unbekannt im Verhalten und Geruch. Geruch ist definitiv ein Thema, aber bei allem, was das Grundstück neu betritt oder dort abgestellt wird. Das finde ich bei ihm tatsächlich auffällig und habe das in dieser Intensität noch bei keinem Hund vorher so erlebt. Quasi eine Geruchsvisite beim Eintritt. Und das geht durchaus auch auf Abstand, wenn er nicht direkt hin soll. Quasi ein Aufnahmecheck und dann in Ablage "gehört dazu".
Beiträge von *Sascha*
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Er sieht Menschen nicht als Bedrohung.
Und wenn ein Mensch sich bedrohlich verhalten würde?
Dann wäre er erstmal wohl ziemlich verwirrt. Er zeigt keinerlei aggressive Tendenzen gegenüber Menschen. Blocken, fiddeln und deeskalieren wären wohl erstmal seine bevorzugten Strategien.
Grundsätzlich schlägt er am Hof zwar an, wenn Menschen zu ungewöhnlichen Zeiten in ungewöhnlichen Ecken herumschleichen, aber eben auch nur bis er den Auslöser als Menschen erkennt, die Bewertung erfolgt erst dann und siehe oben, "achso fremder oder langweiliger Mensch, geht klar, uninteressant oder allenfalls noch beobachtungswert". Das aber eher aus Interesse, weil noch unbekannt im Verhalten.
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. Ja, auch gegenüber fremden Menschen auf dem eigenen Territorium, zwischen den zu schützenden Tieren und ohne meine Anwesenheit.
Schützt der dann gar nicht?
Ich weiß ja nicht, ob es seine Aufgabe wäre, nur weil du "zu schützende Tiere" schreibst - wie macht er das denn mit dem Schützen?
Er sieht Menschen nicht als Bedrohung. Also er nimmt Menschen durchaus zur Kenntnis, geht bei Fremden auch mal abchecken und behält generell eh immer alles im Blick. Aber Menschen steckt er in die Kategorie "normal, ungefährlich, passt schon". Seine Aufgabe ist der Schutz vor Beutegreifern und da funktioniert er auch einwandfrei.
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trotzdem habe ich kein Problem damit, wenn man ihn als Hütehund bezeichnet.
Weil die Bezeichnung Hütehund bei den meisten Menschen keine negativen Assoziationen auslöst. Und ja, es gibt auch Situationen, in denen ich meinen Hund als türkischen Schäferhund bezeichne, einfach weil ich nicht möchte, dass bei einer ersten Internetsuche direkt "Kangal tötet Mensch" aufploppt. Was halt gerade gegenüber meinem Hund schwachsinnige Ängste auslösen würde, denn menschenfreundlicher als der kann ein Hund eigtl. kaum sein. Ja, auch gegenüber fremden Menschen auf dem eigenen Territorium, zwischen den zu schützenden Tieren und ohne meine Anwesenheit.
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Es war nicht die genannte Trainerin, sondern wirklich "nur" eine Halterin, die ihre Hundeerziehung auf TikTok "zum Besten gibt". Ist ein Weißer Schweizer Schäferhund mit "Modename" für die Rasse.
Zu dem Buch: Frust lass nach
"Dürfen" die Hunde danach keinen Frust mehr haben? Oder auch keine Erwartungshaltung? Also (blöd ausgedrückt) wie bringt man einem Hund das Ganze bei, wenn er nicht in der Lage ist, zu entspannen? Wenn es ein Hund wäre, der eben nicht selbst zu diesem Punkt kommt, "aufzugeben"?
Monster ist z.B. nicht in der Lage, Frust oder auch Erwartung komplett "abzustellen". Er akzeptiert aber Grenzen sehr gut, welche ihm helfen. Den könnte ich stundenlang im offenen Kofferraum sitzen lassen, damit er sich beruhigt, ohne dass er es wirklich tut. Der ist dann erschöpft, aber nicht frustfrei.
Und warum darf mein Hund sich generell nicht freuen? Nicht etwas aufgeregt sein, wenn man mal den Alltag unterbricht und was "richtig cooles" mit ihm macht? Unsere Autofahrten bedeuten eigentlich immer, dass was cooles passiert, da darf man sich doch drüber freuen? Ich selbst bin auf aufgeregt, wenn was ansteht.
Und ich finde es gut, wenn Hunde im Kofferraum nicht überdrehen, sondern ruhig auf das Signal zum Aussteigen warten.
Aber ich sehe in der Schilderung auch kein aufgeben, sondern einfach nur die Selbstregulation einer Emotion, weil die Erwartung, durch die die Emotion ausgelöst wurde, nicht erfüllt wurde. Und ja, ich finde das auch grundsätzlich wichtig, dass Hunde lernen, wie sie Emotionen regulieren können. Welche Situationen der Mensch dafür sinnvoll nutzt, das kann ja jeder HH selbst abwägen. Aber ab und an sollte man dem Hund schon auch mal mitteilen können, dass er etwas nicht darf, ohne dass das dann für den Hund zu einer unüberwindbaren emotionalen Krise wird.
Und ja, natürlich beginnt man mit solchen Übungen nicht in höchster Erregungslage.
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Es geht nur um den Absolutheitsanspruch, dass ein Hund immer lieb ist.
Hat den jemand formuliert?

Die Diskussion drehte sich u.a. auch um die Frage, ob es in der Gesellschaft den Anspruch gibt, dass Hunde immer "lieb" sind und ob man ein "lieb" im Ganzen auf den Charakter eines Hundes anwenden kann.
Daher meine Nachfrage, was denn konkret der Anspruch an einen im Charakter lieben Hund wäre und ob dann alle Tiere und Situationen konkret auch in diese Aussage eingeschlossen sind oder ob dann, vllt auch unbewusst, gewertet wird, in welchen Situationen "lieb sein" von Bedeutung ist und in welchen man "lieb sein" als nicht wirklich relevant betrachtet.
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Ein Verhalten, das von Menschen dann als "lieb" bezeichnet wird, obwohl es für Hunde in der Regel eher untypisch ist.
Ah ja.
Nur mal zum Nachdenken: Hunde und Katzen sind ja eigentlich Feinde, und Katzen werden von Hunden als Beute betrachtet.
Trotzdem leben in vielen Haushalten Hunde und Katzen oft nicht nur nebenher, sondern sind Sozialpartner, die Verhaltensweisen wie gegenseitiges Grooming oder auch zusammen kuscheln zeigen.
Das sind dann alles untypische Hunde?
Ich glaube, du solltest mal deinen Fokus wechseln, und Verhalten differenzierter betrachten.
Wo siehst du hier einen Widerspruch zu meiner Aussage, dass es durchaus Hunde gibt, die zu sogenannten Beutetieren "lieb" sein können? Genau das habe ich doch geschrieben, dass es zwar in der Regel eher erwartbar ist, dass Hunde aufgrund ihrer jagdlichen Motivation bestimmte Tierarten als Beute betrachten, dies aber keineswegs ein Automatismus ist und es eben auch genügend Hunde gibt, die auch zu diesen Tieren "lieb" sind. Warum also sollte man diese Tiere ausklammern, wenn man sagt, der eigene Hund wäre immer lieb. Warum wird "lieb" sein auf Menschen und andere Hunde beschränkt? Warum ist ein jagdlich motivierter Hund immer noch lieb, während ein Hund, der z.B. mit fremden Menschen fremdelt oder nicht mit jedem Artgenossen zu jeder Zeit kompatibel ist, das automatisch nicht mehr? Die Antwort auf die Frage, ob ein Hund lieb ist, die hängt von der betrachteten Situation ab.
Wenn ich aber die Aussage treffe, dass mein Hund immer lieb ist, dann kann ich nicht einfach willkürlich eine Auswahl treffen, welche Situationen ich für diese Aussage als relevant betrachte. Bzw. kann ich das natürlich sehr wohl, aber dann ist die Aussage "Mein Hund ist immer lieb" eben nur auf meine eigene persönliche Lebensrealität bezogen, in der Situationen, in denen mein Hund vllt nicht lieb ist, halt nicht vorkommen oder keine Relevanz haben.
ZitatIn meinem Beispiel habe ich einen Hund beschrieben, der über Beobachten das Verhalten des anderen Hundes als "liebes Verhalten" einordnet.
Mehr zur Bezeichnung "lieb" nach dem nächsten Zitat.
Ah ja - glaubst du, ein Hund würde das Verhalten eines anderen Hundes als "freundliche, einladende Kommunikation" bezeichnen?
Mich mutet das gerade an, als ob ich sagen würde: "Gibst du mir mal bitte dein Handy?", und du würdest dann sagen: "Korrekt bezeichnet ist das ein transportables Telekommunikationsgerät".
Wie gesagt, ich würde "lieb" in diesem Zusammenhang nicht verwenden, weil es mir zu viel menschliche Denke ist, aber wenn du es verwenden möchtest, dann ist das für mich ok. Ich sehe hier nur auch gar keine Relevanz? Mein Fokus läge jetzt mehr auf der menschlichen Interpretation eines "lieben Verhaltens". Aber ja, wir können natürlich auch betrachten, ob das Meerschweinchen (Oder Katze oder anderer Hund) den Hund als "lieb" betrachtet. Wobei ein Mensch das Verhalten eines Hundes ja durchaus als "lieb" einschätzen kann und es evtl. vom Hund sogar auch freundlich gemeint sein könnte und das Gegenüber (Meerschweinchen, Katze, Hund, Kind ... ) trotzdem ängstigen könnte und dann gar nicht als lieb empfunden wird.
ZitatWenn jemand mich fragt: "Sind deine Hunde lieb?", dann weiß ich, dass derjenige wissen will, ob er an Leib und Seele (oder auch körperlich und psychisch) unbeschadet bleibt bei einem Kontakt (einer freien Interaktion).
Ich mache sie nicht zu Engeln, oder Übermenschen, und ich presse sie auch nicht in irgendein menschengemachtes Verhaltenskorsett, wenn ich darauf einfach mit "Ja" antworte.
Das wirft dir oder anderen hier doch auch niemand vor. Ich auch nicht. Es geht nur um den Absolutheitsanspruch, dass ein Hund immer lieb ist. Und selbst das würde ich, wenn es um einen konkreten Hund geht, gar nicht absprechen wollen. Ich hatte ja nur die Frage gestellt, wann ein Hund denn in der Absolutheit immer "lieb" ist und angemerkt, dass ich es etwas irritierend finde, wenn man "lieb sein" beschränkt auf ein "lieb sein" gegenüber Menschen und anderen Hunden.
Wenn man aber konkret zum Verhalten seines Hundes in einer bestimmten Situation gefragt wird, ja klar, kann man dann sagen: "Ja, der Hund ist lieb." Warum auch nicht. Wenn z.B. ein Kind streicheln möchte, dann spielt es doch gar keine Rolle, ob der Hund auch lieb zu Meerschweinchen, Katzen oder anderen Hunden wäre, denn die konkrete Situation hier ist ja ein Kind.
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Ich habe das Video nicht gesehen, aber wenn ich das deiner Beschreibung richtig entnehme, dann ging es bei der Übung darum dem Hund zu vermitteln, dass das Öffnen des Kofferraums einfach uninteressant ist und nach dem Öffnen nicht die Erwartung einsetzt, dass etwas passiert oder der Hund sogar selbstständig den Kofferraum verlässt.
Wenn Sie da jetzt irgendwas geformt oder bestätigt hätte, dann hätte sie doch nur eine Erwartungshaltung bestätigt, dass eben doch etwas passiert.
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Ich habe tatsächlich kein Problem damit, wenn jemand sagt, mein Hund ist in einer bestimmten Situation oder auch in vielen verschiedenen Situationen "lieb" (nach menschlichen Moralvorstellungen),
Wieso nur nach menschlichen Moralvorstellungen?
Weil die Bezeichnung "lieb" für mich erstmal nur eine menschliche Bewertung eines hündischen Verhaltens ist. Der Hund verhält sich nicht aggressiv oder vermeidend, sondern freundlich aufgeschlossen oder je nach Situation angemessen zurückhaltend in einer Situation oder gegenüber einem anderen Lebewesen. Dabei spielt es mMn für das Attribut "lieb" erstmal keine Rolle, ob das Verhalten aus hündischer Sicht "logisch" ist oder typischen hündischen Verhaltensweisen entspricht. "Lieb" beschreibt für mich also erstmal nur einen Zustand, in dem der Hund ein Verhalten zeigt, das von einem Menschen als "lieb" wahrgenommen wird.
Deswegen auch mein Beispiel mit dem Meerschweinchen. Es gibt durchaus Hunde, die sich gegenüber einem Meerschweinchen oder auch anderen Beutetieren freundlich verhalten. Ein Verhalten, das von Menschen dann als "lieb" bezeichnet wird, obwohl es für Hunde in der Regel eher untypisch ist.
ZitatHast du noch nie erlebt, dass ein Hund nach anfänglichem Misstrauen für sich feststellt: "Oh, der ist ja lieb!", und dann doch zunächst vorsichtig und im Verlauf dann immer unbefangener mit dem anderen Hund interagiert?
Ich würde hier nicht das Wort "lieb" verwenden, sondern eher von einer freundlichen, einladenden Kommunikation sprechen, die dann vom anderen Hund erkannt und mit wachsender Sicherheit dann erwidert wurde.
ZitatMit meinem Vasco HATTE ich einen Hund, der im gesamten einfach nur als "lieb" (im Sinne von: Tut niemandem etwas Böses, hält Regeln ein), und das war in keinster Weise ihm gegenüber unfair.
Unfair ist es mMn, wenn man einen "lieben" Hund erwartet, obwohl der Hund ein normales und angemessenes hündisches Verhalten zeigt, das aber vom Menschen nicht als "lieb" wahrgenommen wird. Mir ging es nicht darum, auszusagen, dass ein in sehr sehr vielen, vllt sogar allen, Situationen lieber Hund unfair behandelt wird, sondern dass es unfair ist, die Kategorie "lieb" auf den Charakter eines Hundes im Gesamten anzuwenden, denn das ist mMn keine Kategorie in der Hunde denken. Ein Hund ist ja nicht lieb oder nicht. Er verhält sich und wir nehmen das dann als lieb oder eben nicht lieb wahr. Wenn also ein Hund bei einem Meerschweinchen eine jagdliche Motivation zeigt, dann ist das kein Makel und sagt auch nichts darüber aus, wie "lieb" er in anderen Situationen des Lebens ist. Deswegen finde ich es schwierig, wenn "immer lieb" ein Anspruch ist. Ehrlicher fände ich ein "lieb in den Situationen, die bei mir und meinem Hund relevant sind".