Beiträge von Hundundmehr

    Nun ja - das war auch keine Altersdiskriminierung, die habe ich auch nirgendwo rausgelesen, weil es nun einmal nicht die Mutter der Kinder, sondern deren Oma war - und eine Omi (altersunabhängiger Kosename für Oma = Großmutter) wird wohl eine hohe Beschützermotivation ihren Enkeln gegenüber haben.

    Anders sieht es bei dem Hund aus; Gerade Hunde mit einer höheren Ausprägung zur Wehrmotivation sollten überaus präzise lernen, echte Gefahren von "unechten" Gefahren unterscheiden zu können, und gezielt darauf hin gearbeitet werden, erst den Kopf einzuschalten und eine vermeintliche Gefahr zuerst einzuschätzen, um dann ihr Handeln (Abstand oder Wehr) durchzuführen.

    Wenn er also aufgrund eines Präventivangriffes der Frau mit dem Schuh zu Wehr als Verhalten gegriffen hätte (was eine Annahme ist, und deshalb nur ein rein spekulativer Gedanke), dann wäre das noch nachvollziehbar.

    Aber auch in einem solch möglichen Kontext ist es nicht nachvollziehbar, warum auch ein Angriff auf die Kinder stattfand, die keinerlei Bedrohung für den Hund darstellten.

    Ein solches Verhalten ist keineswegs normal für Hunde.

    Es gibt aber tatsächlich keine Rasse namens "Kampfhund".

    Es gibt aber Rassen (hier vor Allem eben auch bestimmte Linien mit besonderer Ausprägung), bei denen das Merkmal "Flucht" deutlich geringer ausgeprägt ist zugunsten des Merkmals "Wehrverhalten".

    Eher auf "Wehr" als auf "Abstand" zu gehen, kann aber nicht nur genetisch begünstigt sein, sondern auch auf Erfahrungen (Erfahrungslernen, wozu eben auch bestimmtes Training gehört) beruhen.

    Riepe schreibt bewusst, "es kann jeder Hund aggressiv gemacht werden" - er schreibt nicht, dass damit alle Hunde ein gleich großes Gefahrenpotential für die Umwelt haben.

    Womit er Recht hat.

    Habt ihr ein paar Argumente für mich, die es kurz auf den Punkt bringen für Twitter Format.

    Für mich gibt es genau EIN Argument pro Züchter:

    Der Haushund ist das einzige Tier auf diesem Planeten, welches vom Menschen gemacht wurde, mit dem Ziel, mit dem Menschen in der Welt des Menschen zu leben.

    Deshalb hat JEDER Hund es verdient, die bestmöglichen Chancen zu bekommen, in dieser Welt leben zu können.

    Diese gibt es nur bei verantwortungsvollen Menschen, die mit Liebe zum Hund UND mit Sach- und Fachverstand die bestmögliche Aufzucht von Welpe an gewährleisten.

    Wenn niemand mehr vom (seriösen) Züchter kauft, wird der jetzt schon geringe Teil an verantwortungsvoll aufgezogenen Hunden komplett verschwinden - und wir überantworten eine Spezies, die nicht von der Natur gemacht wurde, der erbarmungslosen natürlichen Selektion.

    Das Ziel sollte also sein, JEDEM Hund diese Bedingungen zu ermöglichen - und nicht, genau das Einzustampfen, damit KEIN Hund mehr diese Bedingungen bekommt.

    Vorab: Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit mit euren Senioren, und viel Kraft, die euch hilft, diese damit einhergehenden Belastungen zu tragen und dabei immer noch genießen zu können, dass sie noch da sind und auch noch Freude am Leben haben können :streichel:

    Die andere Seite der Versorgung eines Seniors ist aber auch die Last, die damit einhergeht.

    Ich bin unglaublich dankbar, dass ich meinen Vasco durch alle Lebensabschnitte begleiten durfte, sie erleben durfte, die das normale Leben eines Hundes ausmachen - von der Welpenzeit über die Entwicklung vom Junghund zum jungen erwachsenen Hund, die wunderbaren Jahre des fitten, erwachsenen Hundes bis hin zum langsamen älter werden, und der letzten Phase der palliativen Begleitung bis zu dem Tag der Erlösung, die auch eine Erlösung ist.

    Gerade diese letzte Phase, die über mehrere Monate bei uns ging, wo einfach der Gedanke ständig präsent ist, dass es nichts mehr zu tun gibt außer dafür zu sorgen, dass Vasco noch Lebensqualität haben kann ohne Aussicht auf Besserung, war für mich unglaublich belastend.

    Nicht mehr diese Sorgen zu haben, ist eine spürbare Erleichterung für mich - aber sie kann (noch) nicht dieses Loch mindern, dass die Endgültigkeit des Todes von Vasco verursacht hat.

    Ich merke einfach, wie sehr unser wunderbarer Vasco unser Leben geprägt hat, auf so vielfältige Weise, dass ich es im Moment einfach nicht in Worte fassen kann, Worte, die ihm wirklich gerecht werden können ...

    Wir müssen unser Leben nun neu strukturieren, und lernen, uns darauf einzulassen und auch zu genießen, wie unkompliziert es jetzt ist mit nur einem fitten Hund, unserem Leifur.

    Das fällt noch sehr schwer, weil Kopf und Herz noch so voll sind.

    Wir werden sehen, was uns das Leben bringt.

    Noch mal 5 Jahre und wir laufen einfach so vorbei :rolling_on_the_floor_laughing: .

    Meinen Lachsmiley gab es dafür, weil ich diesen Humor einfach mag, und auch teile.

    Ich denke da so: Wie viel Prozent des Spaziergangs machen denn die Katzenbegegnungen aus, und wie viel Prozent beeinträchtigen davon das gesamte Zusammenleben?

    Bei meinem Amigo war ich absolut zufrieden, dass er "angeleint" mit "Desinteresse an im Umfeld befindlichen Katzen" verknüpft hatte - das war super angenehm und entspannt, hat aber auch gedauert, bis er das so verinnerlicht hatte.

    Katzen sind wir aber nur im Wohngebiet begegnet, da ist sowieso Leinenpflicht.

    Bei Spaziergängen in Wald und Feld habe ich bei den Bauerhöfen, die direkt am Weg lagen, einfach auch angeleint, weil da eben auch mit streunenden Hofkatzen zu rechnen ist.

    Bei Leif arbeite ich auch noch an der Verknüpfung "angeleint und Katzensichtung", da haben wir auch schon so gute Fortschritte gemacht, dass er nicht mehr in der Leine steht.

    Wir sprechen uns in 5 Jahren wieder ... :winken: xD

    Aber das kann ich ja nicht den ganzen Spaziergang lang machen. Aber was sonst, wenn sie mit der Aufmerksamkeit so auf den Boden fixiert ist?

    Wie lange kann sie das denn Aushalten, bis sie dann alle Löffelchen aufhat und explodiert, sobald sich etwas (scheinbar) jagdbares in ihrem Umfeld bewegt?

    10 Minuten?

    5 Minuten?

    Dann höre nach 3 Minuten auf zu üben - und verlasse diesen Bereich, um mit ihr etwas anderes zu machen, was ihr hilft sich wieder zu entspannen.

    Gerade bei der Erwähnung von "Deich" ... puh, da tummelt sich doch in den menschenleeren Zeiten alles mögliche an Wildtieren (neben möglicherweise Schafen, die extreme Geruchsspuren hinterlassen, wenn sie dann woanders hingetrieben wurden) ... Kaninchen, Wasservögel, Raubvögel, Mäuse, Maulwürfe, Füchse...

    @Vakuole Ja, ist sie.

    Nach Kauf und Übernahme meines Max habe ich sofort einen Termin bei meiner Pferdetierärztin gemacht, die u. A. auch die Ankaufsuntersuchungen nebst Röntgenaufnahmen begutachtet hat.

    Dabei hat sie dann direkt auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin die Streichung als Nutztier im Equidenpass vorgenommen.

    Ich weiß gar nicht mehr genau, wie dieser Status als Nicht-Schlachttier im Equidenpass vermerkt ist - der Pass liegt bei den Stallbetreibern, die eben auch instruiert sind, dass im Notfall bei Nichterreichen eine Euthanasierung von Max am Hof von ihnen veranlasst werden kann.

    Sie dürfen aber auch sofort einen Notfalltierarzt rufen, wenn es notwendig ist und ich nicht erreicht werden kann.

    :ka: Naja hier im Forum gibt es doch auch immer wieder Diskussionen über das "Luxusgut Hundehalter" und wem dies "vorbehalten" ist/sein sollte.

    Luxus ist alles, was über den existentiell notwendigen Bedarf hinausgeht.

    Süßigkeiten, Alkohol, kostenträchtige Freizeitbeschäftigungen, die Wohnung, die unbedingt einen Balkon haben muss, Rauchen, Urlaube ... etc.

    Wir leben in unseren Breitengraden luxuriös, nur ist das Bewusstsein dafür verloren gegangen.

