Beiträge von DarFay

    Sitz ist wohl das einfachste Kommando. Ich soll ein Gefühl dafür bekommen mit Henry zu trainieren und er soll lernen, dass ich bestimme. Sie meint, wenn ich es nicht mal schaffe ihm ein einfaches Sitz verständlich zu machen, brauchen wir komplexere Dinge gar nicht ausprobieren.

    Sie meinte auch, dass ich umziehen soll, in eine Wohnung mit Garten, aber die kosten halt und ich kann mir das nicht leisten. Aber normalerweise ist Garten ja keine Pflicht bei einem Hund. Und was würde ein Garten bringen? Dass er dann wacht? Dann habe ich ja gleich noch ein Problem mehr.

    Ich bin einfach überfordert. Ich werde Henry am Wochenende für eine Nacht zu einem Freund geben, damit ich mal ein bisschen durchatmen und nachdenken kann.

    Das Problem an "Sitz" ist, dass es langweilig für den Hund ist. Es gibt Rassen/Typen wie Husky, Akita oder HSH die einfach nicht die klassischen "Trick"-Hunde sind. Die sehen keinen Sinn in sowas, machen es eventuell mal dir zu Liebe oder weil das Leckerchen gerade schmackhaft ist. Den Trainingsansatz, mit Sitz ein Gefühl für den Hund zu bekommen, finde ich total unlogisch. Hier geht es um gegenseitigen Respekt, Vertrauen und ein Miteinander. Wo hilft es da, Kommandos zu üben. Die Trainerin klingt wirklich nur so lala... :ka:

    Ich würde dir jetzt raten, dir noch einmal einen HSH-Spezialisten zu holen. Wenigstens für eine Stunde und zu schauen, ob seine Herangehensweise dir mehr das Gefühl gibt, das schaffen zu können. Aber mit einem Punkt hat auch die jetzige Trainerin recht: Es wird Monate dauern und ob es am Ende klappt, liegt natürlich auch an der Harmonie zwischen dir und deinem Hund.

    Zum Garten: Meine Rumänin hat jetzt auch einen Garten (anfangs nicht). Sie darf dort Wache schieben und liebt das sehr. Wenn sie mal bellt, gehe ich raus, schaue nach, sage "Danke fürs Aufpassen, alles in Ordnung" und gehe wieder rein. Sie liebt diesen Job und darüber kann man auch gut üben, dass der Hund mit dir kommunziert, dir vertraut, dass du das "letzte Wort" hast und Situationen für ihn übernimmst. :nicken: Manche Hunde sind in reiner Wohnungshaltung tatsächlich nicht passend und da gehören HSH eigentlich dazu.


    Ansonsten gute Idee, ihn mal abzugeben und deine Gedanken zu sortieren. Mach dir nicht so einen gewaltigen Stress. Die Option, ihn abzugeben, steht ja. Es gibt also einen Notknopf. Viele haben ihn bereits genutzt und sobald man alles probiert hat und es einfach nicht passt, ist es auch legitim sich dafür zu entscheiden. Wir sehen ja alle, dass du dir Mühe gibst, hier nachgefragt hast, den Trainer rangeholt hast. Probiert euch noch etwas aus und setz dir eine Deadline. Fühl dich gedrückt. :streichel:

    Ich werf mal noch den Kooikerhondje in die Runde:

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    Freundlich, schlau, liebt Wandertouren, ist leicht und mit einer Hündin sind auch die Maße noch gerade in eurem Rahmen.


    Im Tierheim hast du natürlich die besten Chancen, dass es richtig Klick macht. Mal ne Runde Gassi gehen und schauen, wo es passt. Das vorgehen scheint doch ganz gut für dich zu passen.

    Vielen Dank. Ja, wir hielten uns für geduldig, haben aber schon in dieser 1 Woche gelernt was Geduld wirklich meint :) Wir lassen ihr definitiv die Zeit die sie braucht und wollen da nix puschen, beobachten genau und holen uns auch professionelle Hilfe durch einen Hundetrainer, um nicht zu zögerlich zu sein. Und wir freuen uns sehr darauf, sie weiter auftauen zu sehen, sie auch mal spielend zu erleben und hoffentlich in friedlicher Koexistenz mit unseren Katzen.

    Darf ich noch fragen, für was ihr Geduld braucht? Was macht denn euer Neuling so? =)

    Sunny kam mit 1,5 Jahren von Rumänien hier her.

    Ersteindruck: Sie war sehr ruhig in der Wohnung, draußen langsamer Erkunder, hat draußen sofort Hunde aber keine Menschen angebellt, war grundlegend eher der unsichere Typ, ist überfordert mit Körperkontakt.

