Ein vorgestern erlebtes Beispiel, warum ich meine Hunde auch von Fremden streicheln lasse:
Nach einer sehr unschönen Begegnung (erzähle ich gleich noch im Hundehalter-Nerv-Thread) bin keine 50m weiter einem Vater mit 2 Kindern begegnet.
Der Vater hatte wohl mein vorheriges Schimpfen gehört, und als wir mit Leif an der Leine ankamen, sprach er uns direkt an, ob wir auch eine unschöne Begegnung mit dem anderen Hund hatten.
Ich nur: "
Sie etwas auch - mit den Kindern?
"
Ja, hatte er, das Mädchen (ca. 11 Jahre) zeigte einen Kratzer am Bein, sie meinte, von der Kralle, weil die freilaufende Schäferhündin (Anmerkung: Sie hatte sich aus dem Halsband, an dem eine Schlepp war, herausgewunden und war durch die Gassigänger nicht mehr einzufangen gewesen) sie angesprungen hatte.
Wir kamen ins Gespräch, haben gemeinsam etwas gemeckert über die Hündin und deren Gassigänger, während die Kinder (der Junge war im Grundschulalter) Leif beobachteten.
Der hatte sich schon zuvor den vorherigen Stress abgeschüttelt, und war wieder völlig auf Normallevel.
Natürlich durften die Kinder Leif auf ihre Frage hin streicheln, ich fand es sehr schön, dass sowohl die Kinder als auch der Vater Leif gegenüber keine Bedenken hatten, nach diesem unschönen Vorfall mit einem anderen Hund.
Da wir die gleiche Richtung hatten, sind wir dann ein Stück zusammen gegangen, und als das Mädchen fragte, ob es Leif auch mal halten dürfte, habe ich ihr das erlaubt.
Sie war super stolz, und als nach einigen Minuten auch der jüngere Bruder mich fragte, habe ich auch das erlaubt (das Mädchen war super nett, und hat ohne zu murren ihrem Bruder Leif überlassen
).
Das Mädchen wollte gerne selber einen Hund, und als der Vater meinte, dies würde aus beruflichen Gründen leider nicht gehen, da wäre zu wenig Zeit über für den Hund, meinte das Mädchen, sie würde sich später, wenn sie groß wäre, einen Hund holen.
Ich habe sie darin bekräftigt, indem ich erklärte, auch bei meinen Eltern wäre eine Hundehaltung nicht möglich gewesen, und so hätte ich mir diesen Wunsch eben auch als Erwachsene erfüllt, als es endlich möglich war - Träume kann man sich auch als Erwachsener erfüllen 
Zwischendurch ist der Junge dann mal auf einem Bein gehüpft, weil sein rechter Schuh im Schlamm stecken geblieben ist 
Er hatte brav meine Anweisung befolgt, mit Leif nicht zu rennen, sondern ihn immer mal wieder mit einem "Langsam" an ein gemäßigtes Tempo zu erinnern - aber eben MIT Leif zu gehen, ihm also zu folgen, wenn Leif mal die Seiten wechselt um an interessanten Stellen zu schnüffeln... tja, und das hat er sehr gut befolgt, und ist dabei auch durch eine äußerst schlammige Stelle mit Leif durch ... und schwups war der Schuh weg 
Da ich direkt bei ihm war, konnte ich ihn stützen, ihm die Leine abnehmen, diese meinem Mann in die Hand drücken, mich dann zum Schuh rüberstrecken und ihn aus dem Schlamm ziehen, ihm dem Jungen reichen, der dann wieder in ihn reinschlüpfte - alles Tutti

Die Begegnung war wirklich schön, und ich bin absolut überzeugt davon, sie tat auch dem Vater und den Kindern richtig gut, vor Allem nach der vorherigen unschönen Begegnung mit dem unerzogenen Schäferhund.
Haben die Kinder für sich etwas daraus mitgenommen?
Mit Sicherheit, zum Einen dass nicht alle Hunde gleich sind, aber zum Anderen vor Allem, dass Hunde grundsätzlich etwas Schönes, Beglückendes in dieser Welt sind.
Deshalb lasse ich meine Hunde auch von Fremden streicheln, wenn meine Hunde dies wollen.
Meistens wollen sie - und wenn sie mal situativ nicht wollen, z.B. wenn ihnen etwas anderes in dem Moment wichtiger ist, dann erkläre ich das gerade Kindern in dem Moment sehr, sehr gerne, weil es auch deren Wahrnehmung schärft und sie lernen, die Befindlichkeit meiner Hunde wahr zu nehmen.
Denn darum geht es doch: Dass auch die Umwelt Hunde als Lebewesen wahrnimmt, die eben unterschiedlich sind.