Beiträge von *Sascha*

    Und ja, in meiner Vorstellungskraft und Lebensrealität gibt es eine ganze Palette von Empfindungen, die mich nerven oder Unwohlsein auslösen, die gar nichts mit Schmerzen zutun haben. Deswegen schließe ich auch nicht aus, dass sowas mit einem ERG möglich ist.

    Ja, natürlich geht das. Die Stromstärke eines modernen ERGs liegt etwa im Bereich eines Tens-Geräts. Damit lassen sich sowohl Impulse auslösen, die zwischen nicht spürbar, kitzeln, unangenehm, aber eben auch schmerzhaft sein können. Wie Mensch (oder Hund) den Impuls verspüren ist abhängig vom Individuum und verschiedensten äußeren Faktoren. Kann man sich auch wieder vorstellen wie bei einem Tens-Gerät.

    Dass so vielen Menschen ein Hund mit ERG entschwindet oder die Erziehung auf Knopfdruck gar nicht so funktioniert, könnte daran liegen, dass die Idee, den Hund mal ordentlich zu "grillen" gar nicht funktioniert, weil das ERG zwar durchaus Schmerzen verursachen kann, aber in der Regel gar nicht stark genug ist, um einen Hund abzubrechen, wenn er im Trieb ist.

    Ich denke gerade tatsächlich darüber nach, ob nicht vllt sogar das Verbot gerade dazu führt, dass das Gerät noch häufiger missbräuchlich angewendet wird. Es gibt einfach eine Menge an Hundehaltern, die nach einfachen Lösungen suchen und gerade die Mythen, die sich da um das ERG ranken, führen vllt gerade dazu, dass Hundehalter denken, dass sie ihre Probleme mit ein paar Mal Knopfdruck und "grillen" in den Griff bekommen können.

    Nachsatz: Nicht falsch verstehen, ich bin keinesfalls dafür, dass ERGs einfach erlaubt werden sollten. Die Teile sind so schnell missbräuchlich verwendet, dass es mir vor einem erlaubten unkontrollierten Gebrauch noch mehr graust als vor einem unerlaubten.

    dennoch nach meinem Verständniss spielt auch die Intensität und die Art des schmezreizes oder Bestrafung eine Rolle.

    Timur reagiert auf bestimmte Geräusche extrem meidig. Z.B. eine umfallende Glasflasche auf Holzboden. Ich habe da nie irgendwas trainiert, wahrscheinlich irgendwann mal eine Fehlverknüpfung. Auf starke Stromschläge (Weidezaun) oder auch ein knacken im Stromzaun reagiert er aggressiv und wird richtig sauer. Von Meideverhalten oder Flucht an der Stelle keine Spur. Unterschiedliche Reize, unterschiedliche Arten damit umzugehen.

    Wo der Unterschied zwischen mit Zaun und ohne Zaun ist. Der Zaun. Ich signalisiere mit anleinen doch nur, dass mein Hund nicht zum anderen Hund kann, selbst wenn er wollen würde. Zaun hat dieselbe Funktion für beide Seiten.

    Und ja meine Hund agieren völlig unterschiedlich je nachdem ob Zaun oder nicht.

    Ja, der Zaun signalisiert deinem Hund und dir, dass mein Hund nicht weiter als bis zum Zaun kommt. Genau deswegen verhalten sich deine Hunde gegenüber Hunden hinter einem Zaun anders. Macht mein Hund auch, der weiß, der andere Hund kommt nicht ran und hält eben den Abstand, den er braucht. Aber wer signalisiert dem Hund hinter dem Zaun, dass auch deine Hunde den Abstand einhalten werden?

    Die Verhaltensregel beim Passieren von HSH oder auch in der Nähe von Vieh die eigenen Hunde anzuleinen oder zumindest dicht bei sich zu führen, die kommt ja nicht von ungefähr, sondern signalisiert den Tieren eben genau das. Deine Hunde sind unter Kontrolle und stellen keine Bedrohung dar.

