Beiträge von *Sascha*
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Den Fall mit der Rottweilerhündin hatten wir hier im Thema damals auch besprochen. Das war die Hündin, die unter der Aufsicht der Tochter des damaligen Halters hinter einem Ball her unter der Gartentür durch und dann zwei Kinder und ihre Oma angegriffen hat. Die Oma starb schließlich an ihren Verletzungen im Krankenhaus.

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Nein *Sascha* das meine ich nicht. Ich meine, die teils unterschiedlichen Meinungen je nach Vorfall. Waehrend es bei der einen Art Vorfall sofort ins 'geht gaaaar nicht, hat man wissen MUESSEN!!' geht, wird hier jetzt (fuer mein Empfinden) eher nach Entschuldigung gesucht, wieso der HH seinen Hund nicht auch diesmal gesichert hat..
Nee, also für mich ist das kein Suchen nach Entschuldigungen. Ich glaube auch nicht, dass ich jemand bin, die unreflektiert immer sofort einen Schuldigen sucht oder die Schuld beim Halter sucht. Eine Trainingssituation oder auch eine Begutachtung durch einen Trainer hat nun einmal die Besonderheit, dass neben dem Besitzer noch ein Hundetrainer anwesend ist, dem in der Regel die höhere Kompetenz zugeschrieben wird. Das enthebt den Besitzer nicht aus seiner Verantwortung, folgt er jedoch Anweisungen des Trainers unterliegen diese einer Sorgfaltspflicht. Deswegen ja auch kein Training ohne entsprechende Versicherung.
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Achso, du meinst, dass der Trainer evtl. gar nicht um die Gefährlichkeit wusste und nichts davon, dass der Hund eigtl. immer mit Maulkorb und Leine geführt wird? Okay, wenn das die Ausgangssituation war, dann gebe ich dir natürlich Recht, das wäre dann schon bedingter Vorsatz durch den Hundehalter. Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen, sondern bin davon ausgegangen, dass der Trainer wahrheitsgemäß über den Hund aufgeklärt war. Aber klar, das gibt es natürlich auch, dass Hundehalter Trainer nicht korrekt informieren. Hier bin ich nur, aufgrund der Tatsache, dass der Hund angeblich außerhalb der Situation mit dem Trainer immer gesichert wird/wurde, in der Annahme gewesen, dass bei der Inaugenscheinnahme des Hundes dann die Entscheidung getroffen wurde, dass die Sicherungsmaßnahmen wegfallen sollen. Aber ja, du hast recht, es könnte auch anders gewesen sein.
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Ich muss mal ganz blöd ne Frage stellen aus eigenem Interesse: Hatte von euch schon mal jemand Kontakt mit der/einer Pferdeklappe und/oder diese schon mal selbst in Gebrauch genommen?
Bin grad bissl verzweifelt und wäre um Erfahrung diesbezüglich sehr Dankbar.Ich kenne Petra Teegen und ihre Pferdeklappe nicht persönlich, sie ist aber tatsächlich mittlerweile seit vielen Jahren hier oben eine Institution und ich habe tatsächlich auch noch nichts wirklich schlechtes von ihr gehört. Sie hilft wohl tatsächlich wo und wie sie kann. Wenn du Hilfe brauchst, würde ich da einfach mal anrufen.
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Wie gesagt, dass die Beziehungsstruktur nun einmal asymmetrisch ist, ist eben einfach ein Fakt.
So ein Fakt ist das gar nicht.
Ein Hundetrainer ist kein Vorgesetzter, keine Amtsperson und sollte doch wohl hoffentlich in den allermeisten Fällen in einer partnerschaftlichen Arbeitsbeziehung zu den Hundehaltern stehen.