    Daraus wurde dann: Weiterhin sehr ruhig in der Wohnung, geht offen aber aufgeregt in neue Gegenden, ist mutig in allen neuen Situationen, mag keine Fremdhunde (bellen abtrainiert), ist mittlerweile eher mutig, ist sehr terretorial und mag somit auch keine fremden Menschen, liebt gelegentlich schmusen (aber nicht immer).

    Ihr Grundcharakter war als bereits deutlich erkennbar. Eher der ruhige Typ, der aber bei fremden Lebewesen nicht cool bleiben kann und sie nicht mag / sie unheimlich findet. Allerdings konnte ich ihre Unsicherheit im Alltag stark verbessern :gut:, wodurch sie eine echt taffe Schnecke geworden ist (beginnend manchmal noch unsicher, aber dann sehr schnell mit dabei).


    Mein Pflegi hingegen war eher dynamisch. Der hat die Veränderung von ausländisches Tierheim in mein Haus nicht gut weggesteckt. Er war total aufgedreht davon. Auch sehr unsicher, aber trotzdem dickköpfig (was ein Krampf den vom Sofa fern zu halten, je länger er da war :hust: ). Rüden fand er kacke, Hündinnen cool. Männer fand er auch blöd, Frauen zum Abknutschen. Grundlegend ein Kuschler, aber mit Neuem definitiv stärker überfordert als Sunny. Auch in der neuen Familie stellte man schnell fest, der gute ist definitiv kein einfaches Kerlchen. Braucht gaaanz klar Linien und eine gezielte Beschäftigung. Ruhe ist nicht so sein Ding außerhalb der Routine. Auch hier zeigte sich der Grundcharakter bereits. Durch Vertrauen und Routine kann man bei unsicheren Hunden (was Auslandshunde zB oft sind), aber noch viel reißen. Auch die innere Unruhe lässt sich irgendwann (teilweise bis komplett) rausholen, wenn man sich eingegroved hat.

    Ich hatte ja lange keine Couch (zu kleine Wohnung) und mein Schlafzimmer war mein Wohnzimmer. Das Bett das Zentrum allen Lebens. :upside_down_face:

    Mein Hund ist nicht so gern gemeinsam im Bett (ja... der Hund wollte nicht, ich schon :face_with_head_bandage: ). Nach dem Umzug mit endlich ebenfalls einziehendem Sofa hat sich unsere Beziehung durch das Kontaktliegen auf der Couch irgendwie massiv "verbessert". Sie wurde dadurch viel schmusiger und sucht mehr die Nähe. Das finde ich super!

    Also grundlegend ist es total legitim, seinen Hund nicht auf Bett und Sofa zu holen. Ich muss aber sagen, es fördert schon auf der einen Ebene eventuell die "Kuschelbeziehung" miteinander. :smiling_face_with_hearts:

    Falls du Erfahrungen suchst:

    Nach einem Jahr mit Sunny ging die 12 jährige Beziehung kaputt. Ich stand allein da mit Hund und Vollzeitjob mitten in Berlin. Habe auf Teilzeit gestellt, den Gürtel enger geschnallt und die erste Zeit gelitten. Es taten sich neue Freunde auf (da wie du auch sagtest... Neue Freiheiten) und so fand ich super Gassi Freunde. Jeden Tag waren wir 2 Stunden im Wald. Als das Geld nicht mehr reichte konnte ich auf Vollzeit mit 2h am Tag Homeoffice. Es war anstrengend und irgendwie auch toll.

    Mein Baby hätte ich nie abgegeben. Was du damit jetzt anfängst weiß ich nicht.

    PS: Heute habe ich einen neuen Freund und einen neuen Job mit Bürohund. Das ist jetzt über 3 Jahre her.

    Ohje, das läuft aber gar nicht gut.

    Es hilft oft ungemein sich in de Hund hinein zu versetzen. Er hatte schon mehrere Besitzer, jeder andere Erziehungsmethoden. Nirgendwo wurde er scheinbar bisher wirklich geliebt und gewollt, nie durfte er sich heimisch fühlen. Aufgewachsen in Wechsel und Unsicherheit. Der arme Hund weiß also gar nicht, wer nun was will und warum. Ihr zeigt ihm beim Lernen Schmerz und erklärt ihm gar nicht fair, was er tun soll.

    Ja Gewalt in der Erziehung ist altmodisch und tatsächlich auch tierschutzwidrig. Rudelgedanken wie Alphatier sein, ist längst überholt. Der Hund weiß, dass ihr keine Hunde seid. Ihr könnt euch nicht Rangordnen. Das ist Blödsinn. Der erste gute Schritt ist, dass du das erkannt hast. Tatsächlich haben Hunde und Menschen eine familiäre Beziehung miteinander. Würdet ihr euer Kind kneifen und auf den Boden drücken, wäre das förderlich für eure Beziehung? Nein? Der Hund sieht das genauso. Er findet das richtig doof und euch dann natürlich auch.

    Falls du gern liest, kannst du dir das Buch "Leinenrambo" (von Sabrina Reichel) holen. Da wird auch die Gefühlswelt des Hundes erklärt und warum er wie reagiert. Hat mir damals sehr bei meiner Leinenkläfferin geholfen. Grundlegend muss man aber sehen, warum der Hund bellt, weshalb da immer ein Trainer ratsam ist (positives Training, kein Leinenruck, Schlüsselbund vor den Hund werfen oder so ein Mist).

    Rückruf dauert. Manchmal hilft auch ein Hilfsmittel wie eine Pfeife, da hier kein Frust mitschwingt. Man übt erst zuhause unter geringer Ablenkung und steigert das dann immer mehr, bis man draußen ruft. Allerdings ruft man Nie, wenn man das Gefühl hat, der Hund kommt jetzt eh nicht. Das zerstört den sauberen Aufbau. Für sowas gibt es dann die Leine, um weiter zu führen. Da ihr ja recht altmodisch über Hunde denkt, geht ihr wahrscheinlich davon aus, dass der Hund zu kommen hat! So zu denken hilft leider nicht. Es dauert und man muss sinnvoll üben. Ein Hund wie eurer hat eine Vorgeschichte. Wieso sollte er kommen? Vertrauen, Lob und Timing helfen.

    Man könnte noch viel mehr erzählen, aber ihr müsst grundlegend umdenken. Beziehungsweise wohl eher dein Freund. Aktuell müsst ihr genauso wie euer Hund lernen. Lasst euch aufeinander ein. Seid nicht negativ, versucht positiv zu arbeiten und denken. Euer Hund wird das merken und aufnahmefähiger sein. Niemand kann unter Stress oder Angst lernen.

    Viel Erfolg. Ein Trainer ist immer gut zum Helfen und neue Wege erkunden.

    Mein Kleine hopst auch auf einem Hinterbein. Allerdings nur in immer der gleichen Laufgeschwindigkeit. Nicht gehend und nicht rennend, nur dieses halbschnelle dazwischen.

    Wurde soweit untersucht un bereitet aktuell immerhin keine Schmerzen. Kann natürlich irgendwann kommen. Die OPs bringen da leider nicht immer Erfolg.

    Das schwierige am BC ist nicht die Zeit der Auslastung. Die Schwierigkeit ist es, dass die Auslastung sehr exakt passen muss und es ein Balanceakt sein kann zwischen zu viel und zu wenig. Die Rasse ist einfach schnell über- oder unterfordert. Allgemein ist sie sehr schnell überlastet (also kein typischer Alltagsbegleiter, der überall mit hin kann - die Eindrücke überfordern diese Hunde schnell). Und deshalb ist der BC einfach mit Bedacht zu wählen und besonders für Hundeanfänger oft schwieriger zu handhaben (damit er quasi unproblematisch bleibt).

    Ich empfehle euch einen Welpen vom seriösen Züchter, den ihr von klein auf selbst formt. Ihr habt bereits lange gewartet und geplant, nehmt jetzt nicht den schlecht aufgewachsenen Mischling. Vielleicht macht ihr einen neuen Thread auf oder fragt hier zum Thema Rasseberatung. Was sucht ihr, was bietet ihr, optische Vorlieben etc.

    (Ein guter Züchter nimmt seine Hunde nämlich zurück, wenn es Probleme gibt. Da der Hund aber nun einfach weiter verkauft wird, sieht das eher schwach aus.)

    Sunny hat schon einige Umzüge hinter sich. Rumänien - Pflegestelle - Berlin - Österreich 1 - Österreich 2. Ich habe ihr grundlegend Rituale beigebracht, die auch beim Umzug sehr gut helfen. Kong zum Schlecken, nur ein Raum, Musik, Getragens Kleidungsstück. Einfach alles wie immer umgesetzt, Kamera an und weggehen. Normal lief das immer super, obwohl sie auch kein einfacher Alleinlasser ist.

    Läuft es gut, würde ich auch nicht zu klein starten und direkt zurückkommen. Ruhig typische Zeiten umsetzen. Und wie immer vor dem Gehen agieren.

    Hier fiel auf: Die ersten 2 Wochen lief es quasi perfekt. Dann kam kurz etwas Protest (war ausprobieren) den ich weitestgehend ignoriert habe und dann lief es wie immer.