Beiträge von Zurimor

    King hatte schon immer detaillierte Charakterbeschreibungen, ausführliche Hintergrundstorys, also nein, hat sich nicht geändert. Die Ben Hodges-Trilogy ist ganz hervorragend, wenn man detaillierte Krimierzählungen mag, der erste Teil "Mr. Mercedes" wurde mit dem Edgar Alan Poe Award ausgezeichnet, objektiv ist der sicher nicht schlecht. Vielleicht eignen sich ausführliche Geschichten auch mehr zum selber lesen als zum anhören. Mir ist neulich im Büchertauschregal eine ausführlichere Version von "The Stand" untergekommen, hat rund 400 Seiten mehr als die 1980 veröffentlichte Version. Grad die Geschichte des Mülleimermanns wird da nochmal umfassender erzählt, für mich einer der interessantesten Charaktere des Romans.

    Dort heißt es "Wird ein Mensch durch den Biss eines Hundes getötet, ist die besondere Gefährlichkeit des Hundes, der gebissen hat, als gegeben anzunehmen."

    Kann ja sein, daß ich grad überempfindlich bin, aber findest Du es nicht geschmacklos, das gerade an diesem Punkt zu diskutieren, wo ja klar sein dürfte, daß die Frau nicht aus Versehen an einem kleinen Ratscher an Blutvergiftung starb.

    Ich habe die geltende Gesetzeslage doch gar nicht ins Spiel gebracht. Das ging von Murmelchen und Hundundmehr und deren Diskussion über "rückwirkend" aus. Dadurch wurde das hier ein Diskussionsthema.

    Waldi Die hier vorgebrachte Formulierung war:

    Zitat

    Auch eine neue "Gefährlichkeitsprüfung" sei laut neuem Hundehaltegesetz nicht mehr möglich.

    .....

    Denn seit Dezember 2024 gilt in Oberösterreich: Wenn ein Mensch durch einen Hundebiss stirbt, gilt der Hund automatisch als besonders gefährlich – und muss eingeschläfert werden. Eine Anfechtung ist nicht möglich. Grundlage ist das Strafurteil gegen die Halterin wegen grob fahrlässiger Tötung.

    Da scheint es mir nicht wirklich viele Auslegungsmöglichkeiten zu geben.

    Es gibt einen Unterschied zwischen "tödlichem Biss" und "Komplikationen nach einem Biss, die zum Tode führten".

    Es gibt auch einen Unterschied zwischen Hund beißt mehrfach schwer beschädiend zu und Hund beißt, womöglich auch noch in Verteidigung, zu und erwischt dabei eine unglückliche Stelle. Es wäre doch zum Beispiel vorstellbar, daß ein Hund von einen anderen Hund angegriffen wird, dieser verteidigt sich anstatt die Flucht zu ergreifen. Der Halter des angreifenden Hundes geht dann dazwischen, wird vom sich verteidigenden Hund dabei gebissen und stirbt an den direkten Folgen des Bisses. Das heißt nun, der sich verteidigende Hund wird als gefährlicher Hund höchster Kategorie eingestuft und wird eingeschläfert? Da gibt es viele vorstellbar Szenarien, in denen ein Mensch durch einen Hundebiß stirbt, der Hund an sich aber gar nicht gefährlich ist, zumindest nicht gefährlicher als jeder andere Hund auch. Hat dann halt Pech gehabt, in die Situation gekommen zu sein, sich wehren zu müssen oder was auch immer sonst zum Hundebiß geführt hat. Wenn die Auslegung so ist, finde ich das absolut nicht richtig, was ja mein Ausgangspunkt war.

    Was ich absolut richtig finde.

    Naja, das ist schon ein wenig willkürlich. Abhängig davon, wo ein Hund einen Menschen erwischt hat, kann die selbe Aktion für den Hund mit dem Tod enden oder auch nicht. Hund beißt einen Menschen ins Bein, Hund ist erstmal "nur" gefährlich. Hund beißt einen Menschen ins Bein, der versucht noch auszuweichen, wodurch der Hund die Beinarterie erwischt, Mensch verblutet in der Folge und stirbt. Endet für den Hund dann auch mit dem Tod, obwohl es vom Hund in beiden Fällen die selbe Aktion war. Die Folgen sagen erstmal nicht unbedingt was über die Gefährlichkeit eines Hundes aus, finde ich so nicht richtig.

    Rücksicht ist da wirklich nicht schwer. Es tut niemandem weh, seinen Hund einfach bei sich zu behalten. Es tut auch nicht weh, sich kurz abzusprechen, ob Kontakt überhaupt erwünscht ist. Aber für die andere Person kann genau das einen riesigen Unterschied machen.

    In deiner Welt müßte also jeder Hund grundsätzlich an der Leine bleiben bis er so ca.- 2-3 Jahre alt ist? Vorher hört kein Hund zuverlässig, da ist zwischendurch immer mal Knete im Kopf. "Kein Hund kommt zu meinem Hund" ist in der Realität bestenfalls eine nette Wunschvorstellung. Ich frage mich übrigens auch, wie ein Hund, der ganz normal mit deinem Hund kommuniziert, ein Training riskiert. Hund geht hin, läuft einen Bogen, schaut, wie dein Hund reagiert, keine Ahnung, was davon ein Training riskiert.