Beiträge von Morelka

    Spannendes Thema! An die, die hier schon geantwortet haben mal eine (hoffentlich erlaubte) Zwischenfrage: Wie habt ihr die Kommandos Stopp und Warte etabliert?

    Mit deutlicher Körpersprache.

    Ich marschiere flott auf die Bordsteinkante zu (anfangs noch an der Leine). Komme ich dort an, bleibe ich betont deutlich stehen (ohne an der Leine zu rupfen natürlich!!!), gleichzeitig sage ich "Waaaaarte!" In der Regel kriege ich dann einen verwunderten Hundeblick, der Hund bleibt stehen und fragt sich, was das denn soll.


    Das Stehenbleiben des Hundes belohne ich natürlich mit Gutelis. Ich bleibe immer stehen, egal, ob ein Auto kommt oder nicht, anfangs stehe ich länger am Strassenrand und entspanne mich. Alle müssen warten, u.U. 2 - 3 Minuten lang.

    Nach einer Weile gebe ich das Signal "Jaaaaa, jetzt könnt Ihr laufen, schnell, schnell!", worauf die Hunde eifrig rüber trippeln.

    Ich habe bei allen vier bisherigen alten TS-Hunden dieses Kommando "Waaaarte" als eines der ersten etabliert, zu Hause vor der Haustür, vor dem Füttern, etc. Jeder neue Hund hat dieses Signal innert kürzester Zeit verstanden, das war nie ein Problem.

    Inzwischen kann ich jeden Hund auch von weitem stoppen, wenn sie voraus laufen, indem ich "Warte" rufe.

    Ich wohne auch ländlich, meine beiden Hunde sind alt (Bongo 10,5 Jahre alt, Smilla geschätzte 14 Jahre) und klein. Das heisst, es sind keine "flippigen" Hunde, die zu plötzlichen unerwarteten Bewegungen neigen.

    Wie sieht für euch Freilauf aus?

    Meine Hunde laufen zu 99% frei, "nackt", also ohne Geschirr, auch hier bei mir im Quartier (Tempo 30-Zone). Angeleint werden sie nur in ganz seltenen Fällen, falls ich ausnahmsweise mal der Hauptstrasse entlang unterwegs wäre oder wenn wir andere Hunde kreuzen.

    Kommt ein Auto, rufe ich sie zu mir und lasse sie am Strassenrand sitzen (d.h. Bongo sitzt, Smilla steht), bis das Auto langsam vorbeigefahren ist (wie gesagt, ist Tempo 30).

    Welche Grenzen gibt es?

    Ich dirigiere und "steuere" sie mittels Hand- und Fingerzeichen sowie Worten in Ganzwörter-Sätzen, "nein, nicht auf die Strasse laufen, hiiier laufen wir." Sie bleiben immer in meiner Nähe, ihr Radius beträgt max. 20 m.

    Ab welchem Alter waren eure Hunde im Freilauf?

    Da ich seit 40 Jahren keinen Welpen mehr hatte (und auch keinen mehr haben werde), kann ich das nicht beantworten.

    In was für Situationen lasst ihr eure Hunde frei laufen und in welchen Situationen nicht?

    Wie gesagt, eigentlich "immer" frei, ausnahmsweise mal 10 m angeleint, wenn ich grad mal einen andern Hund kreuzen muss. Sobald wir am fremden Hund vorbei sind, lasse ich sie wieder frei. Sie laufen kommentarlos weiter und kümmern sich nicht um den andern Hund, auch wenn dieser erst 20 m entfernt ist.

    Wie macht ihr das, wenn ihr fremden Menschen/Hunden begegnet, ruft ihr den Hund ins Fuß oder lasst ihr jeden begrüßen, der nicht abgeneigt ist?

    Meine Hunde kennen unterdessen viele fremde Menschen/Hunde. Je nach Sympathie begrüssen sie die andern (Hunde und Menschen) freudig, das erlaube ich ihnen auch. Wenn ich merke, dass jemand keinen Kontakt will, rufe ich sie zu mir und lasse sie warten.

    Bei Radfahrern oder Familien mit Kindern (auf dem Dreirad) rufe ich sie immer zu mir und lasse sie sitzen. Häufig bedanken sich dann die Radfahrer oder andern Hundehalter, weil sie das sehr angenehm empfinden, wenn ich mit den Hunden am Strassenrand warte.

    Was, wenn Fremde euren Hund locken und streicheln wollen?

    Tja, je nach Gefühl und Wellenschlag... wenn jemand in Begeisterungsstürme verfällt (der Jöööööh-Effekt), dann lasse ich es zu, dass sie gestreichelt werden. Meist ergiebt sich dann auch ein nettes Gespräch dabei.

    Es gibt aber auch Leute, die deutlich erkennbar keinen Kontakt mit den Hunden wünschen. Da muss ich dann meist Smilla energisch abrufen, weil sie i.d.R. freudestrahlend jeden Fremden begrüssen will... Bongo ist da bedeutend zurückhaltender.

    Man macht mit normaler Belastung keine Gelenke kaputt.

    Eine plötzliche starke Belastung (stundenlange Wanderung, rennen am Fahrrad, etc.) ist keine normale Belastung, sondern eine Überlastung. Wir reden bei jungen Hunden nicht von normaler Belastung, sondern von Überlastung, intensivem Training.

    Dasselbe gilt für Menschen, wenn Du das schon ansprichst. Was glaubst Du, wieviele Sportler in höherem Alter unter starken Schmerzen und allen möglichen Krankheiten leiden, weil sie bereits in jungem Alter Leistungssport betrieben?

    Das große Problem ist, daß so manch einer eine Athrose als "typisches Alterswehwehchen" betratet, was nun mal eine "Begleiterscheinung" ist, wenn der Hund nun mal älter wird.

    Es wird kein Zusammenhang mehr damit gezogen, daß man den Hund mit 6 Monaten schon am Rad neben her laufen gelassen hat, und nicht gerade langsam (ist nur mal ein Beispiel - habe ich hier im Dorf so gesehen)!

    Genau so ist es!

    Mit 8 Monaten sind die Wachstumsfugen noch nicht geschlossen (erst mit ca. 11 - 12 Monaten), d.h. das Skelett ist noch nicht ausgereift, Belastungen gehen voll auf die Gelenke und Sehnen.

    Wenn man dann 6 - 8 Jahre später einen lahmenden Hund hat, denkt niemand mehr an die Überlastungen zurück in den ersten Monaten.

    Er denkt dass wir 2 Mal täglich 30 Minuten Einheiten machen sollten, dann hätten wir auch bessere Ergebnisse

    Auch hier zeigt sich wieder die veraltete Denkweise Deines Freundes.

    Er glaubt tatsächlich allen Ernstes, dass ein Hund wie ein Roboter zu funktionieren habe... eiserner Drill, sofortiger Gehorsam auf Knopfdruck, unterwürfiges Wesen, der Hund als "Sklave" des Menschen. :doh:

    Mir wird es angst und bang, wenn ich mir vorzustellen versuche, ob und wie Dein Freund von seiner hohen Warte heruntergeholt werden kann. Das ist solch ein Riesenschritt für ihn, weil er in einer völlig anderen Welt lebt und meilenweit entfernt ist von Empathie und Verständnis dem Hund gegenüber.

    Ich hoffe inständig, dass der Trainer (die Trainerin?) souverän auftreten kann gegenüber Deinem Freund, aber einfühlsam und sachkundig gegenüber Akita.

    Wann genau ist der Trainer-Termin? (habs vergessen und mag jetzt nicht 67 Seiten durchforsten).

    Allenfalls wäre sie zu haben für Cli

    Ich hatte mir schöne, gemütliches Spaziergänge vorgestellt.

    Zu dieser Vorstellung passt aber kein Husky! Das hättest Du in den ersten 5 Minuten einer Information (Internet, Bücher, Videos, etc.) über diese Rasse feststellen müssen.

    Ich könnte mir bei Euch beiden noch am ehesten Longieren vorstellen. Da musst Du nicht rennen, vom Hund wird volle Aufmerksamkeit verlangt und es wird viel Kopfarbeit und Präzision trainiert. Das Longier-Training müsste innerhalb eines umzäunten Geländes stattfinden, aber anfangs trainiert man sowieso noch mit Schleppleine.

    Longieren

    Er kommt nach Oberösterreich auf eine Pflegestelle. Dort wohnt schon ein anderer HSH Mischling, ich habe den Namen vergessen :tropf: Sarpinac oder so?

    Toll, das freut mich sehr! :bindafür: Ich hoffe, dass er sich dort wohl fühlt und dann einen passenden, neuen Platz findet. Es ist schön, wie Du die Ratschläge hier angenommen hast und wirklich alles umgesetzt hast. Das findet man nicht oft! Super! :applaus:

    Sein Kumpel ist offenbar ein Sarplaninac (Hirtenhund aus dem ehemaligen Jugoslawien).


    Viel Glück für Henry und für Dich. Ich hoffe, Du bleibst dem Forum erhalten und findest bald einen für Dich passenden Hund, wenn das Trauma der Henry-Geschichte mal überwunden ist.

    Ich suche einfach erklärungen. Das kann doch nicht nur an der Rasse liegen? Sie war davor ja auch ein Husky

    Sie war ein Husky-Junghund!

    Die wahren Charakter-Eigenschaften eines Huskys (wurden hier schon mehrfach genannt) kommen erst mit der Pubertät, bzw. im Erwachsenen-Alter zum Vorschein. Die Erklärung, die Du suchst, heisst: Husky wird jetzt erwachsen, der Husky-Charakter zeigt sich erst jetzt.

    Den "braven" Junghund, den Du vorher hattest, kriegst Du nicht mehr. Jetzt beginnt der Ernst des erwachsenen Husky-Lebens.