Beiträge von Hundundmehr

    Extrem schwer zu lesen finde ich die Beiträge auch, mir kommt das alles etwas konfus vor?

    Das hier:

    .zb wir sind mit dem Rad unterwegs sie apportiert die ganze Zeit dabei ist ihr alles andere egal lg

    ist mir allerdings sofort "in die Augen gesprungen" - denn das ist kein Apport ... sondern ein "Anti-Impulskontrolle-Training", möglicherweise sogar mit Suchtpotential.

    Ball und Stöckchen-Werfen sind sofort einzustellen, statt dessen vernünftiges Apporttraining, als Kopfarbeit und Impuls-Kontroll-Training.

    Dazu parallel: Bei jedem, wirklich jedem ankommenden Radfahrer warten, passieren lassen, dabei die Aufmerksamkeit des Hundes freundlich, aber konsequent bei dir halten - und sobald der Fahrradfahrer vorbei ist, in die Gegenrichtung entfernen; Sinn dahinter: Wir bewegen uns WEG von diesem Bewegungsreiz, gehen niemals hinterher, denn: Genau dieses Hinterher-Gehen triggert die schon vorhandene Motivation deiner Hündin zum VERFOLGEN - und das setzt sie natürlich um, sobald sie nicht mehr durch die Leine kontrolliert werden kann, oder zeigt dieses Verfolgen-Wollen eben auch an der Leine.

    Das Verfolgen-Wollen hat sich - möglicherweise ausgelöst durch den unschönen Vorfall mit dem Fahrradfahrer - auch auf einzelne Autos ausgeweitet - also höchste Eisenbahn, hier gezielt entgegen zu steuern, denn von alleine wird sich dieses Problem weiter verstärken ... auch wenn man sich wünscht, es möge sich doch bitte mit der Zeit in Luft auflösen.

    Das tut es nicht.

    Ein vorgestern erlebtes Beispiel, warum ich meine Hunde auch von Fremden streicheln lasse:

    Nach einer sehr unschönen Begegnung (erzähle ich gleich noch im Hundehalter-Nerv-Thread) bin keine 50m weiter einem Vater mit 2 Kindern begegnet.

    Der Vater hatte wohl mein vorheriges Schimpfen gehört, und als wir mit Leif an der Leine ankamen, sprach er uns direkt an, ob wir auch eine unschöne Begegnung mit dem anderen Hund hatten.

    Ich nur: " :shocked: Sie etwas auch - mit den Kindern? :shocked: "

    Ja, hatte er, das Mädchen (ca. 11 Jahre) zeigte einen Kratzer am Bein, sie meinte, von der Kralle, weil die freilaufende Schäferhündin (Anmerkung: Sie hatte sich aus dem Halsband, an dem eine Schlepp war, herausgewunden und war durch die Gassigänger nicht mehr einzufangen gewesen) sie angesprungen hatte.

    Wir kamen ins Gespräch, haben gemeinsam etwas gemeckert über die Hündin und deren Gassigänger, während die Kinder (der Junge war im Grundschulalter) Leif beobachteten.

    Der hatte sich schon zuvor den vorherigen Stress abgeschüttelt, und war wieder völlig auf Normallevel.

    Natürlich durften die Kinder Leif auf ihre Frage hin streicheln, ich fand es sehr schön, dass sowohl die Kinder als auch der Vater Leif gegenüber keine Bedenken hatten, nach diesem unschönen Vorfall mit einem anderen Hund.

    Da wir die gleiche Richtung hatten, sind wir dann ein Stück zusammen gegangen, und als das Mädchen fragte, ob es Leif auch mal halten dürfte, habe ich ihr das erlaubt.

    Sie war super stolz, und als nach einigen Minuten auch der jüngere Bruder mich fragte, habe ich auch das erlaubt (das Mädchen war super nett, und hat ohne zu murren ihrem Bruder Leif überlassen :cuinlove: ).

    Das Mädchen wollte gerne selber einen Hund, und als der Vater meinte, dies würde aus beruflichen Gründen leider nicht gehen, da wäre zu wenig Zeit über für den Hund, meinte das Mädchen, sie würde sich später, wenn sie groß wäre, einen Hund holen.

    Ich habe sie darin bekräftigt, indem ich erklärte, auch bei meinen Eltern wäre eine Hundehaltung nicht möglich gewesen, und so hätte ich mir diesen Wunsch eben auch als Erwachsene erfüllt, als es endlich möglich war - Träume kann man sich auch als Erwachsener erfüllen :nicken:

    Zwischendurch ist der Junge dann mal auf einem Bein gehüpft, weil sein rechter Schuh im Schlamm stecken geblieben ist xD

    Er hatte brav meine Anweisung befolgt, mit Leif nicht zu rennen, sondern ihn immer mal wieder mit einem "Langsam" an ein gemäßigtes Tempo zu erinnern - aber eben MIT Leif zu gehen, ihm also zu folgen, wenn Leif mal die Seiten wechselt um an interessanten Stellen zu schnüffeln... tja, und das hat er sehr gut befolgt, und ist dabei auch durch eine äußerst schlammige Stelle mit Leif durch ... und schwups war der Schuh weg xD

    Da ich direkt bei ihm war, konnte ich ihn stützen, ihm die Leine abnehmen, diese meinem Mann in die Hand drücken, mich dann zum Schuh rüberstrecken und ihn aus dem Schlamm ziehen, ihm dem Jungen reichen, der dann wieder in ihn reinschlüpfte - alles Tutti xD xD xD

    Die Begegnung war wirklich schön, und ich bin absolut überzeugt davon, sie tat auch dem Vater und den Kindern richtig gut, vor Allem nach der vorherigen unschönen Begegnung mit dem unerzogenen Schäferhund.

    Haben die Kinder für sich etwas daraus mitgenommen?

    Mit Sicherheit, zum Einen dass nicht alle Hunde gleich sind, aber zum Anderen vor Allem, dass Hunde grundsätzlich etwas Schönes, Beglückendes in dieser Welt sind.

    Deshalb lasse ich meine Hunde auch von Fremden streicheln, wenn meine Hunde dies wollen.

    Meistens wollen sie - und wenn sie mal situativ nicht wollen, z.B. wenn ihnen etwas anderes in dem Moment wichtiger ist, dann erkläre ich das gerade Kindern in dem Moment sehr, sehr gerne, weil es auch deren Wahrnehmung schärft und sie lernen, die Befindlichkeit meiner Hunde wahr zu nehmen.

    Denn darum geht es doch: Dass auch die Umwelt Hunde als Lebewesen wahrnimmt, die eben unterschiedlich sind.

    Ich finds ja gut, wenn er die Erfahrung macht, dass Menschen im Grunde gut sind aber gleichzeitig will ich auch nicht, dass er zu allen hingeht und Kontakt aufnehmen will.

    Das war auch bei unserem Leifur ne ganz harte Nummer ... :roll:

    Bei keinem Hund habe ich so lange gebraucht, um ihm den "Unterschied" zwischen Menschen, die Kontakt wollen, und Menschen, die keinen Kontakt wollen "zu erklären".

    Ich meine, ich habe mich erst auf ihn verlassen können, als er schon ca. 1,5 Jahre war; Bis dahin habe ich ihn bei "Menschensichtung" immer angeleint, selber die Menschen beobachtet, wie sie auf ihn reagieren, habe ihn vorbeigeführt und dabei den Fokus auf mich gelenkt, wenn Menschen ihn ignorierten, und ihn kontrolliert mit den Menschen in Kontakt treten lassen, die Kontakt zu ihm wollten.

    Ich mag es nicht nur, ich liebe es, wenn Menschen auf meine Hunde unvoreingenommen und oft sogar mit Freude reagieren.

    Das möchte ich mir gerne erhalten :nicken: aber dazu gehört eben auch, dass meine Hunde niemanden belästigen, der einfach nur in Ruhe sein Ding machen will.

    Heute geht Leif nur noch zu den Menschen hin, die ihn freundlich "ansprechen" - dazu bedarf es allerdings nicht immer einer Lautäußerung, ein freundliches Zuwenden reicht, um näher an den Menschen heranzugehen - und wenn sie ihn dann streicheln, genießt er es ... und die Menschen auch.

    Wenn ich nicht will, dass er gestreichelt wird, halte ich ihn einfach bei mir - passiert schon mal, wenn er vorher ein Schlammbad genommen hat ... xD

    Bei ihm geht das sogar so weit, dass ich ihn in Situationen mitnehmen kann, wo die Wahrscheinlichkeit auf unbeabsichtigte Berührung oder ungefragtes Streicheln sehr groß ist.

    Leif hat aber auch überhaupt keinen Stress damit, wenn Menschen sich über ihn beugen - er weiß, dass Menschen eine andere Körpersprache als Hunde haben, und hat dieses Über-ihn-Beugen niemals als Bedrohung, sondern als Zuwendung kennen gelernt.

    Aoleon Finde ich super, wie Hamilton sich so auf sein Gegenüber einstellt, dass auch das Gegenüber Freude an einer Interaktion hat :bindafür:

    Taro findet Sicherheit auf deinem Arm, und kann da entspannt gucken, welchen Umgang Hamilton mit unterschiedlichen Hunden pflegt. Finde ich gut, so kann auch Taro angstfrei lernen ... und sich das ein oder andere bei Hamilton abschauen :cuinlove:

    Heute mal wieder eine richtig schöne Hundebegegnung gehabt:

    Ich mache eine kleine Pause mit Leif, wir sind noch so ca. 1,5km vom Parkplatz entfernt wo unser Auto steht.

    Wasser für den Hund und mich, ein größerer Hundekeks für Leif und eine Schokowaffel für mich als kleiner Pausensnack.

    Leif hatte schon alle Krümel aufgesaugt, und sich hingelegt, ich sah auf mein Handy kurz die Mitteilungen an.

    Aus dem Augenwinkel sah ich, dass Leif aufmerksam den Weg runtersah, kam dort ein Mann mit angeleintem Golden.

    Leif bekam ein "Bleib", Mann und Hund kamen entspannt näher, und blieben ein paar Meter vor uns stehen:

    "Ist der nett?"

    "Ja, ist er." (Leif war auch freundlich-neugierig, aber völlig entspannt)

    "Ja, dann kann ich ja auch loslassen."

    "Klar, gerne."

    Er leinte also ab, und der Hund ging Richtung Leif.

    Dieser sprang auf, woraufhin der Hund erst mal etwas zurückwich.

    Da Leif sich aber zurücknahm, kam der Hund wieder näher, die Hunde "begrüßten" sich kurz, und fanden sich wohl sympathisch, denn wenig später forderten sie sich gegenseitig zum Spiel auf.

    Derweil unterhielt ich mich noch ein paar Minuten mit dem Mann, bis ich ihn fragte, an welchem Parkplatz er denn stünde.

    Ich stand zwar an einem anderen Parkplatz, konnte diesen Weg aber auch gehen, er war nur ca. 2km länger, also fragte ich ob ihm das recht wäre, wenn wir ein Stück zusammen gehen.

    War er erfreut drüber, auch wegen seines Hundes.

    Die beiden Jungs haben sich auch super verstanden, die sprachen nicht nur die gleiche Sprache, sondern sogar den gleichen Dialekt: Golden ... xD

    Mit dem Mann habe ich mich dann über Hunde unterhalten, und noch so über Gott-und-die-Welt, das war echt nett und sehr kurzweilig.

    Aus den geplanten 6km sind so zwar 8km geworden ... aber was tut frau nicht alles für den Hund, wenn es ihm Freude macht xD

    Verzeih, dass ich die Anführungsstriche vergessen habe. Aber man hätte sich im Zusammenhang denken können, dass ich keine echte Therapie meine sondern dieses "wenn du nette Hunde hast, kannst du ängstliche Leute ja "therapieren""


    Außerdem ging es um fremde Menschen, explizit Kinde, und nicht um andere Menschen und ihre Hunde. Weiß nicht, was das mit meinem - auseinander gerissenen - Zitat zu tun haben soll.

    Lies dir bitte noch mal deinen eigenen post durch, auf welches Zitat du dich da bezogen hast.

    Ja, es ist überaus degradierend von dir ausgedrückt, anderen Menschen Therapiemotivation zu unterstellen, nur weil sie Hunde haben mit denen sie einfach im Alltag anderen Menschen etwas von ihrer Besorgnis/Angst gegenüber Hunden nehmen können.

    Genau deshalb hat Sunti dieses "therapieren" auch in Anführungszeichen gesetzt, weil sie weiß, dass es keine Therapie ist, was sie da macht, und auch nicht zum therapieren dient.

    So wie du es ausgedrückt hast, ist es mehr als verächtlich.

    Btw.: Jeder psychologisch-therapeutisch arbeitende Mensch weiß, dass er außerhalb seines Arbeitsbereiches gar nicht therapeutisch arbeiten darf ... ;)

    Die Kinder, weil er so nett guckt wenn er was bekommt, die Eltern sind stolz (warum auch immer...) und der Ben freut sich sowieso immer über ein Leckerli.

    Weil die Kinder so mutig sind, ihre Hand mit einem Leckerchen hinzuhalten, weil sie einsichtig genug sind deine Erklärungen und Anweisungen umzusetzen, weil sie sich freuen über deine Einschätzung des Kindes als "nett" (denn sonst würdest du nicht das Leckerchen geben lassen) ... weil all das letztendlich auf der bisherigen Erziehung der Eltern basiert.

    Wäre ich als Elternteil auch stolz auf und über mein Kind in dem Moment :nicken:

    Jemand hatte argumentiert, dass Kinder Empathie lernen, wenn sie fremde Hunde anfassen dürfen, und dass ein Nein Kindern suggeriert, Hunde seien gefährlich.

    Dagegen steht die Meinung, ein Nein zu akzeptieren kann genauso gut Empathie zeigen, weil Kind sich in die ablehnenden Gefühle des Hundes hineinversetzen lernt.

    Danke erst mal, dass du das ausgegraben und hierhin transportiert hast.

    Hier liegt aber wohl ein Missverständnis vor :denker:

    Zunächst einmal sind die in deinem Zitat aufgeführten Meinungen nicht konträr; Natürlich lernen Kinder sowohl im positiven Kontakt mit Hunden Empathie, als auch bei einem Kontaktverbot, wenn es dadurch die Chance bekommt, sich in die ablehnenden Gefühle des Hundes hineinversetzen zu KÖNNEN.

    Das geht aber doch nur, wenn ich diesem Kind auch sage, dass der Hund ablehnende Gefühle hat?

    Konträr zu der Auffassung, Empathie wird bewirkt durch Kontakt/Streicheln war die Auffassung, durch Kontakt/Streicheln wird keine Empathie bewirkt.

    Dazu kam dann noch obendrauf die Auffassung, auch der liebste Hund könne irgendwann doch einmal eine gefährliche Reaktion zeigen...

    Bei Erwachsenen sehe ich das genauso, habe aber in meinem Job gelernt, dass Kinder bis zu einem bestimmten Alter wesentlich nachhaltiger lernen, wenn man ihnen Dinge erklärt. Deshalb nehme ich mir bei Kindern, die den Eindruck machen, sie hören zu, gern die Zeit. Erwachsene dürfen das Nein annehmen und fertig.

    Dem stimme ich voll und ganz zu (bis auf den Aspekt, dass auch Erwachsene meine Hunde streicheln dürfen, und ich erkläre, wenn ich doch mal "nein" sage ... z. B., wenn sie vorher ein Schlammbad genommen habe und ich weiß, dass sie beim Streicheln die Kleidung des Streichelnden nicht unbedingt "verschönern" ...).

    Es geht aber um Kinder, und da erkläre ich nunmal sehr gerne, weil das nachhaltiger ist und Kindern hilft, eine Empathie gegenüber Hunden zu entwickeln, bei der sie wissen, dass jeder Hund anders tickt, und das eben zu berücksichtigen ist.

    Genauso wie Kinder aus dem Kontakt mit meinen Hunden empathischen Umgang lernen, lernen sie auch aus einem "Nein", wenn der Hundehalter ihnen auf ihre Frage nach einem Streicheln-Dürfen erklärt: "Nein, schau mal, mein Hund will das nicht" - mit der Hand auf den sich hinter dem Halter stehenden Hund weisend.

    So lernen Kinder dann auch zu beobachten.

    Es kommt in freier Natur eher selten vor, da viele Menschen Angst vor hunden haben.

    Ich würde es jetzt nicht unbedingt als Angst bezeichnen - aber die Voreingenommenheit gegenüber Hunden hat mMn in den 24 Jahren, die ich jetzt Hunde halte, sehr stark zugenommen.

    Dabei ist - auch mMn - "natürlicher Umgang" mit dem Lebewesen Hund ein gutes Stück verloren gegangen, was eben auch an diesen extremen Ansprüchen an Hunden "alle Hunde müssen lieb sein" (bitte nur als Synonym verstehen), also eigentlich wie Stofftiere, nur dass sie atmen, zu erkennen ist.

    Last not least bin ich der Auffassung: Sobald ich mich mit meinen Hunden in der Öffentlichkeit bewege, bin ich Teil dieser Gemeinschaft - und habe einen Auftrag:

    Mich mit meinen Hunden so zu bewegen, dass sie nicht als Störfaktor oder gar gefährlicher Faktor wahrgenommen werden, sondern als alltäglicher, selbstverständlicher Bestandteil dieser Gesellschaft.

    Das ist auch Umgebungsabhängig, denn nicht jeder Hund kommt mit jeglichen Umgebungsfaktoren gleich gut klar.

    Es ist aber alleinige Verantwortung des Halters, die jeweiligen Besonderheiten seines Hundes zu kennen und zu berücksichtigen, und nicht Aufgabe der jeweiligen Umwelt.

    Wer schleift seine Kinder mit um die Rehe, Eichhoenchen, Voegel, Maeuse, Schweine, was-auch-immer anfassen zu koennen, damit sie da Empathie entwickeln?

    Aber das sind Wildtiere! (Bis auf das Hausschwein; da kommt es tatsächlich auf die Haltung an; gibt ja Menschen, die führen ihre Minischweine an der Leine spazieren)

    Soll die Spezies Canis lupus familiaris, der Haushund, dessen Existenznische einzig und allein aus der Menschenwelt mit Menschen und deren gewohntem Umfeld besteht, jetzt wie ein wildes Tier empfunden werden?