Ich bin übrigens eine jener Pudelbesitzerinnen, die die Fellpflegeeher macht, weils sein muss, nicht weil ich es unbedingt toll finde. Da steht man erst mal mindestens eine Stunde beim Waschen und Föhnen (schneller hab ich das noch nie geschafft) und dann nochmal Scheren. Und nachher habe ich Hundehaar überall, das heißt nochmal mindestens eine halbe Stunde putzen. Also wenn ichs mir aussuchen kann, verbringe ich lieber anders Zeit mit meinem Hund. Trotzdem ist mir das alles immer noch hundertmal lieber als die Nadel-Haare, diee unsere alte Kurzhaarhündin hinterlassen hat. Und ich kann meinen Hund auch noch streicheln, wenn ich ein schickes schwarzes Kleid zum Ausgehen anziehe, ohne hinterher auszusehen, als ob ich fünf Katzen zuhause hätte. Und ehrlich gesagt, ich finde meinen Hund jetzt auch nicht soooo aufwändig. Ich bürste den nicht mal, alle zwei Wochen etwa wird einmal gewaschen und geföhnt, da verfilzt trotzdem nichts.
Bezüglich des Charakters: Ich finde, mein Pudel ist im Großen und Ganzen recht leicht zu erziehen gewesen. Jetzt ist er drei Jahre alt und ich finde, er kommt echt recht nah an Perfektion ran. Trotzdem ist er kein selbsterziehender Hund gewesen, und nur weil ich nicht jahrelang an den wenigen Problemen, die aufgetaucht sind, arbeiten musste, heißt das nicht, dass ich nicht gearbeitet habe. Und ja doch, er ist ein triebiger Hund, zumindest laut unseren TrainerInnen im Verein. Also Sofa-Couchpotatoe ist er keiner, und sportlich betätigen will er sich schon. Ein Leben an der Flexileine ohne geistige Auslastung würde den wohl in den Wahnsinn treiben. Ich halte ihn durchaus für anfängertauglich, allerdings für Leute, die sich mit dem Hund beschäftigen wollen und keine gemütliche Spazierbegleitung suchen. Spazieren kann je nach Gegend nämlich auch durchaus anstrengend sein, der Hund hat lange Beine, ist schnell und besitzt Jagdtrieb, auch wenn er gut abrufbar ist.