Fände ich gut und richtig. Hat sich aber leider gesellschaftlich noch nicht so richtig durchgesetzt. Das ist dann halt auch wieder eine Frage der Sozialisierung und Erziehung und auch vom Selbstverständnis des Lehrenden. Ich bin nun kein Hundetrainer, aber der Lehrberuf ist mir nicht fremd und deswegen weiß ich, wie wichtig es ist, immer wieder die Position des Schülers zu stärken und ihn in den Prozess von Entscheidungsfindungen mit einzubeziehen. Trotzdem bleibt auch dann der Kompetenzvorsprung bei mir als Lehrender und damit eine erhöhte Verantwortung.
Ich kann also durchaus Nein sagen, weil ich die Struktur kenne, trotzdem ist mir bewusst, welche Mechanismen da auf den Schüler einwirken, die ihn eben nicht frei handeln lassen.
Übrigens sollte man auch Vorgesetzten und Amtsträgern widersprechen, wenn sich dies als notwendig erweist.
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Das ist aber eben leichter gesagt als getan
Dann lernt man es wie vermutlich in diesem Fall halt auf die harte Tour, nachdem was passiert ist. Das ganze "danach" jetzt durchzustehen, dürft noch viel schwieriger sein, als sich im Vorfeld durchgesetzt zu haben.
Wie gesagt, dass die Beziehungsstruktur nun einmal asymmetrisch ist, ist eben einfach ein Fakt. Die Konsequenzen werden Hund und Halter jetzt tragen müssen, weil sie verschuldensunabhängig sind (Tierhalterhaftung, Gefährlichkeitseinstufung). Es ist aber einfach zu kurz gesprungen, wenn man dem Hundehalter ein "Hätte er halt" vorwirft. So einfach ist das leider nicht in einer asymmetrischen Beziehung und diesem Fakt wird auch Rechnung getragen, wenn es um die Frage der Schuld (Mitverschulden, Strafrecht) geht.
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Aber dafür muss man auch erstmal das Ständig haben, einem Trainer da Regeln für das Training zu setzen. Die Beziehung zwischen Hundetrainer und Schüler ist in der Regel eben keine symmetrische. Daher trifft hier den Hundetrainer aufgrund des seiner Stellung entsprechenden vermuteten Kompetenzvorsprungs die größere Verantwortung. Trotzdem hätte der Hundehalter das natürlich nicht erlauben sollen. Das ist aber eben leichter gesagt als getan und dabei geht es mir nicht darum den Hundehalter in Schutz zu nehmen. Das sind einfach beziehungstechnische Mechanismen, die da greifen.
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Auch wenn ich verstehen kann, wenn man sagt, dass die BH eben keinen "Alltagsbezug" hat. Ich finde, in Teilen macht sie dennoch Sinn. Selbst wenn der Hund "normalerweise" nicht bei Fuß geht, ist das doch, wenn man anderen Hunden begegnet, und, nur mal dumm spekuliert, die Leine gerade vergessen hat - hat man dann einen Hund, den man dann halt statt des Anleinens ins "Fuß" holt, bis der andere Hund vorbei ist.
In der aktuellen BH wird, meine ich, gar keine Freifolge mehr geprüft ... Aber auch vorher ist man ja lediglich ohne irgendeine relevante Ablenkung über den Platz gestiefelt. Ich will aber eigentlich gar nicht so auf die BH meckern. Ich kann gut damit leben, wenn sie EINE Möglichkeit ist, eine Sachkunde nachzuweisen. Denn wenn es eine verpflichtende Sachkundeprüfung geben sollte, dann sollte die zumindest so vielfältig wie möglich angeboten werden, sodass sich jeder, das für ihn passende Angebot raussucht, welches eben den Kriterien dann entspricht. Es sollte unbedingt vermieden werden, dass wegen einer fehlenden Anerkennung eine doppelte Prüfung notwendig wird. Mich hat es nur gestört, dass die BH als diesbzgl. besonders geeignete Prüfung hervorgehoben wurde, denn da gibt es mMn eine ganze Menge deutlich besserer Angebote mit höherer Aussagekraft bzgl. einer Alltagstauglichkeit oder Freilaufkompetenz.
