Beiträge von Hundundmehr

    Ich denke ja, das das Thema Hund nicht zwangsläufig in den Unterricht gehört.

    Das sind doch eigentlich Skills die im Elternhaus mitgegeben werden sollten.

    Oder bin ich da komplett falsch?

    Eigentlich siehst du das richtig.

    Uneigentlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass - je nach Umfeld und Einstellung der Eltern - diese "Skills", die ursprünglich naturgemäß dem Verantwortungsbereich des Elternhauses zuzuordnen waren, oftmals nicht mehr von den Eltern vermittelt werden.

    Im Gegenteil - es gibt nicht wenige Eltern die der Ansicht sind, andere Institutionen, allen voran Kindergärten und Schulen, wären doch dafür verantwortlich, diese Fähigkeiten und Kompetenzen zu vermitteln und zu festigen.

    Insofern ist diese Idee, etwas kynologische Kenntnisse auch im Unterricht mit einzubauen, nicht schlecht.

    Nur - was soll denn noch alles "im Unterricht" vermittelt werden?

    Respekt, Höflichkeit im Umgang miteinander; Rücksichtnahme, Toleranz, Konfliktbewältigung, sorgsamer Umgang mit Sachen, deren Eigentümer man nicht ist, gewissenhaftes Erledigen von Aufgaben, gesunde Ernährung... es gibt da so viele Themenbereiche, die eigentlich in der Verantwortung der Eltern liegen, zumindest in der Grundlagenförderung.

    Möglicherweise bin ich da sehr geprägt durch die "Blase", in der ich aus beruflichen Gründen unterwegs war (Grundschulen in Stadtteilen mit erhöhtem Erneuerungsbedarf, früher als Brennpunktstadtteile bezeichnet).

    Aber so manches mal ist mir auch echt der Kitt aus der Brille gefallen, wenn ich einen Blick "hinter die Kulissen" eines nach außen hin wohlbehütet und verantwortungsbewusst erscheinenden Elternhauses werfen konnte.

    Meinem Empfinden nach ist der Anteil an Kindern, die eben nicht diese der Verantwortung der Eltern überlassenen Skills mitbekommen, um einiges gewachsen.

    wenn ich mir anschaue, was hier im Forum oftmals geschrieben wird von wegen "mein Hund würde nie nicht beißen" - einfach naiv,

    Sag niemals nie - da hast du sicher recht mit.

    Warum ich es mir bei meinen Hunden dennoch überhaupt nicht vorstellen KANN?

    Alle meine Hunde kamen als Welpen aus einer sorgfältig und mit fachkundigem Wissen ausgeführten Welpenstube vom Züchter.

    Die waren alle unvorbelastet, hatten noch keinerlei schlechte Erfahrungen gesammelt und hatten von Geburt an den Menschen als fürsorgliches, zwar nicht der eigenen Spezies angehöriges, aber dennoch als völlig normal zu ihrem Leben gehörendes Lebewesen kennen gelernt.

    Diese Basis des Grundvertrauens zum Menschen habe ich genutzt und sorgfältig ausgebaut.

    Daneben habe ich rassespezifische Aspekte berücksichtigt - Hunde DENKEN, und eine gut entwickelte Impulskontrolle ist nicht nur bei der Jagd enorm wichtig, sondern im gesamten Leben.

    Neben einer hohen Resilienz gegenüber stressigen Umwelteinflüssen lösen selbst plötzliche Stressreize keine impulsive Wehrreaktion aus, sie schauen erst, und handeln dann.

    Ich habe viel Zeit und Arbeit investiert, um alltägliche Bewegungsreize als "nicht jagbar" zu etablieren.

    Ich konnte meinen Hunden nicht "erklären", dass man sich Schwächeren gegenüber rücksichts- und maßvoll verhält - aber sie wurden schon von Beginn an als Welpe so von mir geführt und abgesichert, dass sie bei (gewolltem, abgesprochenem) Kontakt vorsichtig und nicht überschwänglich agieren.

    Dass Menschen nicht nur eine andere Sprache (verbal), sondern auch Körpersprache haben, haben sie behutsam gelernt - und es stresst sie absolut NULL, wenn Menschen sich über sie beugen.

    Was ich noch dazu tue: Selber umsichtig handeln, Fehler beim Gegenüber berücksichtigen, niemals grobe Menschen an meine Hunde lassen, Beeinträchtigungen beim Menschen berücksichtigen (kleine Kinder sind z. B. nicht nur wenig standfest, sie setzen sich auch schon mal auf den Poppes ohne berührt worden zu sein; oder Menschen mit Gehbehinderungen - da sichere ich einfach meine Hunde ab, um diesen Menschen die Sicherheit zu geben, meine Hunde gefahrlos passieren zu können).

    Wie groß soll ich denn da deiner Meinung nach eine Gefährlichkeit meiner Hunde einschätzen?

    Sag niemals nie - aber ich bin da so nah dran, dass ich eine Gefährdung im Promillebereich sehe.


    und dann werden die Hunde unter Umständen tatsächlich in Situationen gebracht, mit denen sie dann doch nicht umgehen können,

    Ja, und ich konstruiere da mal ein Geschehen, bei dem ich mir tatsächlich vorstellen könnte, dass die dadurch ausgelöste Panik ein völlig außergewöhnliches Verhalten hervorbringen könnte:

    Autounfall, der Wagen hat sich überschlagen, der Hund ist im zerbeulten Wagen eingequetscht und muss befreit werden.

    In dieser Panik kann beim Ziehen des Hundes aus dem Wagen tatsächlich ein Einsatz der Zähne passieren.

    Dafür würde ich auch bei meinen Hunden nicht die Hand ins Feuer legen.

    Oder ich werde im Dunkeln von einem Menschen angegriffen und zu Boden geworfen, und reagiere selber panisch.

    Möglicherweise ergreifen meine Hunde dann die Flucht; Möglicherweise überschreiten meine Hunde dann aber auch die eigentlich sehr hohe Hemmschwelle zum Beschädigen, die sie grundsätzlich gegenüber Menschen haben, weil ich panisch bin und sie mich verteidigen wollen.

    Auch dafür würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

    Ich habe mal im Dunkeln einen von hinten kommenden Jogger erst wahrgenommen, als er unmittelbar hinter mir war

    :shocked:

    Er hat angehalten und sich bei mir entschuldigt, weil ich mich wirklich sehr erschrocken habe.

    Meine Hunde?

    Null Reaktion.

    Sind halt Jogger - die rennen an einem vorbei :ka:

    Ich habe dem Jogger aber auch nicht in meiner Angst eine gebrettert ... tatsächlich haben wir gemeinsam gelacht.

    Ja, Hunde haben bessere Ohren.

    Sie haben sich aber noch nichtmal umgedreht, auch nicht kurz - denn dann hätte ich mitbekommen, dass da jemand kommt.

    So haben sie ihn wohl gehört, aber als "Jogger-keine Gefahr" eingeordnet.

    So soll es sein.

    Wie unsicher soll ich also im verlässlichen Verhalten meiner Hunde sein, dass ich mir überlegen sollte, ihnen einen Maulkorb aufzuziehen, weil "sie ja Raubtiere sind, und immer etwas passieren kann"?

    Meinem Kenntnisstand nach wurde angetestet und verworfen da kein Interesse gezeigt.

    Ja, das ist auch mein Kenntnisstand zum offiziellen Training im Verein - es gab dazu auch eine Stellungnahme des betreffenden Vereins.

    Der Vorwurf, der Hund wäre "scharf" gemacht worden, beruht aber mWn auf Informationen über ein privates Training außerhalb eines Vereins, angeblich mit Fotodokumentation.

    (Anmerkung: Ich schau aber noch mal nach, ob das was ich da in Erinnerung habe auch tatsächlich so veröffentlicht wurde.)

    Kurz nach dem Auftauchen dieser Gerüchte kam der Hinweis, die Ermittlungen würden nun erweitert, um diese Sache zu prüfen.

    Sollten sich diese Vorwürfe als Tatsache erweisen, wäre das Strafmaß bei einer Verurteilung für die Hundehalterin deutlich höher. ("bei einer Verurteilung" ist unterstrichen, weil ja noch gar nicht feststeht ob Fakten vorliegen, die eine Schuld der Halterin an diesem Vorfall belegen.)

