Beiträge von Selkie

    Wenn da dann die Entscheidung z.B. lautet: Entweder wir übernehmen noch einen Notfall aus privater Abgabe und finanzieren unserem Schützling XYZ eine teure Operation - oder schicken 2 Mitarbeiter zu einem Kommunikationsseminar - wie würdet Ihr da entscheiden?

    Ich bin der Meinung, dass Fortbildungskosten zu den Personalkosten gehören.
    Ich würde also diesen Posten genauso fest ins Budget einkalkulieren wie die Gehälter der Tierpfleger. Und schon hat sich die Frage nach einer Entscheidung erübrigt, denn es erwartet doch hoffentlich niemand, dass OP-Kosten eines Schützlings direkt aus den Personalkosten des Tierheims abgezweigt werden.


    (Ich hatte den Text schon mal geschrieben und wieder gelöscht. Aber nach @Helfstynas Text wurde mir klar, wie nötig das zu sein scheint. Warum zum Teufel ist Fortbildung nicht in allen Berufen üblich? Auch wenn der ein oder andere eine Veranstaltung sinnlos findet, dümmer wird davon garantiert keiner.)

    edit: bei emotional anspruchsvollen Berufen wäre möglicherweise auch Supervision sinnvoll. Das könnte verhindern, dass Tierheimmitarbeiter ihren berechtigten Frust am nächsten Interessenten ablassen. Den Tieren ist damit nämlich nicht geholfen, wenn die Pfleger am Limit ihrer emotionalen Belastbarkeit arbeiten.

    ich Rede ja nicht von den die hier in Deutschland gezüchtet werden.Sondern die in Afrika..


    Nur zum Verständnis: meinst du reinrassige Basenjis in Afrika oder meinst du die afrikanischen Schensi-Hunde aus deren Vorfahren die Briten den Basenji herausgezüchtet haben?

    Die Zuchtbasis der Basenjis ist weltweit winzig. Die Schensi-Hunde könnten genetisch gesünder sein, aber auch das ist Spekulation und weder beweis- noch widerlegbar. Fest steht aber: Schensi-Hunde sind keine Rassehunde, taugen also nicht als Beispiel für eine gesunde Hunderasse.

    1. Deine Mutter will keinen Hund und du willst ihr ein Riesenplüsch in die Wohnung holen? Ist deine Mutter damit überhaupt einverstanden?

    2. Neufis wie Leos fressen dir die Haare vom Kopf. Rechne dir mal die monatlichen Kosten (nur Futterkosten) aus, das ist ziemlich enorm bei einem Hund dieser Größe. Kannst du das leisten?

    3. Welpe oder erwachsen ist grundsätzlich eine Frage der Vorliebe. Ich z.B. bin kein Welpentyp, ich würde immer den erwachsenen Hund vorziehen.

    4. morgendliches Gassi. Kommt drauf an, was für einen Typ Hund du bekommst. Es gibt bei beiden Rassen faule Hunde, die gern einfach nur im Hof rumgammeln, aber mir wäre das nichts. Es gibt Hunde, die sind Morgenmuffel, dann könnte das eher klappen. Aber grundsätzlich finde ich sogar die 20min morgens recht tief gegriffen, wenn der Hund dann länger zu Hause hocken muss. Ich würde sagen: wenn es mal ganz schnell gehen muss, dann reichen auch 20 Minuten am Morgen. Aber wenn du den ganzen Tag in der Schule bist und der Hund zu Hause liegt, dann sollte der meiner Meinung nach vorher schon mal eine einigermaßen vernünftige Runde bekommen. Da muss man durch als Hundehalter.

    Damit dürftet ihr wirklich eines der wenigen Tierheime sein die sowas machen.Leider! Sollten sich mal mehr an eurem Beispiel orientieren.

    Das ist hier tatsächlich eher die Norm als die Ausnahme. Die Vermittlungspraktiken in den 4 Tierheimen, in denen ich schon nach einem Hund geschaut habe, sind sehr unterschiedlich. Aber in keinem dieser Tierheime war meine total "unnormale" Lebenssituation ein Problem. Vor 15 Jahren genausowenig wie in den letzten Monaten.

    kleine Erklärung am Rande.

    3 Tage "reservieren" nach Zusage ist bei uns idR auch kein Problem. Ging mir oben um die, die gleich Wochen oder gar Monate reservieren wollen (ja auch letztere gibts)


    Wie sah es denn mit Probezeit aus? Gab's das, habt ihr das vielleicht sogar in Anspruch genommen, oder empfindet ihr so etwas als völlig unangebracht?

    "Probezeit" hieß im Leipziger Tierheim vor 15 Jahren die Zeit, in der ich den Hund kennenlernen sollte. Über Nacht sollte sie da immer noch im Tierheim sein, aber tagsüber konnte ich sie theoretisch von 8 bis 17:00 bei mir haben um herauszufinden, wie sie sich in verschiedenen Situationen verhält und ob das passt. In der Zeit war der Hund für mich reserviert. Es gab Leute, bei denen das mehrere Monate dauerte (das waren allerdings Hunde mit größeren Baustellen).

    Keilwirbel sind auch bei Rassen vorhanden, die lange Ruten haben. Der Erbgang dafür ist nicht an die Kurzschwänzigkeit gekoppelt.

    Das eine schließt das andere nicht aus. Natürlich gibt es Keilwirbel (und andere Deformationen der Wirbelsäule) auch ohne Kurzschwänzigkeit.

    Aber auch der Schwanz ist Wirbelsäule. Hunde ohne Schwanz haben von vornherein eine Wirbelsäulendeformation. Und in vielen (nicht allen) Fällen endet diese Deformation nicht am Kreuzbein. Im Zusammenhang mit Brachyurie/Anurie werden verschiedene häufige WS-Anomalien genannt. Bei dem oben erwähnten bekannten Erbgang hatten in einer Studie 100% der homozygoten Hunde weitere Wirbelsäulenanomalien (aber keiner der heterozygoten Hunde).

    Anscheinend ist es nicht bei allen Rassen dasselbe: https://www.genomia.cz/de/test/shorttail

    Spina Bifida ist nicht das einzige Problem von Stummelschwänzigen Hunden. Keilwirbel gelten als eine mögliche Folge und die sind meines Wissens bei den FB ziemlich häufig. Allerdings sind die FB in der Liste nicht vorhanden, ich weiß also nicht, ob deren Deformation mit dieser Mutation zusammenhängt.

    Vorab: ich selbst habe nur einmal eine etwas ungünstig Erfahrung in einem Tierheim gemacht (der Pfleger war an dem Tag mitten in der Woche irgendwie nicht auf Vermittlung vorbereitet, glaube ich, und ich hatte das Gespräch auch etwas ungünstig angefangen). Mir sind die hier geschilderten Dinge so noch nie passiert. Zum Glück.

    Wobei ich durchaus zugestehe, dass Tierpfleger zuerst Tierpfleger sind und in der Kommunikation mit Menschen manchmal weniger bewandert sind. Ist mir sogar lieber als andersrum (also Menschen die gut mit Menschen können aber mit den Tieren nicht).

    Auf eine Freundin der Interessenten würden wir uns aber auch nicht ohne weiteres Verlassen. Verstehe auch nicht ganz, was das Argument bei der Frage ob es einen Partner gibt, zu suchen hat? Also das müsste man mir dann ebenfalls erklären, weil - so wie du das oben geschrieben hast - erscheint es ja auch so, als würde dort die Verantwortung teilweise outsourced werden an einen unbekannten dritten. Wo die Frage aufkommt, warum? Kann der Interessent nicht immer für den Hund sorgen, oder hat keine Lust auf einen Vollzeithund?

    Ungefragt den PlanB zu erwähnen ist von Nachteil? Echt?
    Auch das ist mir zum Glück noch nie passiert, ich erwähne so ziemlich alles was mir wichtig erscheint auch ungefragt. Mir ist nämlich wichtig, dass die Leute ein Bild davon bekommen wie der Hund leben wird und nur wenn ich alles erzähle, können die mir dann auch vernünftig raten.


    Wisst ihr was ich echt kacke finde? Ich sehe die ganzen Likes, unter den Beiträgen wo gegen Tierheime gewettert wird, obwohl diese total kurzsichtig sind.

    Glaubt ihr nicht, die Tierpfleger kennen ihre Hunde am besten und können einschätzen, ob genau das Individuum in diese Lebensumstände passt?

    Doch, das glaube ich. Und genau deshalb erwarte ich, dass Tierpfleger mit mir klar kommunizieren, genauso wie ich mit denen klar und offen kommuniziere. Das was in manchen Geschichten aber anklingt ist nicht ein: dieser Hund passt nicht, sondern ein: nö, Sie bekommen keinen Hund.

