Ein halbwegs erwachsenes Jungtier wird besser zu uns passen als ein Baby im Großelternhaushalt. Allerdings, aktuell hätten wir noch die Nerven und die Zeit für eine Welpenaufzucht, also ist das noch offen. Hat halt die Herausforderung, dass es für spätere Special Effects keine Ausrede gibt
Ich persönlich sehe „halbwegs erwachsene Jungtiere“ mittlerweile zwiespältig. - Warum?
Wir haben 2018 einen knapp halbjährigen Rückläufer von einer seriösen Züchterin übernommen. Sie hatte den Hund nach gut sechs Wochen zurückgekauft, weil die Erstbesitzer, wohl eine junge Familie mit Kindergartenkind, überfordert waren bzw. die Lust am Welpen verloren und ihn nicht mehr angemessen versorgt haben.
Die Züchterin behielt den Kleinen zwei Monate bei sich, päppelte ihn auf und versuchte Defizite aufzuarbeiten. Sie lehnte in dieser Zeit mehrere Kaufinteressenten ab. Wir entdeckten den Hund auf der Vermittlungsseite des Klubs für Terrier und fanden die Idee, einen Junghund, der bereits aus dem Gröbsten raus war, passender für unsere Situation, als einen Welpen mit acht Wochen. Aufgrund unserer Rasseerfahrung und dem Vorhandensein eines souveränen Ersthundes bekamen wir den Zuschlag und Fynn zog bei uns ein.
Er lebt jetzt bald acht Jahre bei uns und das passt soweit. Wir haben keine kleinen Kinder mehr, wir haben Platz, wir haben einen Garten, wir können unser Leben i.d.R. passend für Fynn einrichten. Denn seine „schwere Kindheit“ hängt ihm bis heute nach. Er tut sich u.a. schwer mit anderen Leuten, er ist unsicher und wenig stressresistent. Am besten geht es ihm mit festen Strukturen und etablierten Routinen.
Unser erster Hund und dessen Nachfolger (Hund Nr. 3) kommen ebenfalls aus einer seriösen Zucht. Beide haben wir im Alter von acht Wochen übernommen. Bei Hund Nr. 1 hat die erfahrene Züchterin aus einem ganzen Wurf den Welpen ausgesucht, der am besten zu uns passte (Ersthundehalter mit drei Kindern zwischen zwei und acht Jahren). Und es war einfach perfekt!
Bei Hund Nr. 3 gab es keine Auswahl, da nur Zwillingspärchen geboren wurde. Die kleine Hündin behielt die Züchterin, der kleine Rüde kam mit einer umfassenden und zutreffenden Charakterbeschreibung zu uns. Aus einem großen Wurf hätten wir ihn vermutlich nicht ausgewählt, aber durch die kompetente Einschätzung der Züchterin wussten wir von Anfang an, wen wir uns da ins Haus holen und wo wir erzieherisch ein Augenmerk darauf richten sollten. Somit war auch dieser Welpe ziemlich „easy“.
Lange Rede kurzer Sinn: Aufgrund dieser persönlichen Erfahrungen würde ich mir jederzeit und ohne Bedenken wieder einen jungen Welpen frisch vom seriösen Züchter holen. Bei Rückläufern, Privatabgaben usw. würde ich zukünftig sehr sehr sehr genau hinsehen. Denn unsere Welpen waren und sind deutlich einfacher und auch erwachsen viel unkomplizierter, als der als Junghund übernommene Rückläufer.