    Ich habe bisher keinerlei Information gelesen, die Ermittlungen in dieser Richtung wären abgeschlossen und die Vorwürfe "vom Tisch".

    Was sich mittlerweile erwiesen hat: Der Hund wurde nicht im Verein trainiert im SD-Bereich, eben wegen mangelndem Interesse an der (Spiel-)Beute.

    hat (SD*) im konkreten Fall Elmo keine Rolle gespielt,

    *eingefügt von mir zum besseren Verständnis, worauf sich diese Aussage bezieht.

    Soweit ich weiß, ist im laufenden Verfahren die Untersuchung auf eine größere strafrechtliche Auswirkung hin vorgenommen worden, weil nicht gesicherte Informationen vorlagen, dass der Hund im Privatbereich - also nicht in einem dafür vorgesehenen und von erfahrenen Trainern durchgeführten Training - mit Elementen aus dem SD trainiert wurde von der Hundeführerin.

    Ist jetzt bewiesen, dass dies nur Gerüchte gewesen sein sollen, und dementsprechend vom Tisch?

    Aber die Gefahr ist doch gebannt oder hab ich das falsch gelesen?

    Der verursachende Hund lebt nicht mehr, die anderen Hunde weiter vermittelt. Das wundert mich halt.

    Ohne das Haltungsverbot könnten die anderen Hunde aber wieder zurück geholt werden.

    Da ein Verfahren gegen die Hundehalterin läuft, inwieweit hier durch Haltungsfehler ein mögliche Ursache für diese überaus schreckliche Eskalation vorliegen könnten, ist es Gefahrenabwehr, eine weitere Haltung von Hunden zu verhindern.

    Auch kann davon ausgegangen werden, dass die Halterinnen selber durch diesen Vorfall in einer Gemütsverfassung sind, die eine sichere und umsichtige Haltung derzeit mindestens erschweren oder gar ganz verhindern.

    Insofern ist dieses Haltungsverbot Gefahrenabwehr, und auch wenn es schwer nachvollziehbar ist: Es ist auch Gefahrenabwehr für die Halterinnen, und letztendlich auch für die Hunde.

    .................

    Wenn ich mir vorzustellen versuche, wie es mir gehen würde, wenn einer meiner Hunde so schrecklich agiert hätte - ich glaube, ich wäre so dermaßen schockiert, dass ich auch nicht mehr unbefangen mit meinen anderen Hunden hätte umgehen können.

    Schlimm, einfach nur schlimm ...

    Das entschuldigt nichts und macht das Ergebnis nicht weniger schlimm aber erklärt zumindest das dieser Vorfall ein über Monate andauerndes Vorspiel gehabt hat das sich zuspitzen.

    Mir fehlt hier doch etwas die Möglichkeitsform (Konjunktiv).

    Sollte da allerdings etwas dran sein, frage ich mich schon, wieso aufgrund dieser unmittelbaren Nachbarschaft nicht konsequent beim Verlassen des Grundstücks ein Maulkorb genutzt wurde.

    Ungeachtet dessen haben Hunde, die dermaßen ausrasten, eine Gefährlichkeitsschwelle überschritten, die in keinster Weise mehr auch nur die Spur von "umweltkompatibel" aufweist.

    Was hat den der „Diabetiker“-Warnhund ( Hunde riechen wenn der Zuckerstatus eines Menschen entgleist )deiner Freundin, der sicher eine enge Beziehung zu ihr hat. mit einem Huskymix zutun der ein Fremdes Baby indem Rücken gebissen hat?

    Für dich noch mal: Er hatte seine Zähne eingesetzt, um seinen Menschen in einem lebensbedrohlichen Zustand zu wecken.

    Es diente nur als weiteres Beispiel dafür, dass Hunde ihre Zähne nicht nur mit der Motivation zum Beschädigen einsetzen.

    Mehr nicht.

    Im Übrigen ist die Annahme der Leichtsinnigkeit der Hundehalterin des Huskymix auch nur eine Spekulation.