Beiträge von Hundundmehr

    Nur zur Sicherheit:


    In solch einem Fall (niedriger BZ kurz vor Bewusstlosigkeit), wäre die Injektion von Insulin absolut falsch, ggf. sogar tödlich!

    Ich weiß es nicht, kenne mich mit Diabetes nicht aus - oder hat sie dann Traubenzucker genommen?

    Ich erinnere mich nur daran, dass sie meinte, ohne das Wecken des Hundes gestorben zu sein, auch, weil niemand anderes anwesend war, der ihren Zustand hätte bemerken können.

    Ich lande da bei Wortklauberei - bzw. verstehe dich nicht. Inhaltlich kann ich dir folgen, aber warum muss das jetzt genau so sein, mit dieser deiner Definition?

    Das ist nicht "meine" Definition, sondern die wissenschaftliche Definition.

    Ich empfinde es als Wortklauberei, wenn dann die Meinung geäußert wird, die gängige, umgangssprachliche, nicht-wissenschaftliche Verwendung von Phänotyp als Beschreibung rein äußerlicher Merkmale wäre aber dennoch richtig.


    Aber nach deinen Beitraegen zu Staff, Pit, usw. empfinde ich deinen Beitrag wegen dem Baby als...joa.

    Das verwirrt mich jetzt, ehrlich gesagt :???:

    Ich habe mich an keiner einzigen Spekulation zu einer möglichen Ursache für diesen schrecklichen Vorfall beteiligt.

    Ich habe auch immer wieder betont, dass ich die Gefahr in den menschlichen Motivationen sehe, und rassetypische Merkmale eben auch extreme Motivationen anziehen, die extreme Auswirkungen haben können.

    :ka:

    Aber deiner bisherigen Argumentationskette folgend:

    Staff, Pit und Co sind zum Töten prädestiniert und der Malamute ist dann plötzlich in der ersten Assoziation Lassie hoch Rintintin.

    Möchtest du vielleicht wissen, warum mir diese Assoziation zuerst in den Sinn kam?

    Säugling, unbeobachtet in einem abgeschlossenen Nebenraum, in Bauchlage - denn sonst hätte der Biss wohl kaum im Rücken landen können.

    Plötzlicher Kindstod, siehe Punkt: Risikofaktoren Bauchlage und Überwärmung

    Das hat nichts mit Lassie und Co zu tun :ka:

    "Zum Töten prädestiniert" :???:

    Ich habe kurz die phylogenetische Entwicklung der Rassen AmStaff und Schäferhund angerissen, um deutlich zu machen dass die Spezialisierungen zwei völlig unterschiedliche Verhaltenskreise betrifft, und daraus argumentiert, dass ich bei Schäferhunden die Wahrscheinlichkeit, Menschen als Nicht-Beute, und den Beißarm als Beute zu erkennen, für höher halte als bei einer Rasse, deren Spezialisierung auf "Beute", und hier eben die letzten beiden Sequenzen "Packen und unschädlich machen", beruht.

    Du beziehst "Erscheinungsbild" fälschlicherweise nur auf die morphologischen (äußeren, die Form und Struktur betreffenden) Merkmale eines Organismus.

    Du kannst natürlich bei der Betrachtung eines Organismus nach morphologischen, verhaltensspezifischen, physiologischen und biochemischen phänotypischen Merkmalen unterscheiden.

    Phänotyp meint aber immer alle Merkmale eines Organismus, nicht nur die morphologischen Merkmale.

    ehrlich gesagt wundert mich jetzt ein wenig, dass mein spontaner Gedanke über eine positive Ursache für eine durch die Zähne eines Hundes verursachte Beschädigung so viel Verwirrung auslöst ...

    Ist dieser Gedanke, dass ein Hund andere Motivationen als "Beschädigen" im Sinn haben könnte beim Einsatz seiner Zähne, wirklich so realitätsfremd?

    Wenn ein Hund einen Angreifer schädigt, dann macht er das nicht aus der Motivation, jemanden schädigen zu wollen, sondern um seinen Menschen vor diesem Angreifer zu schützen.

    Eine frühere gute Bekannte hat ihren Cattledog oft als "ihren Lebensretter" bezeichnet; Dieser hat sie etliche Male "geweckt", mindestens 2 Mal mit derberem Einsatz seiner Zähne (unblutig, aber mit deutlichen Quetschungen), bis sie wach genug war, um ihren Zuckerstatus zu messen.

    Jedes Mal war ihr Zuckerwert so im Keller, dass sie kurz vorm Koma stand, und nur der Fakt, dass ihr Hund sie geweckt hat, hat es ihr möglich gemacht, sich Insulin zu spritzen.

    Das klingt sehr nach Leichtsinn der HHin.
    Der Hund soll laut Artikel das 7 1/2 monatige Baby in den Rücken gebissen haben. Hoffentlich bleiben dem Kind keine Schäden.

    Mein erster spontaner Gedanke dazu - wirklich nur ein spontaner Gedanke!

    Möglicherweise hatte der auf dem Bauch liegende Säugling einen Atemaussetzer?

    Dann hätte der Hund ihm durch seinen "Biss" das Leben gerettet ...

    Wird sich natürlich nie feststellen lassen, und ist rein spekulativ.

    Ich rede von einem normalen Beutespiel. Da muss man gar kein Wehrveralten ansprechen.

    Dann haben wir bisher aneinander vorbei geredet :???:

    Ich schreibe die ganze Zeit von Kombination von Wehr- und Beutefangverhalten am Menschen.

    Beim Spiel - wobei hier natürlich auch sauber auf "Spiel = Verhalten ohne Ernstbezug" geachtet werden muss, bei jedem Hund - wird mit der Beute spielerisch umgegangen, es ist Spaß.

    Die Frage ist ja auch, wie unauffällig der Hund wirklich war oder eben gut geführt, so dass als außenstehender vom möglichen "Potenzial" nichts zu merken war. Es ist ja fest in den Köpfen verankert "unerzogen" = "gefährlich"; "erzogen" = "nett".

    Diese Frage finde ich sehr spekulativ und geht mehr in Richtung Schuldsuche, als nach einer Ursachenfindung.

    Gefällt mir nicht.

    Ich habe mal eine Hündin (Schäfer-Herder-Mix aus gezielter Zucht) die mich abgöttisch geliebt hat, aus Übersprung am Arm hängen gehabt.

    Sie kam total freudig auf meinen Rückruf hin angerannt, sprang ab ... und hang an meinem linken Arm.

    Mein freudiges Abbruchsignal hat ein sofortiges Loslassen bewirkt, und die Hündin hat sich vor mir auf den Boden geworfen mit der deutlichen Anzeige: "Kraul mich!!!".

    Was ich gemacht habe ... während ich dem einige Meter entfernt stehenden Halter, dem in dem Moment alles aus dem Gesicht gefallen ist und einen Moment schockstarr war, in ruhigem, betont freundlichem Tonfall sagte: "Alles gut, nix passiert, ich habe keinen Kratzer ... bleib ruhig...!"

    Die Ursache für diesen völlig unerwarteten Übersprung war eine gehörige Dosis Cortisol, durch einen sehr unangenehmen und sehr schmerzhaften Vorfall am Tag zuvor beim Training.

    Bei der Hündin war das jetzt Übersprung.

    Aber das ist eben das Problem bei Hormonen: Auch Sachen, die tief vergraben in den untersten Ebenen des Verhaltensrepertoires sind, auf die auch in extremen Situationen einfach gar nicht mehr zugegriffen wird, woraus sich ein verlässliches Verhalten ableiten lässt für den jeweiligen Hund, können, unter Umständen, wenn vielleicht noch andere Faktoren dazukommen, bei einem ungewohnten Hormonstatus einen leichteren Zugriff auf solche tief vergrabenen Verhaltensweisen bewirken.

    Das passiert sehr selten, und noch extrem seltener mit einem so dermaßen schrecklichen Ausmaß und Ausgang, wie in dem hier vorliegenden Fall.

    Aber keiner dieser Experten hat sich mWn jemals gegen kontrolliertes Beutespiel mit Staff, Pit, DSH, Mali, usw. ausgesprochen.

    Fed-Pet hat sich schon sehr früh dazu geäußert, dass sie die Vermischung der Verhaltenskreise "Wehrverhalten" und "Beutefangverhalten" sehr kritisch sieht.