Und daß ein Hund im Schlaf erschreckt werden könnte, klar - da kanns jederzeit vorkommen, daß der dann schnappt. Egal, wie lieb sonst. Is halt n Reflex.
Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen "reflexiv Abschnappen" und "reflexiv Zuschnappen".
"Abschnappen" ist eine Reaktion (Drohung) ohne Beschädigungsabsicht, "Zuschnappen" beinhaltet Beschädigungsabsicht.
Hunde mit der Intention "Zuschnappen" gehören entsprechend abgesichert, je nach Stärke dieser Intention, aber auch je nach jeweiliger Umfeldbedingung dann eben mit Maulkorb.
Abchnappen als Reflexreaktion auf einen Schreck/einen plötzlichen Schmerz ist eine normale Reaktion, die nicht willentlich gesteuert wird.
Dabei kann es passieren, dass bei einem Abschnappen doch etwas an dem Ort ist, wo das Abschnappen hingeht.
Das führt zu Verletzungen, ist aber vom Hund nicht beabsichtigt gewesen.
Mir kam der Gedanke, dass es seinen Grund hat, warum anscheinend der Halter dieses Hundes einen Wesenstest befürwortet - eben weil er sich sicher ist, dass die in dieser Situation von seinem Hund verursachte Verletzung der Kindes keinesfalls Absicht des Hundes war.
Btw.: Es gibt überaus viele Hunde, die auch auf plötzlich auf sie einwirkende aversive Reize gar nicht mit Abschnappen reagieren.
Was natürlich nicht ausschließt, dass bei Zusammenkommen verschiedener unglücklicher Faktoren nicht doch ein Abschnappen gezeigt wird - und wenn es ganz unglücklich kommt, sogar ein Zuschnappen gezeigt wird.
Hunde sind halt Lebewesen, und keine Maschinen.
Ein Restrisiko bleibt immer, weil - Achtung, das ist jetzt was fürs "Phrasenschweinderl" - "Leben ist tödlich", und es gibt keine Möglichkeit, jegliche Gefahr im Leben auszublenden.
Aber Risiken können minimiert werden.