Macht euer Hund denn auch mal Alltagserfahrungen, die wichtig sind in der Prägephase?
Lernt er verschiedene Reize kennen, verschiedene Arten Menschen, Tiere, Untergründe?
Für mich liest sich das so als wäre da ein Welpe, der einen Großteil seiner Kindheit in einem Auslauf oder angehängt in der Wohnung verbringt ohne wichtige Erfahrungen für sein Erwachsensleben machen zu dürfen.
Das funktioniert super, er reagiert auf alles sehr gefestigt. Egal ob wir ihn in die Stadt mitnehmen wo viele Menschen / Busse / Autos sonst was sind. Andere Tiere wie im Zoo. In der Hundeschule ist er mit der beste.
Untergründe, egal ob Reifen, Roste, Trampolin, Wasser, Wald, Laub. Alles kein Problem.
Wir merken doch was ihn stresst und was nicht. Natürlich hätten wir ihn auch lieber im Homeoffice bei uns, aber wie gesagt, er kommt dann nicht zur Ruhe. Und wenn er 4 Stunden spielen will, dann können wir nicht arbeiten.
Ignorieren wir ihn, fordert er das Spielen ein.
Haben wir doch alles schon durch.
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Ok, danke für deine Antwort.
Habt ihr euch schonmal überlegt, warum euer Hund nicht zur Ruhe kommt? Welche Ursache das hat?
Ich selber hab mit Kindergittern gearbeitet. Wenn ich am Laptop war, war Herr Welpe im Hausflur, hat mich durch das Gitter 2 Meter neben sich Arbeiten gesehen und hatte Sendepause. Irgendwann hat er kapiert, dass dann nicht viel passiert, und sich schlafen gelegt.
Gleichzeitig habe ich immer darauf geachtet, dass ich auf Signale meines Hundes rechtzeitig reagiere. Hat er mir also nach dem aufwachen angezeigt, er muss raus, dann ging es sofort raus.
Ich reagiere auf seine Bedürfnisse, er muss aber auch auf meine reagieren. Und dazu gehört, dass ich meine Ruhe brauche, wenn ich am Laptop sitze. Irgendwann konnte ich das Gitter offen lassen. Nach einer Weile hat der Halbstarke sich auserkoren, an der Terrassentür wegen jedem Pups draußen Terz zu machen. Dann kam er nach Ermahnung wieder ne kurze Zeit hinter sein Kindergitter.
Man kann also solche Hilfsmittel nutzen, aber das Ziel ist die Verfeinerung der Kommunikation. Also mit mentaler Ruhe, Souveränität dem Hund zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Impuls geben, erwünschtes Verhalten sofort positiv markieren, unerwünschtes ebenfalls markieren und unterbinden.
Habt ihr denn einen Silberlabbi? Labbis sind in der Pubertät und aus schlechter Zucht wirklich schwierige Kandidaten. Wobei ihr ja noch ein Baby habt. Ist eurer Silber, kann da ein Weimaraner irgendwo in der Linie vorkommen. Die sind für ihre Eigenständigkei und innere Härte, nenne ich es mal, sowie ihren starken Willen bekannt. Lest euch mal deren Rasseportraits durch, vielleicht seht ihr euren Kleinen da wieder.
Mir hat es geholfen, meinen süßen fluffigen Terrier eher wie einen Schäferhund zu sehen und zu erziehen. Er ist ein ausgezeichneter Wachhund, aber schnell einen Ticken too much und braucht sehr viel Konsequenz, um sich sicher und wohl zu fühlen. Mein anfängliches Betüdeln weil er so süß war und ich so verliebt (ja, ich hab den Terrier einfach auch unterschätzt) hat dazu geführt, dass er Eigenschaften entwickelt hat, die ich so nicht wollte.
Vielleicht hilft es euch, mal nach einer Hundeschule zu suchen, die eher ins Jagdliche geht. Die dem Hund eine echte Aufgabe gibt und nicht nur Verbote. Natürlich an das Alter angepasst. Dass euer Hund in der Hubdestunde brilliert, könnte ein Hinweis sein, dass er mit dem Kopf gern arbeiten möchte, im ausgelastet und entspannt zu sein.