Beiträge von Esiul

    Dann wäre es an der Zeit, zu überlegen, mit was du klarkommst und wo du bei deinen bisherigen Voraussetzungen Abstriche machen kannst. Wenn du nicht bereit bist, deine Wohnsituation für den Hund zu ändern, fallen wahrscheinlich alle Hunde mit Wach- und Schutztrieb weiterhin raus, das geht einfach schlecht in einer Stadtwohnung. Also könntet ihr am ehesten in Richtung Hunde mit Jagdtrieb schauen, dann wird aber wahrscheinlich sowas wie Dummy/Mantrailing fällig werden und die unangeleinte Ausritte sind ein Wackelkandidat. Zu extrem darf der Hund nämlich trotzdem nicht sein, das geben eure Lebensumstände nicht her.

    Die meisten Rassen wurden für irgendeinen Job gezüchtet: Bewachen, schützen, Jagdhelfer, Rattenjäger, Hüten, etc. Wenn all die Eigenschaften, die zu diesen Jobs gehören, eher stören, muss man bei den Spezialisten fürs Nicht-Spezialist-sein umsehen. Von denen gibts aber nicht allzuviele. Von denen kann man gleich nochmal die Hälfte streichen, weil sie sich körperlich zu nichts mehr eignen - das hat der Mensch leider so an sich, dass er Hunde, die nichts leisten müssen, zu Karikaturen verzüchtet. Wenn einem die Rassen, die da dann noch überbleiben, einfach nicht gefallen, dann hat man immer noch mehrere Möglichkeiten:

    1. Die Ansprüchen ans Zusammenleben mit dem Hund verändern, sprich: Statt Radfahren gibts ein neues Hobby, und das heißt z.B. Hundesport.

    2. Einen Hund aus dem Tierschutz nehmen und Stoßgebete zum Himmel schicken. Vielleicht passt es ja, wenn nicht, siehe Punkt 1.

    3. Optische Vorlieben anpassen.

    4. Stofftier. Gibts z.B. günstig bei Ikea, läuft aber nicht gut am Berg.

    Aber der Worst Case kann doch jeden treffen, es könnte auch ein Border Collie Welpe im ersten Jahr einen tragischen Unfall erleiden und danach nicht zum Einsatz an den Schafen taugen, obwohl er extra dafür angeschafft wurde. Oder der Mali mit den Supi-Dupi Papieren wird krank und ist für den Schutzdienst nicht mehr zu gebrauchen. Da würde doch auch niemand erwarten, dass jetzt die Welt der Leute zusammenbricht und man den Hund hinterm Haus erschlägt? 00

    Wenn ein Hund für eine spezielle Arbeit angeschafft wurde, werden dann viele aber abgegeben an Leute, die den Hund eben anderweitig beschäftigen können. Da ist oft einfach nicht der Platz und die Zeit da für einen Hund, der eben anders beschäftigt werden muss.

    Schon klar, ich mein ja nur: Niemandem ist garantiert, dass er sich den Welpen holt, und das passt dann fix 100%ig. Aber jeder holt sich seinen Welpen mit einer gewissen Idealvorstellung, und wenn man da schonmal die richtige Rasse und den richtigen Züchter wählt, stehen die Chancen nicht so mies. Es wird ja nix unmögliches vom Hund gefordert hier.

    Mein Hund ist selbst bei eher flotten Ausritten noch zum Schnuppern gekommen. Herumgeschlürft ist mein Hund bisher auf genau einem Gassigang, an dem Tag hat er aber auch dermaßen gekotzt, dass er mir fast umgekippt wäre. Der trabt flott vorwärts, bleibt stehen, wenn er was interessantes gefunden hat, schnupppert, markiert evtl, schnuppert, trabt wieder weiter. Und 20 km wandern ist auch keine Tragik, bei der Distanz sind jetzt auch keine massiven Höhenmeter drinnen, nehme ich mal an. Und mein Hund würde da dann einfach 20km lang traben, schnuppern, markieren und weitertraben.

    Mit sechs Monaten habe ich übrigens begonnen, meinen Hund auf die kleinen Gelände-Aufwärmrunden mit dem Pferd mitzunehmen, (nachdem er als Welpe schon mit im Stall war, Pferde anschauen und später kleine Runden mit spazieren gehen), mit 10 Monaten haben wir bereits die Basics fürs Skitourengehen trainiert (immer nur einen Hang rauf und wieder runter) und seit seinem zweiten Lebensjahr hat er im Grunde dann alles ganz normal mitgemacht, mit immer länger und anstrengender werdenden Touren und Ausritten.

    Ja klar, hätte auch in die Hose gehen können und wenn mein Hund sich geistig oder körperlich nicht geeignet hätte, dann würde ich ihn trotzdem sehr lieb haben und das Leben mit ihm halt anders gestalten, so wie ich es auch tun werde, wenn er dann mal alt und gebrechlich ist. Aber deswegen habe ich ja auch einen Welpen genommen, bei dem zu erwarten war, dass er gut in mein Leben passt. Deswegen ist ja auch der TE hier. Na klar sollte man sich überlegen, ob man den Worst Case händeln kann.

    Aber der Worst Case kann doch jeden treffen, es könnte auch ein Border Collie Welpe im ersten Jahr einen tragischen Unfall erleiden und danach nicht zum Einsatz an den Schafen taugen, obwohl er extra dafür angeschafft wurde. Oder der Mali mit den Supi-Dupi Papieren wird krank und ist für den Schutzdienst nicht mehr zu gebrauchen. Da würde doch auch niemand erwarten, dass jetzt die Welt der Leute zusammenbricht und man den Hund hinterm Haus erschlägt? 00