Beiträge von Esiul

    Ich war heute mit meinem Hund mit dem Rad unterwegs, was ihm sichtlich gefällt. Endlich mal ein Tempo, wo er nicht andauernd auf Frauchen warten muss. Um vom einen zum anderen Feldweg zu kommen mussten wir einen schmalen (1m breiten) Weg durchs Gestrüpp nehmen. Da baut sich eine Dame mit einem kleinen Hund vor mir auf und fragt mich, was mir da einfallen würde. Ich war etwas ratlos, schließlich hatte ich meinen Hund, sobald ich sie gesehen hatte an die Leine genommen und war aufgrund der beengten Situation vom Rad gestiegen und zur Seite getreten, um die beiden unbehelligt durchlassen zu können. Ich war mir also keinerlei Fehlverhaltens bewusst. Da ich ihr keine Antwort gab und nur etwas ratlos in die Gegend glotzte, erklärte sie mir, sie hätte mich vorhin von ihrem Auto aus gesehen, ich sei in einem höllischen Tempo mit meinem Hund unterwegs und das ginge ja nun gar nicht weil wegen Tierquälerei.

    Ich war immer noch etwas perplex und meinte nur: "Aber... das macht dem doch Spaß!?"

    Die Dame war da gänzlich anderer Meinung und setzte zu einem Vortrag darüber an, dass es unmöglich sei, seinem Hund so elementare Dinge wie ausgiebiges Schnüffeln und Markieren der Umgebung vorzuenthalten, während ich noch überlegte, ob ich ihr entkommen könnte, wenn ich einen Hechtsprung in die Brombeerranken machen würde.

    "... und außerdem kann der Arme ja auch gar nicht anderen Hunden Hallo sagen, wenn er so rennen muss. ... viel zu anstrengend für einen Hund. ..."

    Nachdem ich entschieden hatte, dass die Flucht ins Unterholz zum Scheitern verurteilt war, versuchte ich dann doch noch zu erklären, dass ich natürlich nicht einen komplett untrainierten Hund in Bootcamp-Manier auf eine mehrstündige Radtour schicke, sondern dass es sich bei meinem Pudel um ein äußerst fittes Exemplar handelt, der bei geeigneten Schneeverhältnissen (die momentan leider nicht vorherrschen) auch mal 4000 Höhenmeter in einer Woche zurücklegt. Zwei Skitouren unter der Woche mit meiner Mutter, eine mit mir am Wochenende - da ist er in seinem Element. In ihrem Element war die Dame jetzt auch, denn die Idee, dass der arme Hund Berge hoch- und runterrennen muss, ließ sie zur Höchstform auflaufen. Und auch mein Argument, dass mein Hund durch sportliche Betätigung einfach ganz hervorragend ausgelastet wird und viel zufriedener ist, ließ sie nicht gelten.


    "NA DANN GEHEN SIE HALT AB UND AN MAL EINE GANZE STUNDE GASSI, DANN IST DER AUCH AUSGELASTET!"

    An dem Punkt wäre ich am liebsten in Gelächter ausgebrochen, weswegen ich mich entschied, umzudrehen und wieder zurückzufahren. Aber nicht ohne die Dame wissen zu lassen, dass mein armer, armer Hund jetzt wegen ihr noch fünfzehn Minuten länger als geplant am Rad laufen musste. :rollsmile:

    Sie schrie mir dann noch hinterher, dass sie mich anzeigen würde. Man, was würde ich geben, um dieses Gespräch zwischen ihr und der Polizeit hören zu können...

    Liebe Foris, ihr kennt sie doch auch, diese ewig langen, eine ganze Stunde dauernden Spaziergänge, nach denen der Hund wie tot ist, oder? xD

    Das versuche ich dadurch zu vermeiden, dass ich mir im Training von der Trainerin sagen lasse, wann abgelegt wird. Und der Richter war ja eigentlich gnädig und hätte mich relativ bald ablegen lassen... Wenn mein Hund denn gehorcht hätte. :hust:

    Ja, jetzt ist erst mal Winterpause im Verein. Sollte er dann nach seinen Ferien wieder Mist bauen, dann mache ich mir Sorgen.

    Anfangs wurde einfach nur an den Zaun geschickt, wo eine Bällchenmaschine hängt, die auf Knopfdruck der Fernsteuerung (bedient die Trainerin) einen Tennisball freigibt. Später, als wir das Platzkommando dazugenommen haben, kam der Ball von mir. Allerdings wird im Training nicht bei jedem Lauf abgelegt, sondern er darf auch immer mal wieder durchlaufen und sich einen Ball aus der Maschine holen, damit der Drang nach vorne erhalten bleibt. Er weiß also nie, ob nach dem "Voran" noch das Kommando "Platz" kommt, was bedeutet, dass es einen Ball von mir gibt, oder ob er einfach bis nach ganz vorne laufen darf, und dort bestätigt wird. Und wie gesagt war er im Training nicht ein einziges mal so doof wie in der Prüfung.

    Ball von dir bedeutet du wirfst ihn oder du gehst zum Hund und belohnst ihn da??? Ich vermute die erste Variante.

    Genau, das Platz wird aufgelöst, und dann kommt die Ballbestätigung.

    Anfangs wurde einfach nur an den Zaun geschickt, wo eine Bällchenmaschine hängt, die auf Knopfdruck der Fernsteuerung (bedient die Trainerin) einen Tennisball freigibt. Später, als wir das Platzkommando dazugenommen haben, kam der Ball von mir. Allerdings wird im Training nicht bei jedem Lauf abgelegt, sondern er darf auch immer mal wieder durchlaufen und sich einen Ball aus der Maschine holen, damit der Drang nach vorne erhalten bleibt. Er weiß also nie, ob nach dem "Voran" noch das Kommando "Platz" kommt, was bedeutet, dass es einen Ball von mir gibt, oder ob er einfach bis nach ganz vorne laufen darf, und dort bestätigt wird. Und wie gesagt war er im Training nicht ein einziges mal so doof wie in der Prüfung.

    Wenn man in der Prüfung steht und sagen will: "Das hat er noch nie gemacht." Garfield und ich haben am Wochenende die IBGH2 gemacht. Er hat eigentlich eine ganz schöne Prüfung hingelegt, gerade Grundstellungen, gerades Vorsitzen, schöne motivierte Fußarbeit, einmal im rechten Winkel etwas unaufmerksam gewesen, blöderweise beim Apport über das Holz gestolpert und die Grundstellung nach dem Apport minimalst schief, eine Kehrt etwas zu groß geraten, ich hab die Übergänge zwischen den Tempiwechseln etwas zu undeutlich gezeigt (mein Fehler). Alles in allem war ich aber einigermaßen glücklich mit unserer Performance, und dann kam das Voransenden. Mein Hund ging sauber Fuß, ich gab das Kommando, mein Hund schießt ohne zu zögern geradeaus vorwärts. Richter gab mir die Erlaubnis zum Ablegen, ich schrie "Platz". Mein Hund flog weiterhin über den Rasen. Zweites Kommando, mein Hund rennt und rennt und rennt. Ab dem Zeitpunkt wars eh schon wurscht, und ich schrie nochmals, mein Hund hatte den Zaun erreicht und entschied sich allerdings nicht dazu, nun endlich auf mich zu hören, sondern beschloss äußerst motiviert umzukehren und zurückzugaloppieren. Viertes, nun schon äußerst ärgerliches "PLAAAATZ!!!" Mein Hund läuft und läuft und läuft freudigst, als ob er nichts falsch machen würde. Fünftes Kommando, endlich liegt das Mistvieh und schaut mich begeistert an. Ich geh ihm entgegen und kann mir ein "Voitrottel" nicht verkneifen. Hinter mir flötet der Richter "Loooooben!". Wenigstens einer mit Humor. Ich leine meinen Hund an und frage mich, ob ich den nicht doch ab und an mal verprügeln hätte sollen. Er ist sich keiner Schuld bewusst und schwebt in hübschem Fuß mit mir zur Punktebesprechung. 83 Punkte. Im Training hat er so einen Mist nie gemacht. |)

    Aber wie soll man kontrollieren, dass wirklich jeder Hund kastriert ist? Bei einer Sterilisation ist das ja quasi gar nicht möglich, oder?

    Attest vom Tierarzt. Es gibt ja auch kastrierte Rüden, die Silikonmurmeln implantiert bekommen, damit die Entmannung optisch nicht auffällt. Und auch bei Hündinnen stell ich mir das ansonsten witzig vor: "Kastrationskontrolle, bitte drehen sie ihren Hund auf den Rücken, damit wir nach der Narbe suchen können." :headbash:

    Ob du jetzt die BH machen willst oder nicht, ist eigentlich komplett unerheblich. Allerdings: Finanzielle Sprünge - also bei uns im Verein kostet der Kurs 60€, die Prüfung 15...

    Es gibt ja auch noch jede Menge anderer Beschäftigungsmöglichkeiten, wie man mit dem Hund strukturiert arbeiten kann. Bring ihm irgendwelche Tricks bei, sauberer Apport mit dem Futterbeutel (also nicht die Version "werfen, Hund fetzt hinterher, holt ihn, knautscht drauf herum und spuckt ihn dir vor die Füße" als Endergebnis), etc. Wenn du keine Prüfungsambitionen hast, kannst du ja auch selbständig an Kommandos wie "Fuß" arbeiten, das kann auch ganz nützlich sein, wenn du ihn konzentriert an irgendeiner Situation vorbeiführen möchtest. Es gibt sooo viele Möglichkeiten, den Hund auch geistig auszulasten, muss nicht immer unbedingt die Arbeit im Verein sein.

    Anfangs war ich auch zu unsicher. Mittlerweile hab ich der "Lassens-den-doch-von-der-Leine-die-machen-sich-das-eh-aus"-Dame im Ort beigebracht, artig eine Kehrtwende zu zeigen, wenn sie mich am Horizont erspäht. (Egal ob mit oder ohne Hund.) Mein Hund ist freundlich, ich eigentlich auch. Ihrer aber nicht, zumindest nicht zu meinem, was sie aber nicht akzeptieren möchte.:hust: