Beiträge von Hundundmehr

    Deinen letzen Satz kann ich nicht so bestätigen.

    Bezieht sich auf diese Aussage von mir:

    Zitat

    Egal welche "Arbeit" der Hund macht - es ist für jeden Hund ein Lernprozess, von Arbeit wieder auf Normalmodus umschalten zu können.

    Es gibt "Naturtalente", bei denen dieser Lernprozess sehr kurz ist.

    Auch spielt eine Rolle, ob ein Hund - gerne auch in völlig anderem Zusammenhang - gelernt hat, schnell wieder runterzufahren, oder sich anderen Reizen/Beschäftigungen zuzuwenden.

    Hormone machen Verhalten - aber über entsprechendes Training/Lernerfahrungen kann zum Einen erreicht werden, dass an Verhalten beteiligte Hormone nicht mehr so in die Höhe schießen, der Hund in seinem Verhalten also kontrollierbarer wird und auch eine Selbstkontrolle für den Hund möglich wird (Stichwort: Verlässlichkeit); Zum Anderen ist auch ein Lernziel erreichbar, bestimmte potentielle Beute als "uninteressant" im Sinne von "nicht lohnenswert" bis hin zu "ist keine Beute" einzuordnen.

    Hormone und Verhalten ist eine sehr weite, vielschichtige und komplexe Thematik, ich empfehle hier mal ein kleines, aber feines Buch dazu:

    Die Neuropsychologie des Hundes von James O'Heare

    Beutefangverhalten hat nichts mit "Hibbeligkeit" zu tun.

    Meine Erfahrung bei Amigo: Er hatte eine Phase, da war er "Dauer-On".

    Mit ihm musste ich tatsächlich üben, nach jagdlicher Aktivität (durch mich gesteuert; Dummytraining) wieder in den Normal-Modus umzuschalten.

    Dazu habe ich ihn nach der jagdlichen Arbeit angeleint, und ihn so lange angeleint gelassen, bis er wieder sichtbar im Normalmodus war - er schnüffelte und markierte, machte Hundegeschäfte, scannte nicht mehr die Umwelt nach jagdlichen Reizen.

    Möglicherweise wird Pixie auch durch das gleichzeitige Arbeiten mit Skyla "aufgepusht" - dann kommt zum Stress des Jagdtrainings evtl. noch Konkurrenzverhalten dazu, auch das hochkonzentrierte Arbeiten baut eine Spannung auf, und all das trägt zu einem erhöhten Stresslevel bei, der sich bei eher chilligen Hunden eben nicht durch Hibbeligkeit äußert, sondern dann eher durch "das hat er/sie ja noch nie gemacht/lange nicht mehr gemacht :shocked: " Reaktionen.

    Egal welche "Arbeit" der Hund macht - es ist für jeden Hund ein Lernprozess, von Arbeit wieder auf Normalmodus umschalten zu können.

    Welchen Vorteil hat den ein Hund durch Brachyzephalie ?


    Keine, es gibt nur Nachteile.

    Genau das ist das Problem: Brachyzepahlie ist Kurzschnäuzigkeit, und grundsätzlich bringt diese zunächst einmal keine Nachteile.

    Dieser Grundsatz verschwimmt aber immer mehr, je kürzer die ohnehin brachyzephale Schnauze wird, weil irgendwann der genetische Bauplan nicht mehr fehlerfrei umgesetzt wird, und es dann eben zu inneren Deformationen kommt, die als Brachyzephaliesyndrom zu den bekannten krankhaften Einschränkungen führen.


    Die Grenze zwischen Kurzschnäuzigkeit ohne gesundheitliche Einschränkungen und Kurzschnäuzigkeit mit gesundheitlich beeinträchtigenden Deformationen/Fehlentwicklungen ist (leider) fließend; Es könnte nur statistisch erfasst werden, ab welcher Schnauzenkürze der prozentuale Anteil an damit einhergehenden krankhaften Symptomen steigt - wenn es dazu mal Zahlen geben würde!

    Gibt es aber nicht.

    Ich finde, die Niederlande habe es da richtig gemacht: Generelle Vorgabe der Schnauzenlänge zur Kopflänge, und zwar in einem Verhältnis, welches jedes Risiko zu einem steigenden Anteil an krankhaften Deformationen ausschließt.

    Der Mensch überreizt ist seinem Wahn nach persönlichen Vorlieben den genetischen Bauplan des Hundes bei Weitem.

    Eigentlich sollte doch mal der Boston terrier die Alternative sein, vielleicht könnte man da noch was in eine gesündere Richtung retten (sind ja auch nicht gesund). Oder ist da das Kind auch schon komplett in den Brunnen gefallen?

    Wenn beim Boston Terrier noch was zu retten ist, wird dieser Plan spätestens dann zunichte gemacht, wenn sich die ganzen Frenchie-Friends dieser "angeblich gesünderen" Alternative zuwenden - denn dann wird auch der Boston Terrier aufgrund der entsprechenden Nachfrage mehr Richtung Puppy-Face vermehrt werden.

