Beiträge von Hundundmehr

    und würde mir bei der Diskussion wünschen das die Worte „Strafe „ und „Korrektur“ definiert würden und das man vielleicht den angestrebten Lerneffekt beschreiben könnte.

    Wieso?

    Strafe ist in der Lerntheorie ganz klar (und sehr simpel) definiert:

    Ein Reiz, der dazu führt, dass ein Verhalten seltener gezeigt wird.

    Kann man so vereinfacht sehen - muss man aber nicht.

    Strafen, vor Allem hinsichtlich Erziehung und dem damit verbundenen Lernen, sind mittlerweile hinsichtlich ihrer Wirkung und Folgen hinreichend untersucht, und nicht umsonst heftig umstritten.

    Eine emotionale Mitteilung.

    Interessiert dich auch, welche Voraussetzungen ich benötige, um mir das ihnen gegenüber erlauben zu können?

    Und für andere ist das eine klare Korrektur oder Strafe, nur anders betitelt 🙂

    Ja, das ist so ein Problem mit dem "anders betiteln"...

    Da sind Missverständnisse vorprogrammiert, und gerade bei der Verwendung des Wortes "Korrektur" wird - nicht immer, aber eben oft - verschleiert, dass ein Verhalten nicht berichtigt wird, sondern bestraft, und das eben oft mit (kurzen) Schreck- oder Schmerzreizen.

    Dass damit keine intrinsische (innerliche) Verhaltensänderung bewirkt werden kann, sondern maximal unterdrückt wird, sollte eigentlich klar sein.

    Eben weil dies aber nicht als Strafe, sondern Korrektur bezeichnet wird, erhalten diese Formen der Einwirkung eine scheinbare Legitimierung - denn Fehlverhalten muss doch korrigiert werden, nicht wahr?

    Und das mache ich doch lieber über eine "Korrektur", und bestrafe den Hund doch nicht etwa ;)

    Für mich ist das Bezeichnen von Wasser-/Rappelflascheneinsatz, Kopfnüsse, "Klaps" auf die Schnauze, Leinenruck, plötzliches Kneifen/Stupsen in die Seite etc. als "Korrektur" nur ein Verarschen der Zuhörer/Zuschauer/Mitleser.

    Äh.. also machst du genau das was wahrscheinlich 90% der anderen DFler auch tun

    Wenn das einbezieht, dass ich eben auch auf Schreckreize zur Konditionierung (Wasserflasche, Rüttel-/Schepperflasche, Zischen, plötzliche (auch leichte) Schmerzreize etc.) verzichte - joah, dann bin ich wohl auch Teil dieser ca. 90%.

    Ohne Korrekturen komme ich in der Erziehung nicht aus.

    Die Frage ist, was unter "Korrekturen" verstanden wird - ist damit Strafen/Abstrafen gemeint, oder tatsächlich das, was Korrektur eigentlich bedeutet?

    Ich nutze Korrekturen, indem ich zunächst falsch gemachtes wiederholen lasse mit dem richtigen/erwünschten Ergebnis.

    Bei "No-Go"s bekommen meine Hunde auch schon mal eine deftige Ansage, eine deutliche emotionale Mitteilung an meine Hunde.

    Viele Korrekturen bleiben mir wohl aber deshalb erspart, weil ich lieber schon im Vorfeld belohnungsbasiert das trainiere, was ich erwarte und erwünsche.

    Ah - dass der Mensch den Hund in ein für den Hund unpassendes Umfeld geholt hat, muss der Hund dann ausbaden, und legitimiert die Anwendung von Strafe zum Unterdrücken unerwünschter Verhaltensweisen?

    Ja, meine Einstellung ist tatsächlich so, dass ich für Lösungen problematischer Aspekte auch Unannehmlichkeiten/Unbequemlichkeiten aufgrund des höheren Aufwandes in Kauf nehme - und das tue ich gerne, meinen Hunden zuliebe.

    Agamo Hut ab vor dieser Entscheidung deines Freundes!

    Wie sahen die "Korrekturen" denn aus?

    Welches Handeln steckt hinter "unmissverständlich sagen"?

    Zumal ich mich frage, wieso ein Problem ausgerechnet an einem Ort bearbeitet werden muss, wo Problemauslöser permanent da sind.

    Weiß doch eigentlich jeder, dass effektives Lernen nur in entspannter Atmosphäre möglich ist - oder?

    Dieses Interview ist natürlich ein Bärendienst für den Hundesport.

    Am Meisten ärgert mich allerdings (mal wieder) die beschönigende Umschreibung von Strafen als "Korrektur", und hier noch mal mehr der Einsatz aversiver Strafen (Schreckreize) als legitime Korrekturen.

    Das sind keine Korrekturen, sondern Strafen!

    Dein Attribut "schutzbedürftig", bezogen auf das Vermögen von Hunden, Schutzbedürftigkeit als solche erkennen und vor allem verstehen zu können und danach moralisch zu handeln, ist eine Vermenschlichung.

    Was Hunde nicht haben ist Moral, dass ist ein sehr flexibel menschliches Konzept, dass abhängig von der jeweiligen Kultur sehr unterschiedlich ist.

    Tiere, und eben auch Hunde, sind zu moralischem Handeln fähig.

    Für alle Interessierten, aber auch diejenigen die meinen, ich würde mir solche Aussagen in meiner selbstgezimmerten Blase aus den Fingern saugen:

    Zitat


    In zahlrei­chen wissenschaftlichen Studien haben sie Belege gefunden für moralische Verhaltensweisen bei Tieren, die offensichtlich nicht nur durch Instinkte gesteuert werden.

    Mit "sie" sind Marc Bekoff und Jessica Pierce gemeint, Zitat und Kontext nachzulesen hier:

    Ethik: Moral bei Tieren - Spektrum der Wissenschaft

    Schon heftig wie Tiere, besonders Hunde, immer mehr vermenschlicht werden. Das kann auf Dauer einfach nicht gut gehen.

    Was hat das denn jetzt mit "vermenschlichen" zu tun?

    Nur weil du mit deinem Hund andere Erfahrungen gemacht (zu) haben (glaubst), müssen alle Hunde zu ticken wie deiner, und wenn andere Menschen anderer Meinung sind, vermenschlichen sie?