Beiträge von *Sascha*

    Bzgl. BH, kann mir denn mal einer sagen, was ein Hundeplatzfuß auf einem reizarmen Hundeplatz, ein Abruf aus einer statischen Situation und eine minutenlange Ablage außer Sicht über die Alltagstauglichkeit und den Alltagsgehorsam aussagen sollen?

    Ein Hundeplatz ist ein Trainingsplatz. Dort erhält der Hundehalter eine Anleitung im Umgang mit dem Hund.

    Bevor ein Hund Alltagstauglich ist oder wird, muss er erst einmal unter reizarmen Umfeld und unter einem gleichbleibenden Umfeld lernen Befehle zu befolgen und einzuhalten. Erst danach, wenn die Kommandos sicher sitzen, wird der Hund allmählich stressigen Alltagssituationen ausgesetzt.

    Eine Ablage außer Sicht ist aus der Sicht des Hundes erst einmal eine Vertrauensfrage zum Hundehalter und zum anderen auch ein sicheres Zeichen, dass der Hund verlässlich ist. Und im Alltag muss er vielleicht auch mal alleine irgendwo warten - wobei das wohl die wenigsten Hundehalter wirklich machen!

    Klar kann und sollte man in reizarmer Umgebung ÜBEN. Eine PRÜFUNG zur Alltagstauglichkeit sollte aber natürlich dann im Alltag, also in der Öffentlichkeit stattfinden. DORT sollte der Hund dann vernünftig leinenführig und abrufbar sein, im Hundeplatzfuß bewegt sich wohl kaum ein Hund in der Öffentlichkeit. Warum also sollte man Hunde, die dies typbedingt nur schwer zeigen, schlechter bewerten? Macht logisch gar keinen Sinn. Ein Abruf muss unter Ablenkung im Alltag funktionieren. Den Hund aus einem statischen Kommando wie Sitz oder Platz abzurufen ist allerunterster Schwierigkeitsgrad und für den Alltag wertlos. Sicher sollte ein Hund auch kurz mal Bleiben, aber minutenlang außer Sicht ist sicher ein schönes zusätzliches Tool. Für den Alltag dann aber eher nutzlos, denn nichts, wozu ein HH in der Öffentlichkeit überhaupt angehalten werden sollte, seinen Hund irgendwo ungesichert und unbeobachtet irgendwo rumliegen zu lassen.

    cUatBarBQ Wenn mein Hund nur 5kg wiegen würde, dann würde ich meinen Hund einfach immer hoch nehmen, wenn mal wieder ein HH meine freundliche Bitte seinen Hund zurückzuhalten ignoriert. Möchte man keinen Kontakt, dann führt man seinen Hund am besten dicht bei sich und abgewandt. Das ist eh Hundehalterknigge bei der Begegnung mit fremden Hunden. Wird der andere Hund dann trotzdem zu euch gelassen, dann nimm deinen Hund direkt hoch und sage deutlich, dass das Verhalten der anderen Person nicht in Ordnung ist und dann geh weiter, lass dich auf keine Diskussion ein. Du musst dich nicht rechtfertigen, wenn du keinen Kontakt willst, du bist im Recht, die andere Person verhält sich falsch. Meiner Erfahrung nach geht es in solchen Situationen häufig auch um die Deutungshoheit. Sei dir sicher, in dem was du tust und vermittel deinem Gegenüber auch diesen Eindruck. Lass den Ärger der anderen Person an dir abprallen, der Tag ist schön.

