Beiträge von Hundundmehr

    Besteht der Hund den Wesenstest hat er damit gezeigt, dass er zu sozialverträglichem Handeln fähig ist und das ist die Voraussetzung dafür, dass der Hund in Niedersachsen überhaupt gehalten werden darf.

    D.h., Hunde die diesen Wesenstest nicht bestehen ... kommen dann wo hin?


    Den Status der Gefährlichkeit verliert der Hund durch einen Wesenstest nicht mehr, allerdings wird auf der Grundlage des Wesenstests (mit 8-seitigem Gutachten) über eine Maulkorb- und/oder Leinenbefreiung entschieden.

    Heißt das, die nach Aktenlage erfolgte Einstufung als "gefährlich" zählt mehr als ein Wesenstest?

    Jedoch sollte man sich schon Gedanken machen, ob der eigene Hund tatsächlich den Anforderungen unserer Gesellschaft an Ungefährlichkeit genügt, wenn er einen solchen Wesenstest nicht bestehen würde.

    Dieser Satz macht mich nachdenklich :denker:

    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann sind laut *Sascha* ja die Stufen 1-4 als ungefährlich eingestuft, und erst ab Stufe 5 wird dem Hund eine Gefährlichkeit zugeordnet, bei der diese durch entsprechende Auflagen verhindert werden muss.

    Viele Menschen bekommen doch Stufe 1 sogar bei ihrem eigenen Hund gar nicht mit, und bekommen die Krise bei Stufe 2-4.

    Für mein Empfinden klafft hier schon mal eine große Lücke zwischen den realen "Anforderungen der Gesellschaft", also das was allgemein von normalen Menschen von Hunden erwartet wird , und dem was in dieser Abstufung die Grenze zwischen angemessen aggressivem Verhalten und gefährlichem Verhalten betrifft.

    Letztendlich liegt es aber am Menschen "am anderen Ende der Leine", ob ein Hund tatsächlich einen Wesenstest machen muss, oder nicht.

    Denn der Wesenstest wird erst gemacht, wenn offiziell - also von behördlicher Seite - ein Verdacht dokumentiert ist, der einen solchen Wesenstest veranlasst.

    Als Mensch kann ich durch entsprechendes Management viele Dinge beeinflussen.

    Klar gehört bei einem Hund, der sehr schnell, möglicherweise auch ohne Vorwarnung, seine Zähne einsetzt, ein Maulkorb drauf - denn ich kann als Mensch noch so vorausschauend agieren, und trotzdem nicht verhindern dass durch unglückliche Konstellationen doch einmal der Supergau einer unvorhergesehenen Konfrontation passiert.

    Ich kann meinen Hund aber auch so "führen", dass er weiß: Unangenehme Situationen beende ich schnellstmöglich, und so, dass es erst gar nicht zu einer Konfrontation kommt.

    HuHa-Gespanne, die mir suspekt sind, umgehe ich weiträumig, und breche mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich dazu auch mal umkehren muss.

    Mir ist das Leben meiner Hunde einfach zu kurz, um mich mit der Belastung von Löchern im Pelz befassen zu müssen.

    Genau deshalb dürfen meine Hunde auch nur nach Absprache mit dem anderen Hundehalter in Interaktion (mit Hund und/oder Mensch) gehen*.

    *einzige Ausnahme sind ausdrückliche Freilaufbereiche, wo für alle der Grundsatz des Freilaufs bekannt und gewünscht ist.

    Puh - die "günstigen" Discounterpreise empfehle ich nicht ...

    Irgendwie muss man den Hund aber satt bekommen, ohne dass er davon direkt gesundheitliche Probleme bekommt.

    Es gibt mittlerweile einige Hersteller von Barf-Zubehör, ich bin hier jahrelang mit Haustierkost gut klar gekommen.

    Das Sortiment ist dort sehr vielfältig, einfach mal reinschauen.

    Adult-Futter für einen Jungspund - da wäre ich mir nicht sicher, ob die Nahrungsbestandteile wirklich den Bedarf eines noch nicht ausgewachsenen Hundes abdecken.

    Amigo hatte ich damals sehr früh umgestellt auf Adult-Futter, aber zusätzlich bekam er eine Nahrungsergänzung speziell auf im Wachstum befindliche Hunde abgestimmt.

    Wenn du dir nicht sicher bist, würde ich an deiner Stelle einfach mal eine Ernährungsberechnung durch einen Profi durchführen lassen.

    Irgendwie finde ich es immer sehr krass, wie viele das alles einfach so bei fremden Leute ansprechen.
    Mich haben auch schon sehr oft fremde Leute angesprochen. Statt einem Hallo kam aber ein "Der Hund hat doch bestimmt HD!".
    Ich find sowas ja eigentlich einfach nur super Frech und lass die Leute dann links liegen.

    Solche Reaktionen empfinde ich auch als völlig unempathisch; Ich persönlich gehe eigentlich grundsätzlich davon aus, dass Halter von sichtbar eingeschränkten Hunden auch mit ihrem Hund mitfühlen und selber darunter leiden.

