Beiträge von Morelka

    Dieses Verhalten kenne ich ebenfalls von meinen beiden alten Chihuahuas:

    Bongo (15) hörte früher extrem gut auf mich. Ich konnte ihn im normalen Gesprächston ansprechen und stimmlich dirigieren "Nein, Bongo, nicht in den Garten, wir bleiben hier auf der Strasse!" "Lass das sein" usw. Es war äusserst angenehm, mit einem so gut hörenden, aufmerksamen Hund laufen zu gehen, denn ich musste meine Stimme nie erheben, sondern redete einfach ganz normal mit ihm.

    Im Laufe des letzten Jahres gab es jedoch einige Vorkommnisse, bei denen er desorientiert wirkte... er drehte den Kopf in die falsche Richtung, wenn ich mit ihm sprach oder er erschrak fast zu Tode, wenn ich hinter ihm stand und sagte "Bongo, geh mal zur Seite"... er hörte mich einfach nicht mehr, konnte auch nicht mehr einordnen, woher ich sprach. Einige Male rannte er auch orientierungslos fremden Wanderern hinter her, weil er nicht mehr wusste, wo ich war und mein Rufen nicht mehr hörte. Ich schloss daraus, dass er offenbar immer schlechter hörte und begann, ihn mit Handzeichen zu dirigieren statt mit der Stimme.

    Wenn ich ihn sehr laut anschrie, z.B. wenn er Kot von andern Hunden fressen wollte, reagierte er noch auf mein lautstarkes "HEJ, LASS DAS SEIN!!!!" Aber das war mir peinlich, meinen Hund dermassen anzuschreien, ich schreie daher nur noch sehr laut "HEJ." Er guckt dann zu mir, so dass ich ihn zu mir herwinken kann.

    Ich habe in den letzten Monaten einfach neue Methoden entwickelt, um mit beiden Hunden zu kommunizieren. Taqui (14) hört offenbar überhaupt nichts mehr, auch seine Augen sind sehr eingeschränkt, trüben sich immer mehr.

    Ich lasse sie daher nur noch nach klaren Kriterien frei laufen:

    • nur auf bekannten Wegen, die weit voraus sehr übersichtlich sind
    • vor unübersichtlichen Stellen, Kurven "rufe" ich sie zu mir, indem ich winke
    • ich verteile in unregelmässigen Abständen immer mal wieder Gutelis, d.h. ich winke, sie rennen zu mir, worauf ich Gutelis im Gras verteile, die sie suchen müssen. Dadurch entsteht ein hoher Fokus auf mich und meine Absichten (man weiss ja nie, wann der nächste Guteli-Regen fällig ist...)
    • im Freilauf gestatte ich ihnen höchstens einen Radius von 20 m von mir entfernt. Meist trippeln sie aber freiwillig dicht neben mir, sobald die ersten Bedürfnisse erfüllt sind (Pipi, Kacka, Rennen).
    • Taqui rennt gerne voraus, Bongo trödelt hinterher. Taqui rennt höchstens 20 m voraus, hält an, guckt zurück und fragt "Weiter?" Wenn ich nicht reagiere, rennt er weiter bis zur nächsten Frage. Auch bei Wegkreuzungen hält er an, guckt zu mir und fragt: "Rechts oder links?" Ich gestikuliere dann die Richtung, wohin ich weiter laufen will.

    Somit haben meine Senioren und ich eine gute Methode gefunden, miteinander zu kommunizieren, auch wenn beide stark eingeschränkt sind in ihren Sinnesleistungen. An eine Pfeife habe ich tatsächlich auch schon mal gedacht, aber ich vergesse sie dauernd zu Hause. Mein Winken (komme mir vor wie auf dem Flughafen, Einwinken der Flieger an ihren korekten Stellplatz) genügt bisher völlig, aber ich bin mir bewusst, dass ich höllisch aufpassen muss, dass mir keiner verloren geht. Das ist meine grösste Angst.

    Ich möchte mir in naher Zukunft wieder eine Bulldogge anschaffen.

    Bitte informiere Dich über Qualzucht und über die gesundheitlichen Leiden bei Frenchies (und anderen Kurznasen).

    Brachycephales obstruktives Atemwegssyndroms (BOAS)

    Sag jetzt nicht, "aber meine 2-jährige Bulldogge ist gesund und kann gut atmen"... sie ist noch jung! Die schlimmen Einschränkungen, Atemnot, rasche Erschöpfung und Schmerzen im Skelett wegen deformierten Rückenwirbeln und krummen Beinen kommen erst mit zunehmendem Alter.

    Bitte unterstütze daher nicht die Zucht von leidenden Hunden, sondern übernimm lieber, wenn es denn unbedingt ein Frenchie sein muss, einen Hund aus dem Tierschutz.

    Er ist absolut menschenfreundlich. Saugt gefühlt alles auf wie ein Schwamm und will alles erleben.

    Das sind gute Voraussetzungen, um Henry vielleicht mit Tellington Touch herunter zu holen. Ich weiss nicht, ob Du diese Methode schon kennst. Es gibt Kurse dafür, aber wenn man sich etwas einliest, kann man auch schon selber ganz viel erreichen.

    Es geht darum, das Tier zur Ruhe zu bringen durch ganz ruhiges, laaaaangsames Streicheln und massieren. Es ist ein fast meditativer Vorgang für Mensch und Hund.

    Bei einem Angsthund, der (noch) keine Menschenberührungen kennt, wäre das sehr schwierig. Aber wie Du schreibst, liebt es Henry offenbar, wenn er Menschenkontakt hat.

    Versuch doch einfach mal, ihn mit gaaaaanz ruhigen Streichelbewegungen (auf keinen Fall heftig knuddeln!) und indem Du selber ganz ruhig und langsam atmest, auf dem Sofa oder am Boden zur Ruhe zu bringen.
    Der Zweithund sollte nicht dabei sein, sonst kommt es zu Eifersucht und Ablenkung.

    seit gut 3 Jahren Besitzer einer Conti Dame.

    Bei den brachycephalen Rassen kommen die gesundheitlichen Probleme erst nach und nach mit dem Alter, da die Schleimhäute in den Atemwegen immer dicker werden, das Bindegewebe schlaffer und der Bewegungsapparat auch erst im Laufe der Jahre Schaden nimmt durch die div. "Spezialitäten" im Skelett.

    Es kann gut sein, dass Deine erst 3-jährige Conti-Dame gesund ist, es gibt ja bestimmt "schlimmere" Auswirkungen der Zuchtmerkmale und weniger schlimme.

    Ich wünsche Dir, dass Du ein solches Exemplar mit weniger schlimmen Auswirkungen erwischt hast, aber sich bewusst und absichtlich einen Welpen einer brachycephalen Rasse anschaffen würde ich nie und nimmer machen... wenn schon unbedingt gewünscht, dann halt aus dem Tierschutz.

    Zuerst muss das Rechtliche geregelt werden - dein Freund muss dir den Kaufvertrag übergeben und dir den Hund (am besten schriftlich) übereignen.


    Erst dann kannst du über den Hund wirklich verfügen und - im Falle eines seriösen Züchters - den Hund zurückgeben.

    Sollte das ein Vermehrer sein, den Hund ins Tierheim geben - der bleibt dort garantiert keine Woche, bis er dann in vernünftigen Händen landet.

    Sehr gut auf den Punkt gebracht!:bindafür:

    Ob der Züchter seriös war, bezweifle ich ebenfalls... welcher Züchter verkauft denn jemandem vom Fleck weg (ohne vorherige Besuche) einen Welpen, der "als Geschenk" gedacht sei? Also handelt es sich wohl eher um einen Vermehrer/Internet-Verkäufer, an den die TE den Welpen lieber nicht zurück gibt. Da wäre ein Tierheim die weitaus bessere Lösung, denn wie schon viele schrieben, so ein kleiner, süsser Pudelwelpe wird sehr schnell vermittelt.

    Alles Gute!:kleeblatt: