Beiträge von Esiul

    Ich glaube, dass ein richtiger Sporthund mit dem Pensum raus ist, ist klar. Mit einmal pro Woche Verein reicht das für eine mittelmäßige BH und vielleicht danach die eine oder andere Ortsgruppenprüfung IBGH1. Nie und nimmer ist da Schutzdienst und Fährte drinnen.

    Und ein bisschen Unterordnung geht mit wirklich jedem Hund. Unsere alte Familienhündin war im Grunde genau das, was ihr gerne hättet. Meine Empfehlung daher: Meldet euch in ein paar Tierheimen und sagt denen, dass ihr einen netten Familienhund für immer dabei sein haben wollt. Wenn ihr wirklich Glück habt, bekommt ihr einen etwas doofen, aber netten Mischling, der sich über Aufmerksamkeit freut und eure Kinder liebt. Verabschiedet euch von euren optischen Vorlieben (großer, spitzohriger, beeindruckender Hund) und wählt lieber was Anspruchsloses, Entspanntes. Und wenn euch die im Tierheim dann einen hellbraunen, etwas kleiner geratenen Mischling vom Bauernhof mit Schlappohren und weißen Pfoten empfehlen, dann nehmt den.

    Die Hundehaltung hat schöne und unschöne Seiten, die Anfänger (und Kinder) oft gar nicht so richtig abschätzen können. Wenn man da wirklich WILL, dann kann es toll und bereichernd sein. Ich habe einen Großpudel, also keine der "krassen" Gebrauchshunderassen.

    Spazierengehen

    Ich stehe morgens um halb 6 auf, gehe erstmal eine dreiviertelstunde Spazieren. Wenn es regnet, gehe ich auch um halb 6 spazieren. Und wenn bei uns in der Nacht ein halber Meter Neuschnee gefallen ist, auch. Spazierengehen mag ich grundsätzlich gerne, das ist bei Sonnenschein eine Freude für mich. Im Winter findet mein Morgenspaziergang aber grundsätzlich im Finsteren statt, das ist dann eher zäh. Auch Mittags geht mein Hund eine kurze Runde raus, wenn ich von der Arbeit komme. Abends fahren wir dann zum Stall, da kann er mitkommen und das verbinde ich auch mit der großen Abendrunde, etwa eine Stunde sind wir da unterwegs. Insgesamt wende ich täglich für den Hund also locker 2 Stunden auf, häufig mehr.

    Hundesport

    An zwei Tagen der Woche fahre ich auf den Hundeplatz. Gestern bin ich um 14:00 zuhause weggefahren, und um 16:30 habe ich den Platz wieder verlassen. Für Vereinsmitgliedschaft und Platzgebühr zahle ich 130€ im Jahr, dazu kommen dann noch Seminare (die man als noch eher unerfahrener Hundesportler durchaus besuchen sollte!), die jeweils so ab 100€ kosten. Dabei trainiere ich nur Unterordnung, also EINE der drei Sparten, die dein Mann trainieren möchte. Für Kinder ist es bei uns am Platz so langweilig, dass kaum jemand seine Kinder dauerhaft zum Training mitnimmt. Ausnahme ist eine Vereinskollegin, deren Tochter allerdings bereits mit 11 Jahren deutliche Trainer-Ambitionen zeigt. Das Training selbst halten viele Anfänger nicht lange durch. Alles muss kleinschrittig geschehen, es ist oft frustrierend und am Ende geht der Hund dann doch zwei Zentimeter zu weit vorne oder macht das Platz nicht schnell genug. Ich würde sagen, maximal 1 von 20 Personen die mit Training beginnen, bleiben auch über mehrere Jahre im Verein. Viele brechen spätestens nach der Begleithundeprüfung ab. Und bei uns im Verein sind übrigens auch nicht viele Familien mit Kindern zu finden....

    Ich bin gerne im Verein, unterhalte mich mit den Leuten, lerne Dinge dazu, sehe zu, helfe aus. Mir macht es Spaß zu sehen, wenn mein Hund etwas versteht und besser wird, die Krönung sind Prüfungen, auf denen wir gut abschneiden. (Apropros Prüfungen: Da kann man sich schonmal einen ganzen Samstag oder Sonntag dafür freihalten...) Teamwork, die Freude des Hundes bei seiner Arbeit, die Feinheiten des Trainings - das alles sind Dinge, die mich begeistern. Allerdings steckt man auch erstmal ca. ein bis zwei Jahre Arbeit rein, bevor man das Gefühl bekommt, dass man jetzt schön langsam einen wirklich gut trainierten Hund hat, der zuverlässig in allen Situationen mitmacht. Vorher macht man sich zum Affen, lässt sich von spitzen Welpenzähnen in die Finger beißen, arbeitet mit einem Hund, der irgenwie zwischen "kapiert überhaupt nix" und "kann doch eh schon viel schwebt, verzweifelt daran, dass das Mistvieh plötzlich "Steh" und "Sitz" nicht mehr auseinanderkennt und sich aus unerklärlichen Gründen liebe in der Grundstellung hinlegt, anstatt Sitzen zu bleiben. Und warum läuft der plötzlich Linksbögen, anstatt gerade Voraus zu laufen?