    Mal vorweg, ich finde die BH ist eine eher schlechte Lösung, wenn es darum geht, eine Prüfung haben zu wollen, in der es um Alltagssicherheit und -gehorsam geht. Es gibt aber ganz ordentliche Hundeführerscheinformate, die einiges an Alltagsnotwendigkeiten abdecken. Das gibt es dann teilweise auch in unterschiedlichen Stufen. Von: "Ist gefahrlos für die Allgemeinheit an der Leine zu händeln." Bis: "Ist auch im Freilauf gehorsam und ungefährlich". Die gemeinsame Norm ist hier einfach die Ungefährlichkeit und eine Mindestkontrolle, die von der Gesellschaft erwartet werden kann, wenn man sich mit seinem Hund in der Öffentlichkeit bewegt. Ich finde daher schon, dass man auch unterschiedliche Rassen, Charaktere und Lebensläufe grundsätzlich prüfen kann, aber bei der BH gebe ich dir Recht. Gerade der Hundeplatzteil sagt eigentlich genau nichts über die Alltagstauglichkeit und wenn ich das richtig mitbekomme, ist der zweite Teil häufig mehr Alibi und der Fokus liegt klar auf dem ersten Teil. Was ja auch ok ist, wenn es um die Zulassung für den Hundesport geht.


    Gegen einen Hundeführschein in dem Sinne, dass auch individuell auf Mensch-Hund Teams eingegangen wird, hätte ich auch gar nicht viel einzuwenden. Also das man im Alltag (nicht auf dem Platz) kurz begleitet wird und zeigt das man seinen Hund händeln und vor allem richtig einschätzen kann.
    Grundvoraussetzung wäre für mich aber das der Beruf des Hundetrainers kontrolliert wird (ehe man 'gezwungen' wird einen zu bezahlen). Der 11er alleine reicht nicht, ich glaub wir alle haben schon Trainer gesehen die wir niemals buchen würden.
    Aber das dieser Beruf jemals einheitlich geregelt wird, ich glaube das ist Wunschdenken :weary_face:

    Naja, der Vorteil daran, dass es keine einheitliche Trainerausbildung gibt, ist ja, dass sich jeder HH den Trainer und die Richtung der Hundeerziehung aussuchen kann, die ihm selbst liegt. Für eine Prüfung finde ich das auch irrelevant, denn da geht es ja um das Ergebnis, einen gefahrlos und rücksichtsvoll in der Gesellschaft geführten Hund.

    Prinzipiell bin ich zwar auch für eine Professionalisierung der Hundetrainerausbildung, aber irgendwie geht auch jeder davon aus, dass dann automatisch der in seinen Augen richtige Umgang gelehrt wird. Und dass die Ansichten dazu sehr weit auseinander gehen, das sieht man ja schon daran wie unterschiedlich verschiedene Veterinärämter unterschiedliche Trainerausbildungen bewerten bzw. welcher Erziehungsphilosophie der Amts-Vet selbst nachgeht. Vllt bin ich also auch ganz froh, wenn ich da noch relativ freie Wahl habe ...


    Es ist in meinen Augen unfair genormte Prüfungen zu schaffen wenn Hunde gar nicht erst die gleichen Voraussetzungen haben.

    Mal vorweg, ich finde die BH ist eine eher schlechte Lösung, wenn es darum geht, eine Prüfung haben zu wollen, in der es um Alltagssicherheit und -gehorsam geht. Es gibt aber ganz ordentliche Hundeführerscheinformate, die einiges an Alltagsnotwendigkeiten abdecken. Das gibt es dann teilweise auch in unterschiedlichen Stufen. Von: "Ist gefahrlos für die Allgemeinheit an der Leine zu händeln." Bis: "Ist auch im Freilauf gehorsam und ungefährlich". Die gemeinsame Norm ist hier einfach die Ungefährlichkeit und eine Mindestkontrolle, die von der Gesellschaft erwartet werden kann, wenn man sich mit seinem Hund in der Öffentlichkeit bewegt. Ich finde daher schon, dass man auch unterschiedliche Rassen, Charaktere und Lebensläufe grundsätzlich prüfen kann, aber bei der BH gebe ich dir Recht. Gerade der Hundeplatzteil sagt eigentlich genau nichts über die Alltagstauglichkeit und wenn ich das richtig mitbekomme, ist der zweite Teil häufig mehr Alibi und der Fokus liegt klar auf dem ersten Teil. Was ja auch ok ist, wenn es um die Zulassung für den Hundesport geht.

