Beiträge von ThorstenD

    Das übliche Spiel. Irgendwer sagt "Rudel". Schon kommt jemand von oben herab mit "Das ist so 20. Jahrhundert!!! :ugly: " gefolgt von Verallgemeinerungen wie "So versaut man jeden Hund."

    Könnte man auf den aktuellen Stand der Dinge hinweisen ohne den erhobenen Zeigefinger? Vor allem wenn ansonsten nichts(!) über die Ausbildungs- und Erziehungsmethoden bekannt ist?
    Ich kann diese bekloppten 7 Regeln auch in Wattebauschlerdeutsch umschreiben, ändert an der Sinnhaftigkeit wenig.
    Viel mehr als die Hinweise "Aussie + Härte = doofe Idee" und "DSH ausbilden/erziehen != Aussie ausbilden und erziehen" halte ich für übers Ziel hinaus geschossen. Mal wieder.

    Genau!
    So war halt damals die Lehrmeinung und wir sind damit 22 Jahre sehr gut gefahren. Ist ja auch egal. Hautsache der Hund akzeptiert uns als Alpha bzw. sich als Omega. Oder ist das hier auch eine verbotene Lehrmeinung?
    Noch eine Frage: wie wird eigentlich das Tier in einem Wolfsrudel genannt, welches sich immer zuerst sattfrißt und sich bevorzugt fortpflanzen darf?

    7 goldene Regeln der Rangordnung - Hundeerziehung und Kommandos

    Sowohl der Rotti als auch der DSH wurde hier damals noch "klassisch" erzogen und waren tolle Hunde. Die Wissenschaft entwickelt sich jedoch weiter. Inzwischen gibt es andere, von mir aus auch bessere oder zumindest weniger dominante Ausbildungsmethoden.
    Jede dieser von dir verlinkten Regeln könnte ich bei meiner Schäferhündin durchsetzen, ohne Gemurre. Macht nur keinen Sinn und hilft im Alltag 0.
    Oftmals gehen mit diesen veralteten Regeln auch andere Methoden in Richtung Unterwerfung u.ä. einher. Dies ist bei einer Rasse die gerne etwas hibbeliger unterwegs ist und eine geringere Reizschwelle hat einfach komplett kontraproduktiv.
    Mein Hinweis im ersten Posting (Clown vs. Ernsthaftigkeit) war vollkommen ernst gemeint. Sensibel in der Rassebeschreibung bedeutet hier im Endeffekt: Reagiert nicht wie gewünscht auf Härte.

    Mit ein bisschen Geschick, gesunden Menschenverstand und Konsequenz sind Deutsche Schäferhunde eigentlich leicht zu erziehen, wie wir finden.

    Solange der gesunde Menschenverstand gegebenenfalls eine rassetypische Auslastungsanforderung beinhaltet kann man das wohl für alle Hunde sagen.
    Ausgewachsen sind Aussies einem DSH natürlich "unterlegen" aber ganz ehrlich, 25kg können einen Menschen genau so umhauen wie 35kg. Bei allem ab 20kg sehe ich dahingehend keinen großen Unterschied.

    ich kenne überwiegend entspannte Aussies, aber natürlich auch leicht "irre".

    Ich kenne 4 (2x Mini, 2x normal) näher. Alle 4 entspannt freundlich, 2 davon durchaus mit Hang zum überdrehen, aber händelbar. Im direkten Vergleich zu gut sozialisierten und ausgebildeten DSH finde ich Aussies durchaus hibbeliger und quirliger. Irre finde ich unpassend. Was diesen Aussies an Ernsthaftigkeit (kenne keine die am Vieh arbeiten!) fehlt im Vergleich zum DSH machen sie durch die ein oder andere Clowneinlage wieder wett xD Man muss es halt mögen.

    In unserer Basisgruppe im Verein sind aktuell 7(!) Aussies. 2 davon wollen in den Hundesport, die anderen sehen es als Hundeschulersatz. Keinen dieser Hunde würde ich geschenkt nehmen. 2x darfst du raten welche Aussies die Hunde von Ersthundehaltern sind :pfeif:

    Mit der entsprechenden Erfahrung, die der TE ja hat, sehe ich eigentlich nicht viel was gegen einen Aussie spricht.

    Mein Wissensstand durch verschiedene TA Praxen, hundeerfahrene Menschen und, ja, auch Erfahrungsberichte im Internet ist, dass man nie genau weiß, wie ein Hund sich nach einer Kastration verändert. Dass es aber wohl viele Fälle gibt, in denen Hunde erst nach einer Kastration selbstbewusster geworden sind und Stück für Stück ihre Angst ablegen konnten.

    Luna (Schissbuxe mit Drang nach vorne) wurde mit 2,5 Jahren kastriert. Zwischen Kastration und heute sind knapp 9 Monate vergangen. Ich kann keine Verhaltensänderung feststellen die ich nicht zu 100% aufs Training zurückführen könnte. Eine Korrelation kann ich natürlich nicht ausschließen.

    Komme ebenfalls aus Dortmund. Solltest du eine Zweitmeinung einholen wollen von einer Trainerin von der ich weiß, dass eigene Erfahrungen u.a. mit ausgeprägtem Schutztrieb und extrem ängstlichen Hunden vorhanden ist sag Bescheid.
    Keine der hier aufgeführten Seiten listet diese Hundeschule und nein, dort wird weder hart oder "wie früher" ausgebildet, noch ist die Hundeschule neu.

    Samstag, Spaziergang führt an ner Hundewiese vorbei. Auf der Wiese zwei große Gruppen. Die eine Gruppe nur mit Ridgebacks und die andere nur mit Rottweilern :cuinlove: .
    Da man hier Rottis so selten sieht sind wir auch kurzer Hand auf die Wiese und was soll ich sagen. 45 Minuten dort gewesen, 12 RR, 10 Rottis, 5 andere Hunde verschiedenster Größe und den einzigen Stress habe ich verursacht als ich nen Rottihalter fragte ob er nicht mal sein Pubertier von meiner Hündin pflücken will (war dann auch geklärt die Angelegenheit).
    War schön anzusehen, wenngleich auch für den ein oder anderen wohl abschreckend. Mindestens 2 Personen mit kleinen bis mittelgroßen Hunden sind am Tor direkt wieder abgedreht als sie die Masse an großen Hunden gesehen haben. Ob es notwendig war: keine Ahnung. Waren auch andere kleinere Hunde vor Ort und die Hunde haben sich alle in kleinere, passende Grüppchen aufgeteilt.
    Abgehauen sind wir als ich das "Liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinus.. hiiiiiiiiiiiiier! Linuuuuuuuus! Hierher! Liiiiinuuuuuuuuus!" Gerufe einer der Rottihalterinnen nicht mehr ertragen konnte aber Luna war glücklich und fertig.

    schlepp auch wenn sie im Moment super hört (klopf auf Holz :headbash: )? Du meinst als reine Vorsichtsmaßnahme?
    Könntest du mir das mit dem „guck“ etwas erklären was damit genau dem Hund beigebracht werden soll? Zu schauen ohne hin zu gehen? Sry steh gerade weng auf dem Schlauch :lol:

    Jagen ist selbstbelohnend. Jedes Mal wenn dein Hund hinter dem Auslöser herrennen darf belohnt er sich selbst und hat einen Grund weniger auf deinen Rückruf/Abbruch etc. zu hören.

    "Guck" oder "Schau" ist ein Kommando was deinen Hund dazu bringen soll dich anzusehen. Dabei sieht er dann später vom Reizauslöser weg und wird dafür bestätigt. Irgendwann verknüpft der Hund dann den Reizauslöser mit dem Kommando und bietet es selbständig an. So hast du seine Aufmerksamkeit und der Hund zeigt ein gewünschtes Alternativverhalten.
    Hier ist es z.B. so: Trigger in Sichtweite, Kommando "Schau", Hund guckt, Click + Belohnung, Kommando "Bei", Hund läuft an der rechten Seite auf Beinhöhe, weitergehen, zwischendurch immer mal wieder ein Schau einwerfen & bestätigen. So passieren wir dann den Trigger und das "Bei" wird aufgelöst.
    Größte Schwierigkeit nach dem trockenen Trainieren des Kommandos ohne Ablenkung ist die Umsetzung in der Praxis. Ist der Trigger zu nahe ist die Aufregung zu groß und das Kommando wird nicht angenommen. Alles eine Sache des Timings.

    Hier waren die ersten 10-20 Minuten morgens auch immer super stressig. Gestresster Hund, gestresster Halter wegen gestresstem Hund, gestresster Hund wegen gestresstem Halter... ich denke man erkennt worum es geht.
    Menschen, Tiere, Fahrräder, alles verstärkte den Stress. Ordentlich an der Leine gehen war nicht möglich, an der Schleppleine wurde gezogen, alles musste beschnuppert werden etc. Alles unabhängig davon wann es zuletzt raus ging oder was am Vortag gemacht wurde.
    Um das zu lösen kam erstmal die Schleppleine weg. Ein in die Schlepp bretternder Hund regt mich auf.
    Als zweites wurde die Gassirunde nicht mehr andauernd gewechselt. Die ersten 2km sind seither immer gleich.
    Als drittes: Baum. Ein Hund der zieht kommt seinem Ziel exakt 0m näher. Wir haben für die 80m zum Feldweg durchaus mal 20 Minuten gebraucht und das ist sicherlich nicht für jeden Hund geeignet. Bei uns hat es geholfen.
    Der letzte Punkt war: Gassi am Morgen ist Gassi. Sonst nix. Es wird nicht apportiert, gefetzt oder sonstwas. Ich will da keine Erwartungshaltung beim Hund wenn ich morgens das Halsband drummache. Ergibt sich auf dem Weg was ist es okay, aber an 9von10 Tagen ist die Morgenrunde einfach nur entspanntes Gassigehen und nix anderes.
    Hat hier gut nen Monat gedauert bis wir (beide) entspannt in den Tag starten konnten.

    Was ne fiese Situation :ugly:
    Die Frage ob ein Hund, unabhängig von der Rasse, seinen Halter immer im Ernstfall verteidigt hatte ich mir vor der Anschaffung auch mal gestellt. Aber wie soll ein Hund den Ernstfall erkennen? Am Verhalten des Halters?
    Wir wurden mal von Jugendlichen mit Flaschen beworfen, Luna hat ausgelöst und ich bin mir sicher, dass die Sache recht unschön ausgegangen wäre, obwohl ich selbst recht entspannt war in der Situation.
    In ner anderen Situation wurde meine Freundin von Leuten verfolgt, fand sie natürlich sehr unangenehm, Auto auf, Luna raus und die Knallschote wusste sofort was zu tun war (drohen/verbellen).
    Ich denke es ist eine Kombination aus Veranlagung/Nervenkostüm des Hundes und Reaktion des Halters auf die jeweilige Situation.
    Verhindert oder kontrolliert bekommt man (ich) das nur, wenn man schnell auf den entsprechenden Auslöser reagiert und nicht dem Hund die Entscheidung überlässt was jetzt die richtige Reaktion wäre.
    Wenn uns abends irgendwelche Besoffskis entgegenkommen wechsel ich durchaus noch immer die Straßenseite und zwar immer dann, wenn mir persönlich die Situation unangenehm ist. Ich kann 100mal sagen "Alles gut!" und Luna merkt mit Sicherheit was ich wirklich denke. Wenn aber wirklich alles gut ist, dann habe ich auch die Konzentration und Ausstrahlung dem Hund zu zeigen was ich möchte und welches Verhalten angebracht ist.
    "Trotzdem" kann ich mit Luna auf den Wochenmarkt, in den Baumarkt, ins Freibad etc. und muss mir nicht bei jeder Begegnung Gedanken machen, denn sie fährt in unangenehmen Situationen zwar wirklich schnell hoch, aber inzwischen auch zügig wieder runter.