    Freunde und Freizeit

    Fast alles an meiner Freizeit ist hundegeeignet. Ich kann zu all meinen Freunden mitnehmen und ich habe keine Hobbies, zu denen ich ihn nicht mitnehmen kann, bzw. sind diese auf ein Minimum beschränkt. Z.B. fahre ich mittlerweile kaum noch Alpin-Ski, wenn dann gehe ich Skitouren, aber auch nur die, bei denen der Hund mitgehen kann. Man kann ihn auch nicht ewig lange alleine zuhause lassen. Alles, was länger als 5 Stunden dauert oder an einem Tag stattfindet, an dem er schonmal alleine war, muss entweder hundekompatibel sein oder ohne mich stattfinden. Lädt mich jemand zu einer Aktivität ein, bei der ich meinen Pudel nicht mitnehmen kann, so muss ich entweder Betreuung finden, oder ich muss absagen. Es gab schon Feiern, die bei denen ich dann aus diesem Grund nicht anwesend war. Dabei habe ich einen Freundeskreis, der meinen Hund sehr gerne mag und wo es bei niemandem ein Problem ist, wenn ich mit vierbeiniger Begleitung auftauche. Ich habe mindestens 4 Leute, die mir fast jederzeit den Pudel betreuen, wenn es nötig ist. Dabei ist zu beachten, dass ich einen wirklich unkomplizierten Hund habe, in den ich in der Ausbildung wirklich viel Zeit gesteckt habe. Er ist freundlich zu allen Leuten, mag Kinder und ist flauschig. Mit anderen Hunden würde das möglicherweise ganz anders aussehen....

    Sonst noch

    Rechnungen bezahlen macht wenig Spaß. Ihr solltet euch auch nicht darauf verlassen, dass euer Hund mit dem Futter, das ihr für akzeptabel befindet zurecht kommt. 100€ im Monat für Hundefutter können schonmal ganz leicht zustande kommen, wenn ein Hund dieser Gewichtsklasse irgendein Problem hat und spezielles Futter benötigt. Unter Umständen sind es dann auch eher 2-300€. Tierartzrechnungen sind auch schonmal ein Posten, den man nicht unterschätzen sollte. Klar, jeder wünscht sich, dass der eigene Hund bitte das gesamte Leben lang gesund und munter bleibt, aber auch da gibt es schneller als es einem lieb ist, eine Rechnung, die im besten Fall nur ein paar Hundert, im schlechteren Falle eher ein paar Tausend Euro ausmacht. Wollt ihr euch das leisten? Und unterschätze auch nicht, wie es einem geht, wenn es dem Hund schlecht geht. Und im Schlimmsten Fall kann man dann mit kaum jemandem darüber reden, weil jemand ohne Haustiere das Problem gar nicht versteht.

    Hunde sind toll und ich verstehe jeden, der einen haben will. Sie sind aber, speziell die Rassen, die euch scheinbar interessieren, in den wenigsten Fällen einfach nur eine "Ergänzung" zum gewöhnlichen Familienleben. Sie sind aufwändig, zeitintensiv, kostenintensiv und manchmal auch emotional belastend.

    Deswegen hab ich immer beim Einkaufen ein Maßband mit. Denn was bei der einen Firma Cob ist, ist bei der anderen Full (*hust*Krämer*hust*). Am Besten wars, als ich für eine Stallfreundin eine Fliegenmaske mitnehmen sollte und wir uns sicher waren, dass auf den zierlichen Polopony-Schädel wohl Größe Cob passen müsste... Nein. Ich weiß zwar nicht, was Krämer unter Full bzw. Warmblut versteht, aber das Pony brauchte tatsächlich diese Größe. Und das ist wirklich ein zierliches Köpfchen, keine Tinker-Abrissbirne.