    Und genauso kacke wie es ist, diese Geschichten auf alle Tierheime (oder auch nur auf alle Pfleger eines Tierheims) zu übertragen, genauso kacke ist es den Leuten zu erzählen, ihre Erfahrungen seien falsch. Es gibt ganz offensichtlich Tierheime, die haben sehr spezielle Vermittlungsbedingungen für alle Hunde. Und wenn ein Mensch damit unzufrieden ist, dann darf er das auch sagen. Das hat doch nichts mit deiner Arbeit in deinem Tierheim zu tun?



    Ach ja, zu guter Letzt. An die Zwinger kommt bei uns kein Interessent. Wir ersparen den Hunden den Stress, denn jedes Mal würden sich einige aufregen, andere einsteigen und der Lautstärke Pegel ins unermessliche steigen.

    Wir geben unsere Einschätzung welcher hund passen würde, oder Interessenten sagen, für welchen hund sie sich aufgrund der steckbriefe /des inets interessieren und dann gibt's ein Kennenlernen auf gesichertem Gelände, oder beim Gassi.
    Was wollt ihr auch beim durchlaufen und drauf zeigen über den hund wissen? Außer dass die Optik ansprechend ist.

    Ich habe damals ein Jahr lang nach "meinem" Hund gesucht. Ich bin Gassigeher geworden, um nicht sinnlos jede Woche ins Tierheim zu fahren. Und dann sah ich zwei Hunde aus der Quarantäne-Box kommen und rannte zum nächsten Pfleger: die kleine Schwarze da, die grad zum Gassi gegangen ist: DAS IST MEINE!

    Man sollte den ersten Eindruck nicht unterschätzen. Aber ihr habt ja eine ziemlich aussagekräftige HP, da kann jeder schon mal schauen. ;)
    (Off-Topic-Frage: gibt es eigentlich die Partnerschaft mit dem polnischen Verein noch? Davon sehe ich seit längerem gar nichts mehr?)

    Ich hab auch schon erlebt, dass zuerst ein Gespräch geführt wurde und ich dann zusammen mit dem Pfleger durch die Anlage ging. Ist auch OK. Aber bei mir ist auf jeden Fall nötig, dass ich den Hund sehe, bevor irgendwas ernsthaftes eingerührt wird.


    Da ich wusste, das "Single" in vielen THs ein Ausschlusskriterium ist, habe ich mich auf diese Frage vorbereitet. Wie man es macht, macht man es scheinbar falsch.


    Wie gesagt: mir ist sowas noch nicht passiert. Aber ich nehme an: wenn du den Pfleger grad auf dem falschen Fuß erwischst, dann kannst du es wirklich nur falsch machen. Wenn du irgendein Ausschlusskriterium erfüllst, ist es eh vorbei.

    Das Zauberwort heißt Kommunikation. Wenn mir ein Pfleger klar sagt: wir vermitteln nur an Familien mit Haus und sicher eingezäunten Garten, dann bin ich raus. Muss mir nicht gefallen, aber ich weiß woran ich bin.
    Wenn ich andersrum klar sage: ich suche einen sehr aktiven, kurzhaarigen Hund mit max 20kg der kein grundsätzliches Problem mit Menschen haben sollte und ich interessiere mich für Fiffi, dann weiß auch der Pfleger woran er ist und kann mir sagen: Fiffi könnte passen aber vielleicht passt Fido noch besser? Oder er fragt erst noch ein paar Dinge...

    Aber um genau die Extreme geht es doch. Es geht nicht um den 4kg-Kleinhund, es geht um < 2kg Mini-Hunde.
    Wobei Verzwergungsmerkmale auch bei den ganz kleinen Rassen schon erkennbar sind, noch ohne Teacup-Zusatz.

    Ein Meerschweinchen hat ein Meerschweinchenskelett. Das ist für diese Größe ausgelegt. Ein Hundeskelett (wie überhaupt der ganze Organismus) ist zwar sehr flexibel (auch Wölfe haben eine enorme Größenspanne) aber diese Flexibilität hat Grenzen. Jenseits dieser Grenzen treten Probleme auf - sowohl beim Riesenwuchs als auch bei der Miniaturisierung.


    Drauftreten ist beim großen Hund natürlich wahrscheinlicher als beim kleinen - die Trefferquote ist einfach höher. |)