Beiträge von Hundundmehr

    Kann das nicht durch Ärzte beurteilt werden?

    Diese haben doch beruflich bedingt die Fähigkeit, "unerheblich" von "nicht unerheblich" oder gar "erheblich" unterscheiden zu können.

    Für mein Empfinden ist alles, was einer mehr als einmaligen Behandlung bedarf, nicht mehr als "unerheblich" einzuordnen.

    Bedarf es z. B. Medikamente zur Heilung/Besserung, so kann das - je nach Medikament - einen großen Unterschied machen.

    Ein blauer Fleck, den gerade Kinder sich durch ihren Bewegungsdrang schnell mal einhandeln, würde ich da z. B. als "unerheblich" einordnen; Dieser passiert z. B. schnell mal bei Rumtoben mit dem Hund, wenn dieser nach der Kleidung schnappt (Zerrspiel, das eigentlich nicht passieren sollte, aber eben doch oft als normaler Umgang angesehen wird), und doch zufälligerweise dabei in die Haut gezwickt wird.

    Eine Quetschung ohne blutende Wunden bedarf aber schon einer deutlich stärkeren Krafteinwirkung, und würde - je nach Umstand/Ursache für die Entstehung - von mir als "nicht unerheblich" empfunden. Aber auch hier sind die Umstände entscheidend: Beim Zergeln kann im "Eifer des Gefechts" auch der liebste, sanfteste Hund mal beim Schnappen nach dem Spielzeug/Apportel/Leckerchen seinen Fang zu unsanft einsetzen, und ungewollt eine Quetschung verursachen.

    Gerade deshalb kontrolliere und beaufsichtige ich das Spiel von Kindern mit meinen Hunden unbedingt, und stimme meine Kontrolle und mein Management auf das Alter und die Umsichts- und Einsichtsfähigkeit des Kindes/der Kinder ab.

    Möglicherweise bin ich da übervorsichtig, aber zumindest habe ich bisher immer erreicht, dass solche Situationen sowohl für die Kinder, als auch für meine jeweiligen Hunde immer positiv waren.

    Ich liebe es, dass meine Hunde selbst überraschende Berührungen durch Fremde als Zuwendung einordnen - sonst würde ich sie nicht zu Situationen mitnehmen (wollen), wo es durch dichte Menschenmengen geht, wo es eben auch mal sehr eng werden kann.

    Gerade weil sie hervorragend damit umgehen können, und Streicheleinheiten durch Fremde auch als freundliche Zuwendung genießen können, nutze ich diese Fähigkeit aus, um vor Allem bei Kindern eine Sensibilisierung im Umgang mit Hunden zu erreichen:

    - Niemals ohne zu Fragen; Meine Hunde mögen Streicheln, aber nicht jeder Hund mag das

    - niemals ohne meine Aufsicht und Anleitung; Auch meine Hunde haben ein Recht darauf, dass ich ihre Arglosigkeit im Umgang gerade mit Kindern nicht ausnutze, und sie - oft ungewollten - groben Verhaltensweisen überlasse

    - niemals wenn mein Hund das nicht will

    Vor Allem bei kleinen Kindern manage ich meine Hunde sehr eng; Kleine Kinder stehen noch nicht ausreichend stabil, und es bedarf noch nicht einmal einer Berührung durch den Hund, damit sie sich auf ihren Poppes setzen.

    Eine gruselige Vorstellung für mich, wenn dann der riesige Hundekopf über diesem kleinen Kind schwebt, und freundlich fragt: "Was machst du denn da unten - hast du dir weh getan?".

    Das Kind sieht nämlich nur noch den riesigen Hundekopf über sich, bei leicht geöffnetem Maul sogar mit Blick auf die prächtigen Zähne ... öhm... nö, aber das will ich nicht.

    Zur Leckerchengabe: Habe ich bei kleinen Kindern auch nur mit meiner Unterstützung gemacht; Dazu habe ich die Hand des Kindes so geführt, dass das Leckerchen auf der weit geöffneten Handfläche lag, mein Daumen lag dabei so über den Fingern des Kindes, dass die Finger gestreckt blieben.