Würde es Seminare geben deren Inhalt wirklich geprüft fundiert ist, wäre das in meinen Augen ein Gewinn.
Denn vielen Hundehaltern fehlt es an Sachkunde.
Aber davon sind wir wohl meilenweit entfernt...Da ist halt die Frage, wer könnte solche Seminare zertifizieren. Es gibt Seminare, die sind als Fortbildungsmaßnahmen für Hundetrainer durch die schleswig-holsteinische oder auch niedersächsische Tierärztekammer zertifiziert. Beide Kammern bieten auch eine Zertifizierung von Hundetrainern an. An solchen Seminaren können in der Regel auch normale Hundehalter teilnehmen. Aber ganz ehrlich, was sagt das aus? Was macht Tierärzte zu Experten auf dem Gebiet der Hundeerziehung? Zumal beide Tierärztekammern da auch noch ganz unterschiedliche Ansichten zu haben ...
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Ich frage mich da immer, wie stellt man sicher, dass eine Situation sich nicht plötzlich so verändert, dass der Rückruf dann doch nicht mehr funktioniert?
Naja, wenn ich zB einen Hund der bei anderen Hunden nicht mehr zuverlässig höre würde, auf einer weit einsehbaren, offenen Fläche oder sehr einsamen Gegend laufen lasse, dann ändert sich da meist nichts plötzlich an den relevanten Kriterien.
Oder ich kann meine Jungs zB gut im Wald frei laufen lassen, an bewachsenen Gewässern oder Felder voller Hasen bleibt bei mindestens einem die Leine dran. Bis jetzt ist um mich rum noch kein Wald plötzlich zu einem beschilften Gewässer (inkl. passender Fauna) transformiert, ich bin da also recht zuversichtlich.
Mir fallen da einige Beispiele ein... Ich sehe nicht wieso ein Hund nicht freilaufen sollte wo es geht, nur weil es in anderen Situationen nicht geht, zumindest nicht sicher geht.
Ich selbst bin gar kein Verfechter dieser 100%-igkeit. Meiner Meinung nach sind weder Mensch noch Hund je fehlerlos. Der Freilauf ist immer ein Abwägen von Risiken. Ich werde halt immer skeptisch, wenn jemand erzählt, dass er seinen Hund nur unter ganz bestimmten Bedingungen nur in ausgewählten Gebieten von der Leine lassen kann. Dann frage ich mich halt wirklich, wie es um den Gehorsam und die Umweltsicherheit bestellt ist und wie man wirklich ausschließen kann, dass plötzlich eben doch Auslöser auftauchen könnten. Bei dir sehe ich jetzt eher, dass du Hunde hast, die du im Prinzip sicher abrufen und führen kannst und sie nur in bestimmten ausgewählten Gebieten lieber an der Leine lässt, einfach weil du kein Risiko eingehen möchtest, die Chance aber durchaus groß wäre, dass du die Hunde auch in plötzlich auftretenden ähnlichen Situationen händeln könntest. Keine Ahnung, vllt eine Gruppe aufgescheuchter Rehe, die direkt vor euch kreuzen, ein verirrter Hase am Waldrand oder was auch immer dann der Trigger sein könnte.
Wenn man allerdings einen Hund hat, der in vielerlei Situationen im Freilauf nicht sicher händelbar ist, dann finde ich es schon deutlich kritischer, wenn man sich gezielt öffentliche Bereiche sucht, in denen man denkt vor entsprechenden Triggern sicher zu sein. Aber auch da gibt es kein schwarz-weiß. Es bleibt halt immer dabei, sich im Leben zu bewegen, ist immer ein Abwägen von Risiken. Und nicht zuletzt ist nicht nur die Wahrscheinlichkeit des Eintritts, sondern auch die Auswirkung bei Eintritt abzuwägen.