    Was eigentlich Luxus ist, wird als selbstverständlich wahrgenommen, der Nicht-Besitz als Mangel empfunden.

    Wir begehren, was wir sehen - und es gibt sehr viel begehrenswertes zu sehen in unseren Landen.

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    Kleines Beispiel: Eine flüchtige Bekannte holt sich während einer Sonderaktion eine Rabattkarte in Höhe von 100 Euro für die Sonnenbank, und heult sich anschließend bei Bekannten aus, dass sie ihren Kindern dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke holen kann, weil das Geld zu knapp ist.

    Ein weiteres Beispiel: Junger Mann, nach der Ausbildung in Festanstellung bei seinem Ausbildungsbetrieb, aber natürlich mit Anfängergehalt, holt sich einen Kredit um ein nagelneues, höherklassiges Sportauto zu kaufen, und hatte damit seinen finanziellen Rahmen dermaßen gesprengt, dass sein übliches Mittagessen eine Portion Pommes mit Mayo und Soße war - für das eigentlich sehr preiswerte Kantinenessen war kein Geld mehr da. Geld für Freizeitaktivitäten mit Freunden war auch nicht mehr vorhanden, und nach ca. knapp einem Jahr befand er sich in psychiatrischer Behandlung.

    Irgendwie hat sich die Wahrnehmung dafür verschoben, Notwendiges als notwendig, und Luxus als Luxus zu empfinden - und Letzteres sich eben nur dann "zu gönnen", wenn man es sich auch tatsächlich erlauben kann.

    Hunde, und natürlich auch Pferde (oder sonstige Tierhaltung, die eben nicht dem Verdienst dient), sind dabei ein besonderer Luxus, weil hier die Verantwortung für ein Lebewesen übernommen wird, welches eben auch Kosten verursachen kann, die über die normale Versorgung hinaus gehen können.

    Darauf zu bauen, "dass schon nichts passieren wird" ist genauso verantwortungslos diesem Lebewesen gegenüber, wie sich erst gar nicht Gedanken darüber zu machen, dass so ein Lebewesen Kosten verursachen könnte, die über den normalen Lebensunterhalt hinaus gehen.

    Also ja, Tierhaltung als Hobby ist Luxus, Luxus, den man sich auch erlauben können muss.

    Wer sich dessen nicht bewusst ist, handelt verantwortungslos dem Tier gegenüber.

    Meiner Erfahrung nach hatte gerade die Freizeitreiterszene einen enormen "Boom" in mindestens den letzten 20 Jahren erfahren; Zum Einen haben sehr viele Landwirte ihre Tierbestände verkleinert, und die Erfahrung gemacht, dass die nicht mehr genutzten Stall- und Wiesenflächen ohne großen Aufwand für Pferdehaltung eingerichtet werden konnten, zum Anderen fanden viele für die Schlachtung vorgesehenen Pferde plötzlich Käufer, die preisgünstig - nur wenig über den Schlachtpreis - ein Pferd erwerben konnten, welches dann für kleines Geld bei zuvor erwähnten Landwirten untergebracht werden konnte.

    Wie viele Freizeitpferdehalter ich in den Jahren selber erlebt habe, die die Tierarztkonsultation aufschieben mussten bis zum nächsten oder übernächsten Verdienst, weil sie keine Reserven hatten für eine sofortige Behandlung, kann ich nicht mehr zählen.

    Pferde wurden umgestallt in einen zwar schlechteren, aber deutlich näheren Stall, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen war, weil so Spritkosten eingespart werden konnten für 10 km einfache Fahrt zum bisherigen Stall (da habe ich mehrere Freizeitreiter kennengelernt, bei denen das der Grund war - und es ging nicht um Fahrstrecken von 30 km oder mehr, sondern wirklich um 10km oder gar weniger).

    Ich habe wirklich sehr, sehr viele Pferdehalter kennen gelernt, die von allen Kosten, welche die normalen Versorgungskosten überstiegen, über den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten gebracht wurden - und alles nur deshalb, weil die Anschaffungs- und Versorgungskosten so weit gefallen waren, dass sie auch in das Budget von Normalverdienern passten.

    Wie viele davon in die Pferdehaltung einstiegen, ohne zuvor eine Reserve angelegt zu haben, oder auch einen Plan, wie eine deutlich im vierstelligen Bereich liegende Behandlung getragen werden kann, kann sich wohl kaum jemand vorstellen, der nicht in dieser Pferdeszene drin steckt...

    Mein Mitleid gilt da überwiegend den Pferden, weil diese gerade verschleppte Behandlungen mit großen Einbußen in der Lebensqualität bezahlen müssen.