sein, JEDEM Hund diese Bedingungen zu ermöglichen - und nicht, genau das Einzustampfen, damit KEIN Hund mehr diese Bedingungen bekommt.

    Vorab: Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit mit euren Senioren, und viel Kraft, die euch hilft, diese damit einhergehenden Belastungen zu tragen und dabei immer noch genießen zu können, dass sie noch da sind und auch noch Freude am Leben haben können :streichel:

    Die andere Seite der Versorgung eines Seniors ist aber auch die Last, die damit einhergeht.

    Ich bin unglaublich dankbar, dass ich meinen Vasco durch alle Lebensabschnitte begleiten durfte, sie erleben durfte, die das normale Leben eines Hundes ausmachen - von der Welpenzeit über die Entwicklung vom Junghund zum jungen erwachsenen Hund, die wunderbaren Jahre des fitten, erwachsenen Hundes bis hin zum langsamen älter werden, und der letzten Phase der palliativen Begleitung bis zu dem Tag der Erlösung, die auch eine Erlösung ist.

    Gerade diese letzte Phase, die über mehrere Monate bei uns ging, wo einfach der Gedanke ständig präsent ist, dass es nichts mehr zu tun gibt außer dafür zu sorgen, dass Vasco noch Lebensqualität haben kann ohne Aussicht auf Besserung, war für mich unglaublich belastend.

    Nicht mehr diese Sorgen zu haben, ist eine spürbare Erleichterung für mich - aber sie kann (noch) nicht dieses Loch mindern, dass die Endgültigkeit des Todes von Vasco verursacht hat.

    Ich merke einfach, wie sehr unser wunderbarer Vasco unser Leben geprägt hat, auf so vielfältige Weise, dass ich es im Moment einfach nicht in Worte fassen kann, Worte, die ihm wirklich gerecht werden können ...

    Wir müssen unser Leben nun neu strukturieren, und lernen, uns darauf einzulassen und auch zu genießen, wie unkompliziert es jetzt ist mit nur einem fitten Hund, unserem Leifur.

    Das fällt noch sehr schwer, weil Kopf und Herz noch so voll sind.

    Wir werden sehen, was uns das Leben bringt.

    Noch mal 5 Jahre und wir laufen einfach so vorbei :rolling_on_the_floor_laughing: .

    Meinen Lachsmiley gab es dafür, weil ich diesen Humor einfach mag, und auch teile.

    Ich denke da so: Wie viel Prozent des Spaziergangs machen denn die Katzenbegegnungen aus, und wie viel Prozent beeinträchtigen davon das gesamte Zusammenleben?

    Bei meinem Amigo war ich absolut zufrieden, dass er "angeleint" mit "Desinteresse an im Umfeld befindlichen Katzen" verknüpft hatte - das war super angenehm und entspannt, hat aber auch gedauert, bis er das so verinnerlicht hatte.

    Katzen sind wir aber nur im Wohngebiet begegnet, da ist sowieso Leinenpflicht.

    Bei Spaziergängen in Wald und Feld habe ich bei den Bauerhöfen, die direkt am Weg lagen, einfach auch angeleint, weil da eben auch mit streunenden Hofkatzen zu rechnen ist.

    Bei Leif arbeite ich auch noch an der Verknüpfung "angeleint und Katzensichtung", da haben wir auch schon so gute Fortschritte gemacht, dass er nicht mehr in der Leine steht.

    Wir sprechen uns in 5 Jahren wieder ... :winken: xD

    Aber das kann ich ja nicht den ganzen Spaziergang lang machen. Aber was sonst, wenn sie mit der Aufmerksamkeit so auf den Boden fixiert ist?

    Wie lange kann sie das denn Aushalten, bis sie dann alle Löffelchen aufhat und explodiert, sobald sich etwas (scheinbar) jagdbares in ihrem Umfeld bewegt?

    10 Minuten?

    5 Minuten?

    Dann höre nach 3 Minuten auf zu üben - und verlasse diesen Bereich, um mit ihr etwas anderes zu machen, was ihr hilft sich wieder zu entspannen.

    Gerade bei der Erwähnung von "Deich" ... puh, da tummelt sich doch in den menschenleeren Zeiten alles mögliche an Wildtieren (neben möglicherweise Schafen, die extreme Geruchsspuren hinterlassen, wenn sie dann woanders hingetrieben wurden) ... Kaninchen, Wasservögel, Raubvögel, Mäuse, Maulwürfe, Füchse...