Beiträge von DerFrechdax

    Katha_lr lass dich nicht in die Defensive drängen, niemand will dir was Böses. Du hast Probleme mit deinem Hund geschildert, wenn ich das richtig erinnere: Ziehen an der Leine, Leinenaggression, dein Hund maßregelt dich und beißt dich, hasst Besuch und ist vermutlich sehr territorial und hat durch sein Verhalten gewisse Dinge gelernt, die dir mit Baby massiv auf die Füße fallen können.


    Hundeerfahrene Menschen haben dir versucht zu vermitteln, dass das nicht von jetzt auf gleich lösen lässt, sondern dass das Zeit, Erfahrung und letztlich auch Mühe, Kraft und Geld kosten wird, bevor man den Hund evtl. soweit bekommt, dass er unauffällig mitläuft. Ohne den Daumen drauf zu haben wird das vermutlich eh nie mehr was werden bei diesem Hund, so wie du ihn schilderst.


    Wir müssen deine Worte, die du schreibst, ernst nehmen, weil wir dich auch ernst nehmen wollen. Wenn das alles so stimmt wie du schreibst, hast du bald ein massives Problem mit deinem Hund. Das Ruder herumreißen wirst du vermutlich so schnell nicht mehr können, bevor dein Kind kommt.


    Wie hattest du dir denn mit Baby dein Zusammenleben mit deinem laut Titel bissigen Dobermann vorgestellt? Ist dann dein Kind immer in einem Laufstall (was ein Leichtes ist, dass ein Dobermann da aus dem Stand reinspringt) oder ist der Hund dann immer in einem anderen Zimmer (und bellt) oder wie hattest du dir das gedacht?

    Wie möchtest du denn reagieren, wenn du das Baby im Kinderwagen schiebst und dein Hund zieht wie blöd an der Leine oder bellt einen anderen Hund an? Da kippt sehr schnell der Kinderwagen, ich hab es selbst erlebt, als meine normal sehr gut leinenführige Schäferhündin einmal eine Katze gesehen hatte.


    Mich würde wirklich ehrlich und ohne negative Gedanken dir gegenüber einfach neutral interessieren, wie stellst du dir denn eure Zukunft vor?

    Schlafmangel. Und damit meine ich nicht müde nach einer durchgefeierten Nacht, sondern sich wochenlang täglich durch einen Nebel der Erschöpfung kämpfen und dabei immer voll funktionieren zu müssen

    Das.

    Und irgendwann passieren dann unweigerlich natürlicherweise Fehler. Ich möchte keinesfalls den Teufel an die Wand malen. Manche Fehler sind einfach aber lebensverändernd und lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Der meistgesagte Satz „es ging alles so schnell“ vermutlich dann.

    Ich danke euch schon mal für die ganzen Kommentare. Es ist ja nicht, so dass er einfach die ganze Zeit alleine im Garten ist. Ich bin ja im Home-Office. Dort wär er ungefähr von sechs bis 12:00 Uhr mit mir in der Wohnung. In der Zeit schläft er eigentlich auch regelmäßig. Von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr wäre er dann draußen. In dieser Zeit würde ich ungefähr eine halbe Stunde mit ihm schnuffel Spielchen machen, da ich von 12:00 Uhr bis 12:30 Uhr meine Mittagspause habe. Von 16:00 Uhr bis ungefähr 17:30 Uhr würde ich mich dann voll und ganz aufs Training mit ihm fokussieren. Im Winter ist das dann, so dass wir circa um 17:30 Uhr nach Hause kommen und er legt sich von selber in sein Körbchen und schläft bis abends um elf. Aktuell bin ich dabei ein großen Käfig als Kommode umzubauen, damit er auch mit im Wohnzimmer sein kann. Aber er bleibt dann in seinem Körbchen das gesichert ist in diesem Käfig, damit er sich nicht ausgegrenzt fühlt. Und wenn etwas sein sollte, gesundheitlich etc. oder ich länger mal ins Krankenhaus muss dann hab ich zwei Pensionen, die ihn spontan aufnehmen können. Ich muss halt hier realistisch denken, was ist, wenn ihm keiner nimmt und ich stand schon einmal vor dem Punkt, dass ich über ein halbes Jahr lang gesucht habe und keiner ihn genommen hatte. Es ist ja nicht, so dass ich ihn einfach vor sich vegetieren lasse. Er hat schon genug Auslastung am Tag. Den Rest Chillt er ja sowieso in meiner Wohnung auf dem Balkon oder halt eben jetzt zukünftig im Garten.

    Bei deinen ganzen Überlegungen kommt ein Säugling jetzt nicht vor… Schlafmangel, alle paar Stunden nachts aufstehen und füttern/stillen, stundenlanges herumtragen, Babygeschrei, weil der Hund durch sein Bellen das Kind wach gemacht hat, hormonelle Umstellung etc pp

    Dass man die Umstellungen, die ein Baby mit sich bringt, unterschätzt, ist normal, sonst würde niemand mehr Kinder bekommen (*Scherz*) aber es ist definitiv mit viel Anstrengung verbunden.
    Ich hatte eine dreijährige Schäferhündin, als mein Kind kam, und ich war froh und dankbar, dass mein Hund nebenbei einfach mitlief und eine Zeitlang zurückstecken konnte. Ich war irgendwann nur noch ein schlafdeprivierter Zombie, der von einem Nimmersatt ausgezutzelt wurde. Und ich hatte super Unterstützung von allen Seiten und einen unkomplizierten Hund.


    Muss bei euch nicht so laufen, aber ich würde das Thema Mutterschaft jetzt echt nicht unterschätzen. Und Fehler darf man auch nicht machen, immer zwei Türen zwischen Säugling und Hund zu haben und immer immer aufpassen, dass Kind und Hund getrennt sind, auch in der Krabbelzeit. Ich persönlich würde das Risiko nicht eingehen wollen.

    Es bringt mMn nichts, jetzt Zeit zu verbummeln mit Überlegungen, ob und wie man den Hund behalten könnte und durch Untätigkeit wertvolle Chancen verstreichen zu lassen.

    MMn sollte alle Energie in die Vermittlung gehen. Das bedeutet wahrscheinlich erstmal viel Schriftverkehr mit Tierheimen und Orgas, die mit Gebrauchshunden zu tun haben und ehrliche Anzeigen auf Vermittlungsplattformen.


    Aber allem voran steht erstmal das Eingeständnis, dass man an seine Grenzen kommt und die Entscheidung zur Abgabe. Solange das nicht passiert ist und Überlegungen in Richtung „man bekommt das irgendwie noch hin“ weiterhin bestehen, solange wird sich nichts ändern.


    Wobei die Entscheidung an sich natürlich bei Katha_lr liegt. Ich sage nur, wie sich das für mich darstellt und ich handeln würde.

    Ein Gebrauchs-Hund, der ungeregelt seinen Menschen aktuell 24h am Tag zur Verfügung hat, außer wenn Besuch kommt (was logischerweise für Frust sorgt, wenn dann Besuch da ist) und ein Neugeborenes, das 24/7 Aufmerksamkeit braucht, schreit und Beute auf der Stirn geschrieben hat, passt leider so überhaupt nicht zusammen.

    Dobermann in Not oder eine andere Art der Vermittlung wäre dringend angezeigt zu kontaktieren. Ich würde alle Überlegungen, ob man das Steuer noch herumreißen kann, sein lassen und die verbleibende Zeit von vielleicht 4, 5 Monaten, bis es wirklich spannend wird, mit der Suche nach einer neuen Bleibe verbringen.

    Ein Säugling ist eine große Aufgabe, und sollte etwas sein während der Schwangerschaft, ist niemand da, der den Hund versorgen kann. Es ist nicht so selten, dass man plötzlich viel liegen muss oder aus medizinischen Gründen langsamer machen muss.


    Den Hund ausquartieren und dann paar Stunden am Tag versorgen hat mehrere Denkfehler. Erstens braucht ein Baby viel Aufmerksamkeit, vor allem wenn es ein Schreikind ist, das is einfach so. Wohin also, wenn man den Hund bespaßt und weitgehend allein versorgt, zweitens wird der Hund nicht einfacher, wenn er den Großteil des Tages sich selbst überlassen wird. Drittens ist bereits Angst vor dem Hund vorhanden, das spürt und sieht der Hund und wird darauf reagieren, und nicht unbedingt positiv. Und viertens, der nächste Winter kommt und ein Dobermann ist für so ein Wetter nicht gemacht.


    Ich würde die Abgabe schnellstmöglich vorantreiben um dem Hund eine zweite Chance woanders geben zu können und alle Überlegungen, ihn zu behalten ad Acta legen. Viel Glück und alles Gute!

    Ich hätte noch zwei Ereignisse, die mich sehr geprägt haben als Reiter, wenn das auch dazu passt?


    Ereignis 1: wir reiten auf eine vielbefahrene Bundesstraße zu, auf der viel LKW Verkehr ist, um diese auf dem Heimweg zu queren. Die Quarterstute, die ich damals geritten habe, war eigentlich eine coole Socke, aber manchmal hatte sie ihre Aussetzer. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sah sie Leute in schwarzen Regenmänteln auf einer Koppel arbeiten, die waren gruselig, deshalb beschloss ich abzusteigen.

    Ich schwinge also mein Bein über den Westernsattel, rutsche aus dem Steigbügel…. Und bleibe mit meiner Jacke am Sattelhorn oben hängen. Und hänge seitlich am Pferd. In der Luft.

    Ich habe es nicht geschafft, meine Füße auf den Boden zu bekommen, aber in den Sattel hoch kam ich auch nicht. Beim Versuch, das Bein wieder in den linken Steigbügel zu bugsieren, fing das Pferd an sich im Kreis zu drehen, weil mein Bein Druck auf den Bauch ausübte bei meinen Aufsteigversuchen.

    Meine Mitreiterin hat erst noch gelacht, aber dann gesehen, dass die Situation wirklich gefährlich ist. Ich konnte mich nicht selbst befreien. Neben einer vielbefahrenen Straße, an einem zunehmend nervösen Pferd hängend, den Sattelgurt konnte ich auch nicht lösen, weil der Zug durch mein Gewicht zu groß war…

    Erst als meine Mitreiterin abstieg, mein Pferd hielt und mit viel Kraft wir gemeinsam am Sattelgurt herumrissen, ging der Gurt auf, und Sattel und ich plumpsten zu Boden. Nicht auszudenken, wäre mir das alleine passiert :face_screaming_in_fear:



    Fall 2, genau die gleiche Stelle, ich stehe mit einem anderen Pferd an der Hand an der Bundesstraße, um sie zu überqueren (und bin wohlweislich abgestiegen), kommen von hinter uns zwei Radfahrer, ein älteres Paar.

    Stehen da und warten. Wir warten mit. Kommt von links ein Sattelschlepper. Als genau dieser 40 Tonner fast bei uns ist, fährt der Mann mit dem Rad los. Die Frau, völlig perplex, stolpert mit dem Rad zwischen ihren Beinen hinterher, bis sie es schafft, in den Sattel zu springen und in die Pedale zu treten.

    Der LKW macht eine Vollbremsung, hupt wie verrückt und die Frau wischt um Zentimeter nur verfehlt an der Front des LKW vorbei.

    Ich und Pferd stehen völlig versteinert da, bevor wir irgendwann wieder anfangen zu atmen. Ist jetzt schon 2 Jahre her, aber alter Schwede. Warum einfach.

    Es klingelte Sturm an einem Sonntag morgen, wir waren gerade gemütlich am frühstücken mit den Kindern.

    Ob das unser Hund wäre, der….

    Schnell mit der Nachbarin hingerannt, war unsere Leonbergerhündin die Straße rauf auf einem nicht eingezäunten Grundstück in den Pool gesprungen und mangels Treppe nicht mehr herausgekommen.

    Als ich ankam, ging meiner Locke schon die Kraft aus, und als sie mich sah, ließ sie ihre Krallen vom Poolrand rutschen und ging einfach unter. Ich also schnell nach ihr gegriffen und in einer einzigen übermenschlichen Anstrengung 50 Kilo nassen Hund aus dem Pool gewuchtet. Da lag sie also, verschnaufte kurz, schüttelte sich herzhaft und ging dann mit mir schwanzwedelnd nach Hause. Mein Herz.



    Die Nachbarin erzählte dann, ihre Minis hätten solchen Terror geschoben und solchen Lärm gemacht am Gartenzaun, dass sie nachschauen gegangen ist.

    Da hat sie unsere Locke fiepend im Wasser entdeckt, aber weil sie sich vor großen Hunden fürchtet, ist sie erst zu uns gegangen und hat uns Bescheid gesagt. Ohne ihre Hunde hätte niemand bemerkt, dass da ein Hund in höchster Not nahe am Ertrinken war. Undenkbar für mich den Gedanken zu Ende zu denken. Und ja, die Kinder hatten mal wieder das Gartentürchen offen gelassen und weil die Gute eine Wasserratte war…. Glück gehabt.

    Du schlägst Türen zu, obwohl einige dir und deiner Freundin wirklich helfen wollen

    Zugegebenermaßen sind die meisten Antworten hier aber eher gehässig und unkonstruktiv-judgy. Da als Neuling die 1-2 hilfreichen rauszufiltern, ist tatsächlich nicht ganz ohne.

    Ich schrieb ja „einige“. So ist das halt, wenn man sich „in die Öffentlichkeit“ begibt, ich würde es mir auch anders wünschen. Aber es waren eben auch einige ausführliche Begründungen dabe, warum Praxiswissen so unabdingbar ist und eine kostenlose Abkürzung über ein Hundeforum eher wenig bringen wird.


    Lui030
    Eine fundierte Ausbildung kostet Geld und Mühe, weil damit eine große Verantwortung einhergeht. Verkorkste und schwierige Hunde gibt es schon genug, da braucht es niemanden, der evtl dilettantisch an fremden Hunden herumtrainiert, sondern Fachkenntnisse, und die erwirbt man nicht über Nacht und nicht nur auf dem Papier.

    Hier wurde der Eindruck erweckt, dass jemand gern die Abkürzung gehen würde. Vielleicht war dieser Eindruck ja auch verkehrt, dann tut es mir leid.