Beiträge von Hundundmehr

    Qualzuchten | bmt e.V. (bmtev.de)

    Daraus:

    Zitat

    Nunmehr muss es nach dem Stand der Wissenschaft überwiegend wahrscheinlich sein, dass solche Schäden signifikant häufiger auftreten, als es zufällig zu erwarten wäre. Eine naheliegende, realistische Möglichkeit, dass es zu derartigen Schäden kommen kann, reiche dagegen für ein Verbot nicht aus.

    Dazu dieser Auszug aus dem Tierschutzgesetz §11b

    Zitat

    (1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch biotechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Falle der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

    1. bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder...

    2. ...

    Alleine eine einheitlich anwendbare Messlatte für Schmerzen, Leiden und/oder Schäden zu finden, ist schwer.

    Im zuoberst aufgeführten Link wird kritisiert, dass dieser Qualzuchtparagraph erstens zu wenig Anwendung findet, und zweitens die gemachten Anwendungen keine Verallgemeinerung erlauben.

    Als Beispiel ist hier das Zuchtverbot für einen Züchter haarloser Katzen angegeben, bei dem das Verbot nur diesen Züchter betraf, und andere Züchter haarloser Katzen eben nicht von betroffen sind.

    "Wissenschaftliche Wahrscheinlichkeit" zur Festlegung einer Rasse setzt eine entsprechende Datenerhebung voraus - und die gibt es nicht, leider.

    So lange es diese nicht gibt, hat jede/r von einem Qualzuchtverbot betroffene Vermehrer die Möglichkeit, das Bundesverfassungsgericht zu beschäftigen.

    Es ist - leider! - nicht so einfach.

    Warum ist die doch offensichtliche Qualzucht von extrem brachyzephalen Hunden überhaupt möglich?

    Weil die Tierschutzgesetze es nicht hergeben, aufgrund bestimmter Merkmale eine allgemeine Festlegung von Qualzuchtmerkmalen zu geben.

    Warum geben die Tierschutzgesetze das nicht her?

    Weil eine solche Definition Alles was zu Qualzuchtmerkmalen gehört, dann verbieten würde - und das würde eben nicht nur die Spezies Hund betreffen, sondern alle Tiere, auch die, die in Massenproduktion als reine Fleischlieferanten gezüchtet und gehalten werden.

    Das würde dann dazu führen, die viel teurere inländische Fleischproduktion nicht mehr konkurrenzfähig zu machen gegenüber billigen Importprodukten.

    Belegt man diese dann mit hohen Einfuhrkosten, gibt es einen Aufschrei in der Bevölkerung, und bestimmte Parteien bekommen aufgrund des Unmutes noch mehr Zulauf...

    Eine ganz simple Gedankenkette, basieren auf der Erkenntnis, das Menschen Menschen sind.

    Eine ähnlich simple Gedankenkette gibt es bei den VDH-Zuchten bestimmter Qualzucht-Hunderassen.

    Die führe ich hier jetzt nicht auf, sondern ende mit dem Fazit:

    Solange Menschen Kurzschnauzen haben wollen, weil sie diese süß finden, werden diese auch gekauft ... und entsprechend produziert werden.

    Nachtrag: "Menschen können keine Entscheidungen treffen, die nicht mit ihren Emotionen in Einklang sind." Gerhard Roth

    Aber ich finde, irgendwo muss man auch mal überlegen, was es denn bringt.

    Aus dieser Überlegung heraus hatten wir Vasco Ende letzten Jahres auch komplett ohne Narkose durchröntgen lassen.

    Ohne Narkose, weil ich ihm sowohl diese als auch das Überstrecken der Hinterhand für eine Aufnahme der Hüfte ersparen wollte, denn es war klar, dass die Hüfte altersbedingt beeinträchtigt war, und sich daran auch nichts mehr ändern lässt.

    Mir war aber das Gesamtbild wichtig, um für die Zukunft entscheiden zu können, wann die bisher immer nur kurzfristige und erfolgreiche Schmerzbehandlung mit Metacam einer dauerhaften Schmerzmedikation weichen muss.

    Der Verschleiß und die Arthrosen, die dabei festgestellt wurden, haben für mich als Prognose ergeben, dass es Zeit für eine Dauermedikation wird, wenn die Abstände mit den immer wieder auftretenden Lahmheiten in der Vorhand so kurz werden, dass eine Dauermedikation unumgänglich wird.

    Für mich/uns war das eine gute Entscheidung, eben weil auch klar war, dass der Organismus von Vasco über kurz oder lang auch Probleme bekommen würde wegen der Dauermedikation, über Allem aber die Vorgabe einer Schmerzfreiheit bestand, um möglichst lange Lebensqualität zu bewahren - auch wenn das heißt, dass die Lebenszeit damit kürzer werden kann.

    Besteht der Hund den Wesenstest hat er damit gezeigt, dass er zu sozialverträglichem Handeln fähig ist und das ist die Voraussetzung dafür, dass der Hund in Niedersachsen überhaupt gehalten werden darf.

    D.h., Hunde die diesen Wesenstest nicht bestehen ... kommen dann wo hin?


    Den Status der Gefährlichkeit verliert der Hund durch einen Wesenstest nicht mehr, allerdings wird auf der Grundlage des Wesenstests (mit 8-seitigem Gutachten) über eine Maulkorb- und/oder Leinenbefreiung entschieden.

    Heißt das, die nach Aktenlage erfolgte Einstufung als "gefährlich" zählt mehr als ein Wesenstest?

    Jedoch sollte man sich schon Gedanken machen, ob der eigene Hund tatsächlich den Anforderungen unserer Gesellschaft an Ungefährlichkeit genügt, wenn er einen solchen Wesenstest nicht bestehen würde.

    Dieser Satz macht mich nachdenklich :denker:

    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann sind laut *Sascha* ja die Stufen 1-4 als ungefährlich eingestuft, und erst ab Stufe 5 wird dem Hund eine Gefährlichkeit zugeordnet, bei der diese durch entsprechende Auflagen verhindert werden muss.

    Viele Menschen bekommen doch Stufe 1 sogar bei ihrem eigenen Hund gar nicht mit, und bekommen die Krise bei Stufe 2-4.

    Für mein Empfinden klafft hier schon mal eine große Lücke zwischen den realen "Anforderungen der Gesellschaft", also das was allgemein von normalen Menschen von Hunden erwartet wird , und dem was in dieser Abstufung die Grenze zwischen angemessen aggressivem Verhalten und gefährlichem Verhalten betrifft.

    Letztendlich liegt es aber am Menschen "am anderen Ende der Leine", ob ein Hund tatsächlich einen Wesenstest machen muss, oder nicht.

    Denn der Wesenstest wird erst gemacht, wenn offiziell - also von behördlicher Seite - ein Verdacht dokumentiert ist, der einen solchen Wesenstest veranlasst.

    Als Mensch kann ich durch entsprechendes Management viele Dinge beeinflussen.

    Klar gehört bei einem Hund, der sehr schnell, möglicherweise auch ohne Vorwarnung, seine Zähne einsetzt, ein Maulkorb drauf - denn ich kann als Mensch noch so vorausschauend agieren, und trotzdem nicht verhindern dass durch unglückliche Konstellationen doch einmal der Supergau einer unvorhergesehenen Konfrontation passiert.

    Ich kann meinen Hund aber auch so "führen", dass er weiß: Unangenehme Situationen beende ich schnellstmöglich, und so, dass es erst gar nicht zu einer Konfrontation kommt.

    HuHa-Gespanne, die mir suspekt sind, umgehe ich weiträumig, und breche mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich dazu auch mal umkehren muss.

    Mir ist das Leben meiner Hunde einfach zu kurz, um mich mit der Belastung von Löchern im Pelz befassen zu müssen.

    Genau deshalb dürfen meine Hunde auch nur nach Absprache mit dem anderen Hundehalter in Interaktion (mit Hund und/oder Mensch) gehen*.

    *einzige Ausnahme sind ausdrückliche Freilaufbereiche, wo für alle der Grundsatz des Freilaufs bekannt und gewünscht ist.

    Puh - die "günstigen" Discounterpreise empfehle ich nicht ...

    Irgendwie muss man den Hund aber satt bekommen, ohne dass er davon direkt gesundheitliche Probleme bekommt.

    Es gibt mittlerweile einige Hersteller von Barf-Zubehör, ich bin hier jahrelang mit Haustierkost gut klar gekommen.

    Das Sortiment ist dort sehr vielfältig, einfach mal reinschauen.

    Adult-Futter für einen Jungspund - da wäre ich mir nicht sicher, ob die Nahrungsbestandteile wirklich den Bedarf eines noch nicht ausgewachsenen Hundes abdecken.

    Amigo hatte ich damals sehr früh umgestellt auf Adult-Futter, aber zusätzlich bekam er eine Nahrungsergänzung speziell auf im Wachstum befindliche Hunde abgestimmt.

    Wenn du dir nicht sicher bist, würde ich an deiner Stelle einfach mal eine Ernährungsberechnung durch einen Profi durchführen lassen.

    Irgendwie finde ich es immer sehr krass, wie viele das alles einfach so bei fremden Leute ansprechen.
    Mich haben auch schon sehr oft fremde Leute angesprochen. Statt einem Hallo kam aber ein "Der Hund hat doch bestimmt HD!".
    Ich find sowas ja eigentlich einfach nur super Frech und lass die Leute dann links liegen.

    Solche Reaktionen empfinde ich auch als völlig unempathisch; Ich persönlich gehe eigentlich grundsätzlich davon aus, dass Halter von sichtbar eingeschränkten Hunden auch mit ihrem Hund mitfühlen und selber darunter leiden.

    Insofern finde ich solche Reaktion wie oben geschrieben, statt eines "Hallo" direkt die laienhafte Gesundheitseinschätzung um die Ohren zu knallen, auch sehr übergriffig.

    Zumeist... weil ich für mich, in meiner persönlichen Bubble, einfach Folgendes festgestellt habe:

    Im netten Gespräch, als mitfühlende Frage formuliert, erzählen mir Hundehalter gerne die Krankheitsgeschichte ihres Hundes.

    Ausnahme sind Halter brachyzephaler Rassen mit entsprechenden Symptomen.

    Früher habe ich diese im Verlauf eines Gespräches immer behutsam auf die hörbare Atemproblematik angesprochen - und bekam zumeist die Antwort: "Neinneinnein - der bekommt gut Luft, diese Geräusche sind normal und haben nichts zu sagen!".

    Mittlerweile, vor Allem weil ich festgestellt habe dass trotz vieler Kampagnen die Beliebtheit extrem brachyzephaler Hunde (nicht nur Rassehunde, sondern auch deren - angeblich gesünderer - Mixe) noch zu- statt abgenommen hat, werde ich da übergriffig und mache im Vorbeigehen so Kommentare wie: "Der arme Hund hat ja hörbar Probleme, ausreichend Luft zu bekommen."

    Ich kann da einfach nicht mehr anders mit umgehen, wenn diese Probleme schon für Außenstehende so wahrnehmbar sind, weil sich mein Eindruck in meiner persönlichen Bubble da mit dieser Aussage deckt:

    Dass viele Qualzuchthalter generell eine veschobene Wahrnehmung haben, muss man auch gar nicht groß diskutieren. Das zeigen ja sogar Studien.

    Hier z.B. wird beschrieben wie in BW solche Vorfaelle zu beurteilen sind https://im.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/reda…H_Anlage_6a.pdf

    Von 'der große Hund der sich w

    Daraus dieser Satz, zu "Beurteilung von Beißvorfällen"

    Zitat

    Erfolgte die Verletzung des geschädigten Hundes aufgrund solch eines kurzen Kampfes nach einem Sozialkontakt mit Austausch von Drohsignalen, dann kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine „gleichartige Reaktion bei anderen Hunden“ handelt, also um ein Verhalten, dass im Regelfall nicht als gesteigert aggressiv einzustufen ist und somit nicht der Definition der Bissigkeit entspricht, sofern nicht im Einzelfall besondere Verhältnisse vorliegen



    Das finde ich extrem bemerkenswert kompetent, weil hier sowohl artspezifische Verhaltensaspekte berücksichtigt werden, als auch eine Definition von "Bissigkeit" vorzuliegen scheint, die sich deutlich von den - in meiner "Blase" - vorherrschenden Vorstellungen von "Der Hund ist bissig" unterscheidet.

    Fazit: Nicht jeder Hund der gebissen hat, ist auch als bissig einzustufen.

    Dass in diesem Text betont wird, es müsse bei jedem Vorfall zunächst überhaupt erst mal festgestellt werden, ob tatsächlich ein Biss vorliegt (womit der bewusste Einsatz der Zähne zum Beschädigen gemeint ist) und dann in jedem Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände untersucht werden muss, ob hier tatsächlich eine Bissigkeit vorliegt, die eine Einstufung als "gefährlich" erlaubt, gefällt mir auch ausgesprochen gut.

    In der Realität sind solche Einzelfallbetrachtungen natürlich sehr schwierig, gerade ohne Zeugen oder mit voreingenommenen Zeugen.

    Unterm Strich gefällt mir diese Vorgabe in BW zur Einstufung eines Hundes als "gefährlich" ausgesprochen gut.

    Das handhabe ich deswegen so streng, weil ich noch den Ersthund an der Schlepp dabei habe.

    Aufgrund dieser Vorgabe eine Idee - schau mal was du damit anfangen kannst:

    Den Ersthund hälst du ja dauerhaft über die Schlepp gesichert, und fasst sie dann sicher auch kürzer bei diesen unübersichtlichen Gelände.

    Damit gibst du dann den Radius vor, den dein Jungsspund auch einhalten soll - er soll nicht weiter gehen als der Ersthund es kann mit der kürzer gefassten Leine.

    Damit werden auch beide Hunde angesprochen: "Bleibt bei mir!" z. B., und der Jungspund muss dann maximal auf Höhe des Ersthundes bleiben.

    Üben kannst du das z. B. indem du eine 2 oder 3m Schnur (Wäscheleine z. B., irgend etwas leichtes, dünnes) am Halsband/Geschirr befestigst, und dann zunächst kurze Übungseinheiten auf bekanntem Gelände einbaust.

    Dazu fasst du die Schlepp des Ersthundes so kurz wie du dir wünscht, und nimmst auch die Schnur vom Jungspund auf.

    Die übrige Zeit, außerhalb dieses Trainings, kann diese Schnur dann "geschleppt" werden, weil sie den Jungspund ja nicht behindert.