Hunde agieren auf Aktion und Reaktion und malen sich im Kopf nicht vorher irgendwelche Theorien aus, bei denen es darum geht abzuwägen ob das was sie gerade machen Gut oder Böse ist.
Natürlich "malen sie sich nicht vorher Theorien im Kopf aus" - aber sie LERNEN, und haben über dieses Lernen eine Vorstellung, die nachhaltigen Einfluss auf Aktion und Reaktion hat.
Vom Gesetz her ist ein Biss zunächst immer als gefährlich einzustufen, erst eine genauere Betrachtung/Untersuchung kann feststellen, ob durch bestimmte Umstände trotz Biss keine Gefährlichkeit vorliegt.
Hier wurde eine Halterin von einem ihrer eigenen Hunde mehrfach gebissen, aufgrund einer Gruppendynamik innerhalb eines festen Sozialverbandes.
Ich weiß nicht in welcher Welt man leben muss, um eine solche Gruppendynamik als normal zu empfinden.
Darüber hinaus dann auch noch davon auszugehen, dass diese Dynamik sich niemals-nicht auch in der Umwelt auswirkt, niemals Außenstehende betreffen würde, ist dermaßen unrealistisch, dass ich nur noch mit dem Kopf schütteln kann.
Ja, manche Sachen passieren aufgrund des Zusammentreffens mehrerer unglücklicher Umstände - und das ist schon schlimm genug.
Muss dann mit dem Wissen um eine solche Gruppendynamik auch noch die Gefahr in Kauf genommen werden, Unbeteiligte dieser Gefahr auszusetzen?
In dem vorliegenden Fall hat die Frau sich selber helfen können - aber was wäre passiert, wenn sie auf Hilfe Außenstehender - z. B. Rettungskräfte/Notarzt - angewiesen gewesen wäre?
Wir wissen im vorliegenden Fall nicht, was zu dieser Auseinandersetzung zwischen den Hunden geführt hat, und warum die Halterin mehrfach gebissen wurde.
Genauso wenig wissen wir, ob die Halterin sich dieser Dynamik bewusst war, ob sie leichtfertig war, ob sie sich übernommen hat - oder ob eben ein unglückliches Zusammentreffen von Umständen zu einer Ausnahmesituation geführt hat.
Genau das muss untersucht werden, und so lange das nicht feststeht, ist von einer Gefährlichkeit der Hunde auszugehen.