    Grundsätzlich würde ich erstmal sagen, nur weil andere sich nicht korrekt verhalten, muss ich das ja nicht auch tun. Würde unser Grundstück direkt an einen Bürgersteig grenzen, dann würde ich auf meiner Seite der Grundstücksgrenze für Abstand sorgen, damit die Situation nicht direkt Hund an Hund eskaliert. Ich würde trotzdem sagen, dass ein an den Zaun rauschender Hund erstmal einfach Umwelt ist, die ich als Passant selbst nicht beeinflussen kann und mit der ich einfach rechnen muss. Ebenso wie der Hundehalter mit dem Zaunpöbler damit rechnen muss, dass da jemand seinen Hund trotz Abstandsmöglichkeit direkt am Zaun frei entlang rennen lässt. Die Situation ändert sich aber, wenn ein Passant aktiv beginnt mit seinem Hund hin und her zu laufen und eine Situation absichtlich wiederholt, obwohl er merkt, dass das für den anderen Hund blöd ist. Das ist eben genauso ar...ig wie mein Verhalten, wenn ich meinen Hund vom Zaun abrufe und dann immer wieder erneut hinschicke.

    Da ist dann halt die Frage, ab wann man Absicht unterstellen kann. Wenn ich weiß, dass mein Hund am Zaun pöbelt und ich lasse ihn dennoch unbeaufsichtigt sein Ding machen, dann kann man da eventuell schon eine Absicht unterstellen (zumal einige hier ja auch schreiben, dass das Pöbeln am Zaun erwünscht ist). Mir geht es gar nicht darum, dass ich das hoch und runter Laufen am Zaun verteidigen möchte, das finde ich genauso unnötig. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass die eine Seite erwartet, dass bloß kein Stress für den Hund hinterm Zaun ausgelöst wird, während die Passanten es hinnehmen sollen, wenn sie durch den Hund gestresst werden.

    Aber da sind wir wahrscheinlich wieder bei unterschiedlichen Wohngegenden. Hier gibt es im gesamten Wohngebiet einen einzigen Garten wo regelmäßig ein Hund pöbelt. Weil hier penibel darauf geachtet wird, dass dies eben nicht passiert und da durchaus blöde Kommentare von den Passanten und Nachbarn kommen wenn der Hund am Zaun mal laut ist. Dementsprechend ist es für und halt nichts alltägliches wenn wir plötzlich angepöbelt werden und rechnen vielleicht deshalb auch nicht damit

    Nee, meine Hauptaussage war tatsächlich. Ich muss damit rechnen, dass sich andere Hundehalter nicht korrekt verhalten bzw. anders wie ich es als korrekt erwarte, deswegen muss ich es aber ja nicht auch machen.

    Wie gesagt, wir haben hier auch Hunde, die bis an den Bürgersteig kommen und klar denke ich dann auch, muss das denn sein und erschrecke mich auch schon einmal, wenn ich nicht damit rechne. Aber im Endeffekt verhalte ich mich bei diesen Hunden dann nicht anders als bei allen anderen Hunden hinter Zäunen oder davor, nämlich maximal deeskalierend und wieso oder warum da ein Hund jetzt etwas macht oder der Halter das zulässt, das ist mir echt egal, weil es für mich einfach in der Situation nichts ändert.

    Wer redet denn davon einen Hund durch Angst in Unterlassung zu treiben. Das ist mir definitiv zu dick aufgetragen. Man setzt einen Reiz, der den Hund davon abhält etwas zu tun, Hemmung, der Hund unterlässt das dann, weil er dem Reiz ausweicht. In Angst lebt der deswegen eher nicht, warum auch. Er hat lediglich immer wenn er der Situation ausgesetzt ist, für die man die Hemmung aufgebaut hat, ein ungutes Gefühl. Das kann man aber leicht ändern, indem man Alternativverhalten aufbaut. Wenn man solche Erziehungsmethoden negiert, dann reden wir von einer rein positiven Erziehung, ohne Verbote, ohne negative Gefühle. Das wäre für mich eher tierschutzrelevant tatsächlich.

    Ja, das sehe ich auch so. Letztendlich ist es mit Zaunpöblern aber wie mit Leinenpöblern, das Training ist unfassbar schwer, wenn es sabotiert wird.

    Ja aber kann man das dann nicht sich auch von der anderen Seite sehen? Habe ich einen Hund, mit dem ich am Leinenpöbeln arbeite, und plötzlich rast mit Vollspeed ein Hund auf diese zu und pöbelt am Zaun, dann sabotiert das durchaus auch das Training des Leinenpöblers. Bei uns ist meist eine Straße, dann ein schätzungsweise 1m breiter Fußweg und direkt angrenzend ein Zaun. Wenn da also ein Hund angeschossen kommt, sind plötzlich nur noch maximal 1m zwischen (meißt sehr dynamischem) Pöbler und dem Hund an der Leine. Beim Spaziergang würdest du deinen pöbelnden Hund doch auch nicht so nah an fremde Hunde lassen. Mein Hund ignoriert andere Hunde in sämtlichen Hundebegegnungen aber ein rennender, pöbelnder Hund am Zaun stresst ihn schon. Ich möchte gar nicht wissen, wie vielen Leuten ein solcher Hund, mit dem sie dort hinterm Zaun nicht gerechnet haben, ihr Training sabotiert

    Grundsätzlich würde ich erstmal sagen, nur weil andere sich nicht korrekt verhalten, muss ich das ja nicht auch tun. Würde unser Grundstück direkt an einen Bürgersteig grenzen, dann würde ich auf meiner Seite der Grundstücksgrenze für Abstand sorgen, damit die Situation nicht direkt Hund an Hund eskaliert. Ich würde trotzdem sagen, dass ein an den Zaun rauschender Hund erstmal einfach Umwelt ist, die ich als Passant selbst nicht beeinflussen kann und mit der ich einfach rechnen muss. Ebenso wie der Hundehalter mit dem Zaunpöbler damit rechnen muss, dass da jemand seinen Hund trotz Abstandsmöglichkeit direkt am Zaun frei entlang rennen lässt. Die Situation ändert sich aber, wenn ein Passant aktiv beginnt mit seinem Hund hin und her zu laufen und eine Situation absichtlich wiederholt, obwohl er merkt, dass das für den anderen Hund blöd ist. Das ist eben genauso ar...ig wie mein Verhalten, wenn ich meinen Hund vom Zaun abrufe und dann immer wieder erneut hinschicke.

    Wenn das aber der Maßstab ist, dann fallen 90% der Hunde im 0815 Neubaugebiet einfach komplett durch. Die machen Krawall am Zaun, weil sie dadurch einen geilen Hormon-Kick kriegen, aber das kann man doch nicht als kluges Wachverhalten verkaufen.

    Ich nehme einfach deine Aussagen mal als Aufhänger und meine dich gar nicht direkt persönlich, sorry.

    Ich mag diese Bewertungen z.B. einfach nicht. Was genau der Hund eines anderen Hundehalters da im Garten treibt oder nicht, das kann einem Passanten doch erstmal einfach egal sein. Es spielt doch für den Passanten gar keine Rolle, ob die Hunde da nun einen guten Grund für ihr Verhalten haben, angemessen oder wie vom HH gewünscht agieren oder der Hundehalter einfach nur komisch ist oder seine Hunde nicht erziehen kann. Oder ob der Grund, den der Hundehalter vorgibt, in meinen Augen sinnvoll ist oder nur vorgeschoben oder einem merkwürdigen Weltbild entspricht. Ob ich also nun Verständnis für das Agieren des Hundes und/oder seines Halters habe, spielt doch gar keine Rolle für die Situation, in der ich mich verhalten muss. Auch erlebt man die Hunde ja immer nur in der eigenen Situation, in der man eben selbst vorbeigeht, ob die immer so agieren oder vllt bei anderen Menschen, Hunden anderes Verhalten zeigen, ist ja häufiger nur Spekulation. Ich kann gar nicht zählen, wie häufig ich es erlebt habe, dass sich Hundehalter mit anderen Hundehaltern über einen fremden Hund ausgetauscht haben und den Hund jeweils völlig anders erleben. Wenn ich an also an einem Grundstück vorbeigehe, dann erlebe ich genau nur einen ganz kleinen Ausschnitt im Verhalten eines Hundes.


    Zitat

    Mich würde so ein Geräuschpegel in allen Gärten wahnsinnig machen. (Ein Grund warum ich so nicht wohnen wollen würde, aber das sei mal dahingestellt.)

    Auch das ist eben etwas, das man gar nicht bewerten kann, wenn man dort nicht wohnt. Warum sollte man sich also dazu äußern? Wenn der Geräuschpegel für Nachbarn ein Problem darstellt, dann können die Nachbarn das sicherlich viel besser bewerten. Ich finde Rasenmäher übrigens irre nervig in Wohnsiedlungen. Nervt mich schon bei uns und wir haben deutlich größere Abstände zu den Nachbarn.

    Ich wüsste auch nicht, dass es gesetzlich verboten ist seinen Hund zu anderen laufen zu lassen, sofern keine leinenpflicht herrscht.

    Warum genau sollte eine Leinenpflicht da einen Unterschied machen. Es ist doch nicht verboten seinen Hund an der Leine zu anderen Hunden hin zu lassen? Auch Absprachen sind da rechtlich nicht nötig, solange eben vom eigenen Hund keine Gefahr ausgeht. Wenn der andere Hund damit ein Problem hat, dann ist allein der Besitzer des anderen Hundes zuständig. Soweit die rechtliche Seite, wenn man denn darauf pochen will. Und ja, deswegen rede ich von Knigge und eben ungeschriebenen Verhaltensregeln. Ich verstehe den Unterschied einfach nicht, ob da nun ein Zaun ist, der Hund an der Leine oder frei. Einfach ein bisschen Abstand halten und den Hund bei sich führen.

    Mit "zügig" war gemeint, ohne dass man unnötig (bzw. ohne Anlass) das Vorbeigehen verzögert. Eben so, wie man an jeder anderen Situation doch auch vorbeigehen würde, wenn man merkt, dass Stehenbleiben irgendwie in der Situation für andere doof sein könnte.

    Und was "normale Knigge" ist, sieht hier offenbar jede*r anders, für mich wäre auch "normale Knigge", dass mein Hund nicht ungestört andere anpöbeln darf, egal ob er hinterm Zaun ist oder nicht.

    Du weichst meiner Frage aus, warum viele Hundehalter zwar ihren Hund anleinen und bei sich behalten, wenn sie im öffentlichen Raum auf andere Hunde treffen, das aber nicht für nötig erachten, wenn es einen Hund hinter einem Zaun betrifft.

    Mich persönlich nervt es nur, weil es Stress verursacht, wo Stress nicht nötig ist, aber gut, jeder so wie er mag. Abrufen habe ich tatsächlich immer mal wieder ausprobiert, hat aber den Effekt, dass die Hunde sofort wieder lang an den Zaun gelassen werden. Ist für den Job meines Hundes irgendwie kontraproduktiv. Also zucke ich halt mittlerweile mit den Achseln und lasse meinen Hund agieren und manchmal, wenn ich Spaß dran habe und nur bei bestimmten Personen, rufe ich auch mal meinen Hund als Training und schicke ihn dann zur Belohnung wieder los. So haben wir dann auch etwas von der Situation. Denn was ich auf meinen Grundstück mache und trainiere, ist ja schließlich ganz allein mein Bier. :ka: