Erstmal mein herzliches Beileid zu deinem Verlust und Hut ab, dass du dich in dieser schwierigen Situation den Hund deines Vaters annimmst.
Bevor ich versuche (!!) mal auf die einzelnen Punkte einzugehen, würde ich dir die Situation gerne mal aus Krümels Sicht beschreiben, aber nicht als Vorwurf oder ähnliches, nur zum Verständnis.
Krümel ist alt und blind. Sie lebt bei Herrchen und Frauchen. Erst „verschwindet“ Frauchen aus ihrem Leben, dann kommt jemand und nimmt ihr Herrchen weg. Sie wird von zuhause weggezogen, wehrt sich, kommt trotzdem in ein rumpelndes Ding, das sie nicht sehen kann.
Am neuen Ort wird sie in Ecken gedrängt, an ihr wird hantiert, das kann sie alles nicht sehen und verstehen, es ist vermutlich total anders als das, was sie bisher kannte.
Zur Ruhe kommt sie eigentlich nur beim schlafen - und da auch nur, solange niemand sich bewegt, denn sie ist ständig auf Lauer, was denn wohl diesmal mit ihr passiert.
Krümel lebt also im Dauerstress, darum werden auch die Medikamente nicht wirken, weil der Adrenalinspiegel so immens hoch ist.
Dass sie an deiner Freundin interessiert war ist ebenfalls erklärbar - durch die Allergie wollte sie nichts vom Hund und hat sich ferngehalten, war für den Hund dadurch nicht bedrohlich.
Was kann man da machen? Tja, nicht einfach.
Zuerst musst du dir unbedingt absolut total verinnerlichen, dass der Hund nichts sieht, also nicht weiß, was du vorhast, was mit ihm geschehen soll und dadurch schneller Angst bekommt. Ich würde versuchen, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Warum es sich schwer machen?
Beispiel Geschirr: lass es doch erstmal einfach dran. Das erspart euch eine Menge Stress beim an- und ausziehen.
Das Auto wird vermutlich erstmal schwierig bleiben. Eine Idee, die aber nicht schnell umsetzbar sein wird, wäre statt einem Körbchen eine Box fürs Auto zu kaufen und zuhause als Kennel schön zu füttern und zu gewöhnen. Decke aus dem alten zuhause rein, Futter im Kennel, das Ding muss für sie toll sein. Dann hast du größere Chancen, dass sie im Auto da drin zumindest etwas weniger Angst hat.
Akut für Freitag würde ich überlegen, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, den Hund nicht mitzunehmen, Hundesitter, Freunde, whatever.
Ich wünsche dir viel Kraft