    Es wurde hier schon mal erwähnt, ich bringe es noch mal an:

    Im VDH gab es 2021 ganze 209 Welpen.

    Bei Tasso wurden im gleichen Jahr 12.452 Französische Bulldoggen neu registriert.

    Der Markt für Puppy-Faces boomt - und dieser wird gesteuert durch die Welpeninteressenten.

    .............

    Ich selber kann nichts "süß" finden, was nur durch gesundheitlich beeinträchtigende Deformationen/Fehlentwicklungen erzielt werden kann.

    Da gibt es einfach nichts "süß" zu finden, weil die Kosten für dieses einseitige, menschliche Empfinden ausschließlich die betroffenen Tiere zahlen.

    Vlt. hat er sie einfach nur angesprungen, und sie ist gestürzt dadurch, und hat beim Sturz die Verletzungen erlitten- Brüche, die veursacht haben, daß sie nimmer hochkam, wer weiß....

    Nein, die 88jährige wurde nicht nur angesprungen - wie kommst du auf diese Spekulation?

    Das steht im Text:

    Zitat

    An ihrem Körper befanden sich mehrere Bisswunden, die laut Polizei von einem Hund stammen.

    Nochmal: Dass Hunde nicht erwachsen werden würden, ist ja damit nicht gemeint.

    Von dir nicht, weshalb ich dir auch zugestimmt habe zu deinen Aussagen. Nichts anderes habe auch ich geschrieben, weshalb ich auch dein "Nochmal" in diesem Zusammenhang nicht verstehe :???:

    Andere meinen allerdings (immer noch), eben genau der Fakt, dass Hunde - oftmals deutlich stärker als Wölfe - juvenile Verhaltensweisen teilweise lebenslang zeigen, ein Indiz für Infantilismus (=nicht-erwachsen-werden) wäre.

    Was aber haltbar ist, dass (viele) Hunde Verhaltensweisen auch als Erwachsene zeigen, die bei erwachsenen Wölfen wenig oder gar nicht mehr gezeigt werden, sondern nur bzw. ganz überwiegend von Welpen/Jungtieren.auch

    Ja, und genau das ist was von (leider immer noch) vielen Menschen fälschlicherweise als Infantilismus bzw. Nicht-erwachsen-werden verstanden (und verbreitet) wird.

    Es ist ein großer Unterschied, ob ich jugendliche/kindhafte Verhaltensweisen nutze, oder ob ich tatsächlich infantil bin.

    Mal am Beispiel verdeutlicht: Der Steinzeitmensch hat sicher deutlich weniger gespielt, als der Neuzeitmensch, weil der Kampf ums Überleben einfach viel mehr Raum eingenommen hat, und weniger Spielraum für jugendliche Verhaltensweisen ließ.

    Kein Mensch würde auf die Idee kommen, dem heutigen Menschen das Erwachsensein (Erwachsenwerden) abzusprechen, nur weil er mehr Freiraum für Spiele (Freizeitbeschäftigungen) hat.

    (der letzte Teilsatz wurde beim Editieren von mir hinzugefügt)

    Vielleicht ist es auch umgekehrt und die "deutlichen" Signale, die wir auch checken, sind die "anormaleren" oder "infantileren".

    Anoramal oder infantil ist wohl nicht die richtige Einordnung für "deutliche Signale" - schon mal wölfisches Ausdrucksrepertoire gesehen?

    Da ist sehr viel "Deutliches" dabei.

    Auch dieses Gerücht von Infantilität bei Hunden scheint sich hartnäckig zu halten - obwohl es schon seit Jahrzehnten widerlegt ist (Feddersen- Petersen, Miklósi z. B.).

    Hunde sprechen alle die gleiche Sprache, aber viele unterschiedliche "Dialekte", auch (nicht nur) aufgrund der hohen körperlichen Diversitäten.

    Ich dachte, die beiden Hündinnen trugen Beißkorb?

    Laut Aussage der Hundehalterin, die erst über eine Woche später vernommen werden konnte.

    Möglicherweise ist aber auch diese Aussage durch die aufgrund traumatischer Einwirkung auf die Wahrnehmung/das Gedächtnis möglichen Verfälschung nicht realitätsentsprechend.

    Ich habe da meine eigene Meinung zu, und die Obduktions- und DNA-Ergebnisse verhärten meinen Verdacht, dass der Rüde Elmo ein Bauernopfer war, um zumindest erst mal die beiden anderen Hunde zu schützen.

    Ich habe da eine ganz einfache Sicht: Nicht der Hund muss immer mehr den Vorstellungen der Menschen angepasst werden, sondern der Mensch muss sich mehr den grundsätzlichen, genetisch bedingten Bedingungen anpassen, die Haushunde mitbringen.