    Ich freue mich darauf, dass ich voraussichtlich dieses Jahr aus Tirol wegziehen kann. Ich habe hier eine 55Quadratmeter Wohnung und zahle über 800€+Strom (und das auch nur weil die Wohnung befristet vermietet ist, sonst noch teurer). Kein Parkplatz dabei, keine neue Wohnung & die Küche hat nicht mal eine Dunstabzugshaube. Leere Wohnungen gibts hier genug, aber man muss ja auch an die armen Wohungsbesitzer denken, die sich ihre schicken Investitionen nicht vom arbeitenden Pöbel im Wert mindern lassen wollen.

    Ich war zwei (2!!) Tage nicht da. Von der dicken Tinkernase habe ich sicher schon mal an anderer Stelle geschwärmt, aber es gibt nichts schnuckeligeres auf dieser Welt, als nach zwei Tagen in den Stall zu kommen, vom Pferd sofort am Weidezaun abgeholt zu werden, um dann anschließend am Putzplatz die die eben erwähnte Nase gegen den Arm gedrückt zu bekommen.

    So sind wir dann erstmal 10 Minuten gestanden.

    Ich bin möglicherweise ein bisschen innerlich vor Zuckerschock gestorben.

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    Fuchur lebt.

    Der gehört zwar nicht mir, sondern ist, seit ihn seine Besitzer "vergessen" haben Stalleigentum, aber ich fand das Bild so süß. Er ist fast 40 Jahre alt, hat einen seltsamen Knubbel aus Fett am Rücken und der Fellwechsel funktioniert auch nicht mehr so, weswegen wir ihn jetzt Stück für Stück scheren, aber er ist immer noch ein fröhliches altes Pony.

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    Ich möchte auch keine aufwendigen Frisuren beim Hund und da werde ich wohl eher auf einen klassichen Kurzhaarschnitt setzen. Je länger ich mir den GP so anschaue, desto sympathischer sind die Hunde irgendwie. Diese wilden Haarschnitte haben dem Pudel ganz schön den Ruf versaut glaube ich.

    Ich rufe jetzt noch @Lockenwolf herbei. Sie ist Expertin für Großpudel und ich glaube leider sehr traurig noch, weil einer ihrer tollen GP kürzlich gestorben ist.

    Die hat doch schon im Thread geschrieben.

    Huhu, ich habe einen Großudel als Teilzeit-Hofhund. Das, was du so schreibst, würde der auch ohne Probleme mitmachen. Bei uns ist es so, dass wir am Nachmittag in den Stall fahren, Leine ab und er darf mit dem Hofrudel mitlaufen. Es gibt Hühner, Kaninchen, Pferde und Schweine - es gibt mit keinem der anderen Tiere Probleme, auch nicht, wenn mal ein Huhn über den Zaun geflattert ist und frei herumläuft. Mit den anderen Hofhunden kommt er super klar, alle Anwohner, Hofbesucher und Einsteller mögen ihn - "Fremden nicht zu stark zugewandt" ist bei ihm daher so eine Sache, er ist schon ein Schmuser und Schleimer vor dem Herrn, wenn er von jemandem Aufmerksamkeit bekommt, dann weicht er demjenigen erst mal nur ungern wieder von der Seite. Die meisten Leute wollen meist erst mal nur durch das Pudelfell streicheln, weil es interessant aussieht, sind (insbesondere wenn er frisch gewaschen ist) von der Haptik begeistert und im Nu hat er sie um den Finger gewickelt. Er ist aber grundsätzlich nicht aufdringlich gegenüber Fremden - aber wer seine Hände nach dem Pudeldings ausstreckt, ist selber schuld.

    Wetterfest ist er auch, allerdings ist nach so einem Regentag im Freien dann relativ viel Sand im Pudelfell vorhanden, der gehört dann wieder rausgewaschen. Ansonsten finde ich das Fell pflegeleicht, auch wenn ich halt alle paar Wochen mal ein paar Stunden zum Waschen, Föhnen und Schneiden investieren muss.

    Ich habe keine besonders große Wohnung. Er ist unfassbar leise und unauffällig im Haus, mein Nachbar hat drei Monate nach meinem Einzug erst gemerkt, dass da jetzt ein Hund neben ihm wohnt. Ich darf ihn nur nicht auf den Balkon lassen, wenn die Kirchenglocken schlagen, denn dann heult er mit.

    Fremdbetreuung ist kein Problem, ich habe ihn schon bei diversen Personen abgeladen und er macht nirgendwo Probleme. Das habe ich schon seit Welpenalter mit ihm angefangen und bisher habe ich auch nur positives Feedback über sein Verhalten in meiner Abwesenheit bekommen.

    Und ob ein GP nicht in den Treker passt, wär ich mir auch nicht so sicher. Zumindest meiner ist wie eine Katze und passt grundsätzlich überall rein, auch wenn er ein sehr groß geratener Pudel mit ca. 65cm Stockmaß ist.