    Hier ging es ja ursprünglich darum, dass jemand seinen angeleinten Hund ungefragt und unkontrolliert zu deinem Hund hin ließ. Merke, eine Leine allein scheint dies nicht zu verhindern. Anstatt hier pauschal über andere Hundehalter zu meckern, die Dinge anders handhaben als du, bringt es deutlich mehr, die eigene Energie in die Dinge zu stecken, die dich auch tangieren. Es stört, dass andere HH ihre Hunde ungefragt und unkontrolliert zu euch hinlassen. Ja, sowas nervt mich auch und das kommuniziere ich dann meinem Gegenüber auch entsprechend. Ob aber ein Hund, der nicht zu uns läuft, an der Leine geführt wird oder frei läuft, das ist mir sowas von egal, tangiert mich doch gar nicht.

    Weil ich es moralisch verwerflich finde, wenn selbst gute Arbeitshunde kein normales Hundeleben führen können. Und nein da rede ich nicht von Großstadt.

    Wobei man aber auch berücksichtigen muss, dass ein Hund, der für einen speziellen Job gezüchtet wurde, auch schneller Verhaltensauffälligkeiten zeigt, wenn er diesen Job nicht ausüben kann. Im Endeffekt muss ein Hund in der Umgebung und unter den Bedingungen funktionieren, für die er gezüchtet wurde. Dieser Trend, dass alle Hunde auch in ein normales Begleithundeleben passen sollen, der gefällt mir nicht.

    Der Junge war neun. In dem Alter finde ich es völlig normal, dass Kinder auch mal kurze Zeit alleine Zuhause sind, auch mit Hund.

    Kleinkinder und Hunde sollte man natürlich immer beaufsichtigen, aber auch da ist das häufig in der Theorie einfacher als in der Praxis.

    Und bei dieser Beaufsichtigung geht es ja auch eher darum, dass es zwischen Hund und Kind nicht zu Missverständnissen kommt, das Kind den Hund nicht ärgert, der Hund nicht zu grob wird usw. Dabei geht es doch nicht darum, Übergrifflichkeiten in diesem Ausmaß zu verhindern, die sind mMn schon sehr aus dem Maß heraus, was an Normalverhalten zu erwarten wäre.

    Wenn ein Welpe entwicklungsverzögert ist, dann sollte man das als Züchter definitiv offen kommunizieren. Wenn der Welpe aber einfach nur der kleinste im Wurf war, sich aber völlig normal entwickelt und sich bei Abgabe alterstypisch verhält, dann fände ich das nun nicht so außergewöhnlich, dass das einer besonderen Erklärung bedarf. Über die Besonderheiten und Charakterzüge der Welpen sollten gute Züchter ihre Welpenkäufer doch so oder so informieren, auch wenn es der größte oder stärkste Welpe im Wurf war.

    Im Endeffekt muss es zwischen Welpenkäufer und Welpe passen und im besagten Thema passte es dann ja wohl trotzdem. Ich finde es auch nicht schlimm, dass erst nach dem ersten Kennenlernen und einer ersten Auswahl, die Züchterin über die Besonderheiten dieses Welpen berichtete. Dass ein Welpe nicht passen kann, das kann einem bei jedem vorausgewählten Welpen passieren und dann sollte man auch Abstand nehmen, auch wenn das Herz schon dran hängt. Ich kann aber dieser ersten "Schockverliebtheit" eh nichts abgewinnen.

    Die Erfahrung zegit doch, es gibt genügend Welpenkäufer, für die ist ein "Kümmerling" keine Belastung, sondern vllt sogar genau das Tier, das sie besonders umsorgen können. Für mich wäre das auch nichts, aber jeder sucht sich doch den Welpen/Hund, der zu ihm passt.