Zwar kein Hund, aber: Ich habe ein Pferd, bei dem die Liebe erst wachsen musste. Anfangs hat sie zwar nicht mir gehört, aber ich habe mit ihr gearbeitet und ich kommte sie nicht wirklich leiden. Seltsam sensibel und unfassbar stur, mit einem Hang dazu, mich zu treten, wenn ihr irgendwas nicht passte. Zwei Jahre lang habe ich dieses Pferd betreut, weil ich mich gut mit der Besitzerin verstanden habe und es ein reitbares Pferd war. Ich kann mich noch erinnern, wie ich mich insgeheim gefragt habe, wer so ein Mistvieh wohl kaufen würde. Versteht mich nicht falsch, ich habe sie nicht schlechter behandelt deswegen, aber direkt gemocht habe ich sie nicht. Ich habe sie als Herausforderung gesehen, an der ich lernen kann, aber nie als "mein" Pferd. Es hat locker zwei Jahre gedauert, bis ich ihre liebenswerten Seiten kennengelernt habe.
Und dann war ich der Idiot, der das Mistvieh gekauft hat - wobei sie mich offenbar auch ins Herz geschlossen hat, denn sie tritt nicht mehr. Dafür findet sie jetzt kuscheln umso besser und sie krault mich sehr sanft mit ihrer Oberlippe, ohne dass ich Angst haben müsste, dass sie ihre Zähne einsetzen könnte. Sie macht wirklich ALLES mit und ist rundum das beste, liebste und süßeste Pferd, das ich jemals haben werde.
Ich kann mir vorstellen, dass man auch an einem auf den ersten Blick unsympathischen Hund irgendetwas nettes, liebenswertes findet. Wenn man sich wirklich viel mit einem Tier beschäftigt und mit ihm trainiert, kommt früher oder später vermutlich auch eine gewisse Zuneigung auf. Die einzige Frage wäre, ob man es zwei Jahre mit einem unsympathischen Hund überhaupt aushält. Das Pferd holt man sich halt ein paar mal in der Woche für zwei Stunden von der Weide und stellt es dann wieder weg, wenn man den Kontakt auf ein Minimum beschränken will. Der Hund ist dagegen lebt mit einem im Haus...