Beiträge von Hundundmehr

    Das ist aber nicht die Intention hinter dem "Nein".

    Zudem ein erklärungsloses "Nein" viel Spielraum für Interpretationen bei dem Adressaten lässt.

    Etwas, was ich persönlich Kindern gegenüber nicht bewirken will, auch, weil ich einfach schon zu viele äußerst originelle, aber an den Haaren herbeigezogene Erklärungen von Eltern/Erwachsenen mitbekommen habe ... die mehr zum empathielosen Unverständnis im Umgang mit Hunden beitrugen, als ein wenig mehr Verständnis und empathischen Umgang zu fördern.

    Murmelchen Gehört dieser Zeitungartikel denn hier rein?

    Dieser hatte die ganze Diskussion um "Kinder an Hunden - Ja/Nein" ausgelöst.

    Erklärt zu bekommen und zu verstehen, warum man den Hund (oder jedes andere Tier) nicht streicheln darf, schon eher.

    Hier ging es ja um die Frage, wie Kinder Empathie entwickeln können, und es wurde verneint, dass Kinder diese Empathie durch ein Streicheln-Dürfen/Umgehen-Dürfen mit Hunden, auch fremden, entwickeln können.

    Ich frage mich bei der Im Zitat aufgeführten Vorgehensweise, welche Empathie Kinder entwickeln gegenüber Hunden, wenn sie drei Mal Hundehalter fragen, ob sie deren Hund streicheln dürfen, und drei Mal die Antwort bekommen: "Nein, das ist gefährlich!" ...

    Die fragen doch kein viertes Mal einen weiteren Hundehalter, sondern haben nach den Absagen vorher abgespeichert: "Hunde sind gefährlich!"

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    Meine Hunde können super mit Menschen, und eben auch mit Kindern.

    Ich genieße es, wenn meine Hunde leuchtende Augen bei Erwachsenen und Kindern erzeugen.

    Allerdings lasse ich gerade die ganz kleinen Kinder nicht einen Moment aus den Augen; Besonders liebenswürdig fand ich den Kontakt von einem Kleinkind mit meinem Leif vor einigen Tagen, wo die Mutter neben ihrem Kind in die Hocke ging und sorgsam darauf achtete, dass bei den Streichelversuchen ihrer kleinen Tochter die Patschefinger nicht irgendwo landen, wo es dem Hund unbeabsichtigt weh tun könnte :herzen1: . Normalerweise bin immer ich diejenige, die darauf achtet, und auch gerne mal die Händchen führt.

    Allerdings genieße ich es auch überaus, gerade mit meinen Hunden ein wenig "Hundeverständnis" bei anderen Menschen zu bewirken; Beim Lesen mag das jetzt "belehrend" wirken - im Reallife weiß ich aber, dass die Art und Weise, wie ich solche "Belehrungen" rüberbringe, bei meinem Gegenüber niemals als Belehrung, sondern als Hilfe ankommt.

    Und daß ein Hund im Schlaf erschreckt werden könnte, klar - da kanns jederzeit vorkommen, daß der dann schnappt. Egal, wie lieb sonst. Is halt n Reflex.

    Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen "reflexiv Abschnappen" und "reflexiv Zuschnappen".

    "Abschnappen" ist eine Reaktion (Drohung) ohne Beschädigungsabsicht, "Zuschnappen" beinhaltet Beschädigungsabsicht.

    Hunde mit der Intention "Zuschnappen" gehören entsprechend abgesichert, je nach Stärke dieser Intention, aber auch je nach jeweiliger Umfeldbedingung dann eben mit Maulkorb.

    Abchnappen als Reflexreaktion auf einen Schreck/einen plötzlichen Schmerz ist eine normale Reaktion, die nicht willentlich gesteuert wird.

    Dabei kann es passieren, dass bei einem Abschnappen doch etwas an dem Ort ist, wo das Abschnappen hingeht.

    Das führt zu Verletzungen, ist aber vom Hund nicht beabsichtigt gewesen.

    Mir kam der Gedanke, dass es seinen Grund hat, warum anscheinend der Halter dieses Hundes einen Wesenstest befürwortet - eben weil er sich sicher ist, dass die in dieser Situation von seinem Hund verursachte Verletzung der Kindes keinesfalls Absicht des Hundes war.

    Btw.: Es gibt überaus viele Hunde, die auch auf plötzlich auf sie einwirkende aversive Reize gar nicht mit Abschnappen reagieren.

    Was natürlich nicht ausschließt, dass bei Zusammenkommen verschiedener unglücklicher Faktoren nicht doch ein Abschnappen gezeigt wird - und wenn es ganz unglücklich kommt, sogar ein Zuschnappen gezeigt wird.

    Hunde sind halt Lebewesen, und keine Maschinen.

    Ein Restrisiko bleibt immer, weil - Achtung, das ist jetzt was fürs "Phrasenschweinderl" - "Leben ist tödlich", und es gibt keine Möglichkeit, jegliche Gefahr im Leben auszublenden.

    Aber Risiken können minimiert werden.

    Kind beugt sich über Enya und nimmt sie herzhaft in den Arm.

    (.......)

    Enya aber blieb tatsächlich einfach nur völlig entspannt liegen,

    Weil sie das Kind genauso eingeschätzt hat, wie du auch.

    Du hast ja den vorherigen Umgang des Kindes beschrieben, der einfach nur sanft und umsichtig war - und genau deshalb konnte Enya auch diese enge Umarmung entspannt genießen.

    Deshalb finde ich diese Schlussfolgerung von dir auch äußerst schade:

    Nie wieder ein Kind unter Teenager-Alter an meinem Hund!

    Ehrlich, dein Hund ist nicht "ein anderer" Hund, wo dieses Szenario möglicherweise Unmut beim Hund erzeugt hätte.

    Du hast doch Verantwortung übernommen, und dir genau angesehen, wie das Kind sich verhält, und hattest Recht mit deiner Einschätzung.

    Ich hätte dem Kind vielleicht später noch mal erklärt, dass diese enge Umarmung eines ihm doch fremden Hundes keine gute Idee war ... weil nicht jeder Hund so wie Enya ist, die selber sehr gut eingeschätzt hat, wie das Kind "drauf" ist, und selbst diese Enge entspannt genießen konnte.

    Nichts für ungut, ist nur mal ein anderer Fokus :bussi:

    aber so völlig moralisch verwerflich, wie viele andere hier, finde ich es nun auch nicht

    Obwohl natürlich moralisches Empfinden eine Rolle spielt, geht es mir nicht um Moral, sondern um die Motivation, welche dem zu sehenden Ergebnis zugrunde liegt.

    Es gibt etliche Studien zu Rückfallquoten, wo die über Gruppendruck erzeugten Veränderungen im Verhalten wieder abgelegt, und alte Verhaltensweisen wieder aufgenommen wurden, sobald dieser Druck von Außen wegfiel.

    Zeigt ein Hund ein bestimmtes, erwünschtes Verhalten nur unter bestimmten Rahmenbedingungen - oder zeigt er dieses Verhalten auch bei geänderten Rahmenbedingungen?

    Nur wenn Letzteres der Fall ist, kann ich von einer "Verlässlichkeit im Verhalten" sprechen.

    "Der Zweck heiligt die Mittel" mag also bei genauerer Betrachtung für diese Rahmenbedingungen zutreffen.

    Eine Verlässlichkeit im Verhalten sehe ich aber nicht.

    Ich habe jetzt extra nochmal nachgelesen, und ich denke dass sowohl deine als auch meine Interpretation bzgl. Maulkorb möglich wäre.

    Nein, deine Interpretation ist nicht möglich, schau noch mal in dem zu deiner Interpretation von dir selbst eingestellten Zeitungsbericht, da steht ganz klar:

    Zitat


    Alle waren angeleint, zwei trugen einen Beißkorb. Das gab die Frau jetzt bei ihrer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft an.

    Es steht wohl eindeutig gemäß der Aussage der Halterin fest, dass ein Hund keinen Maulkorb trug, zwei Hunde mit Maulkorb gesichert waren.

    Einer dieser mit Maulkorb gesicherten Hunde hat diesen Maulkorb abgestreift.

    Mehr wissen wir nicht - nur dass alle 3 Hunde beim Opfer waren laut Aussage der Halterin.

    Die zunächst als Fakt angenommene Feststellung von einem genau benannten Hund ist erst ins Wanken gekommen, als die Halterin vernommen werden konnte und dort angab, mit 3 Hunden unterwegs gewesen zu sein, die auch alle 3 "am Opfer" waren, als sie sich von ihrem Sturz aufrappelte.

    Auch jetzt stellt sich mir wieder die Frage: Warum wurde der Fokus auch von Seiten der Halterinnen ausschließlich auf den einen Hund gelenkt, der dann auch nahezu unverzüglich mit Einverständnis der Halterinnen eingeschläfert wurde?

    Ich denke, dass auch diese Frage nach der Motivation - der durchaus auch eine Schockreaktion zugrunde liegen kann! - ein nicht unerheblicher Aspekt bei der Frage nach "fahrlässig oder grob fahrlässig" sein wird.

    CundC Ich weiß wie das etabliert werden kann, hier hatten die Hunde auch immer "feste" Plätze für die Näpfe, sodass jeder Hund genau wusste, wer wann zu welchem Napf durfte.

    Leiderleiderleider kenne ich aber die Videos mit dieser Trog-Pampe-Fütterung, bei der der dadurch bewirkte Gruppendruck ein maßvolles Verhalten erzwingt.

    Im zugeschnittenen Video ist zu sehen, wie vorbildlich die Hunde darauf warten, ihre Portion zugeteilt zu bekommen.

    Welcher Weg zu diesem Verhalten geführt hat, weiß man allerdings nicht, bzw. kann es nur ahnen, wenn er die dazugehörigen Videos kennt.

    Eines weiß ich allerdings mit Sicherheit: Die dort zu sehenden Hunde haben es nicht auf die positive Weise gelernt, wie es meine Hunde gelernt haben.

    https://www.facebook.com/10006442946286…tAJd3l/?app=fbl

    Kann man diesen Link anklicken?

    Das ist doch die Truppe, um die es hier geht?

    Ich war positiv überrascht von diesem Video.

    Nett geschnitten das Video.

    Direkt bei ca. Sekunde 10, da stürzen 2 Hunde auf ein geworfenes Fleischteil - und schwupp, weg ist die Kamera.

    Ein Schelm wer Böses dabei denkt...

    Aber trotzdem: Das was da an Hundeverhalten zu sehen ist, ist nett.

    Hat bei den meisten Hunden den Eindruck, sie warten weil sie wissen dass sie auch bald dran sind.

    Einen Einblick, wie dieses "Warten können" erreicht wurde, erhält man bei diesem Video aber nicht.

    Ist ja gar nix mehr los hier, gibt es nur so wenige entspannte Halter mit entspannten Hunden?

    Gestern jemanden nach Monaten wiedergetroffen, die erste, sehr verhaltene, Frage war: Wo ist Nummer 2?

    "Ist nur noch Einer..."

    Die Halterin mit ihrer Labbihündin ist dann gemeinsam mit uns gegangen, und ihre Hündin war wohl sehr angetan von meinem Leif, O-Ton der Halterin ziemlich am Ende des Spaziergangs: "Meine findet deinen wohl richtig gut, sie ist sonst sehr verhalten gegenüber Rüden, aber deinen mag sie richtig gerne - der ist aber auch sehr unaufdringlich, das ist ja nicht so oft."

    Zwischendurch hatte sie Leif sogar mit einem Stock zum Spiel aufgefordert :cuinlove: , worauf Leif sich gerne einließ - aber eben ohne dabei "überbordernd" zu werden.

    Leif hat das mal wieder richtig gut getan.

    Was mir derzeit sehr stark auffällt: Die Wälder sind wieder richtig "leergefegt", sowohl von Menschen mit als auch Menschen ohne Hund.

    Scheinbar gehen die ganzen "Frischluftfans", die hier während Corona aufgetaucht sind, jetzt wieder anderen Aktivitäten nach.

    Dafür werden die meisten Hunde, denen wir jetzt - auch eher selten - im Wald begegnen, kontaktlos vorbei geführt.

    Wenn ich entspannte Hundebegegnungen für Leif in freier Interaktion will, muss ich dafür bestimmte Bereiche aufsuchen, was eigentlich nur noch der See/die Seen sind.