    Eine meiner schönsten Erinnerungen: Ein vierjähriger Junge, der unter meiner Anleitung mehrere (leichte) Apportaufgaben mit Amigo machte.

    Der Dreikäsehoch war anschließend ungefähr 10cm größer (vielleicht ist er auch geschwebt, so genau weiß ich das nicht mehr...), weil dieser große Hund auf ihn "hörte".

    Die Eltern dieser Zufallsbegegnung im Wald waren total begeistert, und fanden das so dermaßen schön ... und weil sie selber schon länger über einen Hund für die Familie nachdachten, bin ich mir ziemlich sicher, für welche Rasse sie sich entschieden haben :cuinlove: xD

    Puh, da weiß ich gerade gar nicht, wo ich anfangen soll...

    Das "gefällt mir" gilt dieser Aussage von dir, weil es mir genauso geht...

    Das ist doch wirklich ein so dermaßen "weites Feld", dass ich auch nicht wüsste wo ich da anfangen sollte.

    Muss, oder besser sollte es überhaupt Unterbringungsstellen geben, die einen dermaßen exorbitant hohen Aufwand betreiben müssen um den Hund überhaupt am Leben erhalten zu können?

    Auch nur ein Gedanke: Würde irgendjemand seinen Hund für den Rest seiner Lebenszeit an lebenserhaltende Maschinen anschließen, nur um ihn am Leben zu halten?

    Doch liegt ein „vernünftiger Grund“ auch dann vor, wenn sich der Tierhalter die Kosten der Behandlung finanziell nicht leisten kann?

    Welcher Aspekt dabei überhaupt nicht erwähnt wird: Nicht jede Behandlung garantiert einen Erfolg.

    Wir kommen bei dieser Diskussion nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

    Die Leichtigkeit der Anschaffung eines Hundes, und die Leichtigkeit, mit der man sich dessen wieder entledigen kann, oder wie leicht man eigene Verantwortung auf andere (Institutionen) abwälzen kann, ist für mich das Grundübel.

    Mit Recht. Die Folgen des Lebenlassens um jeden Preis sind für den Hund sicher kaum weniger furchtbar als die einer schweren Krankheit. Die Hundehölle, um die es hier geht, ist doch ein wunderbares Beispiel dafür. Oder eher ein abschreckendes.

    Worauf bezieht sich dein "Mit Recht"?

    Hierauf?

    Viele Tiermediziner:innen lehnen verhaltensbedingte Euthanasien ab, ist halt eine Grauzone

    oder auf diesen in Klammern dahinter stehenden Zusatz?

    (über die sich andere Länder wie gesagt scheckig lachen)

    Das ist doch völlig absurd Hundehaltung daran zu knüpfen, dass man im Fall der Fälle jeden Monat! über mindestens 10 Jahre tausend Euro und mehr für die Verwahrung (mehr ist es ja oft nicht) eines Hundes aufbringen können muss.

    Das habe ich so auch nicht geschrieben.

    Sondern dass der Besitzer entscheiden kann, ob er diese hohen Kosten - für die es ja eine Vorgeschichte gibt, denn sonst wären sie nicht so exorbitant hoch - trägt, oder den Hund euthanasieren lässt.

    Dass sich viele Tierärzte weigern, kann ich sehr gut nachvollziehen; Es wäre - für mein Empfinden - absolut furchtbar, wenn jeder Hundebesitzer einfach zum Tierarzt gehen und behaupten könnte: "Der Hund ist aggressiv - schläfer den ein!"

    In solchen Fällen müsste eine entsprechende Begutachtung durch eine unabhängige Stelle vorliegen.


    Zitat von Hundundmehr

    Warum ist es nicht möglich, mit der Anschaffung eines Hundes auch gesetzlich die Verantwortung zu verknüpfen, dass der Käufer des Hundes eben auch für die Kosten verantwortlich ist, die im Falle des Supergaus auf ihn zukommen?

    Das IST die Gesetzeslage.

    Warum bleibt es jetzt letztendlich wieder bei HHF hängen?

    Bzw. zuvor bei der Tierschutzorganisation?

    Der Besitzer ist aus der Nummer raus - und dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt, finde ich fatal.

    Was soll man machen, wenn man als Familie einen Hund hat, der sich extrem empfindlich zeigt, was die Individualdistanz betrifft und/oder bei Ressourcen heftig zulangt? Jeden Monat die 1000 Euro bezahlen für die Unterbringung? Könntest du das so locker flockig? Dürfen alle, die sich das potenziell nicht leisten können, sich erst gar keinen Hund anschaffen?

    Diese Frage finde ich sehr berechtigt.

    Die derzeitige Lösung sieht ja so aus, dass Halter solcher Hunde diese irgendwie so unterbringen, dass sie sowohl des Hundes als auch der Kosten "entledigt" sind.

    Auch das ist für mich keine Lösung, denn dadurch werden Hunde oftmals zu Wanderpokalen, die eine Kerbe nach der anderen auf ihrem Konto "Beißvorfälle" sammeln, bis es in der Öffentlichkeit wieder Schwarz-Weiß-Fraktionen gibt - und der Hund bleibt dabei auf der Strecke.

    Meiner Meinung nach macht es die derzeitige Gesetzeslage den Haltern zu leicht, weil diese sich der Verantwortung eines Hundes entledigen können, den sie sich freiwillig angeschafft haben.

    Mein Gedanke dazu: Machen viele (nicht alle) Menschen sich nicht erst dann Gedanken über die Tragweite ihres Handelns, wenn es ans eigene Portemonnaie geht?

    Wenn ich mir den Malinois zulege, weil ich ihn schick finde, ohne dabei darüber nachzudenken, dass ich durch meine Umfeldbedingungen evtl. gar nicht in der Lage bin, ihn auch rassegerecht halten und erziehen zu können, dann wird der Hund eben verschachert, und man ist alle Sorgen los.

    Dass der Hund dann nicht immer, aber immer noch oft genug zum Wanderpokal wird, wobei die Probleme sich wohl eher nicht in Luft auflösen, sondern immer mehr verstärkt werden, interessiert dann eben nicht.

    Warum darf das sein?

    Warum ist es nicht möglich, mit der Anschaffung eines Hundes auch gesetzlich die Verantwortung zu verknüpfen, dass der Käufer des Hundes eben auch für die Kosten verantwortlich ist, die im Falle des Supergaus auf ihn zukommen?

    Oder er muss eben anhand einer Ethikkommission feststellen lassen, ob der Hund zu gefährlich (geworden) ist, und selber die Euthanasierung verantworten.

    Möglicherweise wird es bei solchen Voraussetzungen dann doch nicht der Malinois als Familienhund, sondern doch lieber ein Malteser...

    ....................

    Die Euthanasierung mal aus einer anderen Perspektive betrachtet:

    Wie viele Hunde werden euthanasiert, weil die Besitzer notwendige Behandlungen nicht bezahlen können oder wollen (oder auch andere Gründe haben, warum sie lebensverlängernde Maßnahmen nicht mehr machen)?

    Ist "Gefährlichkeit" bei einem Hund etwas so völlig anderes als eine Krankheit, dass hier eine im Raum stehende Euthanasierung so dermaßen verteufelt wird?

    So hohe Kosten im vierstelligen Bereich für eine Unterbringung entstehen doch nicht bei einem Hund, der ins Tierheim kommt weil ein Familienmitglied plötzlich doch eine Allergie hat - diese entstehen, wenn die Gefährlichkeit eines Hundes eine äußerst kostspielige Unterbringung erfordert.

    Warum muss dann ein Tierschutzverein oder Tierheim die Entscheidung fällen, was mit dem Hund passiert?

    Warum nicht der Besitzer, mit der Alternative: Entweder zahlst du diese hohe Kosten, oder du lässt den Hund euthanasieren, zumal in diesem Falle ja schon eine entsprechende Entscheidung der Ethikkommission vorliegt?

    Sich zu einem hund unter einem Tisch herabbeugen ist für mich im Bereich "anspruchsvolle situation " angesiedelt

    Sehe ich genauso. Sich zu einem fremden Hund unter einen Tisch herunter zu beugen ist eine gefährliche Situation, da werden oft auch kleine oder an sich friedliche Hunde zu Muränen.

    Aber das muss ich als Hundehalter doch wissen, und im Vorfeld dafür sorgen dass diese Situation nicht eintritt!

    Die Frage ist, was folgert aus solchen Vorfällen.

    Dass ich als Hundehalter mehr aufpassen muss, gerade wenn ich einen Hund noch nicht gut kenne.

    Edit: Ist schon über 20 Jahre her, ich hatte einen Nebenjob in einem Lokal mit Biergarten.

    Regelmäßiger Stammgast war ein Mann mit aggressivem Hund, der sich immer außerhalb der Stoßzeiten dort einfand und seinen "Stammplatz" in einer Ecke mit gutem Abstand zu den anderen Sitzplätzen hatte.

    Als ich fragte ob der Hund Wasser haben dürfe, hat er zugestimmt, mir aber genaue Handlungsanweisungen gegeben, damit sein Hund nicht auslöst.

    Fand ich gut, und es hat sich auch nie irgendjemand beklagt oder gar beschwert über dieses Hu-Ha-Gespann.

    Warum auch - der Halter hat die Eigenarten seines Hundes berücksichtigt und sein Recht auf diesen Biergartenbesuch so umgesetzt, dass die Rahmenbedingungen passten.

    Ich glaube den Fall hatten wir hier noch nicht, aber hier steht auch mal etwas zum weiteren Vorgehen.

    In Restaurant in Karlsruhe: Hund beißt Kellnerin in den Kopf - SWR Aktuell

    Die Wasser-Situation in Restaurants ist aber echt schnell mal kritisch. Hat definitiv viel Triggerpotenzial für einen Hund mit übergriffigen Distanzproblemen.

    War wohl eher das Herunter-Beugen zum Abstellen des Wassers, was als Auslöser fungierte.

    "Herrchen und Hund kannten sich noch nicht lange" - das lässt natürlich viel Spekulationsspielraum; Möglicherweise war das einfach ein Zusammenspiel unglücklicher Faktoren (z. B. Hund war abgelenkt, er hat sich erschrocken und deshalb gebissen), oder der Halter hat den Hund (trotz Hinweisen vom Verkäufer?) unterschätzt und war nachlässig, oder der Halter hat sich selber überschätzt...

    :ka:

    Ich bin etwas verwirrt, weil ich nicht weiß ob das jetzt etwas "bissig" gemeint ist, oder nicht :denker:

    Zunächst einmal hast du natürlich mein Mitgefühl, wenn bei einem deiner Hunde diese Ausnahme eingetroffen ist, und er Antikörper entwickelt hat, welche die Wirkung von Librela verhinderten; Umso schlimmer, wenn bei diesem Hund dann die gängigen Alternativen gravierende Nebenwirkungen haben :streichel:

    Mit diesem Hintergrund ist die Aussage, auf welche sich mein erster Beitrag bezog, natürlich in einem anderen Licht zu betrachten, denn wenn du schon diese Erfahrung der Ausnahme gemacht hast, ist der Gedanke, dass sich dies bei einem anderen Hund wiederholen könnte, natürlich deutlich näher.

    Ohne den von dir jetzt nachgelieferten Kontext fand ich diese Aussage:

    Trotzdem habe ich natürlich die Befürchtung, dass irgendwann die Wirkung ganz aufhört.

    einfach ... weiß nicht wie ich es passend ausdrücken kann ... vielleicht "zu pauschal"?

    Mit deinem Kontext ... ist es einfach nur traurig dass du schon einmal dieses "aufhören der Wirkung" erfahren hast, und natürlich sind deine Bedenken da für mich völlig nachvollziehbar.

    Ich drücke die Daumen, für dich und Betti, dass die Wirkung von Librela weiter Bestand hat.

    Alles Gute für euch :streichel: