Beiträge von Vrania

    Sicher :) Entscheiden soll und darf das jeder selbst. Mir ging es nur um (so kam es für mich rüber) "uns ist eigentlich egal ob Welpe oder erwachsener Hund, es geht nur um praktische Erwägungen". Und da finde ich das "mit einem Welpen bin ich auf der sicheren Seite" Argument unsinnig. Klar gibt es easy going Welpen, die nie Probleme machen und einfach nur entspannt sind. Aber es gibt halt auch viele Welpen, in die man sehr viel Extraarbeit stecken muss und man hat keine Garantie, welches Exemplar man erreicht.

    Und da finde ich schon, dass der Gedanke ruhig sein darf, lieber einem Hund ein Zuhause geben, der sonst vielleicht eine lange Zeit im Zwinger sitzt - weil er halt vielleicht einfach nicht so auffällig oder "schön" ist, dass die Leute sich drum reißen.

    Ich staune genauso darüber, wie furchtbar anstrengend und kompliziert die Welpenaufzucht manchmal dargestellt wird....

    Letztendlich muss ja jeder letztlich auch ein bisschen aus dem eigenen Bauchgefühl heraus entscheiden. Ich finds hier gut, auf die Eventualitäten hinzuweisen - und da gehört das Überraschungspaket TS-Hund genauso dazu wie der Stress, den die Welpenaufzucht mit sich bringen kann.

    Ich bin gespannt, was hier rauskommt - das wird schon!


    Also ich liebe es, Welpen aufzuziehen und habe unfassbaren Spaß an meinen Junghunden und jedem Entwicklungsschritt. Ich finde das nicht "kompliziert" oder anstrengend im negativen Sinne (auch wenn man fallweise graue Haare bekommt). Aber einfacher (zumindest nach meinem Verständnis von "einfach" - vielleicht kann man da streiten) ist doch das Leben mit einem erwachsenen Hund, der weiß, wer er ist und wie die Welt grundsätzlich funktioniert.

    Wie gesagt, vorausgesetzt, man holt sich halt einen solchen aus dem Tierheim.

    Wie "kompliziert" die Welpenaufzucht für viele Anfänger ist, kann man hier ja tausendfach lesen. Nicht jeder hat das richtige "Gefühl" dafür einfach gegeben, vor allem angesichts der vielen zweifelhaften Tipps, die man im Internet findet. Für viele ist es ein Lernprozess und das ist voll okay, aber da kommen selten in Rekordzeit perfekt erzogenene Hunde ohne Baustellen raus :D

    Wenn "mitwachsen" mangels Angebot keine Option ist, würde ich Anny X nehmen. Es ist komplett verrückt, wie gut die sich zu einem konstanten Preis (je nach Größe 25-40€) gebraucht kaufen und wiederverkaufen lassen. Das ist bei Bumer nicht so, die wird man nicht so einfach wieder los.

    Manche Leute haben echt komische Vorstellungen von Tierschutzhunden. Wenn man sich Zeit nimmt, kennenlernt und das Gehirn mit benutzt (und nicht nur auf Basis von Verliebtsein auswählt) hat man da absolut die beste Chance einen guten einschätzbaren, stabilen, erwachsenen Hund zu bekommen.

    Ich verstehe das total, wenn man sich einen Welpen holt, weil man genau diese Erfahrung will. Oder weil man einen ganz bestimmten Plan für den Hund hat und von Anfang an die Weichen stellen will.

    Aber wenn man eigentlich nur einen Begleiter möchte, garnicht unbedingt einen Welpen will, sondern nur die Vorstellung hat, dass man dann seinen Hund selbst perfekt backen kann (vor allem als Anfänger), ergibt das für mich keinen Sinn.

    Welpen sind süß und nur ein bisschen anstrengend. Man sieht an den Threads hier im Forum aber auch, wieviel sogar da schon richtig falsch gemacht wird, obwohl die Leute denken, dass sie gut vorbereitet waren.

    Junghunde sind in der Regel in den ersten 2,5-3 Jahren WIRKLICH anstrengend. Natürlich nicht jeder gleichermaßen, aber das hat nur bedingt mit der richtigen Züchterwahl oder Aufzucht zu tun. Da baut sich einfach beim Hund ständig alles im Hirn um und egal wie gut man es macht, es werden sich fast immer alle paar Wochen neue Spezialeffekte ergeben. Das ist normal und wenn man darauf richtig reagiert, wächst da auch normalerweise kein Problem draus, sondern das Thema ist genauso schnell wieder durch.

    ABER: man wird es sehr wahrscheinlich als Anfänger (oder sogar als lebenslanger Hundehalter) nicht immer richtig machen. Oft wird man es wahrscheinlich sogar richtig falsch machen. Nichts davon ist an sich schlimm, aber ein Junghund ist einfach richtig viel Arbeit, sogar wenn man ein richtig tolles, nettes Exemplar erwischt. Das muss man wollen.

    EINFACHER ist ein erwachsener Hund aus dem Tierheim immer, wenn man sorgfältig wählt.

    Mal abgesehen von moralischen Aspekt. Ich finde Rassehundezucht wichtig und wenn gut gemacht sinnvoll. Aber es gibt trotzdem unendlich viele großartige junge erwachsene Hunde im Tierschutz, die schon da sind und die ein Zuhause brauchen. Ich persönlich könnte das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, wenn ich einfach nur einen Begleiter ohne besondere Ansprüche außer "nett und easy" haben möchte. Denn die gibt es im Tierheim, ja auch heutzutage noch, zu Hauf.

    Ich finde, wenn man nicht unbedingt einen Welpen haben WILL, sollte man zuerst im Tierheim schauen. Es gibt so viele Hunde, die schon da sind und ein Zuhause suchen. Und wenn man was Alter und Rasse/Aussehen angeht nicht sehr eingeschränkt sucht, gibt es da ganz ganz viele richtig tolle und im Wesentlichen unkomplizierte Kandidaten. Mich wundert eigentlich sehr, dass hier nicht viel mehr zum Tierschutz geraten wird. Hunde sind Individuen, wenn ihr im TS schaut und erwachsene Hunde (va von Pflegestellen) kennenlernt, braucht ihr euch gar nicht so stark auf eine Rasse festlegen. Und von euren Ansprüchen her, finde ich das sehr übersichtlich, im Grunde ist das nur "nicht zu schwer, nicht zu extrem in irgendeiner Art, fein mit Hund und Mensch".

    Ich bin sicher die Schwarmintelligenz kann hier sogar entsprechende Ideen für Organisationen oder sogar konkrete Hunde teilen.

    Reha nach sowas sollte absolut nicht verhandelbar sein, mach bitte keine Kompromisse mit deiner Gesundheit. Man kann nicht gut für seinen Hund sorgen, wenn man sich nicht zuerst um sich selbst kümmert.

    Rehas mit Hund sind in aller Regel Stress für die Hunde. Gerade einem alten Hund würde ich das auf keinen Fall antun, vor allem nicht, wenn ich eine so viel bessere Lösung (liebevolle Versorgung durch eine Vertrauensperson) habe. Mein Assistenzhund begleitet mich oft zu Reha, aber dort ist er dann der einzige Hund im Haus (nicht den ganzem Tag Gebell rundum), darf much zu Therapien begleiten (deutlich weniger Alleinzeit - das ist sonst oft sehr lang und mit vielen kurzen Unterbrechungen, was für viele Hunde besonders schwierig ist) und er ist halt dafür ausgebildet und kennt das gut. Zu einer "Reha mit Hund" würde ich ihn nicht mitnehmen, weil das mit den anderen Hunden, die teilweise nicht besonders nett oder entspannt sind, einfach Stress wäre.

    Außerdem unterschätzt man glaub ich leicht, welche Zusatzbelastung es für einen selbst sein kann, sich noch um den Hund zu kümmern nebenbei. Reha ist meistens wirklich anstrengend und man ist einen guten Teil des Tages beschäftigt - und soll sich den Rest der Zeit auch bewusst zum Ausruhen nehmen.

    Ich glaube da ist der "Urlaub" bei deiner Trainerin deutlich entspannter für alle Parteien.