    Insofern finde ich solche Reaktion wie oben geschrieben, statt eines "Hallo" direkt die laienhafte Gesundheitseinschätzung um die Ohren zu knallen, auch sehr übergriffig.

    Zumeist... weil ich für mich, in meiner persönlichen Bubble, einfach Folgendes festgestellt habe:

    Im netten Gespräch, als mitfühlende Frage formuliert, erzählen mir Hundehalter gerne die Krankheitsgeschichte ihres Hundes.

    Ausnahme sind Halter brachyzephaler Rassen mit entsprechenden Symptomen.

    Früher habe ich diese im Verlauf eines Gespräches immer behutsam auf die hörbare Atemproblematik angesprochen - und bekam zumeist die Antwort: "Neinneinnein - der bekommt gut Luft, diese Geräusche sind normal und haben nichts zu sagen!".

    Mittlerweile, vor Allem weil ich festgestellt habe dass trotz vieler Kampagnen die Beliebtheit extrem brachyzephaler Hunde (nicht nur Rassehunde, sondern auch deren - angeblich gesünderer - Mixe) noch zu- statt abgenommen hat, werde ich da übergriffig und mache im Vorbeigehen so Kommentare wie: "Der arme Hund hat ja hörbar Probleme, ausreichend Luft zu bekommen."

    Ich kann da einfach nicht mehr anders mit umgehen, wenn diese Probleme schon für Außenstehende so wahrnehmbar sind, weil sich mein Eindruck in meiner persönlichen Bubble da mit dieser Aussage deckt:

    Dass viele Qualzuchthalter generell eine veschobene Wahrnehmung haben, muss man auch gar nicht groß diskutieren. Das zeigen ja sogar Studien.

    Hier z.B. wird beschrieben wie in BW solche Vorfaelle zu beurteilen sind https://im.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/reda…H_Anlage_6a.pdf

    Von 'der große Hund der sich w

    Daraus dieser Satz, zu "Beurteilung von Beißvorfällen"

    Zitat

    Erfolgte die Verletzung des geschädigten Hundes aufgrund solch eines kurzen Kampfes nach einem Sozialkontakt mit Austausch von Drohsignalen, dann kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine „gleichartige Reaktion bei anderen Hunden“ handelt, also um ein Verhalten, dass im Regelfall nicht als gesteigert aggressiv einzustufen ist und somit nicht der Definition der Bissigkeit entspricht, sofern nicht im Einzelfall besondere Verhältnisse vorliegen



    Das finde ich extrem bemerkenswert kompetent, weil hier sowohl artspezifische Verhaltensaspekte berücksichtigt werden, als auch eine Definition von "Bissigkeit" vorzuliegen scheint, die sich deutlich von den - in meiner "Blase" - vorherrschenden Vorstellungen von "Der Hund ist bissig" unterscheidet.

    Fazit: Nicht jeder Hund der gebissen hat, ist auch als bissig einzustufen.

    Dass in diesem Text betont wird, es müsse bei jedem Vorfall zunächst überhaupt erst mal festgestellt werden, ob tatsächlich ein Biss vorliegt (womit der bewusste Einsatz der Zähne zum Beschädigen gemeint ist) und dann in jedem Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände untersucht werden muss, ob hier tatsächlich eine Bissigkeit vorliegt, die eine Einstufung als "gefährlich" erlaubt, gefällt mir auch ausgesprochen gut.

    In der Realität sind solche Einzelfallbetrachtungen natürlich sehr schwierig, gerade ohne Zeugen oder mit voreingenommenen Zeugen.

    Unterm Strich gefällt mir diese Vorgabe in BW zur Einstufung eines Hundes als "gefährlich" ausgesprochen gut.

    Das handhabe ich deswegen so streng, weil ich noch den Ersthund an der Schlepp dabei habe.

    Aufgrund dieser Vorgabe eine Idee - schau mal was du damit anfangen kannst:

    Den Ersthund hälst du ja dauerhaft über die Schlepp gesichert, und fasst sie dann sicher auch kürzer bei diesen unübersichtlichen Gelände.

    Damit gibst du dann den Radius vor, den dein Jungsspund auch einhalten soll - er soll nicht weiter gehen als der Ersthund es kann mit der kürzer gefassten Leine.

    Damit werden auch beide Hunde angesprochen: "Bleibt bei mir!" z. B., und der Jungspund muss dann maximal auf Höhe des Ersthundes bleiben.

    Üben kannst du das z. B. indem du eine 2 oder 3m Schnur (Wäscheleine z. B., irgend etwas leichtes, dünnes) am Halsband/Geschirr befestigst, und dann zunächst kurze Übungseinheiten auf bekanntem Gelände einbaust.

    Dazu fasst du die Schlepp des Ersthundes so kurz wie du dir wünscht, und nimmst auch die Schnur vom Jungspund auf.

    Die übrige Zeit, außerhalb dieses Trainings, kann diese Schnur dann "geschleppt" werden, weil sie den Jungspund ja nicht behindert.

    Einige Tierarten haben Fell zum Schutz gegen Umwelteinflüsse, andere nicht.

    Manche Spezies passen sich den jeweiligen Umweltbedingungen an, sodass z. B. in Bezug auf das Fell durchaus unterschiedliche, an die jeweilige Umwelt angepasste Fellstrukturen auftreten können, obwohl die Spezies eigentlich die gleiche ist.

    Soweit ich weiß, hat die Haut bei Nackthunden sehr wohl eine Sonnenschutzfunktion, was bei Hunden mit Fell nicht so ist.

    Aber auch bei Nackthunden ist es natürlich ein Problem, wenn durch entsprechende Selektion diese Sonnenschutzfunktion durch die Haut gestört ist.

    Das jetzt aber in einen Topf zu werfen mit: "Hunde ohne Fell sind Qualzuchten", halte ich für fraglich.

    Zu den ganzen genetischen Defekten, mit denen ja die Rassehundezucht verteufelt wird:

    Die Natur macht nichts perfekt, und sie "probiert" aus, was besser oder eben auch angepasster sein könnte.

    Was nicht funktioniert, wird ausgemerzt.

    Die Natur ist da sehr "grausam".

    Hunde sind kein Produkt der Natur, sondern des Menschen.

    Auch die Populationsverbreitung wird alleine durch den Einfluss des Menschen bestimmt.

    Hunde, die allein auf sich gestellt in der freien Natur nicht überlebensfähig wären (und das sind die allermeisten unserer Hunde...) gedeihen nur deshalb, weil sie unter Obhut des Menschen überleben können.

    Der Mensch tötet einen Hund nicht, weil er einen Gendefekt hat - er versorgt ihn (zumeist), und ermöglicht trotz Defekt ein gutes und möglichst langes Leben.

    Darin liegt aber auch die Verantwortung des Menschen: Die Populationsverbreitung so zu regulieren, dass entsprechende Defekte sich nicht völlig ungebremst verbreiten können.

    Nicht wenige Züchter tun das - und dass es nicht alle machen liegt einfach auch daran, dass Menschen eben "menscheln" und nicht halb so verstandesgelenkt agieren, wie Menschen sich das als "Krone der Schöpfung" doch so gerne auf die Fahne schreiben.

    Deshalb müssen die, die Zucht mit der gebotenen Verantwortung betreiben, mit Liebe und Verstand und wissenschaftlichen Fakten, unterstützt werden.

    Oder wir geben das Projekt "Haushund" komplett auf, und überlassen der Natur, was sie davon als überlebensfähig ohne den Menschen übrig lässt ...

    Also dass er über längere Strecken in einem kleineren Radius läuft, z.B. weil der Weg sehr kurvig und nicht einsehbar ist.

    Wie wäre für solche Bereiche/Gelegenheiten eine etwas längere Leine?

    Meine Hunde haben/hatten alle keinen Radius, ein Sitz auf Distanz war obligatorisch, und irgendwann haben sie alle von sich aus mindestens gestoppt, oft sogar hingesetzt, wenn sie wussten dass ich nicht sehen kann dass da was kommt.

    Mehr in meiner Nähe bleiben ist bei uns eine Mischung aus mehreren Signalen: "Bleib bei mir" zum in der Nähe halten, "Langsam" um Tempo rauszunehmen und den Abstand nicht wieder zu groß werden zu lassen, "Warte" um den Abstand wieder zu verringern, und ein "Hinter", um selber erkunden zu können, was bei uneinsichtigen Stellen kommt.

    Diese Signale, auch Kombinationen daraus, wende ich situativ an.

    Wenn es mir zu anstrengend wird, leine ich an.

    Das passiert dann, wenn ich das Gefühl habe der Hund wird jetzt durch solche Signale von mir "zugelabert", und das ist kein entspannter Freilauf - weder für den Hund, noch für mich.

    Mein Plan war bis zu diesem Zeitpunkt: Gucken lassen, warten und bei einer Umorientierung zu mir das Markerwort geben und belohnen.

    Keinen meiner Hunde habe ich aktiv gucken lassen - mir ist die Gefahr einfach zu groß, dass sich während des Schauens der Gedanke im Kopf manifestiert, dass das was er da anschaut, Beute sein könnte.

    Wahrnehmen - ja, kein Thema, aber beobachten lassen?

    Nö - weitergehen, links liegen lassen, ist uninteressant, ich habe höchstens mal kommentiert: "Joah, ist ein Vogel, interessiert mich nicht, komm wir gehen weiter!".

    Das Weitergehen wurde belohnt - wobei ich, je nach Beute, gerne auch mal kehrt gemacht habe, um mich von der potentiellen Beute weg zu bewegen.

    Parallel dazu an Impulskontrolle, Gehorsamsübungen (bei Fuß, Sitz auch auf Distanz) und vor allem Jagd(ersatz)training arbeiten - und in entsprechendem Gelände durch Sichern des Hundes zuverlässig Jagderfolge (wozu auch Hetzen gehört) verhindern.


    Einfach, um auch gar nicht erst den Gedanken aufkommen zu lassen: "Wir verfolgen das jetzt!".