Oh je, da gibt es so viel ...
... vorallem soo viele verschiedene Ansätze.
Erstmal, natürlich lastet man ein Pferd (auch) geistig aus. Die körperliche Auslastung sollte zum großen Teil schon durch die Haltung abgedeckt sein.
Am Wichtigsten finde ich zunächst die Einstellung zum Pferd zu ändern. Das Pferd als eigene Persönlichkeit wahrzunehmen, seine Wünsche, Stärken und Schwächen zu akzeptieren und gemeinsam mit ihm daran arbeiten. Die eigenen Erwartungen zurückzuschrauben und sich ganz auf das Pferd einzulassen.
Dann setzt sich die Beziehung zum Pferd aus verschiedenen Bausteinen zusammen.
1. eine pferdegerechte Haltung
2 eine vertrauensbildende Bodenarbeit, die grundlegend für das Reiten ist und das Pferd auch körperlich dazu befähigen soll
3. eine pferdegerechte Reitweise, die sich an den Bedürfnissen des Pferdes orientiert
Die Aussage ist nicht, Sporen und Gerte sind Tierquälerei, sondern es ist im Einzelfall zu betrachten, was bringen sie dem Pferd, wird die Kommunikation zwischen dem Pferd und mir durch sie verständlicher.
Zum Thema Bodenarbeit:
- longieren bzw. das Pferd aus den verschiedensten Führpositionen zu leiten lernen, es verstehen zu lernen, ihm zu zeigen seinen Körper bewusster einzusetzen (z.B. Solinski könnte ich da empfehlen)
- die klassische Handarbeit, Seitengänge an der Hand etc. befähigen das Pferd seinen Körper bewusster kennenzulernen und seinen Schwerpunkt nach hinten zu verlagern, du kannst ein Pferd problemlos bis zu den hohen Schulen an der Hand ausbilden (zum einlesen eigenen sich da viele Bücher, die sich mit der klassischen Reitweise beschäftigen)
- Tellington Bodenarbeit, auch eine Möglichkeit dem Pferd mehr Körpergefühl zu vermitteln und gezielt an seinen Schwächen zu arbeiten
- Zirkuslektionen eignen sich ebenso dazu dem Pferd eine ganz neue Art des Umgangs zu zeigen (Bea Borelles Pferdetraining wäre da meine erste Wahl, weil dort die Lektionen Bestandteil einer pferdegerechten Ausbildung sind und nicht nur für sich selbst stehen)
Das Wichtigste allerdings ist eine gänzliche Änderung der Reitweise und der Umgangsformen, deine Schilderung über den psychischen Zustand lässt darauf schließen, dass da einiges im Argen liegt.
Sinnvoll wäre eine Unterstützung vor Ort durch einen wirklich guten Reitlehrer, der es versteht auf die Bedürfnisse des Pferdes einzugehen und die Augen der Reiterin für diese zu öffnen.
P.S.: Clickern lässt sich übrigens auch mit Pferden und ist so eine weitere Möglichkeit das Pferd neu zu motivieren und aus seiner Lethargie herauszuholen.