Wir hatten letztens eine Frau mit ner Scottish Fold da inkl Geschwisterchen mit Stehohren.
Die beiden waren 6 Monate alt. Die Katze (ohne Faltohren) war altersentsprechend und der Kater (mit Krüppelohren) war total ruhig. Beide waren zum Impfen da und für eine Voruntersuchung für die Kastration. Die Besitzerin wurde dann drauf angesprochen.
"Ja", meinte sie, "zu Hause ist das auch so. Er steht höchstens auf um zum Essen zu laufen und er läuft ein bisschen unrund"
Ich habe mir gedanklich die Hände gebügelt, damit ich die Klappe halte. Man hat schon von weitem gesehen, dass die Pfoten deformiert sind. Der Kater hat in seinem jungen Alter schon Schmerzen und mit seiner angezüchteten Behinderung zu kämpfen. Vermutlich wird er kein Jahr alt werden, weil man ihn vorher aufgrund der massiven Schmerzen euthanasieren muss, und die Kastra kann man sich eigentlich auch sparen. Sie hat ihn "von privat", es war ein wiederholter Wurf und die Krüppel haben mehr gekostet, weil sie sooooo süüüüüüüüß sind.
Als meine Chefin ihr das dann mit direkten, netten Worten erklärt hat, was Sache ist und wie es ist, und dass das an den Ohren liegt. Die Dame ist aus allen Wolken gefallen und hat instant angefangen zu weinen.
Ernsthaft, ich musste rausgehen. Ich empfinde NULL Mitleid mit diesen Leuten... Was ich da empfinde sag ich lieber nicht. Die Katzen tun mir leid. Bzw die Tiere generell. Aber nicht die Leute. Es geht hier ja nicht um ne seltene Erbkrankheit, auf die niemand testen muss (egal wie seriös die Zucht ist) und die ab und zu vorkommt, sondern um ein übergreifendes Problem. Wie bei den Bulldoggen auch.
Wenn man "faltohren katze" eingibt, ist der allererste Google-Link "Das Leid der Faltohrkatze." Eine sekunde googeln, dann hätte